2191

global news 2191 08-11-10: Der Produktionsindex der deutschen Industrie läuft seit Monaten seitwärts

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3 Antworten zu 2191

  1. Gaby sagt:

    Schönen guten Tag in die Runde,

    ich war gerade im Zelt der Wahrsager vom Statistischen Bundesamt. Die gaben mir zu diesem Thread zwei abschließende Sätze mit auf den Weg: „Die maßgeblichen Impulse kommen weiter aus der Industrie, der Aufwärtstrend schwächte sich aber erwartungsgemäß ab. Angesichts der ebenfalls schwächeren Dynamik der Auftragseingänge dürfte die etwas ruhigere, weiter aufwärts gerichtete Gangart der Industriekonjunktur anhalten.“

    Aha, weil es duster ist, wird’s heller. Oder: Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir einen Schritt weiter.

    Im Finanzministerium geht derweil das Wetterleuchten um, denn für nichts anderes als harmlose Himmelserscheinungen hält Schäuble die Berichte über drohende Währungs- und Handelskriege, Devisenkämpfe und sich nach unten drehende Abwertungsspiralen.

    Noch toller treibt’s erwartungsgemäß unser Wirtschaftsminister Brüderle. Der sieht derzeit nicht nur das Gespenst des Protektionismus in vielen Verkleidungsstücken, er bezeichnet sich sogar als Missionar im Kampf gegen diesen Geist. Ja, ja und ich bin der blaustrümpfige Knüppel aus dem Sack, aber Hallo!!!

    Dafür, dass die Ökonomie unser aller Leben existenziell beeinflusst, darf ich doch von unserem gutbezahlten Führungspersonal eine gehörige Portion mehr Seriosität und Sachkenntnis erwarten, oder nicht?!

    Gaby

  2. Heiner sagt:

    Gaby: Antwort zur Seriosität und Sachkenntnis: Eindeutig nein, weil wer mit Scheuklappen unterwegs ist,dem fehlt jegliche wirschaftspolitische Rundumsicht und der handelt rein egoistisch.
    MfG

  3. Gaby sagt:

    Schlimmer noch, Heiner,

    auch ohne Scheuklappen hätten die “da oben” keine wirtschaftspolitische Rundumsicht! Der Neoliberalismus schaut in erster Linie auf die Mikro-, nicht die Makroökonomie! Unsere Eliten klammern sich schlichtweg an neoliberale Sprechblasen und leben sie auf unsere Kosten aus. Wenn Wirtschaftspolitik schief geht, ist das eben Schicksal, wie im Märchen. Und wenn ein immer größer werdender Teil unserer Gesellschaft finanziell verelendet, erfüllten sich lediglich die stolz vorgetragenen Worte des Wirtschaftspreis-Nobelpreisträgers Hayek:

    „Mehr als zehn Jahre habe ich mich intensiv damit befasst, den Sinn des Begriffs „soziale Gerechtigkeit“ herauszufinden. Der Versuch ist gescheitert.“ Was es heißt, sozial zu sein, wisse niemand, meint Hayek. „Wahr ist nur, dass eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat, ein soziales Gewissen kein Gewissen, soziale Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit – und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“

    Das sind des dummen Augusts H. eigene Worte! Für diese Worte hätte man ihn sofort in die geschlossene Nervenanstalt einweisen müssen! Gemessen an diesen Worten haben wir tatsächlich noch eine soziale Marktwirtschaft. Aber wenn man diese Worte 1:1 umsetzt, haben wir allerorten Barbarei. Und mein Eindruck ist mittlerweile, dass unsere Eliten zwar keine drei Kilo neoliberale Bücher gelesen haben, also gar nicht wissen, worum es geht, aber neu-klassische Sprechblasen in Gesetze gießen bzw. das, was ihnen die Lobbyisten ins Öhrchen flüstern.

    Der Ökonom John Maynard Keynes schrieb 1933 in „Essays in Persuation“:

    „Wir werden uns von vielen der scheinsittlichen Grundsätze lossagen, die uns seit zweihundert Jahren wie ein Alpdruck verfolgt haben, wobei wir einige der abstoßendsten menschlichen Eigenschaften in die Stellung höchster Tugenden emporgehoben haben. Die Liebe zum Geld als Besitz, wird als eine jener halb verbrecherischen, halb krankhaften Neigungen erkannt werden, die man mit Schaudern an die Fachleute für geistige Erkrankungen verweist.“

    Ich wünsche mir die Wiederauferstehung Keynes gerade jetzt viel, viel dringender, als die von Jesus Christus, ehrlich!

    Schönen Abend noch,

    Gaby

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