2395

global news 2395 01-06-11: Mai-Zahlen vom Arbeitsmarkt: Ist es ein "Rekord auf dem Arbeitsmarkt" oder an Täuschung?

Hier zum Text

12 Antworten zu 2395

  1. Manfred Steingrube sagt:

    Dank den Medien, die bereit sind, auch unter Aufgabe ihrer „Unabhängigkeit und Überparteilichkeit“ den Kurs der Halbwahrheiten und extremen Beschönigungen vom Arbeitsmarkt mitzugehen, obwohl bei näherer Betrachtung die Aussagen der Bundesarbeitsministerin inhaltlich wie eine Luftblase platzen müssten, würden die betroffenen Medienvertreter, sich nur ein wenig die Mühe machen, ihre Aussagen näher zu überprüfen. Stattdessen werden Jubelmeldung an Jubelmeldung gehängt und so gut wie mit keiner „kritischen Silbe“ erwähnt, dass es sich – so ist jedenfalls sehr stark zu vermuten auch aufgrund der gestiegenen Zahl der Aufstocker – wohl eher überwiegend um prekäre Arbeitsverhältnisse handelt und nicht von langer Dauer sein werden, weil sie eben zum großen Teil nur befristet und schlecht bezahlt werden. Allen voran bei den Jubelmeldungen sind – wie könnte es auch wieder einmal anders sein – BILD.

    BILD wartet gleich im Zusammenhang der aktuellen Arbeitslosenzahlen mit einer „brandheißen“ repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) auf.

    Danach sind „70 Prozent mit ihrem Gehalt zufrieden oder sehr zufrieden, wie eine im Auftrag der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) ergab.

    85 Prozent der Beschäftigten haben auch nichts gegen ihre Arbeitszeiten. Fast die Hälfte der Befragten (44 Prozent) ist mit ihrer beruflichen Situation sehr zufrieden.“

    Weiter bei BILD: Die Kehrseite des deutschen Arbeitsmarktes: Es fehlen zunehmend Fachkräfte.

    Hierzu die IG Metall Bezirksleitung NRW vom 31.05.2011 (musterhaft für das ganze Bundesgebiet) Derzeit geht jeder dritte nach der Ausbildung leer aus, bekommt nur eine Befristung oder findet sich als Leiharbeiter wieder. Das passt nicht zusammen: Auf der einen Seite beklagen die Arbeitgeber den drohenden Fachkräftemangel. Auf der anderen Seite verweigern sie häufig gerade jungen Beschäftigten eine sichere Perspektive und setzen auf billige Leihar-beit oder Werkverträge.

    Studie hier: http://www.presseportal.de/pm/6340/2054489/dvag_deutsche_vermoegensberatung_ag

    BILD hier:
    http://www.bild.de/politik/inland/arbeitslosenzahlen/unter-drei-millionen-arbeitslose-18165700.bild.html

  2. loureley sagt:

    hallo herr jahnke,

    ich selbst beobachte auch mit verwunderung die entwicklungen am arbeitsmarkt und die meldungen dazu. ich persönlich erlebe eigentlich etwas gegenteiliges: nämlich die erosion des normalarbeitsverhältnisses. wodurch sich einfach auch die kategorien, die wesentlich zur betrachtung bzw. beobachtung sein könnten, verändert hat.
    ich wohne in berlin.ost bzw. teilweise habe ich in mv zu tun. und hier wie dort tendieren die früher normal geregelten arbeitsplätze zur prekarität.
    ich nutze schon seit jahren jede gelegenheit, die sich mir beitet, leute zu fragen, wieviel sie arbeiten und ob sie davon leben können. frage aber nicht nach zahlen, das will sowieso keiner sagen. und die subjektive einschätzung, ob man davon leben kann, ist auch meiner meinung nach entscheidender.
    mir scheint, daß diejenigen die arbeit haben (und das sind häufig junge leute, so wie ich den eindruck habe) sehr lange arbeiten müssen und unter einem hohen leistungsdruck, um von ihrer arbeit leben zu können. seit jahren befrage ich bspw. postboten, die mir etwas leifern. und war da vor ca. 1-3 jahren noch die aussage: nein, zu wenig geld zum leben und unregelmäßige arbeit, so heißt es jetzt, ja viel arbeit (um die 13 stunden/tag), wovon man letztlich leben kann, aber auf die tatsächliche stundenanzahl umgerechnet nicht ausreichend. also reicht es nur deswegen, weil so extrem viele stunden gearbeitet werden. wodurch ein mensch beinahe das pensum von zweien abarbeitet, d.h. etwa bei zwei arbeitskräften eine weitere eingespart wurde, also ca. 2/3 der früheren arbeitskräfte heute die gleiche arbeit verrichten (unter der annahme gleichbleibenden arbeitsvolumens). bei gleichzeitig prekarisierten, also unsicheren arbeitsverhältnissen. unter den mittleren jahrgängen, so sie nicht auf einer noch aus vorzeiten festen arbeitsstelle sitzen, breiten sich mehr und mehr teilzeit- oder andere niedriglohnjobs aus. hier sehe ich kaum noch, daß jemand aus dieser mühle heraus kommt. (mir geht es ebenso. vielleicht habe ich auch daher diesen blick, aber aus meiner zugegeben subjektiven blickwelt sieht das so aus) und unter den noch älteren, die aus dem festen arbeitsleben herausgefallen sind, da sieht es ganz finster aus. soweit ein grober eindruck aus meiner tagtäglichen erlebenswelt.

