1729

Gedanken zur Zeit 1729 02-04-10: Frohe Ostern: Dürer möge mir vergeben!

6 Antworten zu 1729

  1. Gaby sagt:

    Frohe Ostern, Herr Dr. Jahnke und Mitlesende,

    prima Idee, Wölfe im Hasenpelz zu verstecken. Der hässliche Kapitalismus kleidet sich ja auch jeden Tag in das Versprechen auf eine bessere Zukunft. Ein Versprechen, das nicht erfüllt wird!

    Wir sollten aufhören, zu vermuten, die mittelalterlichen Altvorderen hätten keinen Humor besessen. Die hatten davon viel mehr als wir „moderne“ Menschen.

    „Das große Rasenstück“ und „Der Feldhase“ Albrecht Dürers, gemalt um 1503, zeigt uns die Natur derart detailliert, wie es kein moderner Fotoapparat imstande ist, in Pixel zu konservieren.

    Über diesen Umstand sollten wir nachdenken und uns fragen, ob wir Kapitalisten tatsächlich so modern sind, wie wir ganz selbstverständlich annehmen. Ist es nicht vielmehr so, dass uns die brutale Gewalt des Kapitalismus zu Barbaren macht?

    Schöne Feiertage,

    Gaby

  2. Gaby sagt:

    Guten Abend, Herr Dr. Jahnke,

    sind die beiden Hunde Ihre Haustiere?

    Mit lieben Grüßen

    Gaby

    • globalnote sagt:

      @Gaby,

      Nein, ich halte mir den Dürer-Hasen-Hund.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Gaby sagt:

        Hello again,

        ich halte zwei, je vierbeinige, spitzkrallig bewaffnete Minispielzeug-Schuppser.

        Falls Sie Probleme mit Ihrem Dürer-Hasen-Hund bekommen, dürfen Sie mich gerne kontaktieren; bin seit Jahren aktiv im Tierschutz tätig.

        Fröhlichste Grüße ;-)

        Gaby

  3. heiner sagt:

    Die beiden Hunde sind mit Sicherheit im Garten der englischen Queen abgelichtet worden!
    MfG

  4. Paten sagt:

    Guten Tag.

    Zum 03.04.-05.04.33 n.Chr. (Karfreitag bis Ostersonntag)

    … und so steht in der alten Fibel,
    des Christentums so Heil’ger Bibel,
    dass Tempelpriester Silber wollten,
    in Romes Geld das Volk verzollten,
    damit es opfert‘ dem Altar
    der Osterlämmer große Schar.
    Gott würde sonst mit ihnen zürnen,
    den Ackerbauern, Händlern, Dirnen.
    Kauft Gottes Gnad‘, so Kaiphas‘ Rat,
    und Frieden im Protektorat.
    Wem so nach Opfern steht der Sinn,
    der leg‘ zuvor noch Silberlinge hin.
    Denn Gott allein das Opferlamm gefällt,
    den Tempelherrn und Römern aber – Geld.
    Im Tempelhof die Wuch‘rer sitzen,
    die „Gebt Euer Geld für Silber“ rufend schwitzen
    ihr Opferfest aus allen Ritzen.

    Ein Galiläer reitet ein,
    man sagt, Messias soll er sein.
    Wohl kaum erkannt im Ostertrubel
    und eher ohne Palmzweigjubel.
    Er sieht m Tempelhofe zu
    wie Opfer noch versilbert werden
    für Gottes Gunst auf dieser Erden.
    Im Zorn bricht er der Wucherer Tabu,
    zerschlägt die Wucherbank samt Waagen,
    beim Wechsler schlägt er auch mal zu,
    riskiert bewusst für Tempels Reinigung
    der Priester Hass und Steinigung.
    Er wusst‘, an dem, der provokant
    Geschäft und Glauben trennt im Tempel
    statuiert man ein Exempel:
    Die Wucherbank gehört zum Tempel!
    Zu hören bis ins röm‘sche Land.

    Den Jeshua zu finden die Priester sich verpflichten,
    ganz schlau jedoch soll’n ihn die Okkupanten richten,
    das Volk sei völlig aufgebracht,
    gefährde Romes‘ Götter Macht!
    Sie glauben mit viel Silberlingen
    Verrat am Arbeiter zu dingen,
    damit dessen Friedenslehren
    nicht noch ein Opferlamm bekehren.
    Doch der, beim letzten Abendmahl
    als reihum gehen Brot und Gral,
    erklärt den Schülern kommende Geschichte
    samt ihrem Handeln dazu ungeniert.
    Hat er doch alles wohl bedacht und provoziert.
    Sein Wille geschehe. So bis zum Volksgerichte,
    das in tumber Reaktion
    auf die geistige Pression
    fordern wird die Kreuz-Passion.

    Nun blieb ihm noch allein im Garten
    angstvoll der Jünger mutigen Vollzug erwarten:
    Küss und übergib mich. Du hast mich nicht verraten.
    Auch ihr und Du befreit mich nicht,
    seid stark und widersteht:
    Nur dreimal musst du mich verneinen,
    dafür mit Euch die meine Lehre überlebt.
    Der Bruderkuss sein Stigma ward;
    die Fesseln eng, die Schläge hart.
    Du Zimmermann willst unser Zar und König sein?
    Dann trage auch die Dornenkronen
    Fühl dich auf Erden wie daheim!
    Du willst den Tempel uns entehren,
    willst unser Silber, Gold und Macht?
    Die Peitsche möge dich bekehren.
    So schwöre ab den falschen Lehren,
    Sonst wirst du von uns umgebracht!

