2342

global news 2342 03-04-11: Vom schädlichen Reichtum in Deutschland

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10 Antworten zu 2342

  1. carolus sagt:

    genau dass ist das problem.keine konflikte werden gescheut,um die eigenen materiellen interessen gegen die mehrheit durchzusetzen.bspsweise zu sehen bei der atomkraftdebatte,die als ergebnis ja nur abgeschriebene schrottreaktoren weiterlaufen lassen wollte,weil sie abgeschrieben waren und deshalb gelddruckmaschinen wurden.koste es was es wolle zur not eben die gesundheit der wohnanlieger von atomkraftwerken.als reicher kann man ja auf andere besitztümer zurückgreifen und dorthin ziehen.den armen bleibt nur die sperrzone.
    die ausweitung des niedriglohnsektors ist das andere schwerwiegende beispiel,wo sich nur ein sektor-die exportlobby-der wirtschaft sich einen feuchten kehrricht um die sozialen belange einer nation interessiert zwecks ausweitung der profitrate.
    im namen der profitsteigerung wird alles was stört über bord geworfen.

  2. langweiler sagt:

    Lese gerade ein Buch. Zunächst ohne irgendwelche Bewertung. Der Makrosoziologe Heinz Bude schreibt in seinem Buch “die Ausgeschlossenen- Das Ende vom Traum einer gerechten Gesellschaft” dass “(…)die Einkommen der Geldvermögensbesitzer verglichen mit denen der erwerbstätigen Massen in den letzten Jahren gewaltig gestiegen sind”(S.9)Hierbei spricht er, dass der Kern des Privatvermögens der Immobilienbesitz ausmache, der gekoppelt mit der Wertsteigerung Einfluss auf die Höhe des Vermögens hat. Hinzu kämen die Wertsteigerungen von Aktien, deren Bedeutung eher gering sei, weil 3-4% des Bruttovermögens der Privathaushalte in dieser Anlageform angelegt sei. Es sei aufgrund der amtlichen Statistik nicht möglich die Geldvermögenbesitzer zu idendifizieren.(Anmerkungen S.133).Ist dies wirklich so?

    • globalnote sagt:

      Das scheint mir ziemlich unstimmig zu sein. Der Immobilienbesitz hat sich in Deutschland weit weniger ausgezahlt als anderswo. Jahrelang stagnierten die Immobilienpreise oder waren rückläufig. Was die Vermögenskonzentration antrieb, waren die Gewinne der Unternehmen und damit der Kapitaleigner, wobei die Aktien in der Tat auf einen kleineren Teil der Bevölkerung konzentriert sind (normale Deutsche sind Aktienmuffel), aber hier zu sehr viel Vermögenskonzentration führt. Außerdem wurden sehr viel spekulative Vermögensgewinne gemacht, deren Einbruch durch die Krise inzwischen wieder weitgehend ausgeglichen ist.

      Die Identifizierung der Vermögen ist annäherungsweise durch das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) möglich. Das ist eine repräsentative Wiederholungsbefragung, die bereits seit 25 Jahren läuft. Im Auftrag des DIW Berlin werden jedes Jahr in Deutschland über 20.000 Personen aus rund 11.000 Haushalten von TNS Infratest Sozialforschung befragt. Die Daten geben Auskunft zu Fragen über Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung oder Gesundheit. Weil jedes Jahr die gleichen Personen befragt werden, können langfristige soziale und gesellschaftliche Trends besonders gut verfolgt werden. Hier die Darstellung der deutschen Vermögenspyramide http://www.jjahnke.net/index_files/14178.gif . Zu einer exakten statistischen Erfassung wäre die totale Freigabe der Steuerdaten in anonymisierter Form nötig, wozu aber der Bundesfinanzminister nicht bereit ist.

  3. Heiner sagt:

    Zum Thema Dax Unternehmen/Reichtum und Abkassieren:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,754834,00.html
    MfG

  4. Günther sagt:

    Eine Frage zur Terminologie: Wieso beginnt bei Ihnen Superreich bei 1 Mio. EUR? Bei einer Verzinsung von ca. 4% p.a. wäre das ein jährlicher Ertrag von 40 000 TEUR vor Steuern, wenn jemand den Kapitalstock nicht angreifen will. Damit würde sich, unterstellt jemand müsste von den Erträgen sein Alterseinkommen bestreiten, sein Lebensstandard nicht wesentlich von einem Oberstudienrat unterscheiden. Ich stelle mir unter einem Superreichen etwas anderes vor. Hier finden Sie ebenfalls andere Definitionen:

    http://www.sheqerolli.com/wann-beginnt-reichtum-4705
    http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-reich/druyen-brandeins.htm

