2449

global news 2449 29-07-11: Auch die Juli-Zahlen vom Arbeitsmarkt: Wieder viel Täuschung

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10 Antworten zu 2449

  1. Manfred Steingrube sagt:

    Wie in jedem Monat. Die amtliche Statistik der Arbeitslosenzahlen in Deutschland wird öffentlich immer wieder beschönigend dargestellt, obwohl die Fakten eine andere Sprache sprechen. Mit diesem Sektierertum werden wir wohl oder übel vorerst leben müssen, egal welche Partei in Berlin die Regierungsgeschäfte führen wird. Allemal gut ist es aber vom Infoportal, dass Leser ein Gefühl für Beschönigungen und Fakten entwickeln können für einen offiziellen Sprachgebrauch, der doppelzüngig ist. Erst beim zweiten Blick erkennt man, dass doch nicht alles so gut läuft in der Arbeitswelt und damit in unserer Gesellschaft.

  2. Gaby sagt:

    Schönen guten Tag, Herr Steingrube und Gäste,

    Sie haben die Vokabel “doppelzüngig” in Ihrem Beitrag verwendet, was dazu führte, dass ich mir über dieses Wort ein paar Gedanken gemacht habe.

    Die Liberalen haben seit gut 500 Jahren kapitalistischer Menschheitsgeschichte immer die Doppelzüngigkeit gewählt, wenn sie erklären mussten, warum der Kapitalismus für die wenigsten Menschen eine wohlstandsfördernde Wirkung hat, die Mehrzahl der Menschen selbst im 19. Jhr. auf Brot verzichten mussten und stattdessen nur Kartoffeln in geringer Rationierung ergattern konnten. In aller Regelmäßigkeit schlagen die Liberalen verbal noch bösartiger um sich, wenn die Arbeitslosigkeit mal wieder aufgrund einer der üblichen Krisen unseres angeblich besten aller Wirtschaftssysteme steigt und deshalb der gesellschaftszersetzende Sprengstoff der “sozialen Frage” köchelt.

    Es gab in der Vergangenheit einen Haufen Männer, deren Namen und Schriften wir heute noch kennen, sogar unbegründeter Weise hochachtungsvoll ehren, die sich tagein, tagaus darüber Gedanken machten, wie man die vom Kapitalismus überflüssig, also arbeitslos gemachten Menschen, so derb wie möglich darauf hinweist, dass ihr Elend ihr selbstgewähltes Schicksal ist. Diese liberale, jede gesunde menschliche Vernunft beleidigende Einschätzung der Dinge bricht sich auch heute, im 21. Jhr., regelmäßig Bahn, beispielsweise in den Debatten um Hartz-IV oder neuerdings über die angeblich faulen Südländer.

    Ein besonders schlimmer Finger war Friedrich Nietzsche, der von vielen Deutschen bis heute als das Nonplusultra geistiger Elite betrachtet wird. Dieser geisteskranke Wicht hat es fertig gebracht, in seinem Buch “Der Antichrist” in Kapitel 57 folgendes der Nachwelt zu hinterlassen:

    “Wen hasse ich unter dem Gesindel von Heute am besten? Das Socialisten-Gesindel, die Tschandala*-Apostel, die den Instinkt, die Lust, das Genügsamkeits-Gefühl des Arbeiters mit seinem kleinen Sein untergraben, – die ihn neidisch machen, die ihn Rache lehren… Das Unrecht liegt niemals in ungleichen Rechten, es liegt im Anspruch auf “gleiche” Rechte.”

    Das ist das rabenschwarze, ekelhaft widerliche Menschenbild aller mir bisher bekannten wirtschaftsliberalen “Geistesgrößen”, bei Hobbes und Mandeville beginnend, in Westerwelle, Clement und Müntefering fortfahrend.

    Der Lohnabhängige ist in ihren Augen nichts anders als ein instinkt- und lustgeleitetes Subjekt, dessen Arbeitskraft schamlos und gegen geringste Bezahlung ausgebeutet werden darf, das aber darüber hinaus, natürlicherweise, mit jeder seiner Lebenssituationen zufrieden ist, egal, wie dreckig es den ausgebeuteten oder arbeitslos aufs Pflaster geworfenen Subjekten geht. Und die politisch Linken sind diejenigen, die den Kapitalisten schlaflose Nächte bereiten, weil sie im genügsamen, geistig unterbelichteten Arbeiter mit ihren fiesen Reden Neid und Rache wecken. Aber das wichtigste: Das Unrecht liegt nicht darin, dass Menschen arbeitslos gemacht werden, sondern das Unrecht liegt in der Frechheit des lohnabhängigen Subjekts, überhaupt einen Arbeitsplatz zu verlangen!!!

