Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Montag, 29. November 2010 um 9:40 pm und eingeordnet unter Kri, soz. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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Hallo an alle bzw. Herr Jahnke,
Zur Prognose, dass das Sparkapital in den naechsten Jahren weiterhin enorm wachsen wird, fehlt mir die Phantasie mir vorzustellen wie das Geschehen kann.
Sicher werden die Banken sich nicht schwer tun neue hochspekulative Produkte zu erfinden und zu verkaufen.
Aber bei der gespannten Haushaltskassen der Staaten (USA, EU, Afrika u.a.) der privaten Haushalte und vieler Firmen, kann ich mir nicht so recht vorstellen wie und wo man da noch jahrelang etwas herauspressen will.
Auch eine Zitrone kann man nur solange auspressen wie Saft drin ist. Und woher soll der kommen.
Im Moment wandern sehr grosse Mengen des Sparkapitals in die noch boomenden Volkswirtschaften Asiens. Nur hat nun China in der letzten Woche nicht nur mit Russland sondern auch schon mit Indien eine Waehrungskonvergenz beshlossen. Das heistt der Dollar und der Euro werden im internationalen Handel immer weniger wichtig.
Wo will das Sparkapital weiter noch Jahre seine Renditen herauspressen?
Können oder wollen sich die Asiaten (Regierungen) nicht wehren gegen das hereinströmende Anlagekapital, das ja mit Zins und Rendite belohnt werden will?
Kann es wirklich noch ein paar Jahre dauern, bis das Kartenhaus den naechsten Tsunamie erlebt?
Wie schon gesagt mir fehlt die Phantasie. Vielleicht fehlt sie ja einem Lesern hier nicht?
Mfg
Elfi
Es geht hier einfach um den Effekt einer sehr ungleichen Einkommensverteilung, der das Sparkapital bei denen aufbaut, die es nur zu kleinen Teilen noch konsumieren können, weil sie schon alles haben, was man sinnvoll oder sinnlos kaufen kann.
Hallo an Alle,
nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Denn leider habe ich immer Phasen, in denen, ich es leid bin, auf die Lügen der Politiker und der Medien einzugehen.
Der Inhalt Ihres Beitrags, Herr Dr. Jahnke, hat mich jedoch wieder wach gerufen.
Wider besseres Wissen und trotz obligatorischer Aufklärungsarbeit der Politiker und der Medien – sie alle leben von Steuergeldern, wurden an steuerfinanzierten Hochschulen ausgebildet, oder besitzen einen steuerfinanzierten Arbeitsplatz (für die Schaffung eines Arbeitsplatzes gibt es Subventionsmöglichkeiten) – werden exklusiv nur die egozentrischen Interessen der sogenannten Eliten bedient.
Es wird politischerseits dafür gesorgt, dass sich Unmengen von Kapital ansammeln – (un)natürlich, hierarchisch nach oben und konsequenterweise muss im Umkehrschluss ein Mangel an Kapital an anderer Stelle entstehen, ein Mangel, der immense sozialpolitische Auswirkungen hat, aber neoliberal nicht verantwortet wird, denn soziale Verantwortung passt nicht in das neoliberale Wachstums- und Bereicherungskontinuum.
Folglich muss es, bei einer erneuten Zuspitzung der Kapitalakkumulation an wenigen Stellen, zu der nächsten Krise kommen.
So drängt sich mir der Gedanke auf, dass, im kapitalistischen Spiel, nur die Krise ein verlässliches Fixum ist.
Die Unbeteiligten müssen ausbaden, was die Spielteilnehmer initiiert und sich in volkswirtschaftlich-verantwortungsloser Weise ausgedacht haben.
Da ja, etliche Spielteilnehmer von diesen Krisen profitieren, scheint die Krise zum Spiel zu gehören und ich nenne das: Betrug an der Gesellschaft.
Meiner Meinung nach, sollte man solche elitären „Personifizierungsformen“ als das bezeichnen, was sie sind, nämlich: Sie sind unsozial, inhuman, skrupellos und dezisiv egozentrisch, aber nicht geeignet, die Ökonomie einer Gesellschaft zu bestimmen, weil sie die Negativauswirkungen auf die Gesellschaft leugnen, dafür nicht haften müssen und noch dazu, feudal entlohnt werden.
auch auf die Gefahr, dass ich Euch nerve, will ich an dieser Stelle wieder einmal Erich Fromm aus seinem Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ zitieren und zwar von Seite 168. Dieses Buch erschien erstmals 1955.
„Es ist eine der fundamentalen Veränderungen der letzten fünfzig Jahre, dass sich in allen westlichen Ländern das Prinzip durchgesetzt hat, dass jeder Bürger ein gewisses Minimum an materieller Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter haben soll. Während man dies jedoch prinzipiell akzeptiert, sind doch noch viele Unternehmer heftig dagegen und bekämpfen erbittert seine immer weitergehende Anwendung; sie sprechen verächtlich vom „Wohlfahrtsstaat“, der die private Initiative und den Unternehmergeist abtöte, und während sie die sozialen Sicherheitsmaßnahmen attackieren, behaupten sie, für die Freiheit und Initiative des Arbeiters einzutreten.
Dass ihre Argumente nichts weiter sind als bloße Rationalisierungen, zeigt sich daran, dass dieselben Leute keine Bedenken haben, die wirtschaftliche Sicherheit als eines der Hauptlebensziele zu preisen. Man braucht nur die Anzeigen der Versicherungsgesellschaften zu lesen mit ihren Versprechungen, ihre Kunden von allen Unsicherheiten zu befreien, die durch Unfall, Tod, Krankheit, Alter und so weiter eintreten könnten, und man wird merken, welch wichtige Rolle das Ideal wirtschaftlicher Sicherheit für die Begüterten spielt.
Welche Sinn könnte etwa das Sparen haben, wenn es nicht der wirtschaftlichen Sicherheit diente? Dieser Widerspruch zwischen der Verurteilung des Strebens nach Sicherheit unter der Arbeiterschaft und dem Lob des gleichen Zieles bei den höheren Einkommensklassen ist wieder einmal ein Beispiel für die unbegrenzte Fähigkeit des Menschen, widersprüchliche Meinungen zu haben, ohne auch nur einen schwachen Versuch zu unternehmen, sich über diesen Widerspruch klar zu werden.“
Fazit: Die Verächter des Wohlfahrtsstaates haben eindeutig gewonnen! Unsere gegenwärtigen sozialen wie wirtschaftlichen Ungleichgewichte sind bewußt herbei geführt worden. Wo kämen unsere lieben Unternehmer auch hin, wenn der Durchschnittsmensch die Freiheit besäße, sich seine Arbeit und den gezahlten Lohn aussuchen zu können? Da ist es doch besser, für eine angemessene Sockelarbeitslosigkeit zu sorgen und Löhne zu zahlen, von denen die Menschen zunehmend nicht mehr leben können. Nur so kann man die Menschen zwingen, Jobs anzunehmen, die mit weniger als 5 Euro brutto/Std. entlohnt werden.