    ich weiß, ehrlich gesagt nicht, wie diese arbeitsmarktberichte zustande kommen, die frau von der leyen etc. da von sich geben. ich erlebe davon selbst gar nichts, was die frau da erzählt.

    ich denke, daß da mittlerwiele auch die falschen kategorien zugrunde liegen. diese verdrehten arbeitsverhältnisse werden ja in deren ststistiken als völlig in ordnung vorkommen. hier geht es ja nur um vollzeitarbeit und ob man noch aufstocken muß oder nicht. das wäre bei dem postboten nicht der fall. er würde als normalarbeitsverhältnis durchgehen, hat aber eigentlich völlig kaputte bzw. kaputt machende arbeitsverhältnisse. wenn der das länger macht, obwohl er es als übergang sieht (oh so mancher übergang hat sich später als dauerhaft bleibend herausgestellt), dann ist der in ein paar jahren fertig.
    es braucht, so denke ich, einfach andere kategorien, die betrachtet werden müssen, damit man dieses in teilen kaputte arbeitssystem überhaupt als solches abbilden kann. so sieht es immer so aus, als wäre jetzt alles in ordnung, was es nicht ist. die leute erleben im alltag etwas anderes, keine stabilen verhältnisse, ganz im gegenteil, unsicherheit immer mehr. und sie werden sich sagen: na dann mache ich wohl selbst etwas verkehrt und werden sich noch mehr anstrengend, um dem vorgestellten normalbild zu entsprechen. was aber unter den gegebenen umständen nur wenigen möglich sein wird, also evtl. in manchen branchen/ arbeitsfeldern, in anderen gar nicht (mehr).

    das sind so ein paar überlegungen, die ich habe hinsichtlich der arbeitsmarktentwicklung. und von denen ich dachte, diese könnten sie evtl. interessieren.

    viele grüße

    a.n.

    • globalnote sagt:

      Vielen Dank. Ja, man muß andere Kategorien heranziehen, um ein ehrliches Bild zu bekommen. Ich versuche das jedenfalls.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  3. Heiner sagt:

    Wenn wir Erwerbsfähigkeit bei anderen Arbeitslosen in Grafik 04980 zugrunde legen:
    http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII/Grundsicherung-fuer-Arbeitsuchende-SGBII-Nav.html
    dann kommen wir auf: 7,685 Mill. Arbeitslose insgesamt!
    MfG

