2450

global news 2450 30-07-11: Wenn die Weltwirtschaft gleichzeitig an den drei wichtigsten Ecken ernste Probleme hat

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7 Antworten zu 2450

  1. caw sagt:

    … drei Krisenherde wovon jeder einzelne im immer schmerzhafter werdenden Spagat zwischen Inflation (Lebensmittel, Rohstoffe, Energie) und Deflation (Immobilien, Massenkonsumartikel) die anderen zur Explosion bringen kann bzw. wird. Insbesondere die global ansteigenden Lebensmittelpreise werden die Menschen auf die Strassen treiben und die schnell wachsenden sozialen Probleme an Reis und Brot festmachen, Spiele Nebensache!

    caw

  2. heiner sagt:

    Da hockt ein Großteil der Menschheit unverschuldeter Weise hinter drei großen Deichen die langsam zu brechen drohen und sie zu ersaufen.
    Ich vermute mal der chinesische wird am längsten halten.
    MfG

  3. Jens sagt:

    Wie hoch ist denn der USAs Steuer- und Abgabenlast im Verhältnis zum BIP? Den steigenden Rentenausgaben steht ja immerhin eine positive (!) Bevölkerungsentwicklung entgegen, sowie eine Binnennachfrage und dementsprechend höheres Wachstum in den letzten Jahrzehnten.

  4. Nico sagt:

    Das Zitat “…als vor einem Monat. Der Effekt der Gipfelbeschlüsse der Eurozone ist also bereits verpufft” macht mir gehörig Sorgen.
    Da wird z.B. bei den Banken bezgl. EK-Anhebung von 2013, spätestens ab Januar 2014 geredet, bzw. das Ganze festgelegt.
    Und auch ansonsten von Strukturänderungen beginnend in diesen Jahren gesprochen
    Mag sein, daß das wahlpolitisch Sinn macht.
    Aber finanz-/wirtschafts-politisch kann ich da nichts sinniges erkennen. Herr Dr. Jahnke schreibt hier zahlenfundamentiert von “Monaten”, nicht von “Jahren”.

    Ich bin normalerweise nicht pessimistisch, aber langsam läufts mir kalt den Rücken runter.

  5. Christof sagt:

    Schöne Zusammenstellung, Herr Jahnke!
    Zwei Bemerkungen von mir:
    Ad 1: Den Zahlen der amerikanischen Statistiker sollte man nicht unbedingt vertrauen. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte in Wahrheit wesentlicher höher liegen; aktuell ist in den USA fast jeder 5. Haushalt auf die sogenannten Foodstamps angewiesen, absolutes All-Time-High! Den BIP-Berechnungen traue ich ebenso wenig. Es gibt eine Grafik, die zeigt, dass angeblich seit dem Jahr 2000 bei gleicher Beschäftigungszahl sich das nominale US-BIP um 50% erhöht hat. Wenn ein solches Produktivitätswunder wirklich existieren würde, wären alle Kommentare und jedwede Kritik an amerikanischen Verhältnissen völlig deplaziert und die Amerikaner lebten in paradiesischen Verhältnissen.
    Andersherum betrachtet: Wenn dem so wäre mit dem BIP-Wunder, dann wäre auch schwerlich nachvollziehbar, wie seit Zeiten eines Bush jr. – eben ab 2000 – trotzdem mehrere Billionen an $ auf die Staatsverschuldung draufgepackt wurden. Das implizierte ein massives Systemversagen!
    Also das stimmt hinten und vorne alles nicht, von welcher Seite man das auch betrachtet.
    Ach so: Dass die Amerikaner es sich 20 Jahre nach Fall der Mauer erlauben können, von 2000 bis heute die Rüstungsausgaben um den Faktor 2,6 in die Höhe zu prügeln – das spricht entweder für ein sehr robustes Selbstbewußtsein, oder auch….na, das schenk’ ich mir jetzt.