    Heute, im 21. Jhr., regiert die Political Correctness, also Orwell’s Neusprech. Derart derbdreist, wie im 18. und 19. Jhr., dürfen unsere Geld-, Geistes- und Politeliten nicht mehr gegen die Arbeitslosen schwadronieren. Der liberale Westerwelle hat das schmerzlich zu spüren bekommen, als er Arbeitslosen unterstellte, in spätrömischer Dekadenz zu leben.

    Der liberale Rösler klingelt den Menschen derzeit, wie so oft in der Geschichte des Kapitalismus seine Vorgänger es taten, unverschämterweise in unser Bewußtsein, dass wir in den allerbesten aller Wirtschaftszeiten leben und wer immer noch keinen Job gefunden hat, selber Schuld ist. Gleichzeitig nimmt uns der liberale Rösler in die Kollektivhaft. Er sagt, wenn wir Bürger nicht sofort allesamt in einen besinnungslosen Konsumrausch verfallen, ist es vorbei mit den binnenwirtschaftlichen Auftriebskräften und natürlich mit der greifbar nahen Vollbeschäftigung. Und schwupps haben den kapitalistischen “Schwarzen Peter” wieder die durchschnittlichen deutschen Michel und Michelinnen in Händen, jonglieren mit dem Schwarzen Peter und hoffen, dass es für sie persönlich nicht schlimmer kommen wird.

    Den Kapitalismus gibt es erst seit gut 500 Jahren. Wie hat der Mensch eigentlich seit mindestens 240.000 Jahren ohne Kapitalismus existieren können? Wir sollten darüber nachdenken!

    Ein schönes Wochenende wünscht Euch allen,

    Gaby

    *Tschandala ist ein von Nietzsche erfundener und auf den Menschen bezogener Rassezucht-Begriff, der im Herrenmenschen gipfelt. Der Modephilosoph Peter Sloterdijk wandelt in Nietzsches extrem menschenverachtenden Herrenmenschen-Fußspuren! Seid kritisch in dem, was Ihr lest.

  3. Heinz Göd sagt:

    Schönen guten Tag, Frau Gaby

    “Wie hat der Mensch eigentlich seit mindestens 240.000 Jahren ohne Kapitalismus existieren können?”
    Die Antwort auf diese Frage:
    Durch eine Selbstversorger-Wirtschaft
    und ein bisschen Handel.
    Das ist ein so stabiles Wirtschaftssystem,
    dass damit auch Eiszeiten überlebbar waren.

    Vor etwa 20 Jahren, angeregt durch die ErdölKrise,
    habe ich, ausgehend von einer ProblemListe,
    aus den verschiedensten Wirtschaftsystemen
    das mir gut erscheinende zusammengesucht
    und zu einem neuen Wirtschaftssystem zusammengepuzzelt.
    Das Ergebnis ist “2069″
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Zukunft/ZukD_i.html#SUCHEnL

    Dem westlich aufgewachsenen Menschen gefällt
    - erwartungsgemäß – das System’2069′ nicht,
    und die deutschsprechenden Chinesen,
    denen ich ein Exemplar geschickt habe,
    hatten bereits das westliche Denken übernommen…

    Mit freundlichen Grüßen
    H.G.

    • Gaby sagt:

      Lieber Herr Göd und Mitdiskutanten,

      ich bin Ihrem Link gefolgt, habe Auszüge Ihres virtuellen Buches gelesen und die angeschlossene Diskussion mit regem Interesse verfolgt. Ich bin sehr positiv beeindruckt von Ihren Ideen und ich behaupte keinesfalls, dass sie ins Reich der Utopie gehören.

      Während der Lektüre Ihrer Entwürfe habe ich mich an folgende Worte erinnert:

      “Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt. Die Bedingungen dieser Bewegung ergeben sich aus den jetzt bestehenden Voraussetzungen.” Quelle: Karl Marx, “Die deutsche Ideologie”, zusammen mit Friedrich Engels, 1846

      Die “wirkliche Bewegung” lässt sich nicht staatlicherseits verordnen oder per Revolutionen erzwingen, wie wir per planwirtschaftlichem Kommunismus und Sozialismus gesehen haben, sondern sie muss sich langsam in unseren Köpfen entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass es solche Menschen wie Sie und Herrn Dr. Jahnke gibt und es ist es wichtig, dass die Menschen nicht aufhören, sich an ihre Historie zu erinnern. Der Kapitalismus stellt nur eine vorübergehende Epoche dar. Wenn es an der Zeit ist, wird dieser wenig menschenfreundliche Abschnitt in der Geschichte der Menschheit abgelöst werden durch eine neue, wie auch immer geartete Gesellschaftsform. Steter Tropfen höhlt den Stein!

