1889

Gedanken zur Zeit 1889 10-11-10: Von den "Wasserträgern" der Superreichen

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5 Antworten zu 1889

  1. Markus sagt:

    Zu diesem von hier im Infoportal dankenswerterweise aufgegriffenen Thema des neoliberal eingefärbten unternehmensnahen Politik-Beraterunwesens sei ergänzend noch auf eine einschlägige Publikation hingewiesen:

    http://www.transcript-verlag.de/ts259/ts259.php

  2. N sagt:

    Zur “super class”:

    Irgendwie hat es diese “Super Class” geschafft, sich einen “blinden Fleck” der Gesellschaft zu schaffen. Es wird zum einen einfach nicht darueber diskutiert, ob ein solches Vermoegen (und Kapitaleinkommen) gerecht ist und vorallem nicht kritisiert, dass das Vorhandensein einer solchen Klasse garantiert demokratieschaedigend sein muss .
    Diese Klasse ist jenseits aller Masstaebe und wird oft selbst von denen verteidigt, die sonst ein gesundes Gerechtigkeitsempfinden besitzen. So reicht zur Rechtfertigung, dass eine Familie einen grossen internationalen Konzern besitzt und lenkt, die Begruendung, dass die Angestellten gut behandelt werden (der Begriff “Familienunternehmen/-konzern” ist sogar eine positive Auszeichnung). Es gab natuerlich auch frueher schon gute Koenige, aber daraus laesst sich nicht schlussfolgern, dass das Vorhandensein ebensolcher gut zu heissen ist.

    Diese Klasse hat es irgendwie geschafft mittels Medien und weil ihr Vermoegen so unvorstellbar gross ist, aus der Normenskala der Gesellschaft zu fallen und lebt nun ein vermutlicherweise gluecklicheres Leben als damals Koenige, die immerhin unter der staendigen Beobachtung der Untertanen leben mussten.

    • globalnote sagt:

      Dafür gibt es nach meiner Einschätzung drei Gründe:

      Erstens vergleichen sich Menschen meist nur mit anderen, von denen sie eine Vorstellung haben und sich daher vergleichen können.
      Zweitens sind die Vermögen der Superreichen so enorm, daß es die Vorstellungskraft sprengt.
      Drittens und vor allem wissen die Menschen nicht, welchen politischen Einfluß die Superklasse ausübt, die weitgehend und fälschlich als unpolitisch gilt; vor allem ist das Zusammenspiel mit den Wasserträgern und die globale Rolle ziemlich unbekannt. Deutschland scheint immer noch aus Kleinstaaten weit jenseits der globalen Welt zu bestehen, wenn es um die Globalisierungprozesse geht. Wenn die G7 oder jetzt die G20 wenig bewegen, wird das als das eigentliche Spiel der Globalisierung verstanden, obwohl das nur ein vordergründiges, weitgehend für die Öffentlichkeit angelegtes ist. Für den wahren politischen Einfluß jetten Vertreter der Superklasse und ihre Wasserträger mal hierhin, mal dorthin und jedenfalls immer außerhalb der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Sie sitzen dabei weitgehend in Privatjets und entziehen sich auch so der öffentlichen Aufmerksamkeit. Da hatte der Wasserträger Ackermann den Fehler begangen, sich von der Wasserträgerin Merkel in das Bundeskanzleramt einladen zu lassen und sicher wurde da nicht nur sein schon längst vergangener Geburtstag gefeiert.

  3. Volker Hamburg sagt:

    Volltreffer, Hr. Dr. Jahnke!
    “Die demokratischen Verfassungen, die angeblich einen Siegeszug um den Globus herum angetreten haben, werden von den neoliberalen Wasserträgern, die sie unterwandert haben, und deren Hintermännern ständig und fortschreitend entwertet. Dieser Prozeß verläuft ungeordnet und kann daher nicht als eine Form von Verschwörung eingeordnet werden. Er ist auch nicht justiziabel.”
    Besser und klarer kann man dieses Phänomen nicht beschreiben und zusammenfassen. Die weitgehend parallelen Interessen dieser “Superclass” machen Absprachen, im Sinne von Verschwörungen vielfach überflüssig. Man wird aber bei der Thematisierung solcher Dinge, neben der Unterstellung, neidisch zu sein, auch immer schnell als paranoider Verschwörungstheoretiker abgestemmpelt… -daher: Schönen Dank für diese Klarstellung!
    Schöne Grüße, V.H.

  4. martin sagt:

    am schönsten finde ich die Idee dieses neuen “Geldadels”, sich dann noch über das Stiftungs(un)wesen den politischen Einfluss vom Steuerzahler spendieren zu lassen.

    Und die Medien haben in der Regel keine Bauchschmerzen damit, diese “Wissenschaftler” zu Wort kommen zu lassen. Dabei gibt es jede Menge Professoren und Experten ausserhalb dieses erlauchten Kreises.

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