Und die gegenwärtig zunehmende Verunsicherung der Massen trägt überdies zum Wohlergehen unserer privaten Versicherer bei, denn jeder, der noch irgendwie kann, versichert sich gegen die zu befürchtenden Schicksalsschläge des Lebens, weil der Staat sich zunehmend aus der Wohlfahrt zurück zieht.
Was Erich Fromm den Unternehmern vorhält, nämlich ihre unbegrenzte Fähigkeit, widersprüchliche Meinungen zu vertreten, gilt meines Erachtens gleichermaßen für die breite Masse unseres Volkes. Und solange sich das Volk nicht einig ist in dem, was es politisch, sozial und wirtschaftlich will, so lange werden wir putzig dumme Spielbällchen der Reichen und ihrer Märkte sein.
Erich Fromm hat in dem erwähnten Buch auf Seite 23 noch etwas Bemerkenswertes hinterlassen:
„Man kann ganze Völker oder Gesellschaftsgruppen lange Zeit unterjochen und ausbeuten, aber sie werden reagieren. Sie reagieren mit Apathie oder mit einer derartigen Beeinträchtigung ihrer Intelligenz, Initiative und ihrer Fertigkeiten, dass sie allmählich ihre Funktionen im Dienst ihrer Beherrscher nicht mehr erfüllen. Oder sie reagieren mit einer solchen Anhäufung von Hass und Destruktivität, dass sie sich schließlich mitsamt ihren Beherrschern und ihrem System selbst vernichten. Aber ihre Reaktion kann auch in einer solchen Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit bestehen, dass sie mit ihren schöpferischen Impulsen eine bessere Gesellschaft aufbauen.“
Ja, hallo, auch.
Meiner Meinung nach wird schon mit den Worten an sich Schindluder getrieben. Was ist denn »Sparen«? Heißt das nicht, daß der »kleine Mann« (resp. die kleine Frau) sich ihr mühsam Erarbeitetes vom Munde abspart, um es dann auf die Kasse zu schaffen? Und dann gleich rund ein Sechstel vom Verdienst? 2 Monatslöhne pro Jahr? Mit verlaub – ich kenne zwar nicht viel Leute hier und da, aber ich kenne keinen, der sich das überhaupt leisten könnte!
Werden wir hier nicht wieder für blöd verkauft? Sind es nicht die Geldsäcke, denen die Kapitalanlagen zu unsicher sind und die mit dem konventionellen Sparen auf Nummer sicher gehen wollen? Ich denke, da wird eher ein Schuh draus, oder?
Doch, was gibt es da zu feiern, wenn die Geldsäcke sich noch ein Sechstel mehr auf die Kante legen können, was in der Wirtschaft dann real am Umlauf fehlen wird? Da ist – wie Herr Jahnke das wie immer brilliant herausgearbeitet hat – die nächste, dann aber richtige Krise vorprogrammiert! Und richtig lustig wird es dann, wenn die Betriebe schließen müssen, weil sie keinen Absatz mehr haben, die leute entlassen, dann zur Regierung laufen, Moneten erbetteln, die wieder auf die Kante legen… usf. Und es kommt keine richtige Laune auf, weil keiner mehr was kaufen kann, denn die Produktion wird eh ins Ausland verlegt, wo es ja dann um sooooo viiiiiiiiiel billiger wieder eingekauft werden kann…
Sparen heißt Konsumverzicht. Kosumverzicht führt, wie uns bereits Bernard Mandeville 1714 in seiner „Bienenfabel“ beschrieb, zur kompletten Austrocknung des Binnenmarktes, so dass die Unternehmer gezwungen sind, sich in den Export zu stürzen, gar ganze Länder zu kolonialisieren, um ihre Waren loszuschlagen.
Zur Austrocknung des Binnenmarktes tragen die Superreichen ebenso wenig bei, wie zu seiner Bewässerung. Das wissen wir seit 1714. Wer bereits alles hat, gibt kaum Geld aus; für reiche Menschen bedeutet Sparen nicht Konsumverzicht, sondern Akkumulation des Geldes und das Geld sucht Anlagemöglichkeiten – Geld will/muss Junge (Zinsen/Dividenden) kriegen.
Die Agitatoren eines fröhlich brummenden Binnenmarktes sind die einfachen Bürgerinnen und Bürger eines Landes. Und weil das so ist, ist es kompletter Quatsch, dass die großzügige deutsche Arbeitslosenhilfe am 1. Jan. 2005 in das geizige Hartz-IV umgewandelt wurde. Ebensolcher Schwachsinn ist, Leiharbeit, Zeitarbeit, 1-Euro- und 400-Euro-Jobs entworfen zu haben, ohne das Netz eines üppigen (!) Mindestlohns einzuziehen.
Ich habe nur einen winzigen geistig-ökonomischen Horizont, aber soweit mir bekannt ist, hat allein John M. Keynes die „Bienenfabel“ ernst genommen und unter anderem aus dieser Mahnung seine „Allgemeine Theorie“ konstruiert. Soweit mir bekannt ist, war Keynes der erste Ökonom, der sich strikt gegen das allgemeine bürgerliche Sparen und in Krisenzeiten gegen das staatliche Sparen wandte. Als die westliche Welt nach dem 2. Weltkrieg die materiellen und sozialen Scherben zusammenkehrte und zumindest teilweise die Wirtschaftsrezepte Keynes ausprobierte, ging es der Mehrheit der Menschen der westlichen Welt urplötzlich blendend. Sie erlebten einen nie gekannten persönlichen Reichtum!
In diese Zeit, den keynesianischen Sommer des Kapitalismus, der sich ungefähr zwischen 1950 und 1975 abspielte, bin ich hineingeboren worden und habe erfahren, wie schön es ist, nach Herzenslust konsumieren zu dürfen und sich keine Sorgen um die Zukunft machen zu müssen. Der deutsche Vater Staat war enorm sozial und so gut wie jedermann/frau fand in ihm eine Zukunft, die es ermöglichte, dass die Kinder reicher wurden als ihre Eltern. Mir und meinem Mann ist dieses Glück beschieden. Als wir jung waren, hat der Arbeitsmarkt uns mit offenen Armen empfangen und wir verdienten 20 Jahre lang gutes Geld so das wir jährlich mehr als zwei Monatsgehalte zurück legen konnten für besondere Gelegenheiten.
Selbst der doofe Michael, den ich von der Grundschule kannte, der in Diktaten immer 30 Fehler machte und nicht rechnen konnte, den traf ich späterdings regelmäßig, also viele, viele Jahre mener Entwicklng später beim TOOM-Markt, Einkaufswagen zusammenschieben. Er verdiente in 1985 stattliche 1.200 DM brutto. Davon konnte der dumme Michael satt und gesund seine kleine Familie (Frau und Tochter) ernähren und er empfand es nicht als Demütigung, täglich Einkaufswagen zusammenzuschieben und in den Laden zurück zu bringen. Sein Job war wichtig, sonst hätten die Leute ja keine Einkaufswagen im Laden gehabt.
Heute erledigen Münzen seinen Job. Wir schieben selbst unsere Einkaufswagen auf den Wagenparkplatz zurück, um den einen Euro zurück zu bekommen, den die Leihe des Einkaufswagens kostet. Michael, so alt wie ich, ist seit 10 Jahren arbeitslos.