  4. Matthias Bauer sagt:

    Was mich bei der ganzen Sache enorm stört, ist die fast schon einhellige Meinung der Medienvertreter, die diesen Veröffentlichungen unkritisch gegenüber stehen. Meiner Meinung hängt dies eng zusammen mit der damaligen positiven Aufnahme der Schröderschen Agenda 2010, insbesondere der Hartz-Gesetze, die sie ja bis heute für unumgänglich und für segensreich verkauft. Kritiker wurden ja schon immer als die ewig gestrigen diffamiert und als weltfremd gebrandmarkt. Jedes Eingeständnis, dass diese doch nicht die segensreichen Ergebnisse liefern würden, wäre demzufolge ein Eingeständnis eigener Fehlbarkeit. Interessant ist ja auch, dass die gesamte Rhetorik sich schon einmal so finden lässt. Man muss nur einmal 177 Jahre nach England zurück gehen. Dort wurde zur dieser Zeit das Gesetz »New Poor Law« mit den Arbeitshäusern verabschiedet. »Er setzte das Existenzminimum niedriger an als das unterste Lohnniveau und stigmatisierte die Empfänger staatlicher Unterstützung, die nur in besonderen Härtefällen und unter äußerst entwürdigenden Bedingungen gewährt wurde.« (John Gray, Die falsche Verheißung). Und natürlich, dass jede Arbeit besser sei als gar keine.

    Hinzu kommt, dass es augenscheinlich zwecklos ist, die Gesundbeter derartiger Hochrechnungen, mit den wohlbegründeten Einwänden zu konfrontieren. Man kann gewiss sein, dass die nächste Meldung wieder tendenziell die gleiche ist. Warum?

    Das schlimme ist, dass man diese Desinformation schon seit Jahren betreibt, genauso wie die unsägliche Notwendigkeit, die die Rente mit 67 begründet, mit der Folge, dass das alles schon als Datum, als schiere Gewissheit allerorten angenommen wird.

  5. Gaby sagt:

    Guten Abend, Heiner und Mitlesende,

    die von Dir genannte Zahl von 7,685 Millionen Arbeitslosen ist die Zahl, die der Wahrheit meines Erachtens ziemlich nahe kommt, jedenfalls viel näher als die Arbeitslosenzahlen, die die deutsche Bundesregierung monatlich in die Bundesländer jubelt.

    Aber auch diese Zahl ist nur ein Versuch der Annäherung an die Wahrheit, denn jeder Arbeitslose, der es sich leisten kann, meldet sich nach einem Jahr des Arbeitslosengeldbezugs bei seiner ARGE ab, weil er/sie keine Lust hat, sich von Amts wegen permanent schikanieren zu lassen. Diese Leute gehen auf eigene Faust auf Arbeitssuche. Dieser Fall betrifft meistens Frauen und Männer, deren Lebenspartner noch relativ gut verdienen und wo ein bisschen (Überbrückungs)Geld auf dem Sparbuch ist. Hartz-IV würden sie unter diesen ungeheuer “wohlhabenden” Umständen sowieso nicht erhalten. Hier haben wir es also mit einer absoluten Dunkelziffer an Arbeitslosigkeit zu tun!

    Ich frage mich ernsthaft, warum Arbeitslose überhaupt noch gezählt werden, schließlich gilt im Kontext des Neoliberalismus, dass Arbeitslosigkeit ein selbstgewähltes Schicksal ist. Arbeitslose haben ihren arbeitslosen Zustand selbst gewollt, um sich anderen Tätigkeiten, beispielsweise ehrenamtlichen zu widmen. So einfach machen es sich die Chicago-Boys und diejenigen, die mit ihren Theorien hirngewaschen sind. Die Hirne unserer Führungselite sind nicht nur mit neoliberalem Waschpulver gewaschen, sondern obendrein auch noch weichgespült. Welch ein Luxusprogramm! Welch ein prima China in Europa hat sich durch diese Sorgfalt auf deutschem Boden breit gemacht. Igitt!

    Trotz aller neuklassisch, menschenverachtender, ökonomischer Ideologie kommt die deutsche Bundesarbeitsagentur immerhin auf 3,x Millionen Arbeitslose. Aber was sind das für Leute, die mit viel amtlichem Ach und Krach gezählt werden? Sind das nur diejenigen, die sich gerade jetzt arbeitslos gemeldet haben und die, die noch kein volles Jahr arbeitslos sind? In den USA ist es sogar so, dass diejenigen Arbeitslosen, die bei der monatlichen, zufällig bei ihnen aufschlagenden Statistik-Telefonumfrage angeben, im Augenblick Bewerbungen zu schreiben, nicht als arbeitslos gezählt werden, eben weil sie mit dem Schreiben ihrer Bewerbungen beschäftigt sind. Meiner neoliberal verseuchten deutschen Regierungstruppe traue ich die offizielle Verordnung gleichrangig idiotischer Zählart ebenso zu.