      Aber bis dahin bleibt es erst einmal so, wie es Georg Kreisler zurecht grimmig beschreibt:

      Einen schönen Sonntag wünscht

      Gaby

  4. Heinz Göd sagt:

    Schönen guten Tag, Frau Gaby

    “Die „wirkliche Bewegung“ lässt sich nicht staatlicherseits verordnen
    oder per Revolutionen erzwingen,…,
    sondern sie muss sich langsam in unseren Köpfen entwickeln.”
    Da stimme ich Ihnen voll zu.
    Es gibt ja schon mehrere vordenkerische Ideen,
    http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zusammenarbeit/GOD_ZusammenD.html
    Nach meiner Beobachtung tun sich alle schwer,
    in die breite Öffentlichkeit zu kommen.
    Die Wirklichkeit bestätigt Noam Chomsky’s
    http://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky
    Einsicht:
    “Wer in seinem Denken zu unabhängig ist
    oder auf die falschen Gedanken kommt,
    bekommt keine Chance, seine Ideen zu verbreiten.”
    http://zmag.de/artikel/Warum-die-Mainstreammedien-Mainstream-sind
    Nach meiner persönlichen Erfahrungen
    veröffentlichen die meisten Medien
    sehr wohl jegliche Kritik am bestehenden System,
    unterdrücken aber jegliche Idee zu dessen Überwindung.
    Zudem haben die meisten Menschen derzeit
    zuviele Alltagssorgen und
    sind daher zu erschöpft,
    um echte Alternativen zu erfinden
    oder zu unterstützen.
    Es ist im Augenblick wesentich leichter,
    Teile der Bevölkung gegeneinander aufzuhetzen
    als konstruktive Ideen zur Diskussion zu bringen.
    Das nagt auch an der Substanz von Herr Dr.Jahnke
    http://www.jjahnke.net/gedanken63.html#1961
    - aber ich hoffe, er gibt nicht auf.

    Freundliche Grüße
    HG

    • Gaby sagt:

      Guten Tag, Herr Göd und Mitlesende,

      ja, da stimme ich Ihnen zu.

      In den letzten Monaten habe ich mir die Entwicklung des Kapitalismus genauer angesehen. Es ist ja nicht so, dass wir Heutigen uns die entsprechende Literatur nicht besorgen könnten. Es ist nicht verboten, die kapitalistische Historie zu studieren. Es wird auch nicht unterdrückt, mit welch’ entsetzlicher Härte plus der gewaltsamen Enteignung ihrer Subsistenzmittel die Menschen der vergangenen Jahrhunderte in den Kapitalismus hineingepeitscht und –gefoltert wurden. Es steht jedem Deutschen offen, sich darüber zu informieren.

      Merkwürdigerweise interessiert das aber die wenigsten Menschen, auch aus den von Ihnen genannten Gründen. Gleichzeitig, und das ist paradox, empören sich die meisten Leute meiner Umgebung jedoch, wenn ich davon erzähle, dass es den Menschen im Hochmittelalter in jeder Hinsicht besser ging als beispielsweise zu Zeiten des aufstrebenden Merkantilismus fortfolgend. Sie halten mich schlicht für einen Spinner und Phantasten, vor allen Dingen, wenn ich Einzelheiten erzähle, die ja allesamt historisch dokumentiert sind. Das kommt daher, weil wir während unserer Schulausbildung gelernt haben, dass die Zeiten vor dem Kapitalismus nur dunkel, kalt, primitiv und grausam waren. So etwas nennt man Geschichtsklitterung. Uns soll der Kapitalismus als die beste aller Welten erscheinen und es wird täglich viel dafür getan, damit der schöne Schein erhalten bleibt, wie Dr. Jahnke ja in aller Regelmäßigkeit aufdeckt. Und allzu genau wollen viele Menschen sowieso nicht wissen, in welches System sie hinein geboren wurden. Ich glaube, das nennt man in der Psychologie “Selbstschutz”.