Wenn ich mich heute in meinem Land umsehe, möchte ich jeden Tag in Weinkrämpfe verfallen. Die Jugend ist perspektivlos, mittelalte Leute wie ich haben Angst vor der Zukunft, die heute 25- bis 30jährigen Frauen wollen in dieses Deutschland partout keine Kinder gebären und die Alten sind nicht etwa neidisch auf die Jugend, sondern froh, dass sie schon so alt sind und es geschafft haben, der uns Jungen drohenden Altersarmut entgangen zu sein. Für uns junge Leute haben die Senioren, die ich kenne, keine Hoffnung! Sie bemitleiden uns und geben, wenn sie es können, ihr Geld an jüngere Familienmitglieder ab.
Ist das nicht ein trauriges Deutschland geworden?! Und noch viel schlimmer ist mir, dass die BürgerInnen der DDR einst friedlich und noch sehr viel hoffnungsfroher die Mauer niederrissen in der Gewissheit auf ein besseres Leben. Ich habe ihnen dieses bessere Leben aus vollem Herzen gegönnt und wusste damals gar nicht, dass die Bundesrepublik Deutschland längst auf neoliberalen Pfaden schleicht. Aus meiner Zuversicht und dem Glauben an meinen Staat bin ich dummes Blindhuhn erst 2005 erwacht, als Hartz-IV in Kraft trat und ich mich verwundert fragte, was denn eigentlich los ist in dieser Republik. Sowas Grausames wie Harzt-IV kann Deutschland doch nicht machen!!!! Wenn ja, wie vielfach und warum?!
Per Internet-Recherche stieß ich vor Jahren zufällig auf Dr. Jahnkes Webseite, die mir vieles erklärte und noch immer erklärt, was mich aber nicht davon abhielt, Ökonomie nebenher autodidaktisch zu erlernen, aber nicht aus Volkswirtschaftsbüchern, sondern aus unserer Historie – das ist für mich viel aufschlussreicher.
Ja, Rote Socke, ich lese gerne, was Du schreibst und Du, wie alle, die sich hier melden, sind mir wichtig. Gefreut habe ich mich in diesem Thread über den Beitrag von HandaufsHerz und Elfi. Bitte, geht nicht fort! Ihr alle nicht!
Mit sehr herzlichen Grüßen an Euch und Dr. Jahnke,
Da habe ich mal was recht Hübsches zu gelesen. Es war zwar ein Karnevalsbeitrag und ist etwas locker gehalten, aber gibt schon ganz schön zu denken, oder?
hihi, nun weiß ich, wie der Rinderwahnsinn (BSE) entstanden ist. Die Reformen sind Schuld! Um noch mehr Geld aus den Rindern zu schlagen, hat man letztlich auf die Verköstigung des teuren Heus und des minderwertigen Strohs verzichtet und die gutmütigen Vegetarier mit der Fütterung von Tiermehl kannibalisiert. Das Tiermehl stammt natürlich von ihren Artgenossen, denn die gibt es ja so reichlich, dass es eine wahre Plage ist.
Und wie sagte seinerzeit der Fürst zum Bischof? „Halt du sie dumm, ich halt‘ sie arm!“
Es grüßt Euch aus dem warmen Stall ein braves Rindviech namens
mich hat Dein Satz “Bitte geht nicht fort…” bewogen, Dir einige Zeilen zu schreiben.
Ich denke viele, die diese Seiten lesen, sind ständiger Gast. Oft fehlt die Zeit selbst in Net zu serven um auch gute Beitäge zu liefern oder aber die Gedanken so klar zu formulieren, mir geht es zumindest so. Mir helfen alle Beiträge hier, um zu wissen ich bin nicht allein mit meinen Sorgen. Ich würde ebenso alle vermissen.
Deshalb ein kleiner Hinweis von mir. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung bietet in verschieden Orten unserer Republik Vorlesungen, Vorträge kostenlos an. Dort findet meistens auch eine Diskusion statt. Die Stiftung hat eine Web-Seite dort kann man dazu alles finden. Ich habe schon viele dieser Vorträge besucht und bin sehr begeistert. Man trifft auf die verschiedensten Meinungen und Menschen. Die Diskusionen sind sehr aufschlussreich.
Hallo Rote Socke,
Du beschreibst exakt (Teufelskreis) wie die Maschinerie läuft. Irgendwo muß einmal ein Ende sein? Ich denke derzeit ist aber noch soviel Geld im Umlauf, das das Karussell sich noch dreht und das noch eine ganze Weile. Notfalls wird eben cash gedruckt.
Selbst einige Nutznieser dieses Teufelskreises haben die reale Gefahr erkannt und wollen gegensteuern, nur sie dürfen keine höheren Steuern zahlen.
Manchmal erscheint mir die Entwicklung der Gesellschaft in 2 Parallwelten zu verlaufen. Obwohl wir nur eine sind und sich diese auch nicht losgelöst voneinander entwickeln kann.
Ich wünsche allen einen schönen Abend
Viele Grüße Simone
Danke für die Blümchen, Simone!
Kleiner Hinweis von mir: Anfang Januar gibt es die Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin. Ist mir leider etwas zu weit, aber vielleicht kann jemand hingehen. Ist kolossal interessant! Und am Sonntag (09.01.) Kranzniederlegung im Sozialistenfriedhof! Kult!
Und noch ein Hinweis: Geld drucken allein hilft nicht! Die Verteilungsverhältnisse bleiben dabei unverändert, das einzige, was sich ändert, sind die Geldaggregate, aber die haben wirtschaftlich kaum Auswirkungen, zumindest wird davon der Binnenmarkt nicht ein “mü” bewegt!
Guten Abend Simone, guten Abend an alle mitlesenden Frauen,
ich bin sehr froh, dass Du Dich in diesem Thread gemeldet hast. Die Frauen sind mit ihrer Einschätzung der auch sie unmittelbar betreffenden Ökonomie auf dieser Plattform deutlich unterrepräsentiert, wenn ich mir erlauben darf, das aus den Nicknamen der hier Diskutierenden zu erlesen. So ist mir also jede Frau sehr wichtig, die sich hier zu Wort meldet. Gestern habe ich mich sehr gefreut, HandaufsHerz nach langem Schweigen wieder zu lesen. Daher mein Seufzer: „Bitte geht nicht fort.“ Dieser innere Wunsch war und ist an die Frauen gerichtet, die diese Internet-Plattform lesen und den Mut haben, ihre Meinung hier zu äußern.
Rosa Luxemburg lebt in meinem Herzen als eine Frau, die weit mehr Revolutionärin war, als Karl Marx. Karl war, als er seine bis heute unübertrefflich richtigen Kapitalismus-Analysen niederschrieb, bereits viel zu sehr in den Kapitalismus domestiziert, als dass er ihn mit ehrlichem Herzen abschaffen wollte. Das gleiche trifft auf den reichen Dandy John M. Keynes zu, dem zu Recht das Prädikat „Retter des Kapitalismus“ anhaftet, obwohl, das dürfen wir nie vergessen, gerade seine Rezepte Wohlstand für die meisten einfachen Leute bedeutete, als die westlichen Staaten nach dem 2. Weltkrieg den Mut hatten, sie teilweise auszuprobieren.
