2318

global news 2318 06-03-11: Krise? War das was?

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10 Antworten zu 2318

  1. Heiner sagt:

    Zu den Akteuren(Individuen) an den Finanzmärkten:
    Jensen und Meckling gehörten zu den Pionieren des shareholder value-Konzepts, das auf dem sogenannten REM-Modells aufbaute, einer neuen Definition des menschlichen Verhaltens,das,wie in der angelsächsischen
    Ökonomie üblich, vom einzelnen Individuum ausging und alle Organisationen zu künstlichen Artefakten erklärte, die aus lauter Einzelverträgen bestünden. Deshalb traten sie schon früh für die Bezahlung von Managern mit Aktien und Optionen ihrer Firma ein.Nur mit Hilfe der Stimulierung des Eigeninteresses, glaubten sie, könne sichergestellt werden, dass die Manager tatsächlich dem Wohl der Aktionäre dienten. Jeder Gedanke an Binnenkooperativität, die doch für Firmen den wichtigsten Faktor und Grund ihres Bestehens ausmacht, wurde radikal ausgeschlossen und für marxistisch oder katholisch erklärt(Jensen/Meckling1994:22). Diese Theorie wurde zur Leitidee der Neoliberalen und prägte das Weltbild einer ganzen Generation junger Betriebswirte.REMM:Resourceful,Evaluative, Maximazing Model=ein Mensch, der keine Bedürfnisse hat, sondern nur noch Entscheidungsprobleme: Er muss ständig zwischen alternativen Ressourcen wählen(evaluieren) und sucht durch jede Entscheidung seinen Besitz und seine Werte zu steigern(maximise)………..
    Diese Theorie der Habgier bedeutet einen entscheidenden Wandel in der ökonomischen Theorie, denn mit ihr verschwindet das Knappheitsgesetz aus der Wissenschaft der Ökonomie. Die Menschen wirtschaften nicht mehr, weil sie etwas zu essen brauchen, sondern sie wirtschaften nur noch um reicher zu werden……
    Unternehmer und und Kleinaktionäre wurden das Opfer derjenigen Kräfte, die die ökonomischen Theoretiker aus ihren Überlegungen ausgeschlossen hatten-der Kooperationskräfte der menschlichen Gattung, der Marktspieler, die sich zu Informationsringen zusammengeschlossen und aus dem Aktionärskapitalismus der Wall Street den Insiderkapitalismus gemacht haben. …..
    Aus:Blomert/Die Habgierigen:20/21
    MfG

  2. Rote Socke sagt:

    Hört sich interessant an, Heiner.
    Für meine Begriffe ist die Entwicklung weniger von subjektiven Faktoren abhängig, als mehr objektiv bedingt: Denken wir doch an den Milliardensegen, den die Bunte Regierung in die Banken geschüttet hat, wie Wasser ins Meer! Damit wurden Passivposten bei den Banken aufgefüllt, und die ihrerseits sind wieder Aktivposten bei denen, die ohnehin schon alles haben. Und weil ja danach die Kassen – wie seit eh und je in der Bunten Republik – leer sind (war ja eh nie richtig was drin!), wird jetzt der Bestand wieder aufgefüllt, indem die unteren 50% der Bevölkerung, die eh nix haben, als das blanke Leben, weiter ausgepreßt oder es wird ihnen Leistung, die ihnen von Staats wegen zusteht, vorenthalten.

    Deswegen ist “nach der Krise” nur richtig in Verbindung mit den oberen Einkünften, 80++ % der Massen weltweit dümpeln nach wie vor in einer krisenhaften Situation vor sich hin, bis es zum Krachen kommt.

    Ist das aufregend!

  3. Heiner sagt:

    Noch eine kleine Geschichte(Sachen gibts, die gibts garnicht) zur vom Staat mit 18,2Milliarden€ geretteten Commerzbank!!
    http://www.sueddeutsche.de/geld/das-vergessene-sparbuch-prozent-rendite-fuer-jahre-1.1068711
    MfG

  4. martin sagt:

    Hallo Herr Jahnke,
    mich würde interessieren, wie sich die Gewinne der US-Wirtschaft zusammensetzen. Ist es, wie vor der Krise, wieder die leidenschaftlich Werte schaffende “Finanzindustrie”, die einen grossen Beitrag dazu “leistet”?

    • globalnote sagt:

      Ja, da wird auch die Finanzwirtschaft wieder dabei sein.

