1946

global news 1946 11-03-10: Auf jeden versicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland entfallen jetzt 61.353,48 Euro Staatsschulden

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11 Antworten zu 1946

  1. Cato sagt:

    Guten Abend! Danke für diese beeindruckende Graphik, Herr Jahnke!

    Wir haben 1700 Milliarden Euro Schulden. Griechenland kam bei ? Mrd. zum Kollaps. Wie weit sind wir vom griechischen “event horizon” (bezeichnet in der relativistischen Physik den Point of no Return am Schwarzen Loch) entfernt? Läßt sich da eine mathematische Funktion in Abhängigkeit vom BIP und der Bevölkerungszahl finden?

  2. heiner sagt:

    Man muss zum Thema Staatsschulden immer eins wissen:Die Steuern, die die zukünftige Generation bezahlen muss, damit die Zinsen auf die Staatsschuld geleistet werden kann, erhält niemend anderes als die dann lebenden Menschen, die Inhaber von Staatsanleihen sind.Das Ganze hat also einen Einfluss auf die Lastenverteilung innerhalb einer Generation. Bis 2040 werden viele Kinder und Jugendliche Staatsanleihen erben und andere garnichts.. Diejenigen, die dann Steuern für die Zinsen bezahlen, sind nicht diejenigen die die Zinseinnahmen bekommen.
    Die Staatsverschuldung wird also negative Verteilungseffekte innerhalb einer Generation auslösen.(Man könnte auch sagen: die Armen werden immer ärmer und die Reichen ziehen die Burgtore hoch)
    Doch diesem Problem könnte man(Staat) mit einer
    z.Bsp. höheren Erbschaftssteuer durchaus beikommen.
    Bofinger/2005/leicht verändert
    Mfg

  3. Till sagt:

    Ich möchte folgendes anmerken:

    Kein ernsthafter Volkswirtschaftler erwartet, das von den Schulden je ein Cent zurückgezahlt wird.

    Deswegen brauchen wir ja das ewige Wachstum, um mit den daraus resultierenden Einnahmen öffentliche wie private Zinsen begleichen können.

    Deswegen “müssen” auch die Löhne immer mehr sinken, damit mehr Geld für Zinszahlungen zur Verfügung steht. Auch die realwirtschaftlichen Konzerne sind verschuldet “bis über die Halskrause”.

    Z.B. Volkswagen, welches letztes Jahr einen Gewinn von knapp einer Milliarde Euro Außenstände und Rückstellungen von insgesamt 137 Milliarden Euro angesammelt hat(vor 3 Jahren lag diese Summe noch bei 107 Mrd.). Auch hier wird hauptsächlich gearbeitet, um Zinsen zu bezahlen (und neue Schulden aufzunehmen). Die Banken ziehen das Geld von überall heraus, deswegen steigen bei “guten Konjunkturdaten” ja auch immer die Kurse der Banken als erstes.

    Wenn dieses System zusammenbricht(was es muss, der point of no return ist schon überschritten), wird es schnell gehen, und es wird durch die weltweite Vernetzung weltweit stattfinden.

    Nur fürche ich, das es ohne Vorplanung und Konzepte keine bessere Nachfolgegesellschaft gibt. Das Chaos von so etwas zieht normalerweise Demagogen und selbsternannte Religionsführer an.

  4. Paten sagt:

    Guten Tag.
    Schäuble sieht das Schuldenproblem als durch einen EWF (Europäischen Währungsfond) lösbar an:

    “Eine Gewährung von Notliquiditätshilfen darf aber keineswegs vorweggenommen werden”, so Schäuble weiter. Die Möglichkeit einer staatlichen Insolvenz müsse “grundsätzlich bestehenbleiben”.
    Harte Konsequenzen für Finanzsünder

    Damit die Währungsunion voll handlungsfähig bleiben könne, müsse das Stimmrecht eines “nicht kooperativen Mitgliedsstaates in der Euro-Gruppe” ausgesetzt werden, forderte Schäuble. Zudem sei es sogar denkbar, dass Länder aus der Währungsunion ausscheiden könnten: “Wenn sich ein Euro-Mitgliedstaat letztlich nicht imstande sehen sollte, die Wettbewerbsfähigkeit seiner Wirtschaft wiederherzustellen und die öffentlichen Haushalte zu sanieren, sollte er als ultima ratio auch aus der Währungsunion ausscheiden, zugleich aber Mitglied in der EU bleiben können.”

    Da kann sich Herr Ackermann dann endlich ganze Staaten auf die Perlenkette ziehen. Stehen ja schon genug an. Der Gläubiger ganzer Nationen ist dann nicht mehr ein anderer Staat, sondern eine private Organisation von Geldhaien, die mit starken und schwachen Währungen Eurosklaverei betreibt..

    MfG

  5. Tom sagt:

    Guten Tag Herr Jahnke,

    leider habe ich nicht ganz verstanden, warum die Schulden nur auf die versicherungspflichtig Beschäftigten umgelegt wurden (keine Selbständigen, keine Beamten,….).
    Ich hielte es für anschaulicher und fairer, die Schulden auf alle Steuerpflichtigen zu verteilen. Aus meiner Sicht werden es die Steuerzahler sein, welche die Rechnung begleichen werden.