Die sehr viel weniger verhausschweinte Rosa Luxemburg hat den Kapitalismus stets zur Disposition gestellt; ein Frevel, den wenig später Rudi Dutschke ebenso tat. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden für ihr staats-, also kapitalismusfeindliches Verhalten erschossen; Rudi Dutschke wurde lebensgefährlich angeschossen durch einen Hilfsarbeiter, der sich einst per BILD-Hetze berufen sah, endlich wieder preußische Ordnung in die Bundesrepublik der Studentenunruhen zu bringen. Idiotisch! Mit Gewalt schafft niemand irgendwelche Ordung!
Es ist eine Sache, den Kapitalismus zu analysieren, eine andere ist, den Menschen klar zu machen, in welche Sklaverei sie der Kapitalismus mit seinen künstlichen Konstrukten in Form von Nation und Staat führte und per Gesetze, gar Spar-Reformeifer, gefangen hält. Der analytische Marx war seinerzeit und bis heute weit weniger für unsere Eliten gefährlich als Rosa Luxemburg, die mit drastischen, öffentlich vorgetragenen Worten den Menschen erklärte, in welch’ absurder System-Abhängigkeit sie sich befinden. Deswegen, weil sie den Kapitalismus in Frage stellte, wurden sie und Karl Liebknecht hinterhältig erschossen; den weit weniger staatsgefährlichen Karl Marx ließen unsere Eliten am Leben – der machte ja nichts, der spielte nur.
Es gibt einige kritische Webseiten, aber sie alle, auch die http://www.Nachdenkseiten.de, stellen den Kapitalismus nicht zur Disposition. Sie empfehlen nur Rezepte, sich in dieses abstrakte, per Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft geldgenerierende Monstersystem mit den besten virtuell geschaffenen Gleitmitteln (Wohlstand für alle!) einzufügen. Ich denke, Dr. Jahnkes Webseite ist die bisher kapitalismuskritischste Webseite, die ich bis dato kenne und die selbst die unbequemsten Meinungen im Sinne der real-gelebten Demokratie zulässt, wobei sich der Intitiator, also Dr. Jahnke, sogar selbst jeden Tag zu Wort meldet und Fehleinschätzungen der Mitdiskutanten sofort korrigiert. Für diesen persönlichen Einsatz spreche ich ihm hiermit noch einmal meinen Respekt und meine Dankbarkeit aus.
Simone, es würde mich sehr freuen, mehr von Deinen Gedanken auf dieser Plattform zu lesen. Es würde mich sehr freuen, wenn auf dieser Internet-Plattform ebenso viele Frauen wie Männer ihre Meinung schreiben.
Ich respektiere Meinungsfreiheit. Doch das Infoportal und sein Diskussionsforum kann kein Werbeplatz für Revolutionäre sein (“Rosa Luxemburg lebt in meinem Herzen als eine Frau, die weit mehr Revolutionärin war, als Karl Marx”). Revolutionen stehen immer auch für Blutvergießen. So wurden beim Spartakusaufstand von 1919, den Luxemburg maßgeblich unterstützte, Waffen ausgegeben. Da hilft auch der Zusatz (“Mit Gewalt schafft niemand irgendwelche Ordung!”) nicht. Die Weimarer Republik ist leider unter den Angriffen und Straßenkämpfen von Rechts und Links kaputt gegangen.
@globalnote
Verstehe Ihren Einwurf nicht, Herr Jahnke: Aufgrund u.a. der Erfahrungen, auf die Sie anspielen, wurde ein ganz spezieller Satz in die Präambel der Menschenrechtsdeklaration der UNO aufgenommen, der aber leider von unseren Regierenden nicht beachtet wird. Diese Verkennung der möglichen Gefahren wird – ob wir das hier nun wollen oder nicht – genau diese Gefahren heraufbeschwören. Hoffen wir, daß unsere Regierenden das rechtzeitig erkennen und endlich mal (!) in ihr Handeln einfließen lassen werden. Andernfalls habe ich allerhand Zweifel, ob die Führung der Republik die Umsicht walten lassen wird, wie es seinerzeit die Führung der DDR getan hat, als das System – u.a aufgrund der Verkennung des von mir erwähnten Satzes – dem Untergang entgegen ging.
Sie machen mit Ihrem Einwand die Situation nicht besser. Ich denke, es ist mein Recht, als Verantwortlicher für das Infoportal/Diskussionsportal mich gegen einen aktuellen Bezug auf Revolutionäre zu wenden, die an der Ausgabe von Waffen beteiligt waren. Einen Rosa Luxemburg-Kult, wie er nach einem früheren Beitrag von Ihnen auch Ihnen vorschwebt, wird es auf dem Infoportal nicht geben. Eher schließe ich das Diskussionsportal. Das muß jeder akzeptieren, der hier diskutieren will.
Im Übrigen kann ich auch Ihre Verbindung von Bundesrepublik Deutschland mit der maroden und in die Pleite geschlitterten DDR, in der die von Ihnen angesprochenen Menschenrechte der UN verletzt wurden (zu denen z.B. das allgemeine Wahlrecht gehört), nicht akzeptieren.
Herr Jahnke, der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Wenn der dann bricht, dann mit einem großen Knall und dann werden in Deutschland leider wieder einmal die Laternenmasten für andere Aufgaben genutzt werden.
Sehr geehrter Herr Jahnke, können wir bzw. Sie gerne streichen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wenn der einfache deutsche Michel merkt, dass er ganz gewaltig beschissen wird äußerst ungnädig reagieren wird. Wie so etwas passieren kann, hat uns ja die Geschichte gelehrt. So weit darf es nicht kommen, aber dann muss man frühzeitig das Ruder rumreisen. Dies sehe ich momentan leider immer noch nicht.
Vielen Dank. Das mit den Laternenpfählen sehe ich in Deutschland wirklich nicht kommen. Selbst eine konservative Regierung wird das zu verhindern wissen.
Nun, wer von uns beiden Recht haben wird, wird die Geschichte weisen. “Revololution” kann heutzutage vielschichtig laufen. Aufgrund der neuen Medien lässt sich ein Eingreifen des Staates wie in den 60igern (Studentenproteste) nicht mehr so leicht durchführen (Thema: Twitter, Wikileaks, etc.). Um es kurz zu machen: ich glaube die Zeiten, in denen die Bürger vom Staat wie kleine Kinder behandelt werden können, sind defintiv am schwinden. Ansonsten wird eine Staatsform wie in der ehemaligen DDR aufgrund des Drucks der Straße hinweggefegt.
Beste Grüße und vielen Dank für Ihren Einsatz in Ihrem Forum.
Globalnote: real betrachtet müsste der letzte Satz anfangen: wie lange noch………?
MfG
Hallo an alle bzw. Herr Jahnke,
Zur Prognose, dass das Sparkapital in den naechsten Jahren weiterhin enorm wachsen wird, fehlt mir die Phantasie mir vorzustellen wie das Geschehen kann.
Sicher werden die Banken sich nicht schwer tun neue hochspekulative Produkte zu erfinden und zu verkaufen.
Aber bei der gespannten Haushaltskassen der Staaten (USA, EU, Afrika u.a.) der privaten Haushalte und vieler Firmen, kann ich mir nicht so recht vorstellen wie und wo man da noch jahrelang etwas herauspressen will.
