2156

global news 2156 30-09-10: Keine Wunder am Arbeitsmarkt, nur meist schlechte Jobs

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5 Antworten zu 2156

  1. Heiner sagt:

    Diese 2,7Millionen nicht als offiziell arbeitlos in der Öffentlichkeit erscheinenden Menschen müssen im übrigen noch wohlmeinend gerechnet mindestens 160Millionen Bewerbungen in den Jobcentern und Argen nachweisen!Fragt sich nur auf welche Stellen?
    MfG

    • globalnote sagt:

      @ Gaby,

      Natürlich war die Einführung von Hartz-IV ein Schlag in Richtung Frühkapitalismus. Da sind wir einer Meinung. Ich bin nur sehr unsicher, ob man es so zuspitzen kann, wie Sie das tun, daß nämlich Hartz-IV dazu dienen sollte, den Niedriglohnsektor stark auszuweiten und die deutschen Löhne in den freien Fall zu entlassen. Als Hartz-IV eingeführt wurde, hatten wir eine dramatisch hohe Arbeitslosigkeit mit 4,9 Mio amtlich gezählten Arbeitslosen und einer Quote von 11,7 %. Das trieb die Kosten der Arbeitslosenhilfen enorm nach oben. Hartz-IV sollte in erster Linie ein „Befreiungschlag“ bei den Kosten sein durch Kostensenkung und Motivierung zur Arbeitsaufnahme, auch unter ungünstigeren Bedinungen. Ähnliches hat übrigens in vielen anderen Ländern stattgefunden, auch in Skandinavien, und die Langzeitarbeitslosigkeit eingedämmt. Die Absicht, die Löhne in den freien Fall zu entlassen, dürfte damals nicht im Vordergrund gestanden haben, zumal dafür schon die Verweigerung von Mindestlöhnen sorgte. Natürlich hat man es dann in der rot-grünen Koalition in Kauf genommen, daß der Niedriglohnsektor zunahm. Entstanden ist der Niedriglohnsektor bereits zuvor, mit einem Anstieg von 14,2 % Anteil in 1998 auf 20,1 % in 2004, der sich dann bis 2007 noch auf 21,5 % leicht erhöhte (neuere Zahlen liegen bisher nicht vor).

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Gaby sagt:

        Guten Tag, Herr Dr. Jahnke,

        schönen Dank für Ihre nachdenkenswerte, Mut machende Antwort.

        Trotzdem: Ich schätze, es wird sich derzeit nicht klären lassen, wer zuerst da war: die Henne oder das Ei. Ich weiß jedenfalls nicht, was unsere Spitzenpolitiker in gemeinsamen Gesprächen mit Spitzenwirtschaftsvertretern alles mauscheln, um späterdings das Volk zu „beglücken“. Hinter jeder offensichtlichen Geschichte steckt eine, die mir unbekannt ist, das gilt vor allem für die höhere Politik.

        Meine Zuspitzerei zeigt aber eines ganz deutlich: Ich fühle mich seit der rot-grünen Ära durch unser Spitzenpersonal an die Interessen der Wirtschaft verraten und verkauft. Mir fehlt schlichtweg das Vertrauen in die Worte und Taten unserer führenden Politiker. „Stuttgart 21“ zeigt derzeit ziemlich deutlich, dass es erhebliche Probleme in der demokratischen Kommunikation zwischen Politik und Bürger gibt. Wahrscheinlich werden wir erst viele Jahre später erfahren, wer bezüglich „Stuttgart 21“ mit wem geklüngelt und wer sich mit wem verfilzt hat mit dem Ziel, attraktive Bauaufträge und gut dotierte Vorstandspöstchen zu ergattern.

        Nun noch ein Wort zu diesem Artikel „Propaganda und Dummheit“. Ich kenne den unheimlichen Sog guter Nachrichten. Wenn ich ins TV schaue und die positiven Nachrichten über den Arbeitsmarkt höre, breitet sich in mir ganz automatisch ein wohltuender Schleier der Beruhigung aus. Ruckzuck wächst die Hoffnung, dass in Wirklichkeit alles nicht so schlimm ist. Kinder hören gerne Märchen; bei Erwachsenen ist das nicht anders. Allerdings weiß ich Dank Ihrer Webseite, dass es tatsächlich Märchen sind, die uns erzählt werden. Viele Menschen wissen es nicht, aber sie ahnen es – mehr oder weniger stark. Doch trotz aller böser Ahnungen favorisieren diese Menschen beharrlich, an die Märchen zu glauben, die ihnen vorgesetzt werden. Das ist bequemer und erheiternder, als sich auf die schwierige, gar schmerzhafte Suche nach der Wahrheit zu machen.

        Ich kenne in meinem Umfeld etliche Leute, die ahnen, dass in unserer Republik/Wirtschaft vieles im Argen liegt, aber sie weigern sich, darüber nachzudenken, dass sie in der perfidesten Weise veräppelt werden. Das Vertrauen in unsere Politik ist immer noch ziemlich groß nach dem Motto: Schimpfen – ja; Entzug des Vertrauens – nein! Vor allem konservative Zeitgenossen glauben daran, dass Spitzenpolitiker ganz bestimmt die richtigen Entscheidungen zum Wohle des Volkes treffen.

        Mit herzlichen Grüßen an alle,

        Gaby

  2. Kalle sagt:

    Wenn Brüderle die Vollbeschäftigung ausrufen wird, (da ist man sich noch nicht so richtig einig, ob man dies schon bei unter 3 Millionen statistisch erfassten Erwerbslosen, oder erst bei unter 2,5 oder 2 Millionen tun könnte, werden sich ca. 8 Millionen Menschen um ca. 350.000 offene Stellen reißen. Mit anderen und meinen eigenen Worten:“ Haltet das Volk flach und lasst keine Massenpanik aufkommen. Verbreitet gute Stimmung. Das ist der Herbst der Entscheidung“.

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