Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Sonntag, 29. November 2009 um 3:32 pm und eingeordnet unter Aus, Globalisierung, Kri. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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Guten Abend. Es zeigt sich immer mehr, dass es den Chinesen, besser gesagt ihrer KP-Führung, gefällt, aller Welt ihre Spielregeln zu diktieren, so wie auch im Inland. Das erinnert an die früheren Betonköpfe im Kreml und Weißen Haus: Man bringt alle an den Abgrund um zu gewinnen. Die Botschaft an unsere Kapital eignenden Eliten heißt klar: Wollt ihr weiter die Dumpingmargen kassieren, dann haltet euch zurück mit Kritik und Forderungen. Ihr produziert doch bei uns und wollt uns was verkaufen, weil wir das meiste Geld und einen noch unersättlichen Binnenmarkt haben. Es ist eine unheilige Profitallianz.
Wie lösen sich damit aber solche globalen Probleme: Wasser, Böden, Luft, lokaler Klimawandel, Artenvielfalt und Anbau; Welthunger für 1 Mrd. Menschen, aber 50% (USA +WE) Getreide für Autotreibstoffe und Tierfutter, damit subventionierte Fleischexporte nach Afrika und Asien die einheimische Produktion verdrängen, während im Westen hochproduktive Monokulturen bald die Versorgungssicherheit gefährden können, wenn der lokale Klimawandel den Anbau in einigen Gebieten unmöglich macht? Wer kommt in Bewegung und wohin, wenn die Südhalbkugel, wo 2/3 der Menschheit leben keine ausreichenden Nahrungsgrundlagen mehr hat?
Warum wohl legte heute Russland einen Sicherheitsvertrag für Staaten „von Vancouver bis Wladiwostok“, also NATO, EU, GUS mit Nichtangriffsverpflichtung, gegenseitigem Beistand bei Angriffen und Wahrung der territorialen Integrität vor? Darin gibt es die Begriffe „euroatlantischer Raum“ und „euroatlantische Gemeinschaft“. Und das Ziel: Vertragliche formale Beendigung des kalten Krieges. Ebenfalls verfügte Präsident Medwedjew eine Investitionsoffensive in innovative Hochtechnologien (Atomkraft, erhöhte Energieeffizienz bei Energieeinsparungen; Umweltschutz, Medizin, Kosmos, …) durch staatliches Venturekapital, Wissenschaftsfonds, Koordinierung der Forschungskapazitäten bis zur Patentierung und Überführung in die Produktion. Für solche Investitionen braucht man langfristig Frieden und Sicherheit statt die Militärausgaben einer Supermacht. Obama hat den Grundstein gelegt. Der Vertrag sagt: Wir leben in einer globalisierten und gegenseitig abhängigen Welt. Die Sicherheit der Teilnehmer des Vertrages muss unteilbar und gleich sein.
Dazu gehört aber auch die soziale, ökonomische, Lebensmittel- und ökologische Sicherheit. Da steht nichts von maximalen Profiten durch maximales Dumping. China braucht man solchen Vertrag daher wohl nicht erst vorlegen. Und der eurasische Wirtschaftsraum vor unserer Haustür könnte auch unsere Arbeitsplatzgarantie sein. Die Sicherheitsgarantie ist uns angeboten.
Ich habe da solch eine Ahnung wenn die Entwicklung in gleicher Richtung weitergeht in den nächsten Jahren:
irgendwann steht dann Frau Merkel da und sagt:
Das konnten wir nicht vorhersehen und wir bemühen uns mit unseren Chinesischen Handelspartnern zu reden.Über Menschenrechte und Arbeitsbedingungen! Bloß irgendwann
werden die Chinesischen Politiker und Handelspartner sich mit Ihr unterhalten und danach sich umwenden und lächeln- sich selber an-. Vermutung, aber Obama ist auch nicht besser dran!