    Aber was soll der ganze Hokuspokus? Warum wird die wahre Zahl der Arbeitslosigkeit nicht genannt? Meiner Meinung nach deswegen, weil die Destruktivität, die der Neoliberalismus seit rund 30 Jahren in vielen Staaten der westlichen Hemisphäre anrichtet, von offizieller Seite derzeit nie und nimmer zugegeben werden wird. Es darf real nicht sein, was theoretisch, also in den monetären Lehrbüchern eines Milton Friedman, nicht existiert.

    Wenn dem so sein sollte, darf ich hoffnungsfroh schmunzeln, denn in den 1930er Jahren, den Jahren des Wütens der Großen Depression, haben sich die Ökonomen sehr enttäuscht von ihrem langjährigen Star-Ökonomen Irving Fisher abgewandt und die Theorien John M. Keynes mit große Interesse studiert und nach 1945 in Deutschland und anderen Teilen der Welt teilweise umgesetzt. Gut möglich, dass der Friedman’sche Monetarismus noch zu meiner Lebenszeit vollkommenen Schiffbruch erleidet und sich die Ökonomen wieder auf Keynes besinnen werden. Schön wär’s!

    Lieber Herr Steingrube,

    alle Leserinnen und Leser, die sich ihr Hirn täglich freiwillig in BILD einwickeln, dürfen, von ihnen persönlich unbekannten Mächten legitimiert, tief aufatmen, schließlich wurde die ziemlich unsachliche, die Griechen beleidigende BILD-Hetzkampagne bezüglich der Griechen-Pleite gestern mit dem “Herbert Quandt Medienpreis” in Höhe von 10.000 Euro gewürdigt. Die Griechen zu beschimpfen, also Griechen-Rassismus zu üben, ist jetzt offiziell erlaubt, wird sogar gewürdigt! Igitt!

    http://www.bild.de/politik/inland/griechenland-krise/herbert-quand-medienpreis-wegen-griechenland-krise-18175452.bild.html

    Warum also nicht Umfragen nach dem deutschen Wohlbefinden manipulieren nach dem Motto: BILD dir keine Meinung, kauf sie dir!

    Bis denne,

    Gaby

    • Manfred Steingrube sagt:

      Hallo Gaby,

      Nicht wenige alteingesessene Unternehmen in Deutschland haben mit den Teufeln des Nationalsozialismus paktiert. Dabei haben sie billigend in Kauf genommen, dass dabei Menschen zu Tode kommen werden. Bei den Quandts war es während der Nazidiktatur nicht anders. Auch sie haben ihr Vermögen mit der Brut der Nationalsozialisten und auf dem Rücken der Zwangsarbeiter aufgebaut, von denen die meisten in deutschen Fabriken zu Tode gekommen sind. Sie mussten unter menschenverachtenden Verhältnisse leben und arbeiten. Nicht umsonst sind die Hinterbliebenen dieser Verbrecher öffentlichkeitsscheu.

      Die Mitarbeiter der BILD, die jetzt mit den Quandt-Preis ausgezeichnet wurden und mit der Verleihung noch 10.000 € erhalten, sind nicht von der schreibenden Zunft, die ich respektiere und achte. Ich kann sie nur noch verachten. Das Vermögen dieser Familie ist nichts weiter als „Blutgeld“. Es gehört nicht den Quandts. Es gehört, wenn überhaupt jemanden, dann den Hinterbliebenen der Zwangsarbeiter, deren Angehörige sich in den Fabriken der Quandts zu Tode schuften mussten.

      Die beiden BILD Mitarbeiter haben dem Journalismus keinen Dienst mit der Preisannahme erwiesen, sie haben ihn vielmehr in ein dunkles Loch gestoßen – wie alle anderen Preisempfänger auch, die gerne moralisierend den Zeigefinger über die Deutschen erheben.

      Wohl auf, du aufklärender Journalismus, erhebe dich oder erfinde dich neu.

      • Gaby sagt:

        Guten Tag, Herr Steingrube und Mitdiskutanten,

        vielen Dank für Ihren Beitrag.

        Es gibt einen Film, “Das Schweigen der Quandts”. Da kann man sehen, wer die Quandts sind und woher sie ihr Vermögen haben. Es beruht auf Zwangsarbeit im Nationalsozialismus.

