1978

global news 1978 16-04-10: Die gewerbliche Wirtschaft baut weiter ab

8 Antworten zu 1978

  1. georg sagt:

    macht nichts wir haben ja schliesslich ein JOBWUNDER und einen Aufschwung …..
    gruss georg

  2. Paten sagt:

    Guten Tag. Man kann die Grafik 04009 auch so lesen: Nach einem weiteren Krisenjahr arbeiteten im Februar 2010 in der Gewerblichen Wirtschaft noch 95,3% der Arbeitnehmer, die aber fast dieselben Arbeitsstunden, nämlich 99,5% erbrachten, also ihre Arbeitsproduktivität pro Beschäftigtenstunde im Kampf gegen den Abstieg konsequent um 4.4% erhöhten.
    Und das bei nur 97,8 der Löhne, die ohnehin massenhaft vom rekordverschuldeten deutschen Staat samt SV bezahlt wurden, so dass Lohnkosten und Lohnnebenkosten für manche Unternehmen per Kurzarbeit zum Fremdwort wurden. Wird Chinas Politplutokratie jetzt gelb vor Neid bei hohem 90 € Mindestlohn – im Monat?

    Die Entgelte pro Beschäftigten stiegen natürlich um 2,6 % an (97,8% €/95,7%AN *100%), weil die Beschäftigtenzahl wegen der KAG schneller sank als die auch massenhaft subventionierten Löhne (unserer Exporte). Dennoch bedeutet das erhöhte Einkommen unter dem Strich mit 98,3% weniger Stundenlohn als ein Jahr zuvor, weil es mit 4,4% Mehrarbeit szs. von den Arbeitnehmern nicht nur gegen-, sondern schon für die Unternehmer überfinanziert wurde.

    Kurz: Weniger arbeiten mehr Stunden und für weniger Geld als vor der Kurzarbeit und trotz erheblicher staatlicher Lohnsubventionen für angebliche Kurzarbeit. Die Exportpreise werden so weiter konkurrenzsicher gemacht.

    Schon mal einer da oben die Folgen bedacht? Man sieht sie schon außen an Südeuropa und innen an unserem Binnenmarkt und global am Euro.
    MfG

    • hans-im-glueck sagt:

      Vor 20 Jahren sagten wir:
      “Damit immer mehr (Leute) immer weniger tun können, müssen immer weniger immer mehr tun.”
      Ist inzwischen veraltet. Muss heute heissen:
      “Damit immer mehr immer abhängiger werden können, müssen immer weniger sich kaputtschuften.”
      Oder so ähnlich.

      Meine Massnahmevorschläge, die sofort zu realisieren sind:
      1. Verbot jeglicher Überstunden über 4 pro Monat und Mitarbeiter hinaus; diese müssen im Folgemonat wieder ausgeglichen werden (abbummeln)
      (bringt sofort ca. 400.000 Arbeitsplätze)
      2. Senkung der gesetzlichen Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche mit teilweisem Lohnausgleich
      (bringt sofort über 1 Mio Arbeitsplätze)
      3. Einführung eines deutschlandweit gültigen Mindestlohns von 8,50 Euro pro Stunden, unabhängig von der Herkunft der Firma und der Mitarbeiter, für alle Branchen
      (stoppt die “Aufstockung” für 1,3 Mio Menschen)
      4. Senkunge des Renteneintrittsalters auf 60 Jahre
      (bringt ca. 2 Mio Arbeitsplätze)
      5. Einführung einer Altersteilzeitregelung für den schrittweisen Abbau der Arbeitsstunden vor dem Eintritt in das Rentenalter
      (führt zu weniger plötzlichen Todesfällen wenige Wochen nach Rentenbeginn und zu weniger Selbsttötungen im selben Zeitraum)
      6. Entlohnungsgebot für Leiharbeiter in gleicher Höhe wie die Festangestellten, welche dieselbe Arbeit leisten
      (natürlich mit Kontrolle der Durchsetzung, ggf. drastische Strafen für Verstöße festlegen, die die verantwortlichen Manager aus eigener Tasche zu zahlen haben)
      7. Durchsetzung der ursprünglich angedachten Bedingungen für die Einführung sog. 1-Euro-Jobs (dass dadurch keine regulären Arbeitsplätze wegfallen dürfen)
      (Strafen siehe 6.)

      Durch dieses Massnahmebündel würde erstmal die vorhandene Arbeit gleichmäßiger verteilt werden; die Sozialsysteme hätten wieder mehr Beitragszahler und der Staat mehr Steuereinnahmen.

      Unternehmen, die durch die genannten Massnahemn in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, werden mit Steuergeldern übernommen, neu strukturiert und wieder privatisiert.
      Die Pleite-Manager dürfen für 5 Jahre kein anderes Unternehmen führen, sondern müssen jeweils auf einer unteren Verwaltungsebene wieder neu anfangen.

