Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Dienstag, 12. Oktober 2010 um 7:08 pm und eingeordnet unter soz. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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natürlich will ich ungleichheit und Diskriminierung von Frauen nicht kleinreden. Aber es ist nun mal so das Frauen oft FREIWILLIG halbtagsjobs haben um sich um ihre kinder zu kümmern etc.oder halt hausfrauen sind was ich noch viel beachtenswerter finde als geld für die Familie zu verdienen. Natürlich verdienen damit Frauen damit schonmal im Schnitt wesentlich weniger. Man sollte solche Sachen auch erwähnen und nciht nur schwarz weiß mahlen.
Hier geht es bei der Studie des Weltwirtschaftsforums um einen internationalen Vergleich. Natürlich kann man die Gründe in Deutschland untersuchen. Doch die erklären nicht das deutsche Abrutschen im internationalen Vergleich. Deswegen trifft Ihre Kritik den Punkt, den der Rundbrief machen will, nicht.
Die Benachteiligung der Frauen in Deutschland ist facettenreich. Eines aber steht unumstößlich fest: In Deutschland ist es außerordentlich schwer für Frauen, Familie und Beruf in Balance zu bringen. Knackpunkte sind die Arbeitszeiten und die Kinderbetreuung. Das nutzen nicht wenige Unternehmen schamlos aus und stellen den Frauen finanzielle Bedingungen. In ihrer Not müssen sie jede Arbeit annehmen. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele gerade im Discounterbereich.
Hinzu kommen die zahlreichen perfiden Geschäftsmodelle von Unternehmen, die darauf ausgerichtet sind, ergänzenden Lebensunterhalt bei den Argen beantragen zu müssen. Symptomatisch stehen hierfür z. B. Postdienstzusteller wie die PIN-Group.
Darüber hinaus ist es Frauen (eben auch wegen der Kinderbetreuung!) sehr häufig verwehrt, sich den neuen Bedingungen in einem Unternehmen anpassen zu können, um neue Erkenntnisse und Fähigkeiten durch Weiterbildungen zu erwerben. Damit werden sie aus Bonus-, Zielvereinbarungs- und Leistungssystemen weitestgehend ausgeschlossen. Und das bedeutet eben auch weniger Lohn.
Weitere Informationen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf können hier im Infoportal vom 20.09.2009 nachgelesen werden. Inhaltlich hat sich bis heute nichts geändert. Politik und Unternehmen gehen nur im Schneckentempo an diese Problematik heran.
Freundlicherweise wurden mir heute auf Nachfrage zum Thema „Frauendiskriminierung“ nachstehende Zahlen (sie stammen von der Otto Brenner Stiftung) von meiner Verwaltungsstelle übergeben, die darauf hinweisen, dass das Infoportal in der Tendenz die richtige Interpretation hinsichtlich der Einkommensunterschiede vornimmt. Basis ist die in der Metall- und Elektroindustrie übliche 35 Stundenwoche.
Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Elektroindustrie sind extrem stark ausgeprägt. Die durchschnittliche Einkommensdifferenz ohne Sonderzahlungen beträgt bei den hier betrachteten Zweigen der Elektroindustrie rund 33 %. Damit verdienen Frauen – im Vergleich zum Durchschnitt im Verarbeitenden Gewerbe (25 %) oder gar im Vergleich zu einzelnen Branchen wie dem Maschinenbau (18,2 %) oder der Automobilindustrie (17,6 % ) deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Am stärksten machen sich Unterschiede im Wirtschaftszweig „Rundfunk und Nachrichtentechnik“ mit 33,5 % bemerkbar. Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen der Frauen liegt hier bei 2.706 Euro und damit 1.365 Euro niedriger als das der Männer (4.071 Euro)
Berücksichtigt man Sonderzahlungen (SZ), erhöht sich der Einkommensunterschied in der Elektroindustrie zwischen Frauen und Männer auf knapp 37 %. Auch hier ist die Differenz im Zweig „Rundfunk und Nachrichtentechnik“ am stärksten ausgeprägt: Frauen verdienen durchschnittlich 1.859 Euro oder 38,8 % weniger als ihre männlichen Kollegen.
An Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie lassen extrem zu wünschen übrig.
Sie haben ganz hervorragend erklärt, warum das weibliche Humankapital am Arbeitsmarkt weniger wert ist als das männliche. Die vielen „schlauen“ Erläuterungen, die landauf-, landab diskutiert werden, sind, gemessen an Ihren Argumenten, einfach nur perfide, weil sie nicht die realen, gar marktradikalen Lebenswelten der Frauen in die Diskussionen einbeziehen.
Die Erläuterungen unseres Mitdiskutanten Tobias klingen beispielsweise wie die Erklärungsversuche des Nobelpreis-Ökonomen Gary Becker. Dieser Theoretiker bedient sich der Soziobiologie, den geringeren Wert weiblicher Lohnarbeit zu erklären. Er meint, durch die Beobachtung von Affen erkannt zu haben, dass Frauen eine besondere Präferenz für die Hausarbeit haben. Wer seinem Theoriegebäude eine solch krude Basis schafft, verfängt sich leicht in Zirkelargumenten wie ‚Frauen favorisieren die Hausarbeit, weil sie geringere Verdienstmöglichkeiten haben und die haben sie deshalb, weil sie sich auf Hausarbeit spezialisieren’.
Tja, so werden Theorien geschaffen, die schlimmstenfalls die westlichen Industriegesellschaften retraditionalisieren, also die Errungenschaften des Feminismus zunichte machen. Da der Neoliberalismus in gesellschaftspolitischer Hinsicht ziemlich reaktionär ist, steht zu vermuten, dass es den Frauen in den nächsten Jahren noch sehr viel schlechter gehen wird; ihr Humankapital also mehr und mehr an Wert verliert.
Es ist schon beachtlich und Menetekel zugleich, dass der neoliberale Musterschüler Deutschland seine Frauen in Sachen Gleichberechtigung innerhalb weniger Jahre von Platz 5 auf Platz 13 im Ranking von 19 Länder zurück fallen ließ.
was ist eigentlich Feminismus in Deutschland? Ständig wird von seiten der Männer darüber geschimpft, aber mir scheint, dass niemand mehr so recht weiß, wofür die Frauen einst gekämpft haben. Die Eckpunkte will ich mal eben in Erinnerung bringen.
Die politische Gleichstellung von Mann und Frau erfolgte in Deutschland am 1. Juli 1958. Derselbe Tag beschied, dass Frauen keine Einwilligung ihres Ehemannes mehr brauchen, um den Führerschein zu machen. Erst von diesem Tag an durften Frauen ihr in die Ehe mitgebrachtes Vermögen selbst verwalten. Erst von diesem Tag an war es dem Ehemann untersagt, den gewerblichen Lohn seiner Frau für sich selbst einzukassieren.
Erst ab dem Jahr 1958 hatte der Ehemann nicht mehr das letzte Wort in Eheangelegenheiten. Die Zugewinngemeinschaft wurde gesetzlicher Güterbestand. Gleichzeitig wurde das väterliche Vorrecht der Kindererziehung eingeschränkt, aber erst 1979 vollständig abgeschafft.
Der 1871 und erst 1969 aufgehobene Paragraph 175 StGB sah vor: „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts, oder von Menschen mit Tieren verübt wird, ist mit Gefängnis bis zu zwei Jahren zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.“ Seit dem Jahr 2001 können homosexuelle Paare eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ eingehen – Frauen durften das schon immer. Kinder dürfen Schwule wie Lesben bis heute nicht adoptieren.
Die Unzucht mit Tieren wird seit der Großen Strafrechtsreform im Jahre 1969 von umfangreichen Tierschutzgesetzen geregelt und im Falle eines sexuellen Missbrauchs nicht eigener Tiere kommt die strafrechtliche Bestimmung der Sachbeschädigung zum Tragen, die einen Gefängnisaufenthalt zur Folge haben kann.
