Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Montag, 12. Juli 2010 um 2:12 pm und eingeordnet unter Globalisierung. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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mir kommt es seit geraumer Zeit so vor, als sei mit China grundsätzlich etwas schief gelaufen: Die Rechnung wurde ohne den Wirt, in diesem Falle China, gemacht. Der Westen hat China unterschätzt.
Am 1. Juni 2002 unterzeichnete George W. Bush die „National Security Strategie“. Das Ziel dieser Strategie war im Grunde die Beseitigung der kommunistischen Regierung in Peking und die Rückführung Chinas in die westliche Wertegemeinschaft, selbstredend nach US-amerikanischen Vorstellungen.
In 2007 bekamen CDU/CSU Muffensausen und stöpselten eiligst eine Asien-Strategie zusammen mit dem Titel: Asien als strategische Herausforderung und Chance für Deutschland und Europa, 23. Okt. 2007.
Das ganze Ding liest sich wie eine Kriegs-Strategie. Ich zitiere den letzten Satz, der sich anhört wie das Stoßgebet eines Kindes: „Wir müssen verhindern, dass Asiens politischer und wirtschaftlicher Aufstieg unser Abstieg bedeutet. Wir müssen uns mehr anstrengen, um die von Asien ausgehende Dynamik zu unserem Vorteil zu machen.“
Nach seinem Amtsantritt musste Obama während seines China-Besuches (12. – 19. Nov. 2009) eingestehen, dass die am 1. Juni 2002 beschlossene amerikanische Eindämmungspolitik nix gebracht hat, sondern China einen schnellen Aufstieg in der Weltpolitik hingelegt hat. An die Stelle der Eindämmungspolitik will Obama China nun in die „anteilige Verantwortung“, unter Berücksichtigung der handfesten wirtschaftlichen Interessen Chinas, einbinden. Zu dieser Verantwortung gehören die Bewältigung der globalen wie bilateralen Probleme. Allerdings soll das nach amerikanischem Muster laufen und ich kann mir vorstellen, dass China nach wie vor seinen eigenen Weg geht.
Wenn mich mein Gefühl nicht trügt, hat der Westen längst einen Kniefall vor China gemacht und müht sich nun, China endlich wieder auf Augenhöhe zu begegnen.
Ich denke, es wäre besser gewesen, der vollkapitalisierte Westen hätte das sich ökonomisch öffnende China in 2001 nicht so blauäugig, lediglich nach neuen Absatzmärkten schielend, in die Welthandelsorganisation aufgenommen, sondern step by step, falls so ein gedrosselter Beitritt überhaupt realisierbar ist.
Hallo, in die Runde,
mir kommt es seit geraumer Zeit so vor, als sei mit China grundsätzlich etwas schief gelaufen: Die Rechnung wurde ohne den Wirt, in diesem Falle China, gemacht. Der Westen hat China unterschätzt.
Am 1. Juni 2002 unterzeichnete George W. Bush die „National Security Strategie“. Das Ziel dieser Strategie war im Grunde die Beseitigung der kommunistischen Regierung in Peking und die Rückführung Chinas in die westliche Wertegemeinschaft, selbstredend nach US-amerikanischen Vorstellungen.
http://www.nytimes.com/2002/09/20/politics/20STEXT_FULL.html?pagewanted=1
In 2007 bekamen CDU/CSU Muffensausen und stöpselten eiligst eine Asien-Strategie zusammen mit dem Titel: Asien als strategische Herausforderung und Chance für Deutschland und Europa, 23. Okt. 2007.
Das ganze Ding liest sich wie eine Kriegs-Strategie. Ich zitiere den letzten Satz, der sich anhört wie das Stoßgebet eines Kindes: „Wir müssen verhindern, dass Asiens politischer und wirtschaftlicher Aufstieg unser Abstieg bedeutet. Wir müssen uns mehr anstrengen, um die von Asien ausgehende Dynamik zu unserem Vorteil zu machen.“
http://www.cducsu.de/GetMedium.aspx?mid=900
Nach seinem Amtsantritt musste Obama während seines China-Besuches (12. – 19. Nov. 2009) eingestehen, dass die am 1. Juni 2002 beschlossene amerikanische Eindämmungspolitik nix gebracht hat, sondern China einen schnellen Aufstieg in der Weltpolitik hingelegt hat. An die Stelle der Eindämmungspolitik will Obama China nun in die „anteilige Verantwortung“, unter Berücksichtigung der handfesten wirtschaftlichen Interessen Chinas, einbinden. Zu dieser Verantwortung gehören die Bewältigung der globalen wie bilateralen Probleme. Allerdings soll das nach amerikanischem Muster laufen und ich kann mir vorstellen, dass China nach wie vor seinen eigenen Weg geht.
Wenn mich mein Gefühl nicht trügt, hat der Westen längst einen Kniefall vor China gemacht und müht sich nun, China endlich wieder auf Augenhöhe zu begegnen.
Ich denke, es wäre besser gewesen, der vollkapitalisierte Westen hätte das sich ökonomisch öffnende China in 2001 nicht so blauäugig, lediglich nach neuen Absatzmärkten schielend, in die Welthandelsorganisation aufgenommen, sondern step by step, falls so ein gedrosselter Beitritt überhaupt realisierbar ist.
Schönen Abend noch,
Gaby