2142

global news 2142 18-09-10: Der Währungskrieg hat begonnen: Abwertungschlacht Yen zu Renmimbi

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3 Antworten zu 2142

  1. jr sagt:

    Erst alle Arbeitsplätze nach China verlagern und denen alles nötige beibringen und dann … jammern.
    Weltweit das Gleiche. Unsere (Möchtegern-) Eliten, besser gesagt Schwachköpfe, sind aber auch nicht besser.

    Gruß

  2. Gaby sagt:

    Schönen guten Abend,

    es wäre doch eigentlich ganz praktisch, wenn Chinas Regierung den Renmimbi um 40 % aufwerten würde, den Wert der Währung also an die Produktivität des Landes knüpft. Gleiches gilt auch für Deutschland – geht aber nicht, weil sich unsere Wirtschaft geschickter Weise in der Gemeinschaftswährung Euro versteckt.

    Das nächste Ungemach bahnt sich bereits an: Die EU wird vermutlich in Bälde beschließen, die Zölle auf chinesische Aluminiumräder von derzeit 20,6 auf 22,3 % zu erhöhen, um ein Zeichen zu setzen gegen die aggressive Industriepolitik Chinas. Das würde allerdings Aluminiumräder im EU-Raum um rund 300 Millionen Euro per anno verteuern; das Säbelrasseln unserer Unternehmer ist bereits zu hören. Außerdem steht die Klage im Raum, chinesische Exporteure würden mit illegalen Rabatten versuchen, in den europäischen Hochtechnologiebereich einzudringen. Das hört die chinesische Regierung bestimmt nicht gern und wird entsprechend zurück feuern.

    Es war doch mal in grauer Vorzeit durch Adam Smith angedacht, dass die Marktwirtschaft die Bedürfnisse der Menschen befriedigen soll – der Markt dient dem Menschen. Was ich sehe, ist ein globales ökonomisches Schlachtfeld, das sich täglich um die Frage dreht: ‚Wie mache ich meinen Konkurrenten kaputt?’ Die Bedürfnisse der einfachen Menschen rücken mehr und mehr in den Hintergrund, obwohl doch letztlich sie es sind, die die Profite der Kapitalisten mehren.

    Bleibt trotzdem heiter, irgendwie!

    Gaby

  3. Guten Tag Herr Dr. Jahnke.

    Ich behaupte nicht, zu wissen wie das alles weitergeht mit dem Rennen um die schwächste Währung, die größten Exportchancen, aber ich meine wir stehen vor dem Suizid einer ungeregelten Globalisierung.; wie das so ist erkennt man die Symptome erst danach.

    Als sehr wahrscheinlich erscheint mir, daß Präsident Obama mit den Wahlen im November zur „lame duck“ wird, er also immer weniger seiner “demokratischen” Politik durchsetzen werden kann während die Republikaner weiter an Einfluß gewinnen werden; Erdnuß ersetzt Walnuß nicht!

    Mit Rückkehr der Republikaner wird der Dollar und seine relative Stärke bzw. der Renmimbi in seiner Eigenschaft als Dollarklette in das Zentrum der Diskussion rücken begleitet von solchen Artikeln wie diesem, der Deutschlands unglaubliche Exporterfolge diskutiert noch nicht aber des deutschen Export Treibsatz, den EURO, als einen wesentlichen Turbolader erkennt. Kommt aber sicher noch. Republikanischer wird dann der Umgang(-ston) mit China in Sachen Aufwertungsdruck für den Renmimbi, den Yuan, sehr wahrscheinlich begleitet von protektionistischen Drohgebärden und darauf folgenden tatsächlichen Handelsbeschränkungen. Das wird den Druck auf den – besser unter dem – EURO und seinen mit gegangenen Teilnehmern natürlich erhöhen ebenso wie es die verzweifelten Bemühungen Japans unterwandern wird, den ihnen abhanden gekommenen Exportmärkten mittels massiver YEN Verkäufe hinterher laufen zu wollen bzw. zu müssen.

    Solche Szenarien bewegen sich in immer enger werdenden Spiralen gegenseitigen Einflusses immer schneller; außerdem hat kein Teilnehmer dieses Rennens etwas zu verlieren geschweige denn, irgendeinen Spielraum, der ein Nachgeben zu ließe. Der Dollar wird angesichts seiner Leitwährungsfunktion das Rennen anführen; diese hat er nach wie vor inne schon weil keine andere Währung wirklich „breit“ dasteht und keine auch nur einen Deut werthaltiger ist; den Franken lassen wir hier mal so klein, wie er ist. Das muß ja nicht heißen, der Dollar gewinnt, aber er wird anführen was in einem wie auch immer gearteten Zusammenbruch des gesamten Gebildes enden wird; die notwendigen rigorosen und vormals über alle Maßen illegale Maßnahmen sind im Dollar für eine FED relativ leicht umzusetzen (von Bad Bank bis Aufkauf des eigenen Abfalls, von cuts bis stimulation) während das zerklüftete Gebilde einer EZB und seiner schon lange vollkommen auseinanderlaufenden Interessenslagen schwer im Konsens zu halten bzw. zu steuern sein wird.

    Knallt der EURO, Auslöser kann das heute schon mehrheitlich als harmlos beschriebene Aussteigen eines ach so winzigen und immer mehr nicht systemrelevanten Griechenlands sein, wird der Dollar für einen Augenblick der große Sieger eines Rennens sein, das dann beschleunigt in die nächste Runde einbiegt; Griechenlands Euro-Ausstieg oder -Ausschluß wird den anderen PIIGS und denen, die dabei sein wollen, den Weg weisen. Die Anzahl alter neuer oder auch vollkommen neuer Leichtwährungen wird zusammen mit Märkten geringster Kaufkraft die deutschen Exportschlager ganz alt aussehen lassen. Das alles wird auch China treffen. Eine Dollarbindung macht dann sicher keinen Sinn mehr wohl aber das beschleunigte Einkaufen und sich einkaufen in jegliche sich bietende Chancen; insofern wird Europa zum Schnäppchenmarkt Chinas.

    Wie gesagt, ich weiß nichts über die Zukunft; die Gegenwart allerdings läßt deutlich darauf schließen, daß keines der Probleme nachhaltig angegangen wird. Gar keines. Die Schneeballschlacht zwischen ständig höher verschuldeten Wirtschaften und sich im Gegenzug laufend breiter, größer und relevanter machenden Finanzmonsters erfolgt auf dem Rücken immer mehr belasteter bzw. immer weniger verdienender Massen, deren Jobs man hat schon lange ziehen lassen und Rente und Zukunft gleich hinterher geschmissen hat.

    Das kann aaler nur schief gehen macht aber natürlich denen Spaß, die am Schnee sitzen.

    caw

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