Auch eine Zitrone kann man nur solange auspressen wie Saft drin ist. Und woher soll der kommen.
Im Moment wandern sehr grosse Mengen des Sparkapitals in die noch boomenden Volkswirtschaften Asiens. Nur hat nun China in der letzten Woche nicht nur mit Russland sondern auch schon mit Indien eine Waehrungskonvergenz beshlossen. Das heistt der Dollar und der Euro werden im internationalen Handel immer weniger wichtig.
Wo will das Sparkapital weiter noch Jahre seine Renditen herauspressen?
Können oder wollen sich die Asiaten (Regierungen) nicht wehren gegen das hereinströmende Anlagekapital, das ja mit Zins und Rendite belohnt werden will?
Kann es wirklich noch ein paar Jahre dauern, bis das Kartenhaus den naechsten Tsunamie erlebt?
Wie schon gesagt mir fehlt die Phantasie. Vielleicht fehlt sie ja einem Lesern hier nicht?
Mfg
Elfi
@Elfi,
Es geht hier einfach um den Effekt einer sehr ungleichen Einkommensverteilung, der das Sparkapital bei denen aufbaut, die es nur zu kleinen Teilen noch konsumieren können, weil sie schon alles haben, was man sinnvoll oder sinnlos kaufen kann.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Elfi: ein Australier sagte dazu:
http://fbkfinanzwirtschaft.wordpress.com/2010/01/08/%E2%80%9Ewir-sind-in-der-grosten-finanzblase-aller-zeiten%E2%80%9C/
MfG
Hallo an Alle,
nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Denn leider habe ich immer Phasen, in denen, ich es leid bin, auf die Lügen der Politiker und der Medien einzugehen.
Der Inhalt Ihres Beitrags, Herr Dr. Jahnke, hat mich jedoch wieder wach gerufen.
Wider besseres Wissen und trotz obligatorischer Aufklärungsarbeit der Politiker und der Medien – sie alle leben von Steuergeldern, wurden an steuerfinanzierten Hochschulen ausgebildet, oder besitzen einen steuerfinanzierten Arbeitsplatz (für die Schaffung eines Arbeitsplatzes gibt es Subventionsmöglichkeiten) – werden exklusiv nur die egozentrischen Interessen der sogenannten Eliten bedient.
Es wird politischerseits dafür gesorgt, dass sich Unmengen von Kapital ansammeln – (un)natürlich, hierarchisch nach oben und konsequenterweise muss im Umkehrschluss ein Mangel an Kapital an anderer Stelle entstehen, ein Mangel, der immense sozialpolitische Auswirkungen hat, aber neoliberal nicht verantwortet wird, denn soziale Verantwortung passt nicht in das neoliberale Wachstums- und Bereicherungskontinuum.
Folglich muss es, bei einer erneuten Zuspitzung der Kapitalakkumulation an wenigen Stellen, zu der nächsten Krise kommen.
So drängt sich mir der Gedanke auf, dass, im kapitalistischen Spiel, nur die Krise ein verlässliches Fixum ist.
Die Unbeteiligten müssen ausbaden, was die Spielteilnehmer initiiert und sich in volkswirtschaftlich-verantwortungsloser Weise ausgedacht haben.
Da ja, etliche Spielteilnehmer von diesen Krisen profitieren, scheint die Krise zum Spiel zu gehören und ich nenne das: Betrug an der Gesellschaft.
Meiner Meinung nach, sollte man solche elitären „Personifizierungsformen“ als das bezeichnen, was sie sind, nämlich: Sie sind unsozial, inhuman, skrupellos und dezisiv egozentrisch, aber nicht geeignet, die Ökonomie einer Gesellschaft zu bestimmen, weil sie die Negativauswirkungen auf die Gesellschaft leugnen, dafür nicht haften müssen und noch dazu, feudal entlohnt werden.
Liebe Grüße an Alle
HaH
Nach der Krise ist vor der Krise:
http://www.investor-verlag.de/nach-der-krise-ist-vor-der-krise/104036363/
MfG
Schönen guten Tag in die Runde,
auch auf die Gefahr, dass ich Euch nerve, will ich an dieser Stelle wieder einmal Erich Fromm aus seinem Buch „Wege aus einer kranken Gesellschaft“ zitieren und zwar von Seite 168. Dieses Buch erschien erstmals 1955.
„Es ist eine der fundamentalen Veränderungen der letzten fünfzig Jahre, dass sich in allen westlichen Ländern das Prinzip durchgesetzt hat, dass jeder Bürger ein gewisses Minimum an materieller Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit und Alter haben soll. Während man dies jedoch prinzipiell akzeptiert, sind doch noch viele Unternehmer heftig dagegen und bekämpfen erbittert seine immer weitergehende Anwendung; sie sprechen verächtlich vom „Wohlfahrtsstaat“, der die private Initiative und den Unternehmergeist abtöte, und während sie die sozialen Sicherheitsmaßnahmen attackieren, behaupten sie, für die Freiheit und Initiative des Arbeiters einzutreten.
Dass ihre Argumente nichts weiter sind als bloße Rationalisierungen, zeigt sich daran, dass dieselben Leute keine Bedenken haben, die wirtschaftliche Sicherheit als eines der Hauptlebensziele zu preisen. Man braucht nur die Anzeigen der Versicherungsgesellschaften zu lesen mit ihren Versprechungen, ihre Kunden von allen Unsicherheiten zu befreien, die durch Unfall, Tod, Krankheit, Alter und so weiter eintreten könnten, und man wird merken, welch wichtige Rolle das Ideal wirtschaftlicher Sicherheit für die Begüterten spielt.
Welche Sinn könnte etwa das Sparen haben, wenn es nicht der wirtschaftlichen Sicherheit diente? Dieser Widerspruch zwischen der Verurteilung des Strebens nach Sicherheit unter der Arbeiterschaft und dem Lob des gleichen Zieles bei den höheren Einkommensklassen ist wieder einmal ein Beispiel für die unbegrenzte Fähigkeit des Menschen, widersprüchliche Meinungen zu haben, ohne auch nur einen schwachen Versuch zu unternehmen, sich über diesen Widerspruch klar zu werden.“
Fazit: Die Verächter des Wohlfahrtsstaates haben eindeutig gewonnen! Unsere gegenwärtigen sozialen wie wirtschaftlichen Ungleichgewichte sind bewußt herbei geführt worden. Wo kämen unsere lieben Unternehmer auch hin, wenn der Durchschnittsmensch die Freiheit besäße, sich seine Arbeit und den gezahlten Lohn aussuchen zu können? Da ist es doch besser, für eine angemessene Sockelarbeitslosigkeit zu sorgen und Löhne zu zahlen, von denen die Menschen zunehmend nicht mehr leben können. Nur so kann man die Menschen zwingen, Jobs anzunehmen, die mit weniger als 5 Euro brutto/Std. entlohnt werden.
Und die gegenwärtig zunehmende Verunsicherung der Massen trägt überdies zum Wohlergehen unserer privaten Versicherer bei, denn jeder, der noch irgendwie kann, versichert sich gegen die zu befürchtenden Schicksalsschläge des Lebens, weil der Staat sich zunehmend aus der Wohlfahrt zurück zieht.