Bis 1973 war es in Deutschland verboten, dass Mütter und Väter ihrer unverheirateten 30-jährigen Tochter gestatteten, mit ihrem gleichaltrigen Verlobten zu übernachten. Die Eltern konnten wegen des Vorwurfs der Kuppelei ins Gefängnis geworfen werden!
Seit 1977 gibt es nicht mehr die gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung zwischen den Eheleuten. Seit 1977 ist es Frauen gesetzlich erlaubt, eine Lohnarbeit aufzunehmen, ohne die Zustimmung des Ehemannes. Erst ab 1977 durfte die deutsche Frau selbstständig, also ohne die Erlaubnis ihres Mannes, größere Anschaffungen tätigen, wie beispielsweise einen Kühlschrank kaufen oder ein neues Möbel.
Die Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 strafbar.
Die TAZ führte in 1989 das Binnen-I ein, 1981 vom Radiomoderator Christoph Busch erfunden. Seither schreiben und sprechen wir BügerInnen, ErzieherInnen, WählerInnen. Blöd und sperrig wird es, wenn wir im Lokal nicht nach dem Ober, sondern nach der Frau Oberin rufen.
Das Vorurteil, in der Bundesrepublik Deutschland könne jede Frau eine ungewollte Schwangerschaft locker-leicht abbrechen, stimmt nicht. Der § 218 ist weiterhin in aller Strenge aktiv. Allerdings gibt es mittlerweile einige soziale wie wirtschaftliche Indikationen, die den Abbruch einer Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen legalisieren. Der Bauch der Frauen gehört aber nach wie vor nicht ihnen selbst, sondern der Politik.
Hallo zusammen,
natürlich will ich ungleichheit und Diskriminierung von Frauen nicht kleinreden. Aber es ist nun mal so das Frauen oft FREIWILLIG halbtagsjobs haben um sich um ihre kinder zu kümmern etc.oder halt hausfrauen sind was ich noch viel beachtenswerter finde als geld für die Familie zu verdienen. Natürlich verdienen damit Frauen damit schonmal im Schnitt wesentlich weniger. Man sollte solche Sachen auch erwähnen und nciht nur schwarz weiß mahlen.
Grüße Tobias
Hier geht es bei der Studie des Weltwirtschaftsforums um einen internationalen Vergleich. Natürlich kann man die Gründe in Deutschland untersuchen. Doch die erklären nicht das deutsche Abrutschen im internationalen Vergleich. Deswegen trifft Ihre Kritik den Punkt, den der Rundbrief machen will, nicht.
Die Benachteiligung der Frauen in Deutschland ist facettenreich. Eines aber steht unumstößlich fest: In Deutschland ist es außerordentlich schwer für Frauen, Familie und Beruf in Balance zu bringen. Knackpunkte sind die Arbeitszeiten und die Kinderbetreuung. Das nutzen nicht wenige Unternehmen schamlos aus und stellen den Frauen finanzielle Bedingungen. In ihrer Not müssen sie jede Arbeit annehmen. Hierfür gibt es zahlreiche Beispiele gerade im Discounterbereich.
Hinzu kommen die zahlreichen perfiden Geschäftsmodelle von Unternehmen, die darauf ausgerichtet sind, ergänzenden Lebensunterhalt bei den Argen beantragen zu müssen. Symptomatisch stehen hierfür z. B. Postdienstzusteller wie die PIN-Group.
Darüber hinaus ist es Frauen (eben auch wegen der Kinderbetreuung!) sehr häufig verwehrt, sich den neuen Bedingungen in einem Unternehmen anpassen zu können, um neue Erkenntnisse und Fähigkeiten durch Weiterbildungen zu erwerben. Damit werden sie aus Bonus-, Zielvereinbarungs- und Leistungssystemen weitestgehend ausgeschlossen. Und das bedeutet eben auch weniger Lohn.
