Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Mittwoch, 7. Juli 2010 um 10:03 am und eingeordnet unter soz. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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können Sie noch etwas zur möglichen Entwicklung der jetzt offenen Zusatzbeiträge sagen. Okay das Thema ist noch nicht in den Gesetztestext gegossen, wird aber kommen. Mit macht es Sorgen, dass die Krankenversicherungen künftig ohne Obergrenze Zusatzbeiträge ansetzen können und erwarte über die kommenden Jahre eine spürbare Erhöhung der Beiträge.
Seit 1991 sind die Gesundheitskosten der Gesetzlichen Krankenkassen, vor allem bei den Arzneimitteln aber auch bei den Ärzten in einem ständigen Anstieg begriffen; ebenso stiegen die Beitragssätze von einst 12 % auf fast 15 %, siehe http://www.jjahnke.net/index_files/14246.gif. Zu den Zusatzbeiträgen kann ich nichts sagen. Sollte sich der Trend bei den Kosten so fortsetzen, also jedes Jahr 4 % (1,4 % verbraucherpreisbereinigt) mehr, so kann man sich vorstellen wie – bei mit Rücksicht auf die Arbeitgeber eingefrorenen Beitragssätzen die Zusatzbeiträge hochgehen werden.
inwieweit ist in die Statistiken die Inflation eingeflossen? Wenn diese in dem System nicht herausgerechnet ist, dann liegt die relative Teuerungsrate der Ärzte prinzipiell “in der Norm”, oder vertue ich mich da grandios?
Ein ordentliches Diagramm, welches die Inflation im Laufe der vergangenen 20 Jahre anzeigt habe ich gefunden (http://www.uni-duesseldorf.de/wiwi/vwlth/public/wipo-ss06/Wipo-AbbKap5-SS06.pdf – wenn Links unerwünscht, dann selbstverständlich entfernen)
Verstehen Sie mich nicht falsch, die Forderungen der Ärzte will ich damit keinesfalls verteidigen (obwohl ich demnächst selbst darunter fallen werde). Wenn mehr Kinder sich um den Kuchen balgen…
Unter dem Diagramm steht eigentlich deutlich, daß die Arztkosten verbraucherpreisbereinigt wurden. Ich hoffe, daß Sie das als ordentlich akzeptieren können. Übrigens ist die Bereinigung so eigentlich schon zu stark, denn von ihrem meist relativ hohen Einkommen geben praktizierende Ärzte nur einen kleineren Teil so aus, daß er in den Korb der Verbraucherpreiserfassung fällt.
In Großbritannien, von wo ich schreibe, sind die Ärzte in Rahmen von National Health angestellt, verdienen viel weniger und haben keine Privatpatienten, bei denen sie sich bedienen können. Die Medikamente werden staatlich in großen Stückzahlen eingekauft und über die Apotheken verteilt, was ebenfalls Kosten spart. Die Gesundheitskosten als Teil des BIP sind daher erheblich niedriger.
Hallo Herr Jahnke,
können Sie noch etwas zur möglichen Entwicklung der jetzt offenen Zusatzbeiträge sagen. Okay das Thema ist noch nicht in den Gesetztestext gegossen, wird aber kommen. Mit macht es Sorgen, dass die Krankenversicherungen künftig ohne Obergrenze Zusatzbeiträge ansetzen können und erwarte über die kommenden Jahre eine spürbare Erhöhung der Beiträge.
Gruss
Thomas Müller
@Thomas Müller,
Seit 1991 sind die Gesundheitskosten der Gesetzlichen Krankenkassen, vor allem bei den Arzneimitteln aber auch bei den Ärzten in einem ständigen Anstieg begriffen; ebenso stiegen die Beitragssätze von einst 12 % auf fast 15 %, siehe http://www.jjahnke.net/index_files/14246.gif. Zu den Zusatzbeiträgen kann ich nichts sagen. Sollte sich der Trend bei den Kosten so fortsetzen, also jedes Jahr 4 % (1,4 % verbraucherpreisbereinigt) mehr, so kann man sich vorstellen wie – bei mit Rücksicht auf die Arbeitgeber eingefrorenen Beitragssätzen die Zusatzbeiträge hochgehen werden.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Hallo Herr Jahnke,
inwieweit ist in die Statistiken die Inflation eingeflossen? Wenn diese in dem System nicht herausgerechnet ist, dann liegt die relative Teuerungsrate der Ärzte prinzipiell “in der Norm”, oder vertue ich mich da grandios?
Ein ordentliches Diagramm, welches die Inflation im Laufe der vergangenen 20 Jahre anzeigt habe ich gefunden (http://www.uni-duesseldorf.de/wiwi/vwlth/public/wipo-ss06/Wipo-AbbKap5-SS06.pdf – wenn Links unerwünscht, dann selbstverständlich entfernen)
Verstehen Sie mich nicht falsch, die Forderungen der Ärzte will ich damit keinesfalls verteidigen (obwohl ich demnächst selbst darunter fallen werde). Wenn mehr Kinder sich um den Kuchen balgen…
@ NIPIAN,
Unter dem Diagramm steht eigentlich deutlich, daß die Arztkosten verbraucherpreisbereinigt wurden. Ich hoffe, daß Sie das als ordentlich akzeptieren können. Übrigens ist die Bereinigung so eigentlich schon zu stark, denn von ihrem meist relativ hohen Einkommen geben praktizierende Ärzte nur einen kleineren Teil so aus, daß er in den Korb der Verbraucherpreiserfassung fällt.
In Großbritannien, von wo ich schreibe, sind die Ärzte in Rahmen von National Health angestellt, verdienen viel weniger und haben keine Privatpatienten, bei denen sie sich bedienen können. Die Medikamente werden staatlich in großen Stückzahlen eingekauft und über die Apotheken verteilt, was ebenfalls Kosten spart. Die Gesundheitskosten als Teil des BIP sind daher erheblich niedriger.
Ich empfehle zum Thema Deutsches Gesundheitssystem:
Renate Schmidt: Der verkaufte Patient
Vorsicht: Das Lesen kann den Blutdruck ansteigen lassen!
MfG
Schönen Tag zusammen!
@Heiner
soll wohl eher “Renate Hartwig” heißen.Die verkauft den Patienten.
Beste Grüße
Hagnum
@Hagnum: Danke, da war ich wohl in Gedanken woanders.
MfG
http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/land-welt_artikel,-Patienten-gegen-gesunde-Bilanzen-_arid,76292.html
Hier ist noch ein kurzer Text zu dem was uns bevorsteht
wenn es so weitergeht.
Und zur Situation der einfachen niedergelassenen Ärzte.
MfG
Schönen Tag zusammen!
Zur vertiefenden Lektüre zum Gesundheitswesen:
Hartmut Reiners
Mythen der Gesundheitspolitik
(2009)
Sehr informativ
Grüße
Hagnum