Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Freitag, 7. Januar 2011 um 9:26 pm und eingeordnet unter Uncategorized. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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Lieber Hr. Dr. Jahnke,
ich mag die nachdenkseiten und ich lese auch auf ihrer Seite mit grossem Interesse seit 2006. Ihr Disput mit Albrecht Müller, über die Natur des Phänomens oder nur der Begrifflichkeit “Globalisierung”, ist mir also einigermaßen bekannt. Ob Globalisierung nun ein qualitativ neues oder, “nur” ein quantitativ gesteigertes Erscheinungsbild des Kapitalismus ist, stellt für meine Wenigkeit eher eine Marginalie dar. Die realen Auswirkungen dieses Prozesses werden sowohl bei Ihnen, als auch bei Albrecht Müller sehr anschaulich vor Augen geführt. Während Ihr Schwerpunkt auf den ökonomischen Aspekten und Mechanismen liegt, steht in den NDS die politische Betrachtungsweise im Vordergrund. Das ergänzt sich eigentlich sehr gut! Alfred Müllers Theorien und Thesen zu medialer Meinungsmanipulation sind einleuchtend und auch Sie weisen ja gern auf manchen manipulativen SPIEGEL- Artikel hin. Müllers Ausspruch vom “alten Hut Globalisierung” bezieht sich in erster Linie darauf, das Medien und Politik zur Rechtfertigung von sozialem Kahlschlag (Reform) und der Freigabe des öffentlichen Vermögens zur Plünderung durch “Investoren” (Privatisierung), sowie dem Schleifen von Kontrollen im Wirtschafgtsleben (Deregulierung), immer wieder gern, diese unheimliche, quasi aus dem Nichts entstandene “Globalisierung” im Mund führen… -als Kampfbegriff, der nichts erklärt aber scheinbar alles Begründet. Globalisierung wurde gemacht… -wie und wer das warum tat, erleutert Naomi Kleins “Schockstrategie”, meines Erachtens am besten. Und aus deren Erkenntnissen kann nur folgen, das es tiefgreifender Veränderungen vor allem in den ökonomischen Machtverhältnissen bedarf… -wie man das Kind auch immer nennen will, -bei einigen heißt es eben Kommunismus. Und ich denke, man wird diesen Begriff in einer wirklich linken Partei auch benutzen dürfen. Wenn dann etablierte Parteikläffer im Verbund mit Mainstreamschreibern laut “Stalinismus” schreien, ist das natürlich keine Überraschung… -ebensowenig, wie es autoritäre und intolerante Menschen auch in der “linken Szene” gibt!
Schöne Grüsse V.H.
Nein, es geht hier nicht nur um die Begrifflichkeit eines Phänomens Globalisierung, sondern um dessen sehr praktische Konsequenzen. Nach Albrecht Müller sind wir mit der Globalisierung schon in seinen Zeiten im Bundeskanzleramt in den 70er Jahren fertig geworden und sei das nur ein alter Hut, vor dem man keine Sorgen haben müsse (weswegen er mir Panikmache vorwarf). Da kam von ihm sehr lange Zeit und auch jetzt noch nie z.B. ein böses Wort über China-Dumping oder die Rolle, die gerade China im neoliberalen Kapitalismus per Verlagerung zugewiesen wurde. Nie ein böses Wort (bis es zu spät war) über die Folgen der Totalliberalisierung der Finanzströme und die sich aufbauenden enormen Verwerfungen. Auch die Finanzkrise war für Müller nicht das Ergebnis einer neoliberalen Globalisierung mit einer immer einseitigen Zusammenballung der Vermögen, sondern das einfache Ergebnis von Spekulation. Daß das mit Multiplikator eingesetzte Kapital irgendwoher gekommen sein mußte, nämlich aus dem immer einseitigeren Reichtum (und den Überschüssen der Top-Gäubigerländer, vor allem China), hat er nie akzeptiert. Ich gehöre in meinen Befürchtungen in die Nähe von Attac, Müller war davon weit weg und ist es wohl immer noch.
