2365

global news 2365 03-05-11: OECD: Deutschland Spitzenplatz in Entwicklung der Einkommens-Ungleichheit

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3 Antworten zu 2365

  1. Gaby sagt:

    Guten Tag in die Runde,

    Anfang der 1940er Jahre erlebten die Menschen eine Zeit, in der nahezu in allen politischen wie ideologischen Lagern eine überaus feindliche Stimmung gegenüber dem Kapitalismus herrschte, die aus den bitteren Ereignissen der Großen Depression, der Hyperinflation und der beiden Weltkriege genährt war. Der Ökonom Jospeh A. Schumpeter äußerte 1942:

    “Die öffentliche Meinung ist allgemach so gründlich über ihn verstimmt, dass die Verurteilung des Kapitalismus und aller seiner Werke eine ausgemachte Sache ist, – beinah ein Erfordernis der Etikette der Diskussionen.”

    Wir nähern uns dieser Verzweiflung in großen Schritten. Es ist Millionen von Deutschen schlichtweg nicht vermittelbar, warum ihr täglicher Fleiß, warum ihr tägliches Mühen und Rackern zu nichts anderem führt, als dass sie im dunklen, kalten, dreckigen Keller dieser Gesellschaft verharren. Und das in einer Zeit, in der politisch wie medial täglich vom Aufschwung XXL, von blühendem Wirtschaftswachstum, sprudelnden Steuerquellen und, wie soll es auch anders sein, vom Wohlstand für alle geschwafelt wird.

    Ich nenne diese Klitterung der Gegenwart “Parallelwelten”. In der einen Welt wird schöngeredet, was objektiv betrachtet, nicht zu beschönigen ist und in der anderen Welt harren die Menschen im Zweifel, ob es wohl an ihnen selbst liegt, dass sie wirtschaftlich nicht auf die Füße kommen.

    Da bleibt mir nur, den Deutschen Vernunft und Einsicht bezüglich ihrer prekären ökonomischen Lage zu wünschen.

    Gaby

  2. Dieselben OECD-Daten habe ich grafisch etwas aufwändiger aufbereitet und hier gepostet:
    http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=216117

    Im übrigen greife ich gerne auf die Online-Analysen von Herrn Jahnke zurück, und unterstütze manchmal mehr, manchmal minder seine Anliegen.
    Aber von Rundbriefen halte ich nichts. Im frei zugänglichen Internet sind unsere Analysen (hoffentlich) auch noch in zehn (zwanzig?) Jahren zugänglich.
    Rundbriefe sind da längst vermodert und vergessen.

    Gruß Wal Buchenberg

    • globalnote sagt:

      Zu den Wochenbriefen (die hier wohl neben den Rundbriefen gemeint sind):

      Da unterliegen Sie meiner Meinung nach einem Mißverständis. Diese Wochenbriefe gehen an echt Interessierte, darunter viele Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich (auch Lehrer, die sie auch im Unterricht benutzen), Gewerkschaften, Medien, Wirtschaftswissenschaft und Politik. Dort vermodern sie nicht, sondern werden im Verhältnis von 1:3 auch noch an andere Interessenten weitergereicht. Dagegen ist meine Erfahrung mit dem Internet, daß die meisten Besuche sehr flüchtig sind und dabei wenig hängen bleibt. Gerade berufstätige Menschen, die noch voll im Leben stehen und in ihrem beruflichen Umfeld politische Meinungen verbreiten können, haben oft wenig Zeit für Besuche vieler Webseiten.

      Außerdem werden kritische Webseiten fast nur von Menschen besucht, die ohnehin schon ähnliche kritische Auffassungen vertreten und nicht überzeugt werden müssen (und können).

      Schließlich wird sich für Ihre oder meine Analysen am Internet in 20 Jahren wirklich niemand mehr interessieren, meist schon in wenigen Tagen nicht mehr. Das Internet ist ein verdammt schnellebiges Medien mit sehr kurzen Verfallszeiten, außer wenn jemand unbedingt historisch arbeiten will. Und das Internet leidet schwer unter Informations-Überflutung. Zudem können die meisten Menschen die Seriosität der dort verbreiteten Meldungen schwer einschätzen. Dagegen haben die Abonnenten meiner Wochenbriefe ein viel persönlicheres Verhältnis dazu. Seit ich einen kleinen Unkostenbeitrag erhebe (außer für Hartz-4 und vergleichbare Situationen), hat sich auch der Mitnahmeeffekt (“geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul”) zurückgebildet und werden die Wochenbriefe von fast allen Empfängern tatsächlich gelesen.

      Die Wochenbriefe bleiben in der Regel im Postfach, bis sie ruhig gelesen werden können, was beim Internetbesuch in der Regel nicht der Fall ist und was dort zu Zwangskürze und Oberflächlichkeit führt. Für einen größeren Kreis von Interessierten gibt es zudem jedes Halbjahr eine pdf-Fassung meiner Wochenbriefe, die sich jeder ausdrucken oder speichern kann (auch das ist über das Internet nicht verfügbar).

      Schließlich decke ich beide Interessentenkreise ab, indem ich auf der Webseite Kurzfassungen der Wochenbriefe präsentiere. Der Bezieherkreis der Wochenbriefe kann übrigens die Wochenbriefe auch auf einer für ihn reservierten Webseite lesen, wenn das vorgezogen wird.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

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