Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Freitag, 15. Oktober 2010 um 10:31 am und eingeordnet unter Kri, Wi. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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Endlich jemand, der Klartext spricht! Danke, Herr Jahnke! Natürlich sind wir alles andere, als an der Krise vorbei. Gelogen haben die BILDniks aber nicht, denn ein zarter Aufschwung ist durchaus auch ohne Brille zu erkennen, aber das könnte durchaus auch die Ruhe vor dem Sturm sein, denn solange es keine durchgreifende Änderung im Verteilungssystem gibt, wird Krise auf Krise folgen.
Dabei wäre es relativ einfach: Unternehmenssteuern rauf bis auf 80+ % vom Nettoerlös und Vermögenssteuer dazu. Im Gegenzug massiver Aufbau von Normalarbeitsstellen im staatlichen Sektor, Abbau von prekären Beschäftigungen, Regulierung der Zeitarbeit…
Rote Socke nennt das Kernproblem: „… denn solange es keine [,,] Änderung im Verteilungssystem gibt, wird Krise auf Krise folgen.“
Die erste Wirtschaftskrise des Kapitalismus fand zwischen den Jahren 1634 und 1637 statt und trägt den phantasievollen Namen „Tulpenmanie“.
Seit 376 Jahren leben wir zuverlässig in kapitalen Krisen. Die Wiederkehr von Krisen ist so ziemlich das einzige, worauf sich die Menschen auf dem kapitalistischen Waren-Marktplatz verlassen können, welches Geld höher bewertet als Leben.
Der Tulpenmanie folgte die Englische Geldkrise 1696. Darauf folgten die Law’sche Krise, der Südseeschwindel, die französische Assignatenwirtschaft und die Hamburger Handelskrise 1799.
1815 entwickelte sich eine englische Wirtschaftskrise, die durch die Überschätzung des Konsumverhaltens der englischen Bevölkerung ausgelöst wurde. Darauf folgte 1825 der Gründungs- und Aktienschwindel. Eine scharfe Konjunkturabschwächung in US-Amerika löste die „Panik von 1837“ aus, die bis 1843 anhielt.
Es folgte die „Britische Eisenbahnkrise“ 1847 und die Krise 1857 markiert die erste Weltwirtschaftskrise. Sie begann in New York, als eine Bank ihre Zahlungsfähigkeit einstellen musste.
1873 kam es zum Gründerkrach, der den enormen Boomjahren der Gründerzeit ein jähes Ende setzte. Diese Krise traf zeitgleich mit einer US-amerikanischen Krise zusammen.
1882 erlebte Frankreich sein kapitales Desaster, ausgelöst durch einen Börsenschwindel. Dem folgte die deutsche Hyperinflation 1914 – 1923. 1929 kam es zur Weltwirtschaftskrise, die uns heute noch als „Große Depression“ bekannt ist, weil sie Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit und Deflation in bis dahin unbekanntem elendigen Ausmaß hervor brachte. John Maynard Keynes entwickelte ob dieser niederschmetternden Eindrücke eine allgemeine ökonomische Theorie, das kapitalistische Verteilungsproblem ein für allemal zu lösen.
Die erste Ölkrise erlebten wir 1973. Die zweite Ölkrise fand in den Jahren 1979 und 1980 statt. Das war der Startschuss der Neoliberalen, eine neue Wirtschaftsordnung, nämlich die des radikal freien Marktes zu installieren. Keynes Theorien der gerechtern Verteilung von Kapital wurde verdrängt zugunsten einer neu-klassischen Theorie, die uns in die Steinzeit des Kapitalismus zurück befördert, nämlich geradewegs in den Manchester-Kapitalismus. Unter diesem Diktat leben und leiden wir heute.
1981 kam es zur US-Sparkassenkrise. Ab 1991 ereignete sich die Japankrise, von der sich Japan bis heute nicht erholt hat. 1994/1995 gab es die Tequila-Krise, 1997/98 die Asienkrise, 2000 platzte die Dotcom-Blase (New Economy) und seit 2007 leben wir in der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten, weil diese Krise zum ersten Mal weltumspannend, also global ist.
Wenn nun jemand behauptet, wir lebten im Aufschwung, hätten also die aktuelle Krise hinter uns gelassen, kann ich nur lachen! Die nächste Krise, die wiederum schlimmer als alle vergangenen sein wird, findet spätestens 2012 statt.
Kapitalismus ist eine von Menschen entwickelte Wirtschaftsform, die niemand wirklich versteht und niemand wirklich beherrscht.
