Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Donnerstag, 29. Juli 2010 um 9:18 pm und eingeordnet unter soz. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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also, ich hatte heute ein Gespräch mit einem Vertreter der Arbeitsagentur. Selbst ihm, der seinem dienstherrn verpflichtet ist ringte sich bei den offiziellen Arbeitslosenzahlen nur ein müdes (oder war es ein resigniertes?) Lächeln ab.
Im Gespräch sind wir bezogen auf eine Forderung eines CDU-Politikers (sofern man solche Leute so nennen sollte), doch die Hemmnisse zur Schaffung von Arbeitsplätzen auf folgendes überein gekommen:
Arbeit macht glücklich. Ergo weg mit Löhnen, Rechtsgrundsätzen etc. Der Arbeitgeber verpflichtet sich allerdings, seine Mitarbeiter zu ernähren und ihnen Schlafstellen zwecks Erholung zu überlassen.Ich denke, für manche Niedriglöhner wäre das gar ein materieller Fortschritt (eigentlich unfassbar).
Nun, selbst die Beamten glauben ihrem Dienstherren nicht mehr. Das hat schon etwas Dramatisches. Hoffen wir nur, dass diese Dienst…(Herren kann man ja wirklich nicht sagen) endlich einmal aufwachen und das Steuer herumreißen. Sonst werden es andere machen.
was sind denn das für anarchische Gedanken, die in der ARGE diskutiert werden?! Ich muss doch sehr bitten!
Aber im Ernst: In den Jahren 1983/84 war ich arbeitslos. Damals ging ich zum Arbeitsamt, das damals noch nicht ARGE, wie Argwohn hieß und dort wurde mir geraten, ich solle heiraten, da sei ich doch versorgt. Ich, der Blaustrumpf, empfand diesen Rat als bitterböse Beleidigung und protestierte auf der Stelle lautstark.
Prompt wurde mir tatsächlich geholfen. Das Arbeitsamt zahlte mir, der ausgebildeten Rechtsanwaltsgehilfin, einen Kurs zur „Geprüfte Sekretärin IHK“, den ich mit Bravour bestand und das ganze Ausbildungsjahr monatlich 635 DM auf’s Konto, wovon ich damals bescheiden gut leben konnte. Seit Oktober 1985 arbeite ich aufgrund der Zusatzqualifikation zur Sekretärin als Chefsekretärin in einem größeren mittelständigen Betrieb, wenn auch seit dem 1. November 2009 von volltags auf halbtags degradiert. Noch während der Probezeit in 1985 heirate ich den Mann, mit dem ich heute noch zusammen bin. Ich habe also erst geheiratet, nachdem mir meine gut bezahlte Arbeitsstelle sicher war.
Was ich damit sagen will: Die Arbeitsämter haben in den 1980er Jahren bereits schlecht gearbeitet, aber sie waren finanziell gut ausgestattet, arbeiteten noch mit einigermaßen Verstand, wenn sich der Arbeitslose zu wehren wußte. Mittlerweile ist es schier unmöglich geworden, eine sinnvolle Zusatzqualifikation zu erlangen. Die meisten Menschen werden in endlose Bewerbungs-Trainings-Schleifen versteckt, die ihnen keine zusätzliche Qualifikationen bringen.
Und wenn das geplante Sparpaket der Bundesregierung in Kraft treten sollte, sind die Mitarbeiter der ARGEs sowieso aufgefordert, Milliarden Geld einzusparen und es hängt ab dann vom jeweiligen argen Sachbarbeiter ab, ob überhaupt noch Geld für irgendwelche Schulungen ausgegeben wird. Wem die Nase des Arbeitslosen nicht gefällt, streicht ganz einfach das Geld für Zusatzqualifikationen.
