global news 2263 08-01-11: Weil die Exportkonzerne in Berlin das Sagen haben, muß der deutsche Steuerzahlen jetzt für den Euro durch die Nase blechen, und das gleich dreimal
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global news 2263 08-01-11: Weil die Exportkonzerne in Berlin das Sagen haben, muß der deutsche Steuerzahlen jetzt für den Euro durch die Nase blechen, und das gleich dreimal
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Guten Tag in die Runde,
es stimmt. Bereits vor fünf Jahren hat Dr. Jahnke auf diese möglicherweise eintretende, unglückliche europäische Entwicklung hingewiesen; auch in seinem Buch “Falsch globalisiert”, Kapitel 17 “Wirtschaftskriege in Europa”, 2006.
Roubini soll laut Spiegel-Online allerdings auch gesagt haben: “Im europäischen Interesse sollte Deutschland daher alles tun, um das Wachstum zu stärken – im eigenen Land und in Europa. Deutschland sollte seinen strengen Sparkurs aufschieben.”
Damit meint der Ökonom vermutlich, dass Deutschland seine Exporte per Lohn- und Unternehmens-Steuererhöhungen verteuern soll, eine Maßnahme, die unseren Nachbarn dringend notwendige Exportvorteile verschaffen könnte und eine Maßnahme, die den deutschen Binnenmarkt vielleicht stärken würde. Vielleicht deshalb, weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass die verunsicherten Deutschen ein Mehr an Lohn eher auf’s Sparbuch tun, statt das Geld auszugeben und somit inländische Arbeitsplätze zu stabilisieren.
Logisch, dass unsere Exportbranche aufjault vor Entsetzen, ob solch vernünftiger Vorschläge, schließlich “müssen” wir uns ja gegenüber dem ökonomischen Falschspieler China als wettbewerbsfähig erweisen und das bedeutet im global existierenden Neoliberalismus, dass die chinesische Ökonomie von unseren eigenen Leuten seit Jahren wie ein brachialer Hebel benutzt wird, deutsche Löhne und Unternehmenssteuern immer weiter zu drücken, damit die erwünschten Gewinne der exportierenden Unternehmer erhalten bleiben.
Diese Maßnahme schlägt nun wieder auf unsere europäischen Nachbarn zurück, die sich dem Sparwahn der Deutschen kaum erwehren können, ja, schlimmer noch, mittlerweile durch EU- und IWF-Auflagen gezwungen werden, denselben barbarischen Weg in den Kollaps der Modernisierung mitzugehen. Diesen ökonomischen Kannibalismus nennt man, vornehmer ausgedrückt, Wirtschafskrieg. Ein Krieg, der (noch) nicht mit militärischen Waffen, sondern mit dem Einsatz ökonomischer Mechanismen geführt wird.
In einem solch spannungsgeladenen Klima der drohenden sozialen Verelendung, die jedem rigorosem, staatlichem Sparkurs folgt, in einem solchen durchschnittsbürgerlichen Biotop menschlicher Ängste, Verunsicherungen und Depressionen, wächst die Sehnsucht nach Utopia, wächst die Sehnsucht nach einer sozial gerechteren Welt. Es wachsen aber auch Intoleranz, Egoismus und Rassismus auf der Grundlage wiedererstarkendem Sozialdarwinismus im rechtsextremen Sinne.
Wenn unsere deutschen Politiker nicht endlich ökonomische Vernunft annehmen und unter anderem den Blick nach Nordeuropa richten und sich zu fragen beginnen, wie und warum die Skandinavier und Dänen dem Wettbewerbsdruck der Globalisierung sozial ausgeglichen trotzen, dem sie ja genauso ausgesetzt sind, wie die Deutschen, wenn hier kein Umdenken seitens unserer Politiker stattfindet, fliegen uns allen die letzten Reste der sozialen Marktwirtschaft, fliegt uns gar die Demokratie um die Ohren und wir alle werden in ein schwarzes Loch schauen, das sich als unsere unbekannte Zukunft erweisen wird.
Schönen Sonntag,
Gaby
Und die Sparpolitik mit Deutschland vorneweg ist auch der falsche Weg:
http://www.sueddeutsche.de/geld/weltkonjunktur-sparen-auf-die-gefaehrliche-art-1.1044258
MfG