      Mir fallen noch diverse andere Ideen ein, wie man wieder etwas Verantwortungsbewusstsein in die Führungsetagen bringen könnte. Denn:
      Vieles was heute in D passiert, ist nämlich Ergebnis einer zunehmenden Verantwortungslosigkeit, die gerade in Politik und Wirtschaft immer mehr um sich greift.
      Die Kassiererin wird wegen eines Leergutbons für 1,30 Euro entlassen, der Manager, der die ganze Firma in die Pleite gefahren hat, wird mit unanständig hohen Abfindungen an den nächsten Ort seiner gleichwertigen Tätigkeit expediert – “denk ich an Deutschland in der Nacht…”

  3. Paten sagt:

    Guten Tag.
    Hans-im-Glück:
    Die Vorschläge sind zwar zielstrebig, aber dennoch ineffektiv. Eine etwaig „gerechte Verteilung von Arbeit“ basiert auf der Annahme, alle Einkommen müssten aus menschlicher Arbeit erzielt werden, ergo alle Menschen arbeiten müssen. Das ist fortschrittsunfreundlich. Es sollte eher so viel automatisiert und maschinisiert und menschliche Arbeit abgenommen werden, dass immer weniger menschliche Arbeit notwendig und dennoch ein die Versorgung und ausreichenden Wohlstand für alle sicherndes BIP geschaffen wird. Die so gewonnene Freizeit kann ebenfalls im Interesse der Gemeinschaft sinnvoll genutzt werden (Bildung, Kindererziehung, Weltanschauung, Ehrenämter etc.). Es geht daher um die gerechte Verteilung von Wohlstand (Güter und Geld), den die Gesellschaft mit welcher Art Arbeit auch immer erzeugt. Heute ist schon aus weniger menschlicher Arbeit genug Ware und Geld für alle da, nur eben ist das Geld privat „umverteilt“ und damit der allgemeine Wohlstand (Konsum) gebremst, weshalb immer mehr nach Einkommen aus Arbeiten suchen, die es nicht mehr gibt.

    Wenn man die Vollzeitstellen (40 Wochenstunden), die die Berechnungsbasis für eine ausreichenden Lohn der AN bilden, um 25% kürzt auf 30 Wochenstunden und gleichzeitig 8,50 € Mindestlohn fordert, geht man in die eigene Falle, denn die Mindestlohnforderung bezieht sich auf Vollzeitstellen. Wie soll dann noch ein „teilweiser Lohnausgleich“ bei diesen Lohngruppen erfolgen, was den Mindestlohn nach oben setzt, also ad absurdum führt? Ergäbe: Statt 160 nur 120 Std.p.M. * 8,50 € = 1.020 €. Macht nach FDP-Steuerplänen -0% Steuern (erst ab 1.042) und -19,925% SV = 817 € Netto minus wachsende Inflationsrate. Das sind ca. 100-150 € über ALG-II. Das Problem ist nicht der Mindestlohn, sondern das menschenwürdige Mindesteinkommen- mit und ohne Arbeit.

    Wenn man Überstunden verbietet, erübrigt sich ja auch der Vorschlag mit dem früheren Rentenbeginn je nach Überstundenkonto, das ja dann nur noch 4 Stunden zeigen darf.

    Früher in Rente gehen erhöht bei der ggw. demografischen Lage Steuern und Abgaben und SV, die das finanzieren müssen. Viel eher passiert das ohnehin wegen Produktivitätssteigerungen oder Konjunktureinbrüchen oder Senkung von Staatsaugeben (schlanker Staat nach Kassenlage). Die angeblich frei werden Arbeitsplätze der höchsten Gehälter mit 60 werden, wenn überhaupt, mit Billigarbeitern besetzt, die ja wohl im Monat nicht die Rente des Vorgängers bezahlen. Die Reserven der Sozialkassen betragen 1-2 Wochen. So steigt die Staatverschuldung.

    Gleicher Lohn für gleiche Arbeit (Festangestellte und Leiharbeiter) ist ok. Hier bräuchte es entweder flächendeckende Tarifverträge für die Berufsgruppen oder staatliche Gesetze. Allerdings wird dann wieder von den AG mit Abwandern und internationalem Konkurrenzdruck argumentiert und alle ziehen zurück. Weil das demokratisch ist.

    1-€-Jobs gerne, aber als Ehrenamt, nicht als staatlicher AL-Missbrauch, also Abarbeitspflicht für Leistungen für die man früher AL-Versicherungsbeiträge bezahlte. So könnte man ja auch die Krankenkassenbeiträge kassieren und dann nochmal alle abarbeiten lassen.

    Die Zukunft der Arbeit ist eines. Das andere und für die Einkommen zum Auskommen Wichtigere ist eher die Frage der Zukunft unserer gesellschaftlichen Verteilungsverhältisse der Ergebnisse der Arbeit. Nach dem Kapitalbesitz weniger Bevölkerungsprozente oder nach dem Bedarf der Mehrheit?