Krisen gibt es wahrscheinlich seit es Menschen gibt,
verursacht durch Klimawandel, z.B.Eiszeiten,
falsche Nutzung natürlicher Lebensgrundlagen,
BevölkerungsWachstum …
Wirtschaftssysteme mit Geld sind möglicherweise
besonders krisenanfällig, weil
a.) die Menschen die Erfindung des Geldes
seelisch-geistig nicht verkraftet haben:
Geld ist für die Menschen mehr als nur ein Tauschmittel, http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Geld.html#Geld_Wohlstand
b.) Geld sich bevorzugt dort anhäuft, wo schon viel ist,
die Reichen werden immer reicher und
die Armen immer ärmer und immer mehr.
Das war schon im alten Israel zu Moses Zeiten so.
deshalb verfügte er das “Erlaßjahr”: 3Mo25,10
Im Erlaßjahr, jedes 49.Jahr, wird
Grund und Boden wieder neu unter der Bevölkerung aufgeteilt.
Sollte im Altertum die Kluft zwischen Reich und Arm
nach jeweils ungefähr 50 Jahren unverträglich geworden sein,
und sollte dem durch die Neuverteilung begegnet werden?
Das damalige Wirtschaftssystem hatte kapitalistische Züge,
ein echter Kapitalismus war es m.E. aber noch nicht.
Das Problem dürfte also am Geld an sich liegen.
Es gibt inzwischen bereits Überlegungen für
“eine Welt ohne Geld”, siehe z.B. http://www.steuerboykott.org/forum/viewtopic.php?f=2&t=224&sid=
Klar, ist utopisch,
aber alles, was wir jetzt haben, war einmal utopisch,
und die Zeit wäre langsam reif für “eine Welt ohne Geld”.
die Idee der regelmäßigen Neuverteilung der Vermögen und Schuldenerlasse ist mir recht symphatisch, aber eine Welt ganz ohne Geld halte ich tatsächlich für eine Utopie. Es ist nun mal einfacher, mit Münzen und Papiergeld zu tauschen, als mit Ziegen, Kühen, kiloweise Gemüse etc.
Es würde mir ja schon genügen, wenn wir mental zurück kehren würden in die Zeit vor dem Merkantilismus, denn erst ab der Epoche des Merkantilismus bemerkten die Menschen, dass das Geld eine immer größere Rolle zu spielen begann, wohingegen ihre eigene Rolle zusehends auf die schiere Arbeitskraft geschrumpft wurde. Ein Wirtschaftssystem (Kapitalismus), das den Menschen derart scharf lediglich auf seine Arbeitskraft reduziert, ist schlichtweg menschenverachtend.
Gerade heute, in neoliberalen Zeiten, beginnen wir eine Ahnung zu entwickeln, was Manchester-Kapitalismus ist und da täuschen Werbesprüche wie „Unter’m Strich zähl ich“ nicht darüber hinweg, dass der Mensch, besonders die wirtschaftlichen Habenichtse, mehr und mehr an Würde verlieren.
“…ein echter Kapitalismus…” und “m.E.” – mein lieber Scholli!
Ihre Überlegungen, Heinz Göd, in allen Ehren, aber “gefühlter” Kapitalismus, Kapitalismus als Ansichtssache – da hört für mich zumindest der Spaß auf! “Armut und Reichtum” als Folge der alleinigen Existenz des Geldes! – Mit welchem göttlichen Zeugs ist es Ihnen denn gelungen, sich so sehr in Trance zu bringen?
Die von Ihnen empfohlene Internetseite bietet dergleichen Kneipensprüche mehr. Das scheint mir eine Folge der Dauerberieselung mit BILD & Co. zu sein, gepaart mit dem BRD-Bildungssystem, das noch nie auf der Höhe der Zeit gewesen ist!
Nein, BILD lügt nicht, BILD bildet Meinungen. Dafür werden deren Macher auch fürstlich entlohnt. Mit Geld, versteht sich. Sie mögen Recht haben in der Hinsicht und ohne es zu wollen, daß dann, wenn die Voraussetzungen für die Existenz des Geldes wegfallen, das Geld als solches auch wegfällt, aber da haben schon andere drüber spintsiert, und eine ganze Bewegung in dieser Richtung ist schon mal glorreich den Bach runter gegangen!
Sie meinen also, die Menschen wären mit der Existenz des Geldes seit dessen “Erfidung” seelisch und geistig überfordert? “Erfindung” würde bedeuten, es gab einen “Erfinder”… Will den Gedanken nicht weiter ausbauen, will Ihnen nur flüstern, daß Sie nicht so viel eigener “Erfindungen” versprühen sollten, es könnte sein, daß andere Leute auch noch an solchen Quatsch glauben. Ganz zu schweigen von der biblischen Umverteilung!