Gerade die von Ihnen zitierte Noami Klein zeigt, welch total neue Qualität die Globalisierung in der durch die Chicago School ausgelösten neoliberalen Phase angenommen hat. Das hat mit der guten alten Globalisierung der 70er Jahre nichts mehr zu tun. Alle Zahlenreihen zeigen die total neue Qualität, wobei Quantität in Qualität umschlägt. Zeigen, wie nun Arbeitsplätze um den Globus herum immer mehr dorthin geschoben werden, wo die sozialen Bedingungen die schlechtesten und die Gewerkschaften die schwächsten sind, oder wie in China gleich dem Staat gehören.
Sie verkleistern mir diesen ganz grundsätzlichen Dissenz viel zu sehr. Und wer da noch von Kommunismus träumen will, hat den Lauf der Geschichte schon gar nicht begriffen und spaltet nur die linken Kräfte, die ohnehin wenig Konsistenz zeigen und keinerlei Honig aus der seit den 30er Jahren schwersten Krise des Kapitalismus saugen konnten.
Ich bin also ganz und gar nicht ihrer Meinung. Trotzdem einen schönen Abend.
Noch zu Ihrem “Und aus deren Erkenntnissen kann nur folgen, das es tiefgreifender Veränderungen vor allem in den ökonomischen Machtverhältnissen bedarf… -wie man das Kind auch immer nennen will, -bei einigen heißt es eben Kommunismus. Und ich denke, man wird diesen Begriff in einer wirklich linken Partei auch benutzen dürfen. Wenn dann etablierte Parteikläffer im Verbund mit Mainstreamschreibern laut „Stalinismus“ schreien, ist das natürlich keine Überraschung… -ebensowenig, wie es autoritäre und intolerante Menschen auch in der „linken Szene“ gibt!“ siehe jetzt hier: global news 2262 08-01-11: Zur Diskussion um Gesine Lötzsch: Warum der Traum vom Kommunismus ein Albtraum sein sollte http://www.jjahnke.net/rundbr80.html#2262
nicht jeder, der anderer Meinung ist, ist ein Stänkerer!
Globalisierung ist nicht von vorne herein negativ beladen.
Da ich ja von ihnen in die linke Ecke interpretiert wurde, nehme ich das mal an und versuche aus dieser Position meine Meinung zu erklären.
Globalisierung im positiven Sinn bedeutet für mich Austausch von Erkenntnissen, Kultur, Waren, Fähigkeiten, Talenten etc.
Mir scheint aber, dass Globalisierung im ökonomischen Sinn wohl nur eine Übervorteilung bedeutet.
Wehe dem, der am Ende der Übervorteilte ist!
Mir stellt sich da eine jämmerliche Kleinkarriertheit
der Ökonomie dar, die mit Toleranz und Meinungsvielfalt nichts tun hat.
Ist Ökonomie also nur eine Fallenstellermentalität, die auf Beute aus ist?
Nun dann, braucht man sich keine Mühe mehr zu machen um nach alternativen Möglichkeiten des Zusammenlebens zu suchen.
Gesellschaftspolitisch versagt die Ökonomie und bringt keine realisierbaren Konzepte zustande, außer menschenverachtender Selektierungen.
Ist die Ökonomie folglich nur ein Betrugs-Szenario zwecks Profitmaximierung ohne verbindliche Wahrheiten?
Wenn von Seiten der Ökonomen der Glaube an das Gute im Menschen herablassend belächelt wird und als Naivität bezeichnet wird, wieso erwarten diese dann von den naiven Menschen, dass sie irgendwelchen ökonomischen “Erkenntnissen” trauen?
Eins habe ich gelernt, die Ökonomie zerstört jede menschliche Gemeinschaft und deshalb ist denen gegenüber Vorsicht geboten.
Wo habe ich denn gesagt, das jeder der anderer Meinung ist, ein Stänkerer sei? Ich habe nur ein sehr konkretes Beispiel gebracht, sonst gar nichts. Im Übrigen verstehe ich Ihre Ansichten zur Globalisierung und zur Ökonomie leider nicht. Vielleicht wollen Sie auch meine Antwort an Volker Hamburg lesen.