Weitere Informationen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf können hier im Infoportal vom 20.09.2009 nachgelesen werden. Inhaltlich hat sich bis heute nichts geändert. Politik und Unternehmen gehen nur im Schneckentempo an diese Problematik heran.
Freundlicherweise wurden mir heute auf Nachfrage zum Thema „Frauendiskriminierung“ nachstehende Zahlen (sie stammen von der Otto Brenner Stiftung) von meiner Verwaltungsstelle übergeben, die darauf hinweisen, dass das Infoportal in der Tendenz die richtige Interpretation hinsichtlich der Einkommensunterschiede vornimmt. Basis ist die in der Metall- und Elektroindustrie übliche 35 Stundenwoche.
Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern in der Elektroindustrie sind extrem stark ausgeprägt. Die durchschnittliche Einkommensdifferenz ohne Sonderzahlungen beträgt bei den hier betrachteten Zweigen der Elektroindustrie rund 33 %. Damit verdienen Frauen – im Vergleich zum Durchschnitt im Verarbeitenden Gewerbe (25 %) oder gar im Vergleich zu einzelnen Branchen wie dem Maschinenbau (18,2 %) oder der Automobilindustrie (17,6 % ) deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Am stärksten machen sich Unterschiede im Wirtschaftszweig „Rundfunk und Nachrichtentechnik“ mit 33,5 % bemerkbar. Das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen der Frauen liegt hier bei 2.706 Euro und damit 1.365 Euro niedriger als das der Männer (4.071 Euro)
Berücksichtigt man Sonderzahlungen (SZ), erhöht sich der Einkommensunterschied in der Elektroindustrie zwischen Frauen und Männer auf knapp 37 %. Auch hier ist die Differenz im Zweig „Rundfunk und Nachrichtentechnik“ am stärksten ausgeprägt: Frauen verdienen durchschnittlich 1.859 Euro oder 38,8 % weniger als ihre männlichen Kollegen.
An Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie lassen extrem zu wünschen übrig.
Guten Abend, Herr Steingrube,
Sie haben ganz hervorragend erklärt, warum das weibliche Humankapital am Arbeitsmarkt weniger wert ist als das männliche. Die vielen „schlauen“ Erläuterungen, die landauf-, landab diskutiert werden, sind, gemessen an Ihren Argumenten, einfach nur perfide, weil sie nicht die realen, gar marktradikalen Lebenswelten der Frauen in die Diskussionen einbeziehen.
Die Erläuterungen unseres Mitdiskutanten Tobias klingen beispielsweise wie die Erklärungsversuche des Nobelpreis-Ökonomen Gary Becker. Dieser Theoretiker bedient sich der Soziobiologie, den geringeren Wert weiblicher Lohnarbeit zu erklären. Er meint, durch die Beobachtung von Affen erkannt zu haben, dass Frauen eine besondere Präferenz für die Hausarbeit haben. Wer seinem Theoriegebäude eine solch krude Basis schafft, verfängt sich leicht in Zirkelargumenten wie ‚Frauen favorisieren die Hausarbeit, weil sie geringere Verdienstmöglichkeiten haben und die haben sie deshalb, weil sie sich auf Hausarbeit spezialisieren’.
Tja, so werden Theorien geschaffen, die schlimmstenfalls die westlichen Industriegesellschaften retraditionalisieren, also die Errungenschaften des Feminismus zunichte machen. Da der Neoliberalismus in gesellschaftspolitischer Hinsicht ziemlich reaktionär ist, steht zu vermuten, dass es den Frauen in den nächsten Jahren noch sehr viel schlechter gehen wird; ihr Humankapital also mehr und mehr an Wert verliert.
Es ist schon beachtlich und Menetekel zugleich, dass der neoliberale Musterschüler Deutschland seine Frauen in Sachen Gleichberechtigung innerhalb weniger Jahre von Platz 5 auf Platz 13 im Ranking von 19 Länder zurück fallen ließ.