Herr Göd schreibt keinen Unsinn. Er drückt sich gewählt aus und das ist mir nicht unangenehm.
Wenn Du Dir die Webseite Göd’s einmal genauer anschaust, wirst Du feststellen, dass er ein Kapitalismuskritiker ist. Herr Göd kommt zwar nicht krachledernd wie ein wütender, antikapitalistischer Krieger daher, dafür haben es seine kritischen Betrachtungen bezüglich des Kapitalismus aber trotzdem in sich. Mein lieber Scholli!
Hallo, Herr Göd,
ich habe Sie gestern tatsächlich missverstanden. Ich dachte, Sie meinen eine Welt ohne Geld, also reine Tauschwirtschaft, Ware gegen Ware, gackerndes Huhn für warmes Brot. Entschuldigung!
Ja, ich stimme Ihnen zu, dass unser Geld immer digitaler, virtueller wird und Waren tatsächlich auf anderen, als den herkömmlichen Vertriebswegen erkauft werden.
Es besteht sogar ein Zwang dazu, jedenfalls in meinem Alltag. Ganz, ganz viele Fachgeschäfte in meiner Kreisstadt sind in den letzten Jahren verschwunden, oft wegen Insolvenz. An ihre Stelle sind 1-Euro-Läden gerückt oder Reste-Rampen. Mit denen kann ich nichts anfangen, suche also per Internet nach den Waren, die ich benötige und zahle mitunter per PayPal; eine Rechnung in der Hand zu halten und eine Überweisung zu tun, wenn auch Online, ist mir allerdings lieber. Grundsätzlich gilt mir: Nur Bares ist Wahres! Im Supermarkt oder bei Einzelhändlern zahle ich nach wie vor bar.
Aber der Fortschritt macht auch in meinem Haushalt keinen Stopp. Mein Mann kam Anfang dieses Jahres auf die Idee, mit der in der Kreisstadt neu eingerichteten Poststation auf dem Bahnhof, Gleis 1, einen Vertrag einzugehen. Wenn wir jetzt per Internet Waren bestellen, wird sie nicht mehr vom DHL-Fahrer Klaus, der uns jahrelang belieferte, an unsere Haustür gebracht, sondern wir fahren mit dem Auto zum Bahnhof und laufen zum Bahnsteig, Gleis 1. Da öffnet sich, nachdem wir einen Code eingegeben haben, irgendein Metalltürchen und wir können das Paket entnehmen.
Ich bin bis heute nicht dahinter gekommen, wer das Paket in die Packstation legt. Ist es der Klaus?
Betreffs Warnung und SaferSiteVisiting – die Internetseite des Herrn Göd arbeitet mit relativ vielen css- und anderen scripts, die den Browser veranlassen, bestimmte Dinge zu tun oder nicht zu tun, was bei einer sehr niedrig eingestellten Sicherheitsstufe ein Virenwarnprogramm schon mal anschlagen lassen könnte, was aber etwa soviel bedeutet, als wenn Nachbars Pfiffi … Naja. Also, keine Bange, Herr Jahnke.
Die Präsenz selbst ist liebevoll gestaltet mit einigen netten Gadgets drin, einige Seiten haben fehlerhafte Codes, weshalb sie nicht ganz zu sehen sind, aber das mag Herr Göd regeln. Zum Inhalt will ich mich nicht äußern.
Allerdings, lieber Herr Göd, liebe Gaby, die Aussagen, die Sie treffen, sind sehr nebulös. Beispiel (s.o.): “Krisen gibt es wahrscheinlich seit es Menschen gibt…” – Beim besten Willie, “Krise” als unausweichliches Element der menschlichen Existenz, als quasi “Zustand”, nicht als Ergebnis von Entwicklungen im gesellschaftlichen bzw. wirtschaftlichen Bereich! – Naja, wer sich das antun will, bitte gern.
Zumindest wage ich die Behauptung aufzustellen, daß die Erscheinung, um die es im Ausgangstext geht, systemimmanent ist, will damit sagen, daß das System Erscheinungen dieser Art immer wieder und auf immer höherer Stufe generiert, und daß sie herzlich wenig mit Klimawandel oder Mammutsterben zu tun hat, und daß sie erst dann vorbei ist, wenn die Ursachen, die zu deren Entstehung geführt haben, wegfallen oder überwunden werden bzw. worden sind. Aber bis da hin ist es noch ein weiter Weg…
Ich erlebe unterschiedliche Feststellungen von Betriebsräten hinsichtlich der Auftragslage ihrer Unternehmen. Fasse ich alle Bewertungen zusammen, ergibt sich folgendes Bild. Die Auftragslage ist im Durchschnitt verglichen mit 2009 durchaus positiv zu bewerten, aber immer noch unterhalb der Marke des Boomjahres von 2008. Zugpferd der gegenwärtigen guten wirtschaftlichen Entwicklung ist der Export überwiegend in den asiatischen Raum.