MfG
Wer bereit ist, die Wechselkurspolitik der chinesischen Seite von mehr als nur einer Seite zu beleuchten, findet heute im Handelsblatt dazu einen bemerkenswert differenzierenden Beitrag von Rolf J. Langhammer, dem Vizepräsidenten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Hier einige Auszüge:
“Es muss zwischen drei Interessenpositionen unterschieden werden: von China, den USA und dem Rest der Welt. China hat über die reine Exportförderung hinaus verschiedene Interessen, an dieser Politik festzuhalten. Sie verhindert, dass die Arbeitskosten steigen und erleichtert die Integration der Unbeschäftigten in den Arbeitsmarkt. Sie gibt der Regierung eine Atempause, um den Übergang zu einer stärker binnenorientierten Wirtschaft zeitlich zu strecken. Sie bedeutet, dass finanzielle Ressourcen im Ausland geparkt werden, da ihre effiziente Verwendung im Inland noch nicht gewährleistet ist. Sie ist ein Puffer, um heimische Kredite abzudecken, sollten sie notleidend werden. Sie wird auch als Versicherung angesehen, die ausländischen Direktinvestoren Sicherheit bietet. Außerdem ermöglicht sie eine expansive Fiskalpolitik in Krisenzeiten.”
“Wegen der krisenbedingten Erschütterungen im Exportsektor Chinas und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit sind diese Gründe für Chinas Regierung unverändert relevant, auch wenn das Land damit in eine Exportfalle gelockt werden könnte. Der Abbau der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Krise zeigt aber, dass auch ohne Aufwertung des Yuans eine Korrektur vonstatten gehen kann. Somit würde eine erzwungene Aufwertung nur etwas beschleunigen, was ohnehin geschieht.”
“Die USA haben Stabilitätsinteressen. Sie und China sind gegenwärtig in einem Dollar-Währungsblock verklammert, der den USA die Stabilität im Währungsgefüge verleiht, die sie alleine als Garant der Leitwährungsfunktion krisenbedingt nicht (mehr) aufzubringen vermögen. Solange China stillhält, zwar schlecht über den Dollar spricht, ihn aber weiter stützt, ist China Garant der Stabilität. Es ist nicht auszuschließen, dass eine deutliche Aufwertung der chinesischen Währung zu kurzfristig nicht kontrollierbaren Schockreaktionen an den internationalen Finanzmärkten führen würde. Der Dollar-Kurs könnte abstürzen und einen Zinsanstieg auslösen, der den Zentralbanken das Heft des Handelns zugunsten einer geordneten Exitstrategie aus der Hand nehmen würde. Die größten Verlierer wären dann sicherlich die USA, deren öffentliche und private Haushalte zu drastischen und raschen Konsolidierungsanstrengungen gezwungen wären. Realwirtschaftlich wäre dies unter Umständen das Signal zu einer weiteren globalen Schockwelle.”
“Das amerikanische Interesse kann also zurzeit nur in der Aufrechterhaltung des Dollar-Währungsblocks China-USA liegen, um Zeit zu gewinnen. Die Interessenlage des Rests der Welt ist unklar. Erstens profitiert er von der relativen Stabilität im Währungsgefüge. Zweitens werten seine Währungen gegenüber dem Dollar (und auch gegenüber dem Yuan) auf, und seine Konsumenten profitieren von Preisstabilität und höheren Realeinkommen. Drittens ist es auch der Unterbewertung geschuldet, dass China als eines der ersten Länder aus der internen Krise herausfindet und damit zum Nachfragemotor für die Welt wird. Aber viertens leiden Produzenten im Rest der Welt. Je stärker ihr Exportangebot mit dem Chinas konkurriert, desto mehr spüren sie den Wettbewerbsdruck Chinas. Somit sind die wahren Leidtragenden eher in den Entwicklungsländern Asiens als in Europa zu suchen.”