Wie ich diese neue Diskriminierung gegenüber Arbeitslosen empfinden würde? Kann ich gar nicht in Worte fassen, echt nicht!
also, ich hatte heute ein Gespräch mit einem Vertreter der Arbeitsagentur. Selbst ihm, der seinem dienstherrn verpflichtet ist ringte sich bei den offiziellen Arbeitslosenzahlen nur ein müdes (oder war es ein resigniertes?) Lächeln ab.
Im Gespräch sind wir bezogen auf eine Forderung eines CDU-Politikers (sofern man solche Leute so nennen sollte), doch die Hemmnisse zur Schaffung von Arbeitsplätzen auf folgendes überein gekommen:
Arbeit macht glücklich. Ergo weg mit Löhnen, Rechtsgrundsätzen etc. Der Arbeitgeber verpflichtet sich allerdings, seine Mitarbeiter zu ernähren und ihnen Schlafstellen zwecks Erholung zu überlassen.Ich denke, für manche Niedriglöhner wäre das gar ein materieller Fortschritt (eigentlich unfassbar).
Nun, selbst die Beamten glauben ihrem Dienstherren nicht mehr. Das hat schon etwas Dramatisches. Hoffen wir nur, dass diese Dienst…(Herren kann man ja wirklich nicht sagen) endlich einmal aufwachen und das Steuer herumreißen. Sonst werden es andere machen.
Guten Abend, Peter und Mitlesende,
was sind denn das für anarchische Gedanken, die in der ARGE diskutiert werden?! Ich muss doch sehr bitten!
Aber im Ernst: In den Jahren 1983/84 war ich arbeitslos. Damals ging ich zum Arbeitsamt, das damals noch nicht ARGE, wie Argwohn hieß und dort wurde mir geraten, ich solle heiraten, da sei ich doch versorgt. Ich, der Blaustrumpf, empfand diesen Rat als bitterböse Beleidigung und protestierte auf der Stelle lautstark.
Prompt wurde mir tatsächlich geholfen. Das Arbeitsamt zahlte mir, der ausgebildeten Rechtsanwaltsgehilfin, einen Kurs zur „Geprüfte Sekretärin IHK“, den ich mit Bravour bestand und das ganze Ausbildungsjahr monatlich 635 DM auf’s Konto, wovon ich damals bescheiden gut leben konnte. Seit Oktober 1985 arbeite ich aufgrund der Zusatzqualifikation zur Sekretärin als Chefsekretärin in einem größeren mittelständigen Betrieb, wenn auch seit dem 1. November 2009 von volltags auf halbtags degradiert. Noch während der Probezeit in 1985 heirate ich den Mann, mit dem ich heute noch zusammen bin. Ich habe also erst geheiratet, nachdem mir meine gut bezahlte Arbeitsstelle sicher war.
Was ich damit sagen will: Die Arbeitsämter haben in den 1980er Jahren bereits schlecht gearbeitet, aber sie waren finanziell gut ausgestattet, arbeiteten noch mit einigermaßen Verstand, wenn sich der Arbeitslose zu wehren wußte. Mittlerweile ist es schier unmöglich geworden, eine sinnvolle Zusatzqualifikation zu erlangen. Die meisten Menschen werden in endlose Bewerbungs-Trainings-Schleifen versteckt, die ihnen keine zusätzliche Qualifikationen bringen.
Und wenn das geplante Sparpaket der Bundesregierung in Kraft treten sollte, sind die Mitarbeiter der ARGEs sowieso aufgefordert, Milliarden Geld einzusparen und es hängt ab dann vom jeweiligen argen Sachbarbeiter ab, ob überhaupt noch Geld für irgendwelche Schulungen ausgegeben wird. Wem die Nase des Arbeitslosen nicht gefällt, streicht ganz einfach das Geld für Zusatzqualifikationen.
Wie ich diese neue Diskriminierung gegenüber Arbeitslosen empfinden würde? Kann ich gar nicht in Worte fassen, echt nicht!
Mit lieben Grüßen
Gaby