    MfG

    Tom

    • heiner sagt:

      @tom: jede Person in Deutschland ist zur Zeit mit ca.20000€ belastet
      MfG

      • globalnote sagt:

        @heiner, Tom

        “Jede Person” bedeutet gar nichts. Die Verschuldung muß auf die Zahl der Einkommenssteuerzahler bezogen werden, die am Ende für die Staatsschuld mit ihrer Steuer aufkommen werden. Das sind 27,5 Mio sozialversicherungsplichtig Beschäftigte (unter der Sozialversicherungspflicht werden so gut wie keine Steuern gezahlt), 1,25 Mio Beamte und 4,3 Mio Selbständige (ohne Hartz-IV-Aufstocker, aber mit mitarbeitenden Familienangehörigen, die nicht getrennt werden, obwohl viele sehr wenig Steuern zahlen werden). Pro Kopf ergibt das dann 51.153 Euro.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

    • globalnote sagt:

      @Tom,

      Vielen Dank für den berechtigten Hinweis. Habe jetzt http://www.jjahnke.net/rundbr68.html#1946 entprechend am Ende ergänzt: ” Wenn man die Verschuldung auf die Zahl der Einkommenssteuerzahler bezieht, die am Ende weitestgehend mit ihrer Steuer für die Staatsschuld aufkommen werden, so sind das 27,5 Mio sozialversicherungsplichtig Beschäftigte (unterhalb der Sozialversicherungspflicht werden so gut wie keine Steuern gezahlt), 1,25 Mio Beamte und 4,3 Mio Selbständige (ohne Hartz-IV-Aufstocker, aber mit mitarbeitenden Familienangehörigen, die nicht getrennt werden, obwohl viele sehr wenig Steuern zahlen werden). Pro Kopf ergibt das dann 51.153 Euro.“

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Tom sagt:

        Guten Tag Herr Jahnke,

        vielen Dank, dass Sie meine Anregung aufgegriffen haben.

        Zusätzlich sind mir zu diesem Sachverhalt noch die folgenden Gedanken gekommen: Der Bezug nur auf die Einkommenssteuerzahler impliziert, dass nur Einkommenssteuern zur Schuldentilgung herangezogen werden sollen. Daher sehe ich die Gefahr eines Misbrauchs solcher Zahlen in der noch ausstehenden Diskussion wie die Schulden bezahlt werden sollen.
        Der Staat kassiert auch andere Steuern, die ebenfalls zur Schuldentilgung verwendet werden können: Verbrauchssteuern (z.B. Mehrwertst., Mineralölst.), Erbschaftsteuern, Vermögenssteuer, Unternehmenssteuer, ….
        Ausserdem können auch Leistungskürzungen des Staates zusätzliche Mittel freimachen.
        Aus meiner Sicht fehlt die grundsätzliche Diskussion, wie die Schulden bezahlt werden sollen und nach welchen Prinzipien man hierbei die Lasten verteilt. Starke Schultern tragen mehr als schwache Schultern, Profiteure und Verursacher der Krise tragen zusätzliche Lasten, Profiteure aus dem Boom vor dem Crash tragen ebenfalls Sonderlasten.

        Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Thematik in Ihren Artikeln aufgriffen.

        Mit freundlichen Grüssen

        Tom

      • globalnote sagt:

        @Tom

        Da überschätzen Sie aber die Wirkung des Infoportals auf die Politik gewaltig. Mit meinem Hinweis auf die Relation zu den Einkommenssteuerzahlern oder die Zahl der Erwerbstätigen will ich doch nur die Dimension zeigen, in die die Verschuldung wächts. Von der Größenordnung her läßt sie sich allenfalls in Relation zum Einkommen abbauen, denn wo nichts ist, kann auch der Staat mit der Steuer nichts mehr holen (deswegen macht es keinen Sinn, auf Kopf der Bevölkerung vom Kleinkind angefangen zu rechnen).

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

  6. Mit Interesse verfolge ich Ihre Artikel.

    Hinweisen möchte ich auf die gesamtwirtschaftliche Schuldenlast – nach meiner Rechnung ca. 70 000 € je Bürger. Privat 17000, Staat 20000 und Wirtschaft 33 000 €. Dafür verbuchten die dt. Geschäftsbanken 2006 420 MRD €, also ca. 5000 € je Bürger an Kapitalkosten.
    die mit Steuern und Konsum bei zunehmender Ausbeutung der Naturressorcen und Sozialdumping aufgebracht werden müssen.
    Geldsystembedingt sind Vermögen und Verschuldung gespiegelte Grafen. Zwei Scheren-arme spreizen sich exponentiell, und Reichtum sammelt sich bei immer weniger Superreichen ( Ausdünnung der Mittelschicht).
    Eine zukünftige Begleichung der Geldschulden, konsequent zu Ende gedacht, ziehen Vermögende nicht in Betracht, denn ohne zinstragende Kredite kein Einkommen aus Kapital. Aber Vorsicht: Jeder Sparer und Kapitalanleger muß seinen persönlichen Kapitalkostenanteil aus Steuer und Konsum von den Kapitalerträgen abziehen.

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