Beste Grüße
Gaby
Guten Abend in die Gesprächsrunde,
was ist eigentlich Feminismus in Deutschland? Ständig wird von seiten der Männer darüber geschimpft, aber mir scheint, dass niemand mehr so recht weiß, wofür die Frauen einst gekämpft haben. Die Eckpunkte will ich mal eben in Erinnerung bringen.
Die politische Gleichstellung von Mann und Frau erfolgte in Deutschland am 1. Juli 1958. Derselbe Tag beschied, dass Frauen keine Einwilligung ihres Ehemannes mehr brauchen, um den Führerschein zu machen. Erst von diesem Tag an durften Frauen ihr in die Ehe mitgebrachtes Vermögen selbst verwalten. Erst von diesem Tag an war es dem Ehemann untersagt, den gewerblichen Lohn seiner Frau für sich selbst einzukassieren.
Erst ab dem Jahr 1958 hatte der Ehemann nicht mehr das letzte Wort in Eheangelegenheiten. Die Zugewinngemeinschaft wurde gesetzlicher Güterbestand. Gleichzeitig wurde das väterliche Vorrecht der Kindererziehung eingeschränkt, aber erst 1979 vollständig abgeschafft.
Der 1871 und erst 1969 aufgehobene Paragraph 175 StGB sah vor: „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts, oder von Menschen mit Tieren verübt wird, ist mit Gefängnis bis zu zwei Jahren zu bestrafen; auch kann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden.“ Seit dem Jahr 2001 können homosexuelle Paare eine „eingetragene Lebenspartnerschaft“ eingehen – Frauen durften das schon immer. Kinder dürfen Schwule wie Lesben bis heute nicht adoptieren.
Die Unzucht mit Tieren wird seit der Großen Strafrechtsreform im Jahre 1969 von umfangreichen Tierschutzgesetzen geregelt und im Falle eines sexuellen Missbrauchs nicht eigener Tiere kommt die strafrechtliche Bestimmung der Sachbeschädigung zum Tragen, die einen Gefängnisaufenthalt zur Folge haben kann.
Bis 1973 war es in Deutschland verboten, dass Mütter und Väter ihrer unverheirateten 30-jährigen Tochter gestatteten, mit ihrem gleichaltrigen Verlobten zu übernachten. Die Eltern konnten wegen des Vorwurfs der Kuppelei ins Gefängnis geworfen werden!
Seit 1977 gibt es nicht mehr die gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung zwischen den Eheleuten. Seit 1977 ist es Frauen gesetzlich erlaubt, eine Lohnarbeit aufzunehmen, ohne die Zustimmung des Ehemannes. Erst ab 1977 durfte die deutsche Frau selbstständig, also ohne die Erlaubnis ihres Mannes, größere Anschaffungen tätigen, wie beispielsweise einen Kühlschrank kaufen oder ein neues Möbel.
Die Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit 1997 strafbar.
Die TAZ führte in 1989 das Binnen-I ein, 1981 vom Radiomoderator Christoph Busch erfunden. Seither schreiben und sprechen wir BügerInnen, ErzieherInnen, WählerInnen. Blöd und sperrig wird es, wenn wir im Lokal nicht nach dem Ober, sondern nach der Frau Oberin rufen.
Das Vorurteil, in der Bundesrepublik Deutschland könne jede Frau eine ungewollte Schwangerschaft locker-leicht abbrechen, stimmt nicht. Der § 218 ist weiterhin in aller Strenge aktiv. Allerdings gibt es mittlerweile einige soziale wie wirtschaftliche Indikationen, die den Abbruch einer Schwangerschaft in den ersten 12 Wochen legalisieren. Der Bauch der Frauen gehört aber nach wie vor nicht ihnen selbst, sondern der Politik.
Bleibt heiter, Ihr Frauen, irgendwie!
Gaby