Lieber Hr. Dr. Jahnke,
ich mag die nachdenkseiten und ich lese auch auf ihrer Seite mit grossem Interesse seit 2006. Ihr Disput mit Albrecht Müller, über die Natur des Phänomens oder nur der Begrifflichkeit “Globalisierung”, ist mir also einigermaßen bekannt. Ob Globalisierung nun ein qualitativ neues oder, “nur” ein quantitativ gesteigertes Erscheinungsbild des Kapitalismus ist, stellt für meine Wenigkeit eher eine Marginalie dar. Die realen Auswirkungen dieses Prozesses werden sowohl bei Ihnen, als auch bei Albrecht Müller sehr anschaulich vor Augen geführt. Während Ihr Schwerpunkt auf den ökonomischen Aspekten und Mechanismen liegt, steht in den NDS die politische Betrachtungsweise im Vordergrund. Das ergänzt sich eigentlich sehr gut! Alfred Müllers Theorien und Thesen zu medialer Meinungsmanipulation sind einleuchtend und auch Sie weisen ja gern auf manchen manipulativen SPIEGEL- Artikel hin. Müllers Ausspruch vom “alten Hut Globalisierung” bezieht sich in erster Linie darauf, das Medien und Politik zur Rechtfertigung von sozialem Kahlschlag (Reform) und der Freigabe des öffentlichen Vermögens zur Plünderung durch “Investoren” (Privatisierung), sowie dem Schleifen von Kontrollen im Wirtschafgtsleben (Deregulierung), immer wieder gern, diese unheimliche, quasi aus dem Nichts entstandene “Globalisierung” im Mund führen… -als Kampfbegriff, der nichts erklärt aber scheinbar alles Begründet. Globalisierung wurde gemacht… -wie und wer das warum tat, erleutert Naomi Kleins “Schockstrategie”, meines Erachtens am besten. Und aus deren Erkenntnissen kann nur folgen, das es tiefgreifender Veränderungen vor allem in den ökonomischen Machtverhältnissen bedarf… -wie man das Kind auch immer nennen will, -bei einigen heißt es eben Kommunismus. Und ich denke, man wird diesen Begriff in einer wirklich linken Partei auch benutzen dürfen. Wenn dann etablierte Parteikläffer im Verbund mit Mainstreamschreibern laut “Stalinismus” schreien, ist das natürlich keine Überraschung… -ebensowenig, wie es autoritäre und intolerante Menschen auch in der “linken Szene” gibt!
Schöne Grüsse V.H.
Warum sollen Sie Nachdenkseiten nicht mögen?
Nein, es geht hier nicht nur um die Begrifflichkeit eines Phänomens Globalisierung, sondern um dessen sehr praktische Konsequenzen. Nach Albrecht Müller sind wir mit der Globalisierung schon in seinen Zeiten im Bundeskanzleramt in den 70er Jahren fertig geworden und sei das nur ein alter Hut, vor dem man keine Sorgen haben müsse (weswegen er mir Panikmache vorwarf). Da kam von ihm sehr lange Zeit und auch jetzt noch nie z.B. ein böses Wort über China-Dumping oder die Rolle, die gerade China im neoliberalen Kapitalismus per Verlagerung zugewiesen wurde. Nie ein böses Wort (bis es zu spät war) über die Folgen der Totalliberalisierung der Finanzströme und die sich aufbauenden enormen Verwerfungen. Auch die Finanzkrise war für Müller nicht das Ergebnis einer neoliberalen Globalisierung mit einer immer einseitigen Zusammenballung der Vermögen, sondern das einfache Ergebnis von Spekulation. Daß das mit Multiplikator eingesetzte Kapital irgendwoher gekommen sein mußte, nämlich aus dem immer einseitigeren Reichtum (und den Überschüssen der Top-Gäubigerländer, vor allem China), hat er nie akzeptiert. Ich gehöre in meinen Befürchtungen in die Nähe von Attac, Müller war davon weit weg und ist es wohl immer noch.