Was Erich Fromm den Unternehmern vorhält, nämlich ihre unbegrenzte Fähigkeit, widersprüchliche Meinungen zu vertreten, gilt meines Erachtens gleichermaßen für die breite Masse unseres Volkes. Und solange sich das Volk nicht einig ist in dem, was es politisch, sozial und wirtschaftlich will, so lange werden wir putzig dumme Spielbällchen der Reichen und ihrer Märkte sein.
Erich Fromm hat in dem erwähnten Buch auf Seite 23 noch etwas Bemerkenswertes hinterlassen:
„Man kann ganze Völker oder Gesellschaftsgruppen lange Zeit unterjochen und ausbeuten, aber sie werden reagieren. Sie reagieren mit Apathie oder mit einer derartigen Beeinträchtigung ihrer Intelligenz, Initiative und ihrer Fertigkeiten, dass sie allmählich ihre Funktionen im Dienst ihrer Beherrscher nicht mehr erfüllen. Oder sie reagieren mit einer solchen Anhäufung von Hass und Destruktivität, dass sie sich schließlich mitsamt ihren Beherrschern und ihrem System selbst vernichten. Aber ihre Reaktion kann auch in einer solchen Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit bestehen, dass sie mit ihren schöpferischen Impulsen eine bessere Gesellschaft aufbauen.“
Bis demnächst und alles Gute,
Gaby
Ja, hallo, auch.
Meiner Meinung nach wird schon mit den Worten an sich Schindluder getrieben. Was ist denn »Sparen«? Heißt das nicht, daß der »kleine Mann« (resp. die kleine Frau) sich ihr mühsam Erarbeitetes vom Munde abspart, um es dann auf die Kasse zu schaffen? Und dann gleich rund ein Sechstel vom Verdienst? 2 Monatslöhne pro Jahr? Mit verlaub – ich kenne zwar nicht viel Leute hier und da, aber ich kenne keinen, der sich das überhaupt leisten könnte!
Werden wir hier nicht wieder für blöd verkauft? Sind es nicht die Geldsäcke, denen die Kapitalanlagen zu unsicher sind und die mit dem konventionellen Sparen auf Nummer sicher gehen wollen? Ich denke, da wird eher ein Schuh draus, oder?
Doch, was gibt es da zu feiern, wenn die Geldsäcke sich noch ein Sechstel mehr auf die Kante legen können, was in der Wirtschaft dann real am Umlauf fehlen wird? Da ist – wie Herr Jahnke das wie immer brilliant herausgearbeitet hat – die nächste, dann aber richtige Krise vorprogrammiert! Und richtig lustig wird es dann, wenn die Betriebe schließen müssen, weil sie keinen Absatz mehr haben, die leute entlassen, dann zur Regierung laufen, Moneten erbetteln, die wieder auf die Kante legen… usf. Und es kommt keine richtige Laune auf, weil keiner mehr was kaufen kann, denn die Produktion wird eh ins Ausland verlegt, wo es ja dann um sooooo viiiiiiiiiel billiger wieder eingekauft werden kann…
Ein Teufelskreis!
Guten Abend, Rote Socke und Mitlesende,
Sparen ist ein prima Stichwort, Danke dafür:
Sparen heißt Konsumverzicht. Kosumverzicht führt, wie uns bereits Bernard Mandeville 1714 in seiner „Bienenfabel“ beschrieb, zur kompletten Austrocknung des Binnenmarktes, so dass die Unternehmer gezwungen sind, sich in den Export zu stürzen, gar ganze Länder zu kolonialisieren, um ihre Waren loszuschlagen.
Zur Austrocknung des Binnenmarktes tragen die Superreichen ebenso wenig bei, wie zu seiner Bewässerung. Das wissen wir seit 1714. Wer bereits alles hat, gibt kaum Geld aus; für reiche Menschen bedeutet Sparen nicht Konsumverzicht, sondern Akkumulation des Geldes und das Geld sucht Anlagemöglichkeiten – Geld will/muss Junge (Zinsen/Dividenden) kriegen.
Die Agitatoren eines fröhlich brummenden Binnenmarktes sind die einfachen Bürgerinnen und Bürger eines Landes. Und weil das so ist, ist es kompletter Quatsch, dass die großzügige deutsche Arbeitslosenhilfe am 1. Jan. 2005 in das geizige Hartz-IV umgewandelt wurde. Ebensolcher Schwachsinn ist, Leiharbeit, Zeitarbeit, 1-Euro- und 400-Euro-Jobs entworfen zu haben, ohne das Netz eines üppigen (!) Mindestlohns einzuziehen.
Ich habe nur einen winzigen geistig-ökonomischen Horizont, aber soweit mir bekannt ist, hat allein John M. Keynes die „Bienenfabel“ ernst genommen und unter anderem aus dieser Mahnung seine „Allgemeine Theorie“ konstruiert. Soweit mir bekannt ist, war Keynes der erste Ökonom, der sich strikt gegen das allgemeine bürgerliche Sparen und in Krisenzeiten gegen das staatliche Sparen wandte. Als die westliche Welt nach dem 2. Weltkrieg die materiellen und sozialen Scherben zusammenkehrte und zumindest teilweise die Wirtschaftsrezepte Keynes ausprobierte, ging es der Mehrheit der Menschen der westlichen Welt urplötzlich blendend. Sie erlebten einen nie gekannten persönlichen Reichtum!
In diese Zeit, den keynesianischen Sommer des Kapitalismus, der sich ungefähr zwischen 1950 und 1975 abspielte, bin ich hineingeboren worden und habe erfahren, wie schön es ist, nach Herzenslust konsumieren zu dürfen und sich keine Sorgen um die Zukunft machen zu müssen. Der deutsche Vater Staat war enorm sozial und so gut wie jedermann/frau fand in ihm eine Zukunft, die es ermöglichte, dass die Kinder reicher wurden als ihre Eltern. Mir und meinem Mann ist dieses Glück beschieden. Als wir jung waren, hat der Arbeitsmarkt uns mit offenen Armen empfangen und wir verdienten 20 Jahre lang gutes Geld so das wir jährlich mehr als zwei Monatsgehalte zurück legen konnten für besondere Gelegenheiten.
Selbst der doofe Michael, den ich von der Grundschule kannte, der in Diktaten immer 30 Fehler machte und nicht rechnen konnte, den traf ich späterdings regelmäßig, also viele, viele Jahre mener Entwicklng später beim TOOM-Markt, Einkaufswagen zusammenschieben. Er verdiente in 1985 stattliche 1.200 DM brutto. Davon konnte der dumme Michael satt und gesund seine kleine Familie (Frau und Tochter) ernähren und er empfand es nicht als Demütigung, täglich Einkaufswagen zusammenzuschieben und in den Laden zurück zu bringen. Sein Job war wichtig, sonst hätten die Leute ja keine Einkaufswagen im Laden gehabt.
Heute erledigen Münzen seinen Job. Wir schieben selbst unsere Einkaufswagen auf den Wagenparkplatz zurück, um den einen Euro zurück zu bekommen, den die Leihe des Einkaufswagens kostet. Michael, so alt wie ich, ist seit 10 Jahren arbeitslos.