“Für Deutschlands hochentwickelte Exportgüter ist der Einkommenseffekt wichtiger als der Preiseffekt, solange die Abwertung des Dollars und Yuans gegenüber dem Euro nicht überhand nimmt. Trotz dieser komplexen Interessenlage wird gefordert, China müsse seine Wechselkurspolitik ändern und eine Aufwertung zulassen. Die simple Forderung allein wird China nicht beeindrucken. Mit einer Abkehr von der Bindung an den Dollar müssen handfeste Vorteile für China im internationalen Handel verbunden sein.”
Und wenn man dann noch bedenkt, dass die massive Dollarschwäche in erster Linie das Ergebnis der US-amerikanischen Geld- und Finanzpolitik ist, kann man durchaus fragen, warum gerade die Chinesen und nicht die Amerikaner selbst aufgerufen sein sollen, korrigierend gegen zu steuern.
@ErhardsLudwig: Dieser Beitrag überrascht überhaupt nicht, wenn man den total neoliberalen Hintergrund des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel berücksichtigt. Die Herren und Damen sitzen dort alle gepolstert und staatlich subventioniert und können leicht ihre Sprüche klopfen, ohne Rücksicht auf den Dumpingdruck für die Löhne in der EU. Die EU-Spitzen hätten wohl nicht an China appeliert wenn alles so harmlos wäre.
Die Amerikaner steuern ja gegen, indem sie den Dollar abwerten lassen. Da aber China stets völlig unsinnig mitabwertet, obwohl das Land immer größere Überschüsse einfährt, fällt die Anpassunglast vor allem auf die Eurozone. Wenn unsere Euro-Partner mehr als wir darunter leiden sollten, so trifft es uns dann genauso, da die Eurozone im gleichen Boot sitzt.
Die Dollarschwäche ist ein vernünftiger Weg von Seiten der USA, die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte abzubauen, die auch einer der wichtigsten Gründe der Krise sind, doch da müssen alle mitziehen. Wenn sich die Ungleichgewichte nun wieder aus China hochschaukeln, wobei China gerade neue Überkapazitäten aufbaut, dann kommt die nächste Krise garantiert. Wie sich die deutsche Industrie schon auf die neue Situation einstellt, können sie übrigens auch an den Verlagerungsplänen Richtung USA von Daimler-Benz ablesen. Da wird noch viel auf den deutschen Arbeitsmarkt zukommen und der Beitrag dieses Instituts schnell zu Makulatur werden.
Guten Abend. Die schwadronieren wie unfähige Generäle mit einer unfähigen Strategie über eine unfähige Taktik, wobei es denen egal ist, wie viel Volks dabei verheizt wird. Wechselkurse, Interessen, Nutzen, Anpassungen … Leistungsbilanzen, arme Asiaten-Opfer … – alles makroökonomische Philisterei.
In China wachsen nicht die Arbeitsplätze als soziale Errungenschaft, sondern die Sklavenarmee für den Weltmarkt unter direkter Beteiligung der westlichen Eliten. Dieser Preisdruck zermalmt Japan und Deutschland als Konkurrenten um Exportanteile im “Rest der Welt”. Die treuesten Verbündeten der USA werden so in Warenwirtschaft und Finanzen zermürbt und geschwächt. Je größer die Deindustrialisierung des Westens (GB, USA)und WE durch weiteren Verlagerungsdruck, desto größer wird die Abhängigkeit vom Geolieferanten, der die Importeuere natürliche kreditieren muss, weil deren Leistungsbilanzen, speziell Handelsbilanzen mangels Exporteinnahmen und Tourismusausgleich die Importe nicht mher bezahlen lassen. Gleichzeitig bindet der Geolieferant aber die rohstoffreichen Entwicklungsländer an sich, die einem bekannten Kreditdiktat des IWF stets eine PPP (private public Partnership) mit eine Direktinvestor statt Gläubiger vorziehen und so -kleinbürgerliche Oberschicht und Stammesfürsten- an Chinas Profiten aus dem Westen beteiligt werden und ihr u.a. Abstimmungsverhalten in UN etc. entsprechend ausrichten.
