1956

Gedanken zur Zeit 1956 04-04-11: Eine bittere Abrechnung mit dem neoliberalen System in drei Wochenbriefen

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5 Antworten zu 1956

  1. Jens sagt:

    Da muss ich leider widersprechen: Länder mit noch größerer Ungerechtigkeit existieren ja auch “munter” vor sich hin. Eine Jugend wie in Ägypten haben wir nicht.
    Die Systeme, welche zum sozioökonomischen Niedergang eines Landes und die, welche zur (Wider)Herstellung der Demokratie führen, sind nicht identisch und laufen nicht parallel. Lächerliche Performanz und schreiende Ungerechtigkeit sind also nicht identisch mit lösungsorientierten sozialen Bewegungen.
    So hätte ja zum Beispiel die SPD sozialdemokratische Politik machen müssen, nachdem sie das schon nicht für seine Zukunftsfähigkeit gerühmte System der alten West-BRD von Kohl übernahm. Das Gegenteil davon wurde getan.
    Ob und wann eine rote Linie durch die neoliberale standortschädigende Politik durch Merkel und Vorgänger überschritten wird, ist aber in diesem Zusammenhang eine andere Qualität. Hier wäre Griechenland wohl besser geeignet. Doch gibt es dort eine zufriedenstellende steuerliche Integration der Reichen, sprich ihres auf Gemeinschaftsarbeit beruhenden Vermögens?

    • globalnote sagt:

      Der Vergleich mit Griechenland bringt für die deutsche Situation wenig. Deutschland ist ein insgesamt viel reicheres Land, daß sich mehr sozialen Frieden leisten kann und auch eine jahrelange positive Erfahrung mit einer sozialen Marktwirtschaft hat.

      • Jens sagt:

        Ich habe auch einfach nicht klar genug formuliert: Der erste Fall (SPD) wäre in meiner Lesart eine Reform gewesen, nötig zwar, aber nicht sichtar; eine graduelle Verbesserung. Der Fall Griechenland wäre sowas wie ein Knall, ein plötzlich auftretendes erschütterndes Ereignis.
        Eine Krise eröffnet zwar die Möglichkeit zur radikalen Veränderung, doch muss diese politisch überhaupt erstmal verstanden, und dann auch noch umgesetzt werden! Von wem denn? Na, vielleicht erkennt ja ausgerechnet die finanzielle Oberklasse die Notwendigkeit, sodass sich die derzeit neoliberalen Politiker ganz schlau an der geänderten politischen Leitlinie ausrichten könnten;) Wendehälse haben wir in Deutschland ja genug.

  2. annimarr sagt:

    Herr Dr. Jahnke,
    die “Neoliberale Wirtschaftsform” hat 1990 begonnen und ständig zugenommen. Von der “Sozialen Marktwirtschaft” sieht man nichts mehr. Sie haben uns ja die Besitzverhältnisse eindeutig vor Augen geführt.
    In allen Parteien wird seit Jahren über das Bürgergeld
    und Grundeinkommen bereits diskutiert. Mit dieser Maßnahme erreicht man:
    Abschaffung der Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen. Abschaffung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, KM-Pauschale und Sonderausgaben.
    EIN SCHOCKARTIGER VERFALL DER LÖHNE IM UNTEREN BIS MITTLEREN EINKOMMENSBEREICH WIRD SCHMERZHAFT SEIN.

    43 Jahre Berufsleben machten mich zu einem Freund der Wirtschaft. Allerdings lehne ich diese “Neoliberale Entwicklung” total ab. Die schwachen Regierungen der letzten 20 Jahre haben mit Sicherheit diesen Weg geebnet.
    Gruß
    annimarr

    • annimarr sagt:

      Herr Dr. Jahnke,
      ich möchte gerne noch einen Nachsatz an Sie weiterleiten:
      “In diesem Zusammenhang wird häufig Milton Friedman
      mit Kapitel 12 und seine negative Einkommensteuer 50% bzw. 25% genannt und – neoliberales Gedankengut verbreitet”!
      Gruß
      annimarr

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