1810

Gedanken zur Zeit 1810 09-07-10: Beim Klima-Schutz ist die „Kopf-in-den-Sand-Truppe" wieder unterwegs

7 Antworten zu 1810

  1. C. A. Wittke sagt:

    Guten Tag!

    Die ganze Familie ist in Hohenlohe, Süddeutschland, nach 1.750 Kilometern und aus 9°C bei Regen in eine für uns ungewohnte Bruthitze von 35°C; nein, das alleine begründet keine Klimadebatte.

    Der Herbergsvater erzählte dann beim Ei heute morgen wie er und neun weitere Kollegen, alles Bauern der Umgebung, schon in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts, die auch damals erkleckliche Summe von zwei Millionen Deutsche Mark in die Hand nahmen bzw. in Form von 20.000 Metern an Rohrleitungen und Pumpen in ihren Äckern verbauten; Wasser kommt aus dem nahen Fluss Kocher und ohne das „ging schon lange nichts mehr richtig“; die letzten Tage so an die 3000 Kubikmeter für Zwiebeln… bei 6 Cent/cqm eine gute Einnahmequelle für die Gemeinde, Zins und Tilgung für die Bank und der Garant für saftige und marktkonforme Zwiebeln.

    Auch das begründet keine Klimadebatte.

    Trotzdem kommen Fragen auf… z.B., wie viel und welche Schadstoffe schwemmt man damit nicht nur auf die Felder? Was machen die Zwiebeln draus? Und was der vorläufig letzte in der Nahrungskette, der Mensch?

    Oder auch: wer pumpt noch in welchen Mengen entlang des Kocher? Fehlt dem Neckar das Wasser und dann den Schiffen auf dem Rhein? Oder wird die Restbrühe einfach nur konzentrierter? Wie gut funktionieren da noch die Kläranlagen und wie können € 40.000 an jährlichen Stromkosten mitbestimmen, was am Ende dabei raus kommen darf bzw. soll?

    Keine Klimadebatte; oder doch? Nur da, wo man über den Tellerrand hinaus zu denken in der Lage wäre, da fragte man sich wirklich, wie nachhaltig das Wasser aus dem Fluss für immer versautere Felder seine Verwendung finden kann und ob der Satz von der Energieerhaltung seinen Niederschlag in der Güte der Zwiebeln findet oder doch in einem wärmeren Klima?

    Carpe diem!

    caw

    • globalnote sagt:

      @ C. A. Wittke,

      Hier an der Nord-West-Ecke Europas in Irland waren es gestern 13 Grad und sehr viel Regen (heute etwas besser). Seit Klimawechsel sind die Sommer jetzt noch mehr verregnet als früher. Der Atlantik treibt die Wolken unaufhörlich herüber. Was die meisten Menschen nicht begreifen, Treibhausklima muß in unserer Region nicht wärmer sein, dafür aber mehr Stürme, Regen und Fluten. Falls zu viel Frischwasser vom tauenden Grönlandeis in den Noratlantik kommt, kann der Golfstrom Probleme bekommen und dann wird es in Nordeuropa im Winter kalt wie in Sibirien.

      Beste Gruesse und schwitzen Sie weiter und genießen die Zwiebeln, solange die künstliche Bewässerung funktioniert!
      Joachim Jahnke

      • Guten Tag Herr Dr. Jahnke

        Nach dem Schauspiel der Zwiebelbewässerung einhergehend mit dem Versuch, selbst nicht zu schmelzen sind wir zurück bei Nessie; in der Tat und wie bereits seit zwei, drei Jahren ungewöhnlich kalt und naß wobei ich selbstgemachte Schneebilder sibirischen Ausmaßes aktuell aus dem ganzen (!) ersten Quartal dieses Jahres liefern kann – der eigene, massive Schneepflug verlangt seit dem eine professionelle Schneefräse beizustellen ob seiner durchlebten Ohnmacht.

        Und dann ließt man wie Teile Chinas wahlweise im Wasser versinken oder verdursten, die USA Rekordhitzen verzeichnen während in Moskau sich der Himmel verdunkelt bei fast 40°C weil die Torffeuer kaum zu bändigen sind; all das während mit dem Klimagipfel Nummer xy in Cancun wieder mal einer zu scheitern droht, der eh zu spät kommt. Allein der Bestrafte, Gorbatschow wird’s wissen, wird alles Leben auf Erden sein; auch alle Menschen, von denen keiner die Verantwortung tragen wird, einige wenige allerdings bei vollen Bezügen.

        Im übrigen tragen all’ die menschlichen und meist jämmerlichen Versuche, die aus dem Ruder laufenden Katastrophen von Öl bis Feuer und Überschwemmung bis Dürre in irgendeiner Form zu bändigen immer auch zur Beschleunigung des Vorganges bei, der unser Klima aus dem Gleichgewicht nötigt; will sagen, anstatt zu heilen flicken wir und beschleunigen damit die Veränderung weiter bis zum nach menschlicher Zeitrechnung point of no return. Vergleiche mit biblischen Beschreibungen sind durchaus zulässig.

        Mein Gefühl sagt mir, und das ist nach (Ge-)Wissen und Wahrheit verläßlicher als alle Medienberichte zusammen, daß der Golfstrom, dem ganz sicher ein tipping point inne liegt, bereits an Einfluß verloren hat; ich suche nach Daten hierfür und Meldungen aus der Wissenschaft – so Sie also was finden sollten wäre das interessant zu lesen, auch ohne Diskussionsforum.

        Meinen Gruß

        Christian A. Wittke

      • globalnote sagt:

        Hallo Herr Wittke,

        Kann Ihnen nur sehr das Buch von Fred Pearce “With Speed and Violence” empfehlen, das Sie über Amazon beziehen können. Er war der Herausgeber des New Scientist und stellt die Tipping Points sehr gut dar. Das Buch ist auch gut zu lesen.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

      • Hallo Herr Dr. Jahnke,

        Danke für den Tip, ich habe das Buch sogleich bestellt.

        Cheerio!

        Christian A. Wittke

  2. langweiler sagt:

    Bei Diskussionen zum Thema Klima verwechseln manche die Begrifflichkeiten. Wetter steht für etwas kurzfristiges. Es ist schwer begreiflich zu machen, dass der kalte Winter ein Anzeichen für einen Klimawandel ist.
    Aber wenn man das Wetter längere Perioden betrachtet bzw. das Schmelzen der Eisanteile von Gipfeln bzw. von Eisbergen oder das Ansteigen des Meeresspiegels und das immer mehr Überschwemmen von bewohnten Inseln, dann gibt es Anzeichen, die eine Veränderung des Klimas anzeigen. Das Klima ist eine langfristige Angelegenheit.
    Wer, wenn nicht der Mensch soll hier verantwortlich sein. Die Natur selber? Das kann ich mir nicht vorstellen. Rauchen Affen oder produziert die Natur Müll?
    Die Menschheit (bzw. große Teile davon) haben die Worte in der Bibel für bare Münze genommen und sich alles Untertan gemacht und leben und produzieren auch entsprechend danach. Wenige denken nachhaltig. Der Raubbau an der Natur kann noch ein wenig weitergehen, aber der Point of no return ist denke ich schon längst erreicht. Nicht alles ist beherrschbar sh. Ölkatastrophe im Golf von Mexico.
    Wir leben so, als hätten wir eine zweite Erde in Reserve.

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