Denke ich allein (es gibt aber weitere Anzeichen für diese Annahme wie z. B. das Gastgewerbe, dass gegenüber August 2009 real 2,7 Prozent weniger umgesetzt hat) an den Autoabsatz in Europa, der massiv in Folge eingebrochen ist, fällt es mir sehr schwer, ein Überwinden der Krise festzumachen. Tatsache ist, dass die sogeannaten führenden Wirtschaftsinstitute weder die Krise noch den „Aufschwung“ vorhergesehen haben.
Vergessen wir bitte nicht, daß Deutschland weiter Überschüsse in einer Situation aufbaut, in der es immer mehr zu Währungskriegen kommt. Es kann nicht gut gehen, wenn der Binnenumsatz, beispielsweise der deutschen Konsumgüterindustrie, im Tal der Tränen verharrt, mehr als 14 % unter dem Wert vom Januar 2008: http://www.jjahnke.net/index_files/14922.gif
Auf Lange Sicht betrachtet, wird es wohl nur Verlierer weltweit geben können, wenn weiterhin im großen Stil im Abwehrtungskrieg der Währungen einige Wirtschaftsmächte versuchen sich zu unterbieten, indem sie Auslandswährungen in Massen aufkaufen. China hat das nötige „Kleingeld“ (Dollarreserven von mehreren Billionen!) für derartige Eingriffe in die internationale Währungs- und Wirtschaftspolitik, um die eigene Währung schwach zu halten und chinesische Exporte in alle Welt billig zu halten – also wettbewerbsfähig zu bleiben.Wenn dieser Währungskrieg allerdings weiter anhält, wird die Gefahr des Protektionismus bestehen. Das Abschotten der eigenen Märkte gegen auswärtige Konkurrenz durch Schutzzölle und Beschränkungen des Kapitalverkehrs.
Eine Wirtschaftspolitik, die überwiegend auf den Export ausgerichtet ist wie in Deutschland, aber den nationalen Binnenmarkt eher vernachlässigt als stärkt, den meisten Menschen also Geld wegnimmt anstatt zu geben, läuft unruhigen Zeiten entgegen.
Es sieht sehr danach aus,
dass wir stürmischen Zeiten entgegengehen.
In dem jetzigen Schlamassel steckt möglicherweise eine Chance.
China sitzt auf 2130 Milliarden US$
(aus http://www.jjahnke.net/china.html),
der Großteil davon US$.
Damit könnte China von US-Firmen in China
Fabriken bauen lassen,
für Solar-Silizium, Solarzellen,
Akkumulatoren, Elektro-Autos …
Das brächte
…den USA Beschäftigung und
eine Verbesserung der Handelsbilanz,
…China zukunftsreiche Technologie und
eine Sorge weniger
…der Welt einen geringeren Ölverbrauch und
den Aufbruch ins Solar-Zeitalter ….
Habe die Idee in ZEIT-online zur Diskussion gestellt http://blog.zeit.de/herdentrieb/2008/11/27/eiszeit-in-deutschland_446/comment-page-8#comment-10684
und dann an den chinesischen Konsul in Wien und
den österr.Botschafter in Peking gemailt.
Beide haben nicht geantwortet -
- na ja, vielleicht ist die Idee nicht gut …
Offenbar habe ich nicht die Begabung,
unmissverständlich schreiben zu können.
Habe im Augenblick aber nicht die Zeit, alles klarzustellen,
da ich gerade eine Reise vorbereite und
auch in nächster Zeit nicht zum Computer komme.
Freundliche Grüße an alle.
Endlich jemand, der Klartext spricht! Danke, Herr Jahnke! Natürlich sind wir alles andere, als an der Krise vorbei. Gelogen haben die BILDniks aber nicht, denn ein zarter Aufschwung ist durchaus auch ohne Brille zu erkennen, aber das könnte durchaus auch die Ruhe vor dem Sturm sein, denn solange es keine durchgreifende Änderung im Verteilungssystem gibt, wird Krise auf Krise folgen.
Dabei wäre es relativ einfach: Unternehmenssteuern rauf bis auf 80+ % vom Nettoerlös und Vermögenssteuer dazu. Im Gegenzug massiver Aufbau von Normalarbeitsstellen im staatlichen Sektor, Abbau von prekären Beschäftigungen, Regulierung der Zeitarbeit…
Guten Abend, in die Runde,
Rote Socke nennt das Kernproblem: „… denn solange es keine [,,] Änderung im Verteilungssystem gibt, wird Krise auf Krise folgen.“
Die erste Wirtschaftskrise des Kapitalismus fand zwischen den Jahren 1634 und 1637 statt und trägt den phantasievollen Namen „Tulpenmanie“.