      So kommt es, dass, staatlich forciert, über Wirtschaftsdaten gejubelt wird, wo es nichts zu jubeln gibt. Dieses Blendwerk ist aber logisch und notwendig, denn wer den Kapitalismus radikal in Frage stellt, rüttelt gleichzeitig am Staat und der Nation, die ja nichts anderes als die äußere Hülle der Marktwirtschaft sind. Ein flächendeckender, kapitalismusverneinender Unmut darf in der Bevölkerung nicht aufkommen, sonst wird aus Vater Staat ganz schnell ein Leviathan.

      Umso erstaunlicher ist für mich, dass die Kapitalismuskritik seit Jahrhunderten trotzdem nie aufgehört hat lebendig zu bleiben und immer wieder versucht wurde und versucht wird, alternative Gesellschaftsformen zumindest theoretisch zu formen, mitunter auch praktisch zu leben, was ja nicht so einfach ist, weil wir ständig in den Kategorien “abstrakte Arbeit, Ware, Geld, Profit” denken und uns bewegen. Aber dass es so ist, das macht mir viel Hoffnung.

      Es freut mich, Sie, Herr Göd, kennen gelernt zu haben und auch Ihr virtuelles Buch. Ich halte Sie jedenfalls nicht für einen Utopisten sondern für einen Freidenker, der die Gabe hat, sich gedanklich von den kapitalistischen Rahmenbedingungen zu lösen. Das ist eine Leistung, die Marx und Engels, soweit ich informiert bin, nicht zustande gebracht haben. Die beiden haben keine Blaupause einer kapitalismuslosen Gesellschaft hinterlassen. Sie haben lediglich eindringlich darauf hingewiesen, dass es für uns Menschen keine lebenswertere Welt gibt, solange wir am Kapitalismus festhalten.

      Ich würde mich freuen, wieder von Ihnen zu lesen und verbleibe bis dahin mit herzlichen Grüßen an alle,

      Gaby

  5. Heinz Göd sagt:

    Schönen guten Tag, Frau Gaby

    Die Wiener Zeitung schrieb vor etwa 20 Jahren
    “Horrorkurve am deutschen Arbeitsmarkt” und zeigte
    das Schaubild der Arbeitslosigkeit in D seit 1960
    http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosenstatistik#Entwicklung_der_Arbeitslosenquote_in_Deutschland
    Dazu der Verlauf von Wirtschaftswachstum und Staatsausgaben
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,grossbild-1374973-594654,00.html
    Dann noch das Schaubild der Deutschen Bundesbank
    http://members.aon.at/goedheinz/GOD_Deutsch/Archiv/Wirtschaft/ArbBIPKap_DB.jpg
    Dann noch der SpiegelArtikel (aus Elfi)
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,777555,00.html

    Wenn ich Webseiten lese wie
    http://www.mehr-freiheit.de/faq/arbeit.html#k1
    sträuben sch mir die Nackenhaare :
    der Mensch als Spielball der Wirtschaft.

    Also, ich bin mir nicht mehr so sicher,
    dass wir noch so viel Zeit haben,
    dass “steter Tropfen den Stein höhlen” kann.

    Eine interessante Idee ist auf
    http://stattkapitalismus.blogsport.de/2008/12/05/inhaltsverzeichnis/

    Ich freue mich auch,
    dass ich Sie im Internet getroffen habe.
    Sie nennen ein Haus Ihr Eigen,
    wahrscheinlich mit einem Garten rundherum,
    und deshalb können Sie auch ’2069′ nachempfinden.
    Sie sind eine sehr gebildete Frau
    und ich lese Ihre Beiträge sehr gerne.
    Und Sie habenauch den Mut,
    Ansichten zu vertreten, die gegen den Zeitgeist sind.
    Ich habe das Gefühl,
    in den kommenden Jahren und Jahrzehnten
    werden wir Menschen mit Mut dringend brauchen.

    Mit freundlichen Grüßen
    HG

  6. Gaby sagt:

    Lieben Dank für Ihre freundlichen Worte, Herr Göd und guten Tag an alle Mitlesenden,

    na ja, mit meinem Mut und meiner Bildung ist es nicht so weit her, wie es für Sie alle scheint.