        Tja, und solche feigen Leute, die nicht mal zu ihrer Vergangenheit stehen, legen hinter unserem Rücken unsere Lebenskarten; mischen sich in unser Leben ein. Obendrein wette ich, dass in den hüteren Gesellschaftskreisen kein Hahn danach kräht, wie die Vermögen zustande gekommen sind, sondern im Gegenteil, derjenige noch als Held gefeiert wird, der sich am asozialsten aufführt. Entschuldigt werden alle moralischen und ethischen Barbareien gewöhnlich mit der Biologie und der Evolution. Seit Hobbes ist der Mensch dem Menschen angeblich ein Wolf, da kann man angeblich nix dran ändern!

        Beste Grüße

        Gaby

      • globalnote sagt:

        Habe mehrere Teile des Arte Videos gesehen. Unvorstellbar, wie Quandt ohne Totalenteignung und Verurteilung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß aus dem Krieg hervorgehen konnte. Andere Unternehmen der NS-Maschinerie haben sich immerhin zur historischen Verantwortung bekannt und teilweise auch Leistungen an die überlebenden Opfer erbracht. Ich fühlte mich an eine deutsche Regierung erinnert, die 70 Jahre später und ohne jedes Erinnerungsvermögen von anderen Völkern mehr Arbeitsleistung verlangt.

      • Gaby sagt:

        Ja, Herr Dr. Jahnke,

        da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich! Der Film wurde im September 2007 erstmals im deutschen TV ausgestrahlt. Nun sollten wir erwarten, dass auf der Webseite der Quandt-Stiftung irgendwo ein Hinweis auf die NS-Vergangenheit zu finden ist, schließlich hat der Film für viel öffentliche Aufregung gesorgt.

        http://www.johanna-quandt-stiftung.de/index2.html

        Aber es taucht nicht einmal ein Hinweis in der Biographie Dr. Herbert Quandts auf, die sich ganz links unter dem Menüpunkt “Herbert Quandt Medienpreis” befindet. Hier heißt es lapidar: “Nach dem Krieg widmete er sich mit großer Tatkraft dem Wiederaufbau.” Und: “Herbert Quandt vertrat zugleich die Überzeugung, dass Wirtschaft den Menschen als Lebens- und Chancenraum erklärt und nahe gebracht werden muss.”

        Aha, jetzt ist es raus! Weil die BILD den Griechen die deutsche Wirtschafts- und Arbeitspolitik in einfachen und unmißverständlich harschen Worten erklärt, haben die beiden BILD-Journalisten den Quandt-Medienpreis erhalten. Sie, Herr Dr. Jahnke, fühlen sich also ziemlich richtig an die alten Zeiten erinnert.

        Bis denne

        Gaby

  6. Heiner sagt:

    Bernt Engelmann hat zu der Thematik Quandt Co.in der neuen Bundesrepublik 1975 veröffentlicht:
    Das Reich zerfiel, die Reichen blieben.
    Kann man heute noch kaufen und lesen!
    MfG

  7. Manfred Steingrube sagt:

    Untersuchungen der Deutschen Bank hatten 1946/47 ergeben, dass sie eine ungewöhnliche Konzentration wirtschaftlicher Macht darstellte und an der Durchführung der verbrecherischen Politik des Naziregimes auf wirtschaftlichem Gebiet teilgenommen hat.

    Die O.M.G.U.S. (Militärregierung der Vereinigten Staaten für Deutschland Finanzabteilung – Sektion für finanzielle Nachforschungen) empfiehlt,

    1. die Deutsche Bank zu liquidieren,

    2. die verantwortlichen Mitarbeiter der Deutschen Bank anzuklagen und als Kriegsverbrecher vor Gericht zu stellen,

    3. die leitenden Mitarbeiter der Deutschen Bank von der Übernahme wichtiger oder verantwortlicher Positionen im wirtschaftlichen und politischen Leben Deutschlands auszuschließen.

    Interessant zu lesen. Einiges ist historisch (Unterstützung durch die deutsche Industrie!) belegt, anderes kann ich nicht beurteilen.

    Quelle:
    http://sauber.50webs.com/kapital/index.html

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 26 other followers