      • Rudy sagt:

        Was waren eigentlich die Ursachen für die plötzlichen exorbitanten Gewinnsteigerungen um 50% von 03 bis 08? Etwa Euroeinführungund H4.
        Zudem würde mich momentan interessieren wie sie die mehr als fragwürdige Verordnung von Biosprit an die deutschen Autofahrer bewerten.
        Diese Verlogenheit und Skrupellosigkeit find ich einfach widerlich…

  5. Gaby sagt:

    Guten Tag Rudy und Mitdiskutanten,

    der hohe Vermögenszuwachs unserer Kapitalisten ist dem Umstand geschuldet, dass unsere, nicht nur deutsche, neoliberalen Regierungen zwischenzeitlich eine Absenkung der Ertragssteuerbelastung und eine Erweiterung der Bemessungsgrundlage in diversen Steuerbereichen per Gesetz beschlossen haben. Zahlt der Unternehmer weniger Steuern, steigt sein Profit.

    Gleichzeitig erfolgte eine schleichende Absenkung bzw. Stagnation der deutschen Löhne und Gehälter. Auch dieser Umstand wirkt für den Unternehmer profitsteigernd. Noch besser ist für den Kapitalisten, wenn er sich kraft Gesetz Arbeitskraft leiht und dieser Arbeitskraft bis zu 30 % weniger Lohn zahlt als der Stammbelegschaft (Arbeitnehmerüberlassung). Noch besser ist es für den Unternehmer, reguläre Arbeitsstellen in Halbtagsstellen oder Minijobs umzuwandeln. Auch das ist per Gesetz erlaubt. Der absolute Clou ist jedoch, einen Menschen für seine Zwecke schuften zu lassen und ihm nur 4 oder 5 Euro brutto pro Stunde zu zahlen. Auch das ist bundesdeutsche Realität und die Lohndrückerei kann so lange nicht gestoppt werden, wie es keinen flächendeckenden Mindestlohn gibt.

    Selbstredend hat auch der Euro etwas mit der rasanten Profitsteigerung unserer Unternehmer zu tun. Je mehr eine Nation an Gütern exportiert, desto höher steigt der Wert ihrer Währung, um die Waren im Ausland teurer zu machen mit dem Ziel, ein globales Gleichgewicht zwischen Importen und Exporten herzustellen. Deutschlands DM würde heute, gemessen an 2001, ca. 30 % mehr wert sein, schließlich war Deutschland jahrelang Exportweltmeister; unsere Exporte in die EU und die übrige Welt würden heute also rund 30 % teurer sein, was die Profite der Unternehmer senken würde. Nun ist Deutschland aber im Euro-Währungsverbund und der Wert des Euro kann gar nicht EU-flächendeckend so stark steigen, wie es die DM, also die deutsche Produktivitätssteigerung erzwungen hätte. Folglich bleiben deutsche Exporte unverschämt billig und billige Waren sind global ungeheuer begehrenswert.

    Wenn nun billige deutsche Exporte mit billigen deutschen Löhnen und billigen deutschen Steuern kombiniert werden, ein Zustand, den wir seit Jahren haben, kommt es zwangsläufig dazu, dass die Kapitalisten immer reicher werden. So reich, dass sie gar nicht mehr wissen, für was sie ihr Geld ausgeben sollen.

    Das von Dir angesprochene Hartz-IV, das die einstige Arbeitslosenhilfe ersetzt, macht die Kapitalisten nicht reicher, reduziert aber die soziale Ausgabenseite des Staates, die ja stark darunter leidet, dass die Kapitalisten viel zu wenig Steuern zahlen. Darüber hinaus dient Hartz-IV als Druckmittel den noch Beschäftigten gegenüber nach dem Motto: ‘Wenn ihr nicht spurt, entlassen wir euch und ihr fallt in Hartz-IV!’ Hartz-IV ist seit Anfang 2005 die schlimmste anzunehmende Armut innerhalb der Bundesrepublik Deutschland. Da will aus dem bürgerlichen Lager niemand rein!!!

    Die neoliberale Theorie lehrt, dass, je geringer der Lohn und je geringer die Steuern, desto mehr Arbeitsplätze entstehen würden. Entstehen tun aber in der deutschen Realität hauptsächlich nur schlecht bezahlte prekäre Jobs. Die Menschen leben in immer größerer existenzieller und finanzieller Unsicherheit.

    Diese psychische Unsicherheit, die ihren Niederschlag in Politikverdossenheit und Angstsparen findet und die vielerorts leeren Geldbeutel, führen nun wiederum dazu, dass unser Binnenmarkt, der viel, viel wichtiger ist, als unsere Exporte, austrocknet. Das Austrocknen macht sich bemerkbar in zunehmenden Unternehmensinsolvenzen und geringeren Verbrauchssteuer-Einnahmen des Staates (MwSt). In einen Binnenmarkt, der austrocknet, investiert ein Unternehmer nicht, will heißen, statt seine Geldsäcke für Investitionen zu öffnen, führt er sein Geld lieber an der Börse Gassi. Das ist für den Reichen im neoliberalen Geldwunderland gewinnträchtiger, falls es nicht gerade mal wieder zu einem Börsencrash kommt.