    Auf Dr. Jahnkes Einwand in Thread 2454 (4. Aug. 11) habe ich aus Taktgefühl nicht geantwortet, obwohl es mir in den Fingern lag, zu erwidern, dass es für mich und vielleicht auch einige Mitleser dieses Forums wichtig ist, Marx’ Kapitalismusanalysen zu kennen, damit wir die Gegenwart besser verstehen und erst heute (!) ist mir per Zufall die “Kritische Psychologie” bekannt geworden, eine sozialwissenschaftliche Disziplin, die die psychologischen Auswirkungen auf die im Kapitalismus lebenden Menschen auf der Grundlage der Analysen Karl Marx’ untersucht. Ich war völlig verblüfft, denn mir ist erst heute klar geworden, dass ich seit vielen Monaten meine Texte im Kontext der “Kritischen Psychologie” verfasse, ohne gewusst zu haben, dass es diese Forschungsdisziplin seit den 1970er Jahren gibt.

    Es freut mich zu wissen, dass Ihnen, Herr Göd, und so manchem Mitleser, der mir das offenbarte, meine Kommentare gefallen. Sofern Dr. Jahnke es gestattet, werde ich auch künftig in der Disziplin der “Kritischen Psychologie” meine Kommentare auf dieser Internet-Plattform formulieren und, wann immer es passt, Marx-Zitate verwenden, um die Gegenwart des Kapitalismus ein bisschen transparenter zu machen.

    Mit herzlichen Grüßen an Euch alle,

    Gaby

    P.S.: Herr Göd, nennen Sie mich bitte ganz schlicht Gaby.

    • globalnote sagt:

      @Gaby,

      Weil Sie mich ansprechen: Natürlich kann hier jeder auf seine Facon selig werden. Es liegt mir fern, Sie davon abzuhalten. Nur darf ich dann auch meine Meinung zum Besten geben. Und die ist eben, daß Marxens gesellschaftspolitische Analyse aus seiner Zeit heraus sicher korrekt ist, daß wir uns aber heutzutage angesichts der total veränderten Welt ein System außerhalb des auf Privateigentum setzenden kapitalistischen nicht zusammenträunen dürfen. Das lenkt dann nur von den wirklich vorhandenen Gestaltungsmöglichkeiten ab. Ich habe auch jede Menge Marx- und Engelsbücher im Schrank und habe sie vor 20 – 30 Jahren häufiger gelesen, kann ihnen aber heute nicht mehr viel abgewinnen, zumal Vieles sehr wenig verständlich formuliert ist (deshalb Hut ab vor Ihrem Einsatz!). Wir haben nun heute genügend Erfahrungen mit gescheiterten Gesellschafts- und Wirtschaftsmodellen und andererseits mit einigen, wie den skandinavischen oder der ehemaligen Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland, die ausreichend menschenfreundlich sind. Die Hoffnung, einen richtigen “dritten Weg” zwischen Kapitalismus und Kommunismus zu finden, scheint mir heute nicht mehr berechtigt.

      Ich bitte einfach um Nachsicht, daß ich mich an abstrakten Diskussionen, die in meiner Einschätzung nicht weiterführen, heraushalten (ich habe mich ja auch nur einmal zu Marx eingeschaltet). Sollte ich mich taktlos verhalten habe, tut mir das leid.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Gaby sagt:

        Hallo, Herr Dr. Jahnke,

        vielen Dank für Ihre Antwort. Ihre Einwände sind mir stets wichtig. Sie regen zum Nachdenken, zum Recherchieren im Internet oder in Büchern an. Ich lerne aus Ihren Hinweisen, oft mit verblüffendem Ergebnis. Bis gestern habe ich beispielsweise noch nie etwas von der “Kritischen Psychologie” oder von Klaus Holzkamp gehört. Nein, Ihre Anmerkungen haben überhaupt nichts mit Taktlosigkeit zu tun.

        Ich habe übrigens nicht deshalb Interesse an Marx Analysen, weil ich von einer besseren Welt träume, sondern weil ich wissen will, woher der Kapitalismus kommt, wie er sich entwickelt, wie er funktioniert und was er mit uns Menschen macht. Solche Informationen fehlen verständlicherweise in modernen VWL-Büchern und statt ziel- und planlos nach Antworten zu suchen, habe ich mich vor ein paar Monaten entschlossen, am besten gleich das Original, also Karl Marx zu lesen, was stellenweise tatsächlich eine Qual ist. Aber ich habe eine Menge Antworten gefunden und erkannt, dass ich mein Leben lang eine sehr unterentwickelte Vorstellung vom Kapitalismus hatte.

        Ich begrüße es, wenn Sie sich an den Kommentaren beteiligen, weil Sie stets weiterführende Hinweise geben, denen ich gerne und neugierig nachgehe.

        Mit herzlichen Grüßen

        Gaby

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