    Ad 2: Zitat: “Hinzu kommt eine Fastrezession in Großritannien, wo die Wirtschaftsleistung im 2. Quartal gerade einmal um 0,2 % gegenüber Vorquartal stieg.”
    Ja, Herr Jahnke, ich ertappe mich selber (immer noch) dabei, wie ein solcher Sachverhalt in mir eine gewisse Besorgnis auslöst, negativ “besetzt” ist usw. Nur 0,2% Wachstum? Fastrezession? Ich habe lange gebraucht, bis diese Begrifflichkeiten bei mir nicht mehr die gewünschten Reflexe auslösen, wenn da etwa von “Nullwachstum” geschrieben wird oder von nachlassender “Wachstumsdynamik” und Ähnlichem. Ich stelle mir gerade vor, wie ich mit meiner 7-jährigen Tochter am Neujahrstag diskutiere. Wir machen einen jährlichen Kassensturz, entleeren ihr Portemonnaie auf dem Tisch und zählen exakt 100 € und 20 Cent. Am Neujahrstag davor waren es noch genau 100€. Sollen wir jetzt lachen oder weinen? Hm, wir könnten sagen, es dürfte ruhig etwas mehr sein; andererseits stellen wir fest: der Reichtum ist gestiegen, zwar nur gering, aber immerhin (Mutti kommt ins Zimmer und merkt schnippisch an – wie es ihre Art ist -, dass damit die Rezession nur knapp vermieden wurde).

    Also sollte man sagen dürfen: Grossbritannien ist reicher geworden und nicht ärmer (wenn man diesen Zahlen traut natürlich).

    Was ich bspw. von unseren Wirtschaftsexperten erwarten würde, dass sie wenigstens im Nebensatz mal erwähnen sollten, dass bei einem angestrebten Wirtschaftswachstum von 3% pro Jahr sich der Gesamtausstoß an Waren etc. alle 23 Jahre verdoppelt – und dass man sich angesichts solcher Berge schon fragen sollte, wohin mit dem ganzen Zeug: Dritt- und Viertauto? 4000 Kalorien statt nur 2000? Oder dann doch lieber bereits Kaviar und Champus zum Frühstück, während die Küchenwände mit den neuesten LCD-Flatscreens zugekleistert sind?

    Fetisch Wachstum. Ich wachse seit Jahrzehnten nicht mehr, beklage mich aber erstaunlicherweise nicht über dieses Nullwachstum, will auch nicht wirklich grösser werden.

    Sollte man nicht meinen, dass ein Pro-Kopf-BIP von irgendwas zwischen 40 und 50 T$ in den Industrieländern völlig ausreichend ist? Hinter jedem 4-Personenhaushalt steht so rein rechnerisch eine Wertschöpfung von bis zu 200.000 $. Wohin bitte schön noch?

    Grüße!!

    • globalnote sagt:

      hr Kommentar zum britischen Wachstum ist für mich, der ich derzeit in diesem Land lebe, unglaublich. Sie schreiben: „Sollte man nicht meinen, dass ein Pro-Kopf-BIP von irgendwas zwischen 40 und 50 T$ in den Industrieländern völlig ausreichend ist? Hinter jedem 4-Personenhaushalt steht so rein rechnerisch eine Wertschöpfung von bis zu 200.000 $. Wohin bitte schön noch?” Und Sie vergessen total, daß Sie hier mit Durchschnittswerten jonglieren, bei denen eine kleine Oberklasse seit Jahren fast den gesamten Zuwachs schluckt. Sobald das Gesamtwachstum in die Stagnation gerät, wird bei den Normalhaushalten echt wegkonfiziert. Nach neuer Warnung des IWF könnten die privaten britischen Haushalte in den nächsten Jahren 1500 Pfund pro Jahr und Haushalt verlieren. Die Langzeitarbeitslosigkeit soll auf 2,2 Mio Menschen und 6,8 % steigen. Sie sollten da wirklich nicht Ihre Gedankenspiele mit den 20 cents ihrer Tochter und steigendem Reichtum anstellen.

      Außerdem vergessen Sie in Ihrer pauschalen Wachstumskritik total die enorme Alterung der Gesellschaft mit ihren finanziellen Folgen, die nur durch weiteren Produktivitätsfortschritt, der auch Wachstum bedeutet, finanziert werden kann. Oder wollen Sie den technischen Fortschritt ein stellen? Wo soll dann Ihre Rente herkommen?

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