2180

global news 2180 13-10-10: Einzelhandelsumsatz stürzt im September um 2,3 % ab, kein realer Tariflohnanstieg mehr

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3 Antworten zu 2180

  1. dmd sagt:

    Bitte die Manipulation beachten

    Zudem sind die hohen und mit einer langen Laufzeit versehenen Stufenabschlüsse, die unter anderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abgeschlossen wurden, nunmehr ausgelaufen.

    Welche hohen Stufenabschlüsse?
    Die gab es nicht, wenn man es realistisch betrachtet.
    Zusammengesetzt aus Einmalzahlungen und irgend etwas deutlich unter 2 % zum x.x.xx und dann nochmal unter 2 % zum x.x.xx im drauffolgendem Jahr mit der Möglichkeit aufgrund wirtschaftlicher Entwicklung dies auszusetzen.

  2. Gaby sagt:

    Schönen guten Abend in die Runde,

    da eine grottenschlechte Wirtschaftspolitik permanent mit allen möglichen Mitteln schön gelogen und gebogen wird, wird es mich nicht wundern, wenn das diesjährige Weihnachtsgeschäft mal wieder das Beste aller vergangener Jahre ist und wir wieder auf jedem TV-Sender volle Kaufhäuser, Rolltreppen und Einkaufsstraßen mit Menschen, vollbepackt mit Einkaufstüten, sehen werden.

    Und im Januar kommt, wie alle Jahre wieder, der große Katzenjammer. Das Weihnachtsgeschäft wird noch schlechter ausgefallen sein wie im Jahr zuvor und davor und davor.

    Von den Mitgliedern meines Dunstkreises weiß ich, dass sie zwar nicht an ihren Kindern sparen, aber an sich selbst und den erwachsenen Verwandten und Freunden. Das gilt sowohl im Alltag, als auch für das bevorstehende Weihnachtsfest. Die gleichen Sparmaßnahmen, wie sie in diesem Jahr praktiziert werden, kenne ich aus dem letzten und vorletzten Jahr. Eheleute schenken sich nichts, Urlaube fallen aus, Geschenke für Erwachsene sollen 15 Euro nicht überschreiten, Selbstgebasteltes ist der Renner. Der Rest des Geldes wird gespart, denn niemand kann wissen, wie schlecht die Zeiten noch werden. Größere Anschaffungen werden lange hinaus gezögert, eigentlich Überflüssiges, aber Erfreuliches, bleiben ein Traum, weil existenziell nicht nötig zu besitzen.

    Bezeichnend für die schlechte Wirtschaftslage ist meine alltägliche Beobachtung, dass die Menschen meines Umfeldes kaum noch einen Einkaufswagen mitnehmen, wenn sie einkaufen gehen. Das bisschen können sie auf dem Arm zur Kasse tragen. Und rollt tatsächlich doch mal in meinem dörflichen Lidl ein Einkaufswagen an mir vorbei, liegt da kaum etwas drin. Mitunter gibt es überquellende Wagen zu sehen, aber bei näherer Betrachtung zeigt sich, dass dort Getränke-Gebinde reingestellt wurden und ein paar Nahrungsmittel oben drauf liegen. War also wieder nix mit fröhlichem Konsumrausch!

    Die Menschen, die ich kenne, folgen unbewusst dem Herdentrieb, also dem mysteriösen massenpsychologischen Verhalten von Menschen in Krisensituationen. Keiner weiß so recht vorzutragen, vor was er/sie Angst hat, aber alle tun das Gleiche zur gleichen Zeit, nämlich Sparen, also auf Konsum verzichten. Ich behaupte deshalb, Otto Normalverbraucher hat ein wesentlich besseres Gespür für marode ökonomische Wirkweisen, als es sich unsere Politiker und Experten eingestehen wollen oder aufgrund ihrer neoliberalen Überzeugung eingestehen können.

    Bis denne,

    Gaby

  3. Manfred Steingrube, Betriebsratsvorsitzender sagt:

    Mir liegen keine konkreten Daten zur Gesamtbeurteilung vor. Vieles deutet allerdings darauf hin, dass das Statistische Bundesamt irreführend informiert. Dem Betreiber des Infoportals sei Dank, dass er in einem Wochenbrief den Sachverhalt genauer untersuchen wird.

    Die letzte Lohn- und Gehaltserhöhung allein in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie mit 700.000 Beschäftigten hat es am 01.05.2009 mit 2,1 % gegeben – sofern die Unternehmen tarifgebunden waren.

    Die nächste Lohn- und Gehaltserhöhung allein in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie mit 700.000 Beschäftigten wird frühestens zum 01.02.2011 mit 2, 7 % kommen, spätestens aber am 01.04.2011 – sofern die Unternehmen tarifgebunden sind.

    Allein dieser Sachverhalt sagt aus: In dieser Branche wird es 23 Monate keine Lohn- und Gehaltserhöhungen geben. Der vom Statistischen Bundesamt angesprochene Zeitraum vom Juli 2009 bis Juli 2010 mit einer 1,3 %tigen Tariferhöhung in der Metallindustrie ist also nicht ganz sauber getrennt worden, da z.B. die Stahlindustrie ein ganzer anderer Bereich ist als die Metall- und Elektroindustrie und damit auch unterschiedliche Tarifverträge existieren. Zumindest verschweigt das Amt nicht, dass es in dem oben genannten Zeitraum die Verbraucherpreise nahezu gleich gestiegen sind, und zwar für alle ArbeitneherInnen. Insofern wurden die Tariferhöhungen durch die Verbraucherpreiserhöhungen wieder „aufgefressen“. Berücksichtigt man noch die durch Kurzarbeit entgangenen Löhne und Gehälter und unter dem Aspekt der Steuerprogression (Progressionsvorbehalt!), wundert es mich eigentlich nicht mehr, dass der Einzelhandelumsatz gesunken ist. Das wiederum bedeutet, dass die Gefahr am Arbeitsmarkt nach wie vor real ist – entgegen vieler Politikeraussagen, die vom „Wunder am Arbeitsmarkt“ träumen. Denn viele der gefeierten Arbeitsverhältnisse sind prekär, und bringen den Betroffenen nur Sorgen. Verantwortlich hierfür mache ich ganz persönlich besonders die Parteien von CDU / CSU, FDP, die sich vehement gegen einen Mindestlohn sperren.

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