Wenn ich mich heute in meinem Land umsehe, möchte ich jeden Tag in Weinkrämpfe verfallen. Die Jugend ist perspektivlos, mittelalte Leute wie ich haben Angst vor der Zukunft, die heute 25- bis 30jährigen Frauen wollen in dieses Deutschland partout keine Kinder gebären und die Alten sind nicht etwa neidisch auf die Jugend, sondern froh, dass sie schon so alt sind und es geschafft haben, der uns Jungen drohenden Altersarmut entgangen zu sein. Für uns junge Leute haben die Senioren, die ich kenne, keine Hoffnung! Sie bemitleiden uns und geben, wenn sie es können, ihr Geld an jüngere Familienmitglieder ab.
Ist das nicht ein trauriges Deutschland geworden?! Und noch viel schlimmer ist mir, dass die BürgerInnen der DDR einst friedlich und noch sehr viel hoffnungsfroher die Mauer niederrissen in der Gewissheit auf ein besseres Leben. Ich habe ihnen dieses bessere Leben aus vollem Herzen gegönnt und wusste damals gar nicht, dass die Bundesrepublik Deutschland längst auf neoliberalen Pfaden schleicht. Aus meiner Zuversicht und dem Glauben an meinen Staat bin ich dummes Blindhuhn erst 2005 erwacht, als Hartz-IV in Kraft trat und ich mich verwundert fragte, was denn eigentlich los ist in dieser Republik. Sowas Grausames wie Harzt-IV kann Deutschland doch nicht machen!!!! Wenn ja, wie vielfach und warum?!
Per Internet-Recherche stieß ich vor Jahren zufällig auf Dr. Jahnkes Webseite, die mir vieles erklärte und noch immer erklärt, was mich aber nicht davon abhielt, Ökonomie nebenher autodidaktisch zu erlernen, aber nicht aus Volkswirtschaftsbüchern, sondern aus unserer Historie – das ist für mich viel aufschlussreicher.
Ja, Rote Socke, ich lese gerne, was Du schreibst und Du, wie alle, die sich hier melden, sind mir wichtig. Gefreut habe ich mich in diesem Thread über den Beitrag von HandaufsHerz und Elfi. Bitte, geht nicht fort! Ihr alle nicht!
Mit sehr herzlichen Grüßen an Euch und Dr. Jahnke,
Gaby
Da habe ich mal was recht Hübsches zu gelesen. Es war zwar ein Karnevalsbeitrag und ist etwas locker gehalten, aber gibt schon ganz schön zu denken, oder?
Hallo, Rote Socke und Mitdiskutanten,
hihi, nun weiß ich, wie der Rinderwahnsinn (BSE) entstanden ist. Die Reformen sind Schuld! Um noch mehr Geld aus den Rindern zu schlagen, hat man letztlich auf die Verköstigung des teuren Heus und des minderwertigen Strohs verzichtet und die gutmütigen Vegetarier mit der Fütterung von Tiermehl kannibalisiert. Das Tiermehl stammt natürlich von ihren Artgenossen, denn die gibt es ja so reichlich, dass es eine wahre Plage ist.
Und wie sagte seinerzeit der Fürst zum Bischof? „Halt du sie dumm, ich halt‘ sie arm!“
Es grüßt Euch aus dem warmen Stall ein braves Rindviech namens
Gaby
Hallo Gabi und alle Mitlesenden,
mich hat Dein Satz “Bitte geht nicht fort…” bewogen, Dir einige Zeilen zu schreiben.
Ich denke viele, die diese Seiten lesen, sind ständiger Gast. Oft fehlt die Zeit selbst in Net zu serven um auch gute Beitäge zu liefern oder aber die Gedanken so klar zu formulieren, mir geht es zumindest so. Mir helfen alle Beiträge hier, um zu wissen ich bin nicht allein mit meinen Sorgen. Ich würde ebenso alle vermissen.
Deshalb ein kleiner Hinweis von mir. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung bietet in verschieden Orten unserer Republik Vorlesungen, Vorträge kostenlos an. Dort findet meistens auch eine Diskusion statt. Die Stiftung hat eine Web-Seite dort kann man dazu alles finden. Ich habe schon viele dieser Vorträge besucht und bin sehr begeistert. Man trifft auf die verschiedensten Meinungen und Menschen. Die Diskusionen sind sehr aufschlussreich.
Hallo Rote Socke,
Du beschreibst exakt (Teufelskreis) wie die Maschinerie läuft. Irgendwo muß einmal ein Ende sein? Ich denke derzeit ist aber noch soviel Geld im Umlauf, das das Karussell sich noch dreht und das noch eine ganze Weile. Notfalls wird eben cash gedruckt.
Selbst einige Nutznieser dieses Teufelskreises haben die reale Gefahr erkannt und wollen gegensteuern, nur sie dürfen keine höheren Steuern zahlen.
Manchmal erscheint mir die Entwicklung der Gesellschaft in 2 Parallwelten zu verlaufen. Obwohl wir nur eine sind und sich diese auch nicht losgelöst voneinander entwickeln kann.
Ich wünsche allen einen schönen Abend
Viele Grüße Simone
Danke für die Blümchen, Simone!
Kleiner Hinweis von mir: Anfang Januar gibt es die Rosa-Luxemburg-Konferenz in Berlin. Ist mir leider etwas zu weit, aber vielleicht kann jemand hingehen. Ist kolossal interessant! Und am Sonntag (09.01.) Kranzniederlegung im Sozialistenfriedhof! Kult!
Und noch ein Hinweis: Geld drucken allein hilft nicht! Die Verteilungsverhältnisse bleiben dabei unverändert, das einzige, was sich ändert, sind die Geldaggregate, aber die haben wirtschaftlich kaum Auswirkungen, zumindest wird davon der Binnenmarkt nicht ein “mü” bewegt!
Guten Abend Simone, guten Abend an alle mitlesenden Frauen,
ich bin sehr froh, dass Du Dich in diesem Thread gemeldet hast. Die Frauen sind mit ihrer Einschätzung der auch sie unmittelbar betreffenden Ökonomie auf dieser Plattform deutlich unterrepräsentiert, wenn ich mir erlauben darf, das aus den Nicknamen der hier Diskutierenden zu erlesen. So ist mir also jede Frau sehr wichtig, die sich hier zu Wort meldet. Gestern habe ich mich sehr gefreut, HandaufsHerz nach langem Schweigen wieder zu lesen. Daher mein Seufzer: „Bitte geht nicht fort.“ Dieser innere Wunsch war und ist an die Frauen gerichtet, die diese Internet-Plattform lesen und den Mut haben, ihre Meinung hier zu äußern.
Rosa Luxemburg lebt in meinem Herzen als eine Frau, die weit mehr Revolutionärin war, als Karl Marx. Karl war, als er seine bis heute unübertrefflich richtigen Kapitalismus-Analysen niederschrieb, bereits viel zu sehr in den Kapitalismus domestiziert, als dass er ihn mit ehrlichem Herzen abschaffen wollte. Das gleiche trifft auf den reichen Dandy John M. Keynes zu, dem zu Recht das Prädikat „Retter des Kapitalismus“ anhaftet, obwohl, das dürfen wir nie vergessen, gerade seine Rezepte Wohlstand für die meisten einfachen Leute bedeutete, als die westlichen Staaten nach dem 2. Weltkrieg den Mut hatten, sie teilweise auszuprobieren.