    Vom Austrocknen unserer Sozialkassen aufgrund der geringen Lohnzahlungen will ich erst gar nicht reden, dafür ist jetzt kein Platz.

    Ich hoffe, Dir im Groben erklärt zu haben, warum die Unternehmer in den letzten Jahren so unverschämt reich geworden sind und vor allem, auf wessen Kosten. Sollte ich während dieses holzschnittartigen Abrisses Unsinn geschrieben haben, wird mich Dr. Jahnke dankenswerterweise korrigieren.

    Mit lieben Grüßen

    Gaby

    • Rudy sagt:

      Hallo Gaby,
      danke für die ausführliche Beantwortung meiner Anfrage.Kann ich fast ausnahmslos zustimmen.
      Vielleicht war Herr Dr.Jahnke damit auch etwas überfordert.
      Diese ganze Malaise haben wir nun ausgerechnet der bis dahin noch sozialen SPD nach ihrem Umzug nach Berlin zu verdanken. Das war ein bis dahin noch gänzlich unbekanntes Verständniss von “notwendigen Reformen” also Schröders Agenda 2010 die von Beratern wie Hartz,mc kinsey und Berger aufgesetzt wurde.
      Steinmeier schwadroniert heute noch von deren grosser Bedeutung für die abnehmende Arbeitslosenquote etc.

      Nur nach meiner Ansicht hätte der abrupte Anstieg der Unternehmen und Vermögeneinkommen theorethisch schon kurz nach 2000 erfolgen müssen da zu dieser Zeit bereits die Spitzen und Unternehmersteuern gesenkt wurden.
      In der Rückschau ging es uns zumindest finanziell gar nicht so schlecht während der Kohlära und der guten alten D-Mark.
      mfg
      Rudy

  6. Gaby sagt:

    Guten Abend, Rudy und mitlesende Diskutanten,

    ich habe viele Stunden nicht in dieses Forum geschaut, weil ich beruflichen Ärger hatte, der mich sehr erregte und mein Ehegatte von einer längeren beruflichen Frankreich-Montage endlich nach Hause gekommen ist, was mich davon ablenkte, einen Blick in dieses Forum zu tun. Erst jetzt lese ich Deinen Kommentar, Rudy und ich bin entsetzt!

    Dr. Jahnke zu unterstellen, er sei mit der Antwort auf Deine Frage überfordert gewesen, empfinde ich, ehrlich gesagt, als Frechheit und schäme mich für Dich. Ich empfehle Dir das Studium der gesamten Website Dr. Jahnkes. Da werden Dir die Augen und Dein Verstand klingeln!!!! Aber Hallo!

    Es war, wenn man in die deutsche Geschichte schaut, noch nie Verlass auf die Linken, also die SPD und die Gewerkschaften, gewesen. Seit 1848 reden die Linken zwar von einer Welt jenseits des Kapitalismus, aber sie haben die Emanzipation nie geschafft, weil es ihnen letztendlich stets wichtiger war, von der herrschenden Klasse ernst genommen zu werden, statt sich von ihr zu lösen. Für dieses Ernstgenommenwerden haben sie immer wieder ihre antikapitalistischen Ideale verraten, waren immer wieder froh, wenn sie gnädigst ein bisschen “sociales Oel”, wie es Bismarck nannte, erhielten, denn mit diesem Öl hielten sich die kapitalistischen Peitschenschläge besser aus!

    Die Regierung Schröder, also Rot und Grün, zeigte nur wieder, wie rasch sich politisch links gerichtete Geister dem Kapital unterordnen. Das ist der Grund, warum Die Linke auch niemals eine Partei sein wird, die den Menschen Gutes beschert, sondern sie nur noch tiefer hinein führt in die Knochenmühlen des Kapitalismus.

    Wie es funktioniert, seine Ideale zu verraten, hat uns die politisch schwarze Bundeskanzlerin Merkel sehr schön gezeigt. Sie warf den konservativen Wert der Aufrichtigkeit über Bord, nur um den Stimmenfänger Guttenberg zu behalten. Seither wissen wird, dass politisch Schwarz nur der ist, der beim Lügen nicht rot wird.

    Genauso haben es die politisch Linken immer gehalten seit 1848. Schröder setzte dem Schutthaufen des kapitalistischen Verrats an der Menschlichkeit nur das Sahnehäubchen auf. Mehr nicht, aber auch nicht weniger!

    Beste Grüße

    Gaby

  7. Heiner sagt:

    Gaby:zu: Schröder=Schutt und das Sahnehäubchen erhielt er von Maschmeyer!:zum K…..!
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,748892,00.html
    MfG

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