    MfG

    • hans-im-glueck sagt:

      Hallo Paten,
      danke für die sachliche Reaktion. Mein Beitrag bezog sich hauptsächlich auf das diskutierte Thema, ohne die weitergehenden notwendigen Veränderungen dahinter, die natürlich zwingend erforderlich sind, gleich mit auszuwalzen.
      Ihre Gegenargumente beziehen sich weitgehend auf ein “Weiter-So”, was natürlich schon seit langem völlig falsch ist (Herr Dr. Jahnke weist ja regelmäßig darauf hin, wie vieles zu verändern ist).

      Im einzelnen:
      + Absatz 1 – komplett einverstanden, war auch so gemeint.

      + Mindestlohn – aus meiner Sicht sind 10 Euro plus X für D nicht zuviel (auch wenn diverse Manager da schon aufschreien, weil dann der Dritt-Porsche gefährdet ist; sonderbarerweise sind die meisten Unternehmer-Eigentümer hier nicht so “knickerig”), d.h. alle müssen von einer Vollzeitarbeitsstelle auch leben können.
      Es ist auch überhaupt nicht einzusehen, dass der Spread zwischen höchsten und nierdigsten Einkommen so groß sein muss – der Chef sollte nicht mehr als das Fünffache der Putzfrau verdienen.

      + früherer Renteneintritt heisst ja auch: unbegrenzte (natürlich normal versteuerte) Zuverdienstmöglichkeiten, aber kein abruptes Zwangsausscheiden aus dem gesamten Arbeitsprozeß mehr; wer nicht mehr lohnarbeiten mag, kann sich seinen Hobbies widmen oder selbst etwas anfangen, was mit 67 oder älter kaum noch möglich ist; die höheren Kosten der Gesellschaft für das längere Leben sind m.E. weitgehend vorgeschoben – bis heute ist die formal höhere Lebenserwartung hauptsächlich auf die gesunkene Säuglings- und Kindersterblichkeit und diese auf das (im Norden) allgemein verbesserte Lebensniveau zurückzuführen – die entsprechenden Statistiken sind vor allem von interessierter Seite (Lebensversicherungs-Verkäufer) manipuliert, damit die Sterbetafeln geändert wurden und die Beiträge erhöht werden konnten – siehe auch Riester bzw. Rürup, wo man weit über 80 werden muss, um Plus zu machen gegenüber dem Eingezahlten – eine Schande, weil nur sehr wenige real in diesen Genuß kommen werden.

      + Klar: wenn es keine weitergehenden Änderungen gibt, d.h. weiter rege von unten nach oben umverteilt wird und im alten Trott weiter globalisiert bzw. exportweltmeistert wird, dann wird sich das Ganze natürlich nicht in ein sinnvolles System umwandeln lassen – da bin ich wieder voll einverstanden.

      Und natürlich auch mit Ihrer weiterreichenden Frage nach den Werten unserer Gesellschaft – aber das ist denke ich “ein sehr weites Feld”.
      Die Wirtschaft sollte wieder für die Menschen da sein, und nicht umgekehrt.

      Aber das ist schon fast eine andere Gesellschaft, die wir aufbauen müssen, denn dass der Kapitalismus sein Humanitätspotential schon verloren hat, scheint mir immer deutlicher zu werden.
      Und ob aufeinem begrenzten Planeten eine Gesellschaft, die auf ständigem Wachstum beruht, überhaupt zukunftsfähig ist – ich denke nein. Hier wären neue Ansätze zu denken – rigoros anders als bisher.
      Aber von wem sollen diese kommen?
      Wer erkennt die Mutter Erde als eigenständigen Organismus an – und zieht daraus die richtigen Schlußfolgerungen?

      Aus der Lektüre von Büchern, die 30 Jahre alt und älter sind (Club of Rome-Berichte, Dr. Hans Niepers Bücher, Burkhard Heims Ansichten, Wilhelm Reichs Forschungen, Nikola Teslas Entdeckungen etc.pp.) muß ich vor allem einen Schluß ziehen – die Menschheit hat schon lange gewußt, das hier ganz gewaltig etwas falsch läuft – und es wurde nichts unternommen, um echte Veränderungen herbeizuführen.
      Diese Jacke müssen wir Älteren uns leider alle anziehen.

  4. georg sagt:

    Alle Jahre wieder, ob im Aufschwung, im Abschwung …
    Ein FLAGSCHIFF des NEOLIBERALISMUS das HANDELSBLATT meldete, das ein akuter INGENIEURMANGEL den sich abzeichnenden Auschwung bremse….
    gruss georg

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Die nächste Runde der für Wachstum bei sinkenden Kosten nötigen Produktivitätsschübe ist schon eingeläutet als Krisen-Exit. Und das geht nur über qualifizierte Arbeitsplätze. China bildet ca. 300.000 Ingenieure jährlich aus und mit unserem Know-how und High-Tech bald vertraut, schmilzt unser w-t Vorsprung. Die könnten ja auch beliebige Löhne zahlen. Bleibt also nur Abstand durch Bildung wahren.

      Eine Gratwanderung oder schon Schattenboxen?

      MfG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 26 other followers