Die sehr viel weniger verhausschweinte Rosa Luxemburg hat den Kapitalismus stets zur Disposition gestellt; ein Frevel, den wenig später Rudi Dutschke ebenso tat. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wurden für ihr staats-, also kapitalismusfeindliches Verhalten erschossen; Rudi Dutschke wurde lebensgefährlich angeschossen durch einen Hilfsarbeiter, der sich einst per BILD-Hetze berufen sah, endlich wieder preußische Ordnung in die Bundesrepublik der Studentenunruhen zu bringen. Idiotisch! Mit Gewalt schafft niemand irgendwelche Ordung!
Es ist eine Sache, den Kapitalismus zu analysieren, eine andere ist, den Menschen klar zu machen, in welche Sklaverei sie der Kapitalismus mit seinen künstlichen Konstrukten in Form von Nation und Staat führte und per Gesetze, gar Spar-Reformeifer, gefangen hält. Der analytische Marx war seinerzeit und bis heute weit weniger für unsere Eliten gefährlich als Rosa Luxemburg, die mit drastischen, öffentlich vorgetragenen Worten den Menschen erklärte, in welch’ absurder System-Abhängigkeit sie sich befinden. Deswegen, weil sie den Kapitalismus in Frage stellte, wurden sie und Karl Liebknecht hinterhältig erschossen; den weit weniger staatsgefährlichen Karl Marx ließen unsere Eliten am Leben – der machte ja nichts, der spielte nur.
Es gibt einige kritische Webseiten, aber sie alle, auch die http://www.Nachdenkseiten.de, stellen den Kapitalismus nicht zur Disposition. Sie empfehlen nur Rezepte, sich in dieses abstrakte, per Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft geldgenerierende Monstersystem mit den besten virtuell geschaffenen Gleitmitteln (Wohlstand für alle!) einzufügen. Ich denke, Dr. Jahnkes Webseite ist die bisher kapitalismuskritischste Webseite, die ich bis dato kenne und die selbst die unbequemsten Meinungen im Sinne der real-gelebten Demokratie zulässt, wobei sich der Intitiator, also Dr. Jahnke, sogar selbst jeden Tag zu Wort meldet und Fehleinschätzungen der Mitdiskutanten sofort korrigiert. Für diesen persönlichen Einsatz spreche ich ihm hiermit noch einmal meinen Respekt und meine Dankbarkeit aus.
Simone, es würde mich sehr freuen, mehr von Deinen Gedanken auf dieser Plattform zu lesen. Es würde mich sehr freuen, wenn auf dieser Internet-Plattform ebenso viele Frauen wie Männer ihre Meinung schreiben.
Liebe Grüße
Gaby
Ich respektiere Meinungsfreiheit. Doch das Infoportal und sein Diskussionsforum kann kein Werbeplatz für Revolutionäre sein (“Rosa Luxemburg lebt in meinem Herzen als eine Frau, die weit mehr Revolutionärin war, als Karl Marx”). Revolutionen stehen immer auch für Blutvergießen. So wurden beim Spartakusaufstand von 1919, den Luxemburg maßgeblich unterstützte, Waffen ausgegeben. Da hilft auch der Zusatz (“Mit Gewalt schafft niemand irgendwelche Ordung!”) nicht. Die Weimarer Republik ist leider unter den Angriffen und Straßenkämpfen von Rechts und Links kaputt gegangen.
@globalnote
Verstehe Ihren Einwurf nicht, Herr Jahnke: Aufgrund u.a. der Erfahrungen, auf die Sie anspielen, wurde ein ganz spezieller Satz in die Präambel der Menschenrechtsdeklaration der UNO aufgenommen, der aber leider von unseren Regierenden nicht beachtet wird. Diese Verkennung der möglichen Gefahren wird – ob wir das hier nun wollen oder nicht – genau diese Gefahren heraufbeschwören. Hoffen wir, daß unsere Regierenden das rechtzeitig erkennen und endlich mal (!) in ihr Handeln einfließen lassen werden. Andernfalls habe ich allerhand Zweifel, ob die Führung der Republik die Umsicht walten lassen wird, wie es seinerzeit die Führung der DDR getan hat, als das System – u.a aufgrund der Verkennung des von mir erwähnten Satzes – dem Untergang entgegen ging.
Sie machen mit Ihrem Einwand die Situation nicht besser. Ich denke, es ist mein Recht, als Verantwortlicher für das Infoportal/Diskussionsportal mich gegen einen aktuellen Bezug auf Revolutionäre zu wenden, die an der Ausgabe von Waffen beteiligt waren. Einen Rosa Luxemburg-Kult, wie er nach einem früheren Beitrag von Ihnen auch Ihnen vorschwebt, wird es auf dem Infoportal nicht geben. Eher schließe ich das Diskussionsportal. Das muß jeder akzeptieren, der hier diskutieren will.
Im Übrigen kann ich auch Ihre Verbindung von Bundesrepublik Deutschland mit der maroden und in die Pleite geschlitterten DDR, in der die von Ihnen angesprochenen Menschenrechte der UN verletzt wurden (zu denen z.B. das allgemeine Wahlrecht gehört), nicht akzeptieren.
Herr Jahnke, der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht. Wenn der dann bricht, dann mit einem großen Knall und dann werden in Deutschland leider wieder einmal die Laternenmasten für andere Aufgaben genutzt werden.
Das mit den “Laternenmasten” sollten Sie streichen.
Schlechte Grammatik, Herr Jahnke. »Die Laternenmasten« (vorher) streichen – sieht besser aus. Wir leben doch nicht in einer Anarchie
))
Sehr geehrter Herr Jahnke, können wir bzw. Sie gerne streichen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wenn der einfache deutsche Michel merkt, dass er ganz gewaltig beschissen wird äußerst ungnädig reagieren wird. Wie so etwas passieren kann, hat uns ja die Geschichte gelehrt. So weit darf es nicht kommen, aber dann muss man frühzeitig das Ruder rumreisen. Dies sehe ich momentan leider immer noch nicht.
Vielen Dank. Das mit den Laternenpfählen sehe ich in Deutschland wirklich nicht kommen. Selbst eine konservative Regierung wird das zu verhindern wissen.
Nun, wer von uns beiden Recht haben wird, wird die Geschichte weisen. “Revololution” kann heutzutage vielschichtig laufen. Aufgrund der neuen Medien lässt sich ein Eingreifen des Staates wie in den 60igern (Studentenproteste) nicht mehr so leicht durchführen (Thema: Twitter, Wikileaks, etc.). Um es kurz zu machen: ich glaube die Zeiten, in denen die Bürger vom Staat wie kleine Kinder behandelt werden können, sind defintiv am schwinden. Ansonsten wird eine Staatsform wie in der ehemaligen DDR aufgrund des Drucks der Straße hinweggefegt.
Beste Grüße und vielen Dank für Ihren Einsatz in Ihrem Forum.