Seit 376 Jahren leben wir zuverlässig in kapitalen Krisen. Die Wiederkehr von Krisen ist so ziemlich das einzige, worauf sich die Menschen auf dem kapitalistischen Waren-Marktplatz verlassen können, welches Geld höher bewertet als Leben.
Der Tulpenmanie folgte die Englische Geldkrise 1696. Darauf folgten die Law’sche Krise, der Südseeschwindel, die französische Assignatenwirtschaft und die Hamburger Handelskrise 1799.
1815 entwickelte sich eine englische Wirtschaftskrise, die durch die Überschätzung des Konsumverhaltens der englischen Bevölkerung ausgelöst wurde. Darauf folgte 1825 der Gründungs- und Aktienschwindel. Eine scharfe Konjunkturabschwächung in US-Amerika löste die „Panik von 1837“ aus, die bis 1843 anhielt.
Es folgte die „Britische Eisenbahnkrise“ 1847 und die Krise 1857 markiert die erste Weltwirtschaftskrise. Sie begann in New York, als eine Bank ihre Zahlungsfähigkeit einstellen musste.
1873 kam es zum Gründerkrach, der den enormen Boomjahren der Gründerzeit ein jähes Ende setzte. Diese Krise traf zeitgleich mit einer US-amerikanischen Krise zusammen.
1882 erlebte Frankreich sein kapitales Desaster, ausgelöst durch einen Börsenschwindel. Dem folgte die deutsche Hyperinflation 1914 – 1923. 1929 kam es zur Weltwirtschaftskrise, die uns heute noch als „Große Depression“ bekannt ist, weil sie Unternehmenszusammenbrüche, Massenarbeitslosigkeit und Deflation in bis dahin unbekanntem elendigen Ausmaß hervor brachte. John Maynard Keynes entwickelte ob dieser niederschmetternden Eindrücke eine allgemeine ökonomische Theorie, das kapitalistische Verteilungsproblem ein für allemal zu lösen.
Die erste Ölkrise erlebten wir 1973. Die zweite Ölkrise fand in den Jahren 1979 und 1980 statt. Das war der Startschuss der Neoliberalen, eine neue Wirtschaftsordnung, nämlich die des radikal freien Marktes zu installieren. Keynes Theorien der gerechtern Verteilung von Kapital wurde verdrängt zugunsten einer neu-klassischen Theorie, die uns in die Steinzeit des Kapitalismus zurück befördert, nämlich geradewegs in den Manchester-Kapitalismus. Unter diesem Diktat leben und leiden wir heute.
1981 kam es zur US-Sparkassenkrise. Ab 1991 ereignete sich die Japankrise, von der sich Japan bis heute nicht erholt hat. 1994/1995 gab es die Tequila-Krise, 1997/98 die Asienkrise, 2000 platzte die Dotcom-Blase (New Economy) und seit 2007 leben wir in der größten Wirtschaftskrise aller Zeiten, weil diese Krise zum ersten Mal weltumspannend, also global ist.
Wenn nun jemand behauptet, wir lebten im Aufschwung, hätten also die aktuelle Krise hinter uns gelassen, kann ich nur lachen! Die nächste Krise, die wiederum schlimmer als alle vergangenen sein wird, findet spätestens 2012 statt.
Kapitalismus ist eine von Menschen entwickelte Wirtschaftsform, die niemand wirklich versteht und niemand wirklich beherrscht.
Bleibt trotzdem heiter,
Gaby
Hallo Gaby,
Krisen gibt es wahrscheinlich seit es Menschen gibt,
verursacht durch Klimawandel, z.B.Eiszeiten,
falsche Nutzung natürlicher Lebensgrundlagen,
BevölkerungsWachstum …
Wirtschaftssysteme mit Geld sind möglicherweise
besonders krisenanfällig, weil
a.) die Menschen die Erfindung des Geldes
seelisch-geistig nicht verkraftet haben:
Geld ist für die Menschen mehr als nur ein Tauschmittel,
http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Geld.html#Geld_Wohlstand
b.) Geld sich bevorzugt dort anhäuft, wo schon viel ist,
die Reichen werden immer reicher und
die Armen immer ärmer und immer mehr.
Das war schon im alten Israel zu Moses Zeiten so.
deshalb verfügte er das “Erlaßjahr”: 3Mo25,10
Im Erlaßjahr, jedes 49.Jahr, wird
Grund und Boden wieder neu unter der Bevölkerung aufgeteilt.