    Die Peitsche hat es nicht geschafft,
    der Friede in Fesseln die stärkere Kraft.
    Und trotz der blutgier‘gen Menschentrauben
    und der Gewalt bewahrte er den Glauben:
    So vergebt euren Feinden ihr Ungemach,
    denn nur mit den Freunden allein bleibt ihr schwach.
    Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben:
    Du sollst deinen Kindern Handeln und Worte für Frieden vorleben.
    Konnte man ihn so nicht beugen,
    vor dem Volk als Augenzeugen,
    erschien die Priestermacht ganz spärlich.
    Der Aufwiegler war sehr gefährlich.
    Das Volk könn’t merken, der meint’s ehrlich.
    Und jagt uns dann zum Tempel raus.
    Dann schweigen doch die Opferlämmer
    und unser Geld geht sofort aus.
    Und wo des Weines Reben ranken,
    verschwänden auch die Wucherbanken.
    Und Kaiphas sah: Mitnichten
    dürfen w i r ihn richten.
    Der bedroht der Römer Macht!,
    war schlau vom Oberpriester ausgedacht.

    Den Trick sah auch der Pontius:
    Verfügte er des Holzhandwerkers Tod,
    Kaiphas gäb‘ dem Volk Gebot
    zu richten auch den Pilatus.
    Der Prophet tot, die Römer fort –
    des‘ Tempel wär allmächt’ger Ort.
    Den Priestern ginge es sehr gut,
    fiel‘ doch an sie der römische Tribut,
    das Gold, das Silber und das Geld,
    die Opfer aus der ganzen Welt.
    So griff der Römer zu ‚nem Trick:
    So möge heut’ das Volk entscheiden,
    wer kommt frei und wer muss leiden?
    Es wird die seinen selber richten,
    denn Recht bei diesem Tribunal
    ist doch nur die Wahl der Qual.
    Doch uns bestraft das Volk mitnichten.
    Er wusch die Hände als er sprach:
    Kaiphas, ich bin unschuldig hernach.
    Das Urteil ist in Volkes Namen.
    Die Tieropfer sind dir erbracht,
    Doch sieh, wie Mensch wird zum Altar gebracht,
    damit das Silber weiter lacht.
    Für deine und für meine Macht.

    Und es geschah zu Golgatha:
    Ans Kreuz gebannt ward Jeshua.
    Gepeinigt, doch er schwor nicht ab.
    Die Jünger lebten und die Friedenslehre,
    da er sie der Gewalt nicht übergab,
    egal wie sie sich teilte.

    Rhetorisch daher nur die Frage:
    Warum tust du mir das an?
    Den Frieden trägt man nur zu Grabe,
    damit er auferstehen kann.
    ***

    Gewaltenteilung zwischen Kirche und Staat und innerhalb von Staaten meint nicht, das geteilte Gewalt halbe Gewalt sei. Sie zementiert nur geteilte Macht durch einen geteilten, stets brüchigen äußeren und inneren Frieden. Die Auferstehung (neues Leben) sollte nicht Opfer der Gewalt sein, wie z.B. die seelisch zerrütteten Kinder aus dem kriegerischen Gazastreifen oder die kindlichen Sexualopfer der abnorm lebenden Priester im friedlichen Europa. Wahre Religiosität, soweit sie Weg und Wahrheit ist, also Wort und Tat einer friedlichen Kindheit, also dem Frieden künftiger auferstehender Generationen von Menschen unterordnet, bedarf keiner bombastischen Tempel für eine Bezahl-Religion zum Opfern fremden Lebens, zur inneren Ein- und manchmal Umkehr, zum Einkaufen oder Geld horten. Sie ist auch kein blinder oder fanatischer Glauben. Sie ist der menschlichen Art als gesellschaftliches Wesen gerecht, das zum Lernen und Fortschritt Frieden braucht. Die Leidensgeschichte eines einfachen Zimmermanns, der Wohlergehen und Wohlstand voneinander zu trennen wusste (er heilte Leiden, weil er es konnte, machte aber niemanden materiell reich und stellte die ganze alttestamentarische Moral und Rechtsprechung in Frage), wie wir es wieder erlernen müssten, ist ein Weltkulturerbe des positiven Denkens und Milliarden Menschen feiern das Osterfest, das nur deshalb seine Bedeutung auch für nicht kirchlich-religöse Menschen hat.

    Eine Parabel, unseren Kindern als unserer positiven Auferstehung in ihnen das mitzugeben, womit sie Frieden und Wohlergehen für alle schaffen. Das setzt unser Wollen voraus. Was soll an solcher Erziehung und Geisteshaltung falsch sein, die die Kreuzkrieger mit dem Handwerkzeug und dem Arbeitsmaterial des Zimmermannes in der Hand als demagogische Folterer und Mörder entlarvt?

    Warum aber können die Milliarden, die dasselbe Fest nach derselben Friedensgeschichte feiern wie auch Weihnachten, nicht miteinander in Frieden leben? Die Passionsgeschichte hat es erklärt: Ohne Demagogen wäre die individuelle Religiosität der Menschen friedlich. So erklärt man ihnen, die jeweils anderen seien es nicht. Deshalb die Apparate der geteilten Gewalt, die angeblich den aber abwesenden Frieden schützen. Und damit die Demagogen selbst in ihrer Bereicherungs- und Kontrollwut.

    MfG

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