Gerade die von Ihnen zitierte Noami Klein zeigt, welch total neue Qualität die Globalisierung in der durch die Chicago School ausgelösten neoliberalen Phase angenommen hat. Das hat mit der guten alten Globalisierung der 70er Jahre nichts mehr zu tun. Alle Zahlenreihen zeigen die total neue Qualität, wobei Quantität in Qualität umschlägt. Zeigen, wie nun Arbeitsplätze um den Globus herum immer mehr dorthin geschoben werden, wo die sozialen Bedingungen die schlechtesten und die Gewerkschaften die schwächsten sind, oder wie in China gleich dem Staat gehören.
Sie verkleistern mir diesen ganz grundsätzlichen Dissenz viel zu sehr. Und wer da noch von Kommunismus träumen will, hat den Lauf der Geschichte schon gar nicht begriffen und spaltet nur die linken Kräfte, die ohnehin wenig Konsistenz zeigen und keinerlei Honig aus der seit den 30er Jahren schwersten Krise des Kapitalismus saugen konnten.
Ich bin also ganz und gar nicht ihrer Meinung. Trotzdem einen schönen Abend.
Noch zu Ihrem “Und aus deren Erkenntnissen kann nur folgen, das es tiefgreifender Veränderungen vor allem in den ökonomischen Machtverhältnissen bedarf… -wie man das Kind auch immer nennen will, -bei einigen heißt es eben Kommunismus. Und ich denke, man wird diesen Begriff in einer wirklich linken Partei auch benutzen dürfen. Wenn dann etablierte Parteikläffer im Verbund mit Mainstreamschreibern laut „Stalinismus“ schreien, ist das natürlich keine Überraschung… -ebensowenig, wie es autoritäre und intolerante Menschen auch in der „linken Szene“ gibt!“ siehe jetzt hier: global news 2262 08-01-11: Zur Diskussion um Gesine Lötzsch: Warum der Traum vom Kommunismus ein Albtraum sein sollte http://www.jjahnke.net/rundbr80.html#2262
Sehr geehrter Herr Dr. Jahnke,
nicht jeder, der anderer Meinung ist, ist ein Stänkerer!
Globalisierung ist nicht von vorne herein negativ beladen.
Da ich ja von ihnen in die linke Ecke interpretiert wurde, nehme ich das mal an und versuche aus dieser Position meine Meinung zu erklären.
Globalisierung im positiven Sinn bedeutet für mich Austausch von Erkenntnissen, Kultur, Waren, Fähigkeiten, Talenten etc.
Mir scheint aber, dass Globalisierung im ökonomischen Sinn wohl nur eine Übervorteilung bedeutet.
Wehe dem, der am Ende der Übervorteilte ist!
Mir stellt sich da eine jämmerliche Kleinkarriertheit
der Ökonomie dar, die mit Toleranz und Meinungsvielfalt nichts tun hat.
Ist Ökonomie also nur eine Fallenstellermentalität, die auf Beute aus ist?
Nun dann, braucht man sich keine Mühe mehr zu machen um nach alternativen Möglichkeiten des Zusammenlebens zu suchen.
Gesellschaftspolitisch versagt die Ökonomie und bringt keine realisierbaren Konzepte zustande, außer menschenverachtender Selektierungen.
Ist die Ökonomie folglich nur ein Betrugs-Szenario zwecks Profitmaximierung ohne verbindliche Wahrheiten?
Wenn von Seiten der Ökonomen der Glaube an das Gute im Menschen herablassend belächelt wird und als Naivität bezeichnet wird, wieso erwarten diese dann von den naiven Menschen, dass sie irgendwelchen ökonomischen “Erkenntnissen” trauen?
Eins habe ich gelernt, die Ökonomie zerstört jede menschliche Gemeinschaft und deshalb ist denen gegenüber Vorsicht geboten.
freundliche Grüße
HaH
Wo habe ich denn gesagt, das jeder der anderer Meinung ist, ein Stänkerer sei? Ich habe nur ein sehr konkretes Beispiel gebracht, sonst gar nichts. Im Übrigen verstehe ich Ihre Ansichten zur Globalisierung und zur Ökonomie leider nicht. Vielleicht wollen Sie auch meine Antwort an Volker Hamburg lesen.