Sollte im Altertum die Kluft zwischen Reich und Arm
nach jeweils ungefähr 50 Jahren unverträglich geworden sein,
und sollte dem durch die Neuverteilung begegnet werden?
Das damalige Wirtschaftssystem hatte kapitalistische Züge,
ein echter Kapitalismus war es m.E. aber noch nicht.
Das Problem dürfte also am Geld an sich liegen.
Es gibt inzwischen bereits Überlegungen für
“eine Welt ohne Geld”, siehe z.B.
http://www.steuerboykott.org/forum/viewtopic.php?f=2&t=224&sid=
Klar, ist utopisch,
aber alles, was wir jetzt haben, war einmal utopisch,
und die Zeit wäre langsam reif für “eine Welt ohne Geld”.
Guten Abend, Herr Göd und Mitlesende,
die Idee der regelmäßigen Neuverteilung der Vermögen und Schuldenerlasse ist mir recht symphatisch, aber eine Welt ganz ohne Geld halte ich tatsächlich für eine Utopie. Es ist nun mal einfacher, mit Münzen und Papiergeld zu tauschen, als mit Ziegen, Kühen, kiloweise Gemüse etc.
Es würde mir ja schon genügen, wenn wir mental zurück kehren würden in die Zeit vor dem Merkantilismus, denn erst ab der Epoche des Merkantilismus bemerkten die Menschen, dass das Geld eine immer größere Rolle zu spielen begann, wohingegen ihre eigene Rolle zusehends auf die schiere Arbeitskraft geschrumpft wurde. Ein Wirtschaftssystem (Kapitalismus), das den Menschen derart scharf lediglich auf seine Arbeitskraft reduziert, ist schlichtweg menschenverachtend.
Gerade heute, in neoliberalen Zeiten, beginnen wir eine Ahnung zu entwickeln, was Manchester-Kapitalismus ist und da täuschen Werbesprüche wie „Unter’m Strich zähl ich“ nicht darüber hinweg, dass der Mensch, besonders die wirtschaftlichen Habenichtse, mehr und mehr an Würde verlieren.
Vielen Dank für Ihre interessanten Ausführungen,
Gaby
“…ein echter Kapitalismus…” und “m.E.” – mein lieber Scholli!
Ihre Überlegungen, Heinz Göd, in allen Ehren, aber “gefühlter” Kapitalismus, Kapitalismus als Ansichtssache – da hört für mich zumindest der Spaß auf! “Armut und Reichtum” als Folge der alleinigen Existenz des Geldes! – Mit welchem göttlichen Zeugs ist es Ihnen denn gelungen, sich so sehr in Trance zu bringen?
Die von Ihnen empfohlene Internetseite bietet dergleichen Kneipensprüche mehr. Das scheint mir eine Folge der Dauerberieselung mit BILD & Co. zu sein, gepaart mit dem BRD-Bildungssystem, das noch nie auf der Höhe der Zeit gewesen ist!
Nein, BILD lügt nicht, BILD bildet Meinungen. Dafür werden deren Macher auch fürstlich entlohnt. Mit Geld, versteht sich. Sie mögen Recht haben in der Hinsicht und ohne es zu wollen, daß dann, wenn die Voraussetzungen für die Existenz des Geldes wegfallen, das Geld als solches auch wegfällt, aber da haben schon andere drüber spintsiert, und eine ganze Bewegung in dieser Richtung ist schon mal glorreich den Bach runter gegangen!
Sie meinen also, die Menschen wären mit der Existenz des Geldes seit dessen “Erfidung” seelisch und geistig überfordert? “Erfindung” würde bedeuten, es gab einen “Erfinder”… Will den Gedanken nicht weiter ausbauen, will Ihnen nur flüstern, daß Sie nicht so viel eigener “Erfindungen” versprühen sollten, es könnte sein, daß andere Leute auch noch an solchen Quatsch glauben. Ganz zu schweigen von der biblischen Umverteilung!
Schönen guten Abend, Rote Socke,
Herr Göd schreibt keinen Unsinn. Er drückt sich gewählt aus und das ist mir nicht unangenehm.
Wenn Du Dir die Webseite Göd’s einmal genauer anschaust, wirst Du feststellen, dass er ein Kapitalismuskritiker ist. Herr Göd kommt zwar nicht krachledernd wie ein wütender, antikapitalistischer Krieger daher, dafür haben es seine kritischen Betrachtungen bezüglich des Kapitalismus aber trotzdem in sich. Mein lieber Scholli!
Hallo, Herr Göd,
ich habe Sie gestern tatsächlich missverstanden. Ich dachte, Sie meinen eine Welt ohne Geld, also reine Tauschwirtschaft, Ware gegen Ware, gackerndes Huhn für warmes Brot. Entschuldigung!