    (weiter habe ich nicht recherchiert, weil ich meine Betrachtung bestätigt fand)

    • globalnote sagt:

      Über die Begriffe “reich” und “superreich” können wir natürlich lange streiten. Hier geht es um frei investierbares Kapital, zusätzlich also zu Immobilienbesitz. Das ist dann schon etwas besser als Ihr Oberstudienrat. Vergessen Sie bitte nicht, daß das oberste 1 % in Deutschland im Durchschnitt 2007 0,8 Mio Euro an Vermögen hatte, und das oberste Tausendstel 2,3 Mio Euro. Da ist schon alles ziemlich realtiv. Aus der Perspektive derer in der unteren Hälfte sind 1 Mio Euro investierbares Kapital schon sehr reich.

      Die Universität hat die Reichtumsgrenze bei 3 Mio Euro angesetzt, was auch kein großer Unterschied ist. Für Merrill Lynch/Capgemini, World Wealth Report 2010, liegt die Grenze für High Net Worth Individuals bei 1 Mio Dollar frei verfügbares Kapital.

      • Günther sagt:

        Nur eine Anmerkung: Die Oberstudienräte, die ich kenne, haben alle ebenfalls ein eigenes Haus – schließlich gibt es Bausparen – und sind oft auch noch mit einer weiteren pädagogischen Fachkraft verheiratet. Ich glaube “reich” reicht schon aus, um den angespochenen Sachverhalt zu beschreiben. Die genannte Gruppe so breit zu fassen und dann als “superreich” zu beschreiben erzeugt bei mir dann doch den Verdacht der Stimmungsmache, was für eine wünschenwerte, ja notwendige Diskussion nicht hilfreich ist.

      • globalnote sagt:

        Sie verbeißen sich viel zu sehr an diesem Begriff. Der Oberstudienrat von Ihnen dürfte im Durchschnitt nicht die Immobilien haben, von denen bei den High Net Worth Personen die Rede ist. Was Sie vielleicht vergessen: die obersten 1 %, zu denen nicht der Oberstudienrat zählen dürfte, leben nicht nur von den Zinsen auf die 1 Million, sondern haben erhebliche weitere Einkünfte, die zusammen nicht mit denen eines Oberstudienrats vergleichbar sind. Auch dürften sie ihr Vermögen nicht zu 4 % angelegt haben, sondern damit auch an den Börsen spekulieren, um höhere Einkünfte zu erzielen.

        Um die Oberstudienräte zu beruhigen, habe ich “Superreiche” in “Reiche” geändert, was dann die “Superreichen” einschließt.

  5. Günther sagt:

    Danke für die Antwort. Worum es mir ging war, dass zwischen 1 … 2 Millionen und einer und mehr Milliarde(n) ein äußerst weites Feld liegt, das erhebliche gesellschaftliche Unterschiede umfaßt. Bei den “kleinen” Millionären fehlt insbesondere auch der erhebliche politische Einfluss, der bei den ganz hohen Vermögen sehr wahrscheinlich gegeben ist.

    • globalnote sagt:

      Ja, das ist sicher richtig. Mir ging es allerdings nicht um den politischen Einfluß, den natürlich auch Manager von Unternehmen haben und dann abhängig von dessen Größe. Dagegen wollte ich den Finger auf die Verteilungsdynamik von unten nach oben legen und da sind die 1 Million Millionäre wahrscheinlich wichtiger als die paar Milliardäre, die es in Deutschland gibt und von denen die meisten wahrscheinlich unsichtbar bleiben wollen. Schauen Sie sich doch bitte die Grafik mit der umgekippten Pyramide der Vermögen an. Wenn die Entwicklung so weiter gehen sollte, wird das ganze Land noch weit größeren Schaden nehmen.

      Den meisten politischen Druck entwickeln übrigens nach meiner eigenen Erfahrung aus meiner Zeit im Bundeswirtschaftsministerium die Verbände der Industrie und des Handels, die als Lobby hervorragend organisiert sind. Es sind vor allem kleine Kreise um den BDI, die sehr wirklungsvoll die Interessen der Unternehmen vertreten und das in der Steuerpolitik und vielen anderen Politikbereichen.

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