Ja, ich stimme Ihnen zu, dass unser Geld immer digitaler, virtueller wird und Waren tatsächlich auf anderen, als den herkömmlichen Vertriebswegen erkauft werden.
Es besteht sogar ein Zwang dazu, jedenfalls in meinem Alltag. Ganz, ganz viele Fachgeschäfte in meiner Kreisstadt sind in den letzten Jahren verschwunden, oft wegen Insolvenz. An ihre Stelle sind 1-Euro-Läden gerückt oder Reste-Rampen. Mit denen kann ich nichts anfangen, suche also per Internet nach den Waren, die ich benötige und zahle mitunter per PayPal; eine Rechnung in der Hand zu halten und eine Überweisung zu tun, wenn auch Online, ist mir allerdings lieber. Grundsätzlich gilt mir: Nur Bares ist Wahres! Im Supermarkt oder bei Einzelhändlern zahle ich nach wie vor bar.
Aber der Fortschritt macht auch in meinem Haushalt keinen Stopp. Mein Mann kam Anfang dieses Jahres auf die Idee, mit der in der Kreisstadt neu eingerichteten Poststation auf dem Bahnhof, Gleis 1, einen Vertrag einzugehen. Wenn wir jetzt per Internet Waren bestellen, wird sie nicht mehr vom DHL-Fahrer Klaus, der uns jahrelang belieferte, an unsere Haustür gebracht, sondern wir fahren mit dem Auto zum Bahnhof und laufen zum Bahnsteig, Gleis 1. Da öffnet sich, nachdem wir einen Code eingegeben haben, irgendein Metalltürchen und wir können das Paket entnehmen.
Ich bin bis heute nicht dahinter gekommen, wer das Paket in die Packstation legt. Ist es der Klaus?
Liebe Grüße an alle,
Gaby
Die Seite home.pages.at/goedhe/goed.heinz@aon.at ist nach meinem Virenprogramm Norton “unsafe”. Bitte nicht besuchen!
Gaby: virenproblematik ist Privatsache.
MfG
Gaby: verstehe den Sinn deiner Mitteilung nicht!?
MfG
Betreffs Warnung und SaferSiteVisiting – die Internetseite des Herrn Göd arbeitet mit relativ vielen css- und anderen scripts, die den Browser veranlassen, bestimmte Dinge zu tun oder nicht zu tun, was bei einer sehr niedrig eingestellten Sicherheitsstufe ein Virenwarnprogramm schon mal anschlagen lassen könnte, was aber etwa soviel bedeutet, als wenn Nachbars Pfiffi … Naja. Also, keine Bange, Herr Jahnke.
Die Präsenz selbst ist liebevoll gestaltet mit einigen netten Gadgets drin, einige Seiten haben fehlerhafte Codes, weshalb sie nicht ganz zu sehen sind, aber das mag Herr Göd regeln. Zum Inhalt will ich mich nicht äußern.
Allerdings, lieber Herr Göd, liebe Gaby, die Aussagen, die Sie treffen, sind sehr nebulös. Beispiel (s.o.): “Krisen gibt es wahrscheinlich seit es Menschen gibt…” – Beim besten Willie, “Krise” als unausweichliches Element der menschlichen Existenz, als quasi “Zustand”, nicht als Ergebnis von Entwicklungen im gesellschaftlichen bzw. wirtschaftlichen Bereich! – Naja, wer sich das antun will, bitte gern.
Zumindest wage ich die Behauptung aufzustellen, daß die Erscheinung, um die es im Ausgangstext geht, systemimmanent ist, will damit sagen, daß das System Erscheinungen dieser Art immer wieder und auf immer höherer Stufe generiert, und daß sie herzlich wenig mit Klimawandel oder Mammutsterben zu tun hat, und daß sie erst dann vorbei ist, wenn die Ursachen, die zu deren Entstehung geführt haben, wegfallen oder überwunden werden bzw. worden sind. Aber bis da hin ist es noch ein weiter Weg…
http://www.sueddeutsche.de/geld/usa-zwangsversteigerungen-haeuserkampf-1.1012637
In den USA deutet sich auch schon wieder neues(altbekanntes!) Ungemach an!
MfG
Ich erlebe unterschiedliche Feststellungen von Betriebsräten hinsichtlich der Auftragslage ihrer Unternehmen. Fasse ich alle Bewertungen zusammen, ergibt sich folgendes Bild. Die Auftragslage ist im Durchschnitt verglichen mit 2009 durchaus positiv zu bewerten, aber immer noch unterhalb der Marke des Boomjahres von 2008. Zugpferd der gegenwärtigen guten wirtschaftlichen Entwicklung ist der Export überwiegend in den asiatischen Raum.
Denke ich allein (es gibt aber weitere Anzeichen für diese Annahme wie z. B. das Gastgewerbe, dass gegenüber August 2009 real 2,7 Prozent weniger umgesetzt hat) an den Autoabsatz in Europa, der massiv in Folge eingebrochen ist, fällt es mir sehr schwer, ein Überwinden der Krise festzumachen. Tatsache ist, dass die sogeannaten führenden Wirtschaftsinstitute weder die Krise noch den „Aufschwung“ vorhergesehen haben.
Vergessen wir bitte nicht, daß Deutschland weiter Überschüsse in einer Situation aufbaut, in der es immer mehr zu Währungskriegen kommt. Es kann nicht gut gehen, wenn der Binnenumsatz, beispielsweise der deutschen Konsumgüterindustrie, im Tal der Tränen verharrt, mehr als 14 % unter dem Wert vom Januar 2008: http://www.jjahnke.net/index_files/14922.gif
Auf Lange Sicht betrachtet, wird es wohl nur Verlierer weltweit geben können, wenn weiterhin im großen Stil im Abwehrtungskrieg der Währungen einige Wirtschaftsmächte versuchen sich zu unterbieten, indem sie Auslandswährungen in Massen aufkaufen. China hat das nötige „Kleingeld“ (Dollarreserven von mehreren Billionen!) für derartige Eingriffe in die internationale Währungs- und Wirtschaftspolitik, um die eigene Währung schwach zu halten und chinesische Exporte in alle Welt billig zu halten – also wettbewerbsfähig zu bleiben.Wenn dieser Währungskrieg allerdings weiter anhält, wird die Gefahr des Protektionismus bestehen. Das Abschotten der eigenen Märkte gegen auswärtige Konkurrenz durch Schutzzölle und Beschränkungen des Kapitalverkehrs.
Eine Wirtschaftspolitik, die überwiegend auf den Export ausgerichtet ist wie in Deutschland, aber den nationalen Binnenmarkt eher vernachlässigt als stärkt, den meisten Menschen also Geld wegnimmt anstatt zu geben, läuft unruhigen Zeiten entgegen.
Es sieht sehr danach aus,
dass wir stürmischen Zeiten entgegengehen.
In dem jetzigen Schlamassel steckt möglicherweise eine Chance.
China sitzt auf 2130 Milliarden US$
(aus http://www.jjahnke.net/china.html),
der Großteil davon US$.
Damit könnte China von US-Firmen in China
Fabriken bauen lassen,
für Solar-Silizium, Solarzellen,
Akkumulatoren, Elektro-Autos …
Das brächte
…den USA Beschäftigung und
eine Verbesserung der Handelsbilanz,
…China zukunftsreiche Technologie und
eine Sorge weniger
…der Welt einen geringeren Ölverbrauch und
den Aufbruch ins Solar-Zeitalter ….
Habe die Idee in ZEIT-online zur Diskussion gestellt
http://blog.zeit.de/herdentrieb/2008/11/27/eiszeit-in-deutschland_446/comment-page-8#comment-10684
und dann an den chinesischen Konsul in Wien und
den österr.Botschafter in Peking gemailt.
Beide haben nicht geantwortet -
- na ja, vielleicht ist die Idee nicht gut …
Guten Abend, Frau Gaby und Mitlesende,
“Es ist nun mal einfacher, mit Münzen und Papiergeld zu tauschen, als mit Ziegen, Kühen, kiloweise Gemüse ”
Offenbar habe ich da etwas missverständlich dargestellt.
Wir leben im 21.Jahrhuhdert und
haben Computer und Chipkarten.
Wie eine ‘Welt ohne Geld’ aussehen könnte, ist beschrieben z.B: in
http://stattkapitalismus.blogsport.de/2008/12/05/inhaltsverzeichnis/
http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/GOD_ZukunftD.html#SUCHEnL
Eine kürzere Abhandlung auf
http://home.pages.at/goedhe/GOD_Deutsch/Zukunft/2069FaqD/2069FaqD_Geld.html#Geld_Entlohnung
Münzen und Papierscheine sind genaugenommen
Versatzstücke aus früheren Jahrhunderten und
nicht mehr zeitgemäß.
Guten Nachmittag, in die Runde,
Offenbar habe ich nicht die Begabung,
unmissverständlich schreiben zu können.
Habe im Augenblick aber nicht die Zeit, alles klarzustellen,
da ich gerade eine Reise vorbereite und
auch in nächster Zeit nicht zum Computer komme.
Freundliche Grüße an alle.