Neutralisiert man noch die militärische Komponente der bisherigen westlichen (Interessenschutz)Übermacht (man kann x-mal mehr menschliche Opfer bringen als alle westlichen Staaten im Konfliktfall verkraften können) und erkennt, dass auch in Wissenschaft und Forschung der Vorsprung dahingeht und der Rest freiwillig von unseren zu den KPC-Eliten verlagert wird, dann wird die Machtdrift unter enormen Ungleichgewichten sichtbar. Wenn zu viele Länder von Chinas Lieferungen und Bestellungen abhängen, dann it es das Land der wirtschaftlichen Mitte, an dem keiner mehr vorbeikommt – Rohstoffe von den einen Abhängigen rein (die mit dem Geld Endprodukte kaufen) und Finalprodukte an die anderen Abhängigen ohne Rohstoffe raus. Letztere brauchen dann aber Geld, was ohne etwa ausgelichene Handelsbilanz nicht da ist,zumal aus der letzten Finanzkrise noch enorme Schulden untereinander abzuarbeiten sind, die bei der so unausweichbar nächsten noch mehr werden.
Und die soziale Breitseite ist schon auf uns (WE) und die USA abgefeuert und teils angekommen. Was nützt die schönste Leistungsbilanz und Wechselkursrelation der makroökonomischen Alzheimer, wenn das Volk sozial den Bach runtergeht? Darüber schreiben die nichts, wenn die Justierungen in den warmen Stuben vornehmen.
Wenigstens kann man sich damit trösten, dass die Globalisierung den Neoliberalismus des Westens mangels Tauschwaren beendet und durch Kreditsklaverei und Sozialdumping ersetzen muss. Danke an die “Linken” von der SPD. Den Irak habt ihr den Ölbaronen um Bush überlassen, Afghanistan den Drogenbaronen und Deutschland den Chinesen.
Guten Abend. Es zeigt sich immer mehr, dass es den Chinesen, besser gesagt ihrer KP-Führung, gefällt, aller Welt ihre Spielregeln zu diktieren, so wie auch im Inland. Das erinnert an die früheren Betonköpfe im Kreml und Weißen Haus: Man bringt alle an den Abgrund um zu gewinnen. Die Botschaft an unsere Kapital eignenden Eliten heißt klar: Wollt ihr weiter die Dumpingmargen kassieren, dann haltet euch zurück mit Kritik und Forderungen. Ihr produziert doch bei uns und wollt uns was verkaufen, weil wir das meiste Geld und einen noch unersättlichen Binnenmarkt haben. Es ist eine unheilige Profitallianz.
Wie lösen sich damit aber solche globalen Probleme: Wasser, Böden, Luft, lokaler Klimawandel, Artenvielfalt und Anbau; Welthunger für 1 Mrd. Menschen, aber 50% (USA +WE) Getreide für Autotreibstoffe und Tierfutter, damit subventionierte Fleischexporte nach Afrika und Asien die einheimische Produktion verdrängen, während im Westen hochproduktive Monokulturen bald die Versorgungssicherheit gefährden können, wenn der lokale Klimawandel den Anbau in einigen Gebieten unmöglich macht? Wer kommt in Bewegung und wohin, wenn die Südhalbkugel, wo 2/3 der Menschheit leben keine ausreichenden Nahrungsgrundlagen mehr hat?
Warum wohl legte heute Russland einen Sicherheitsvertrag für Staaten „von Vancouver bis Wladiwostok“, also NATO, EU, GUS mit Nichtangriffsverpflichtung, gegenseitigem Beistand bei Angriffen und Wahrung der territorialen Integrität vor? Darin gibt es die Begriffe „euroatlantischer Raum“ und „euroatlantische Gemeinschaft“. Und das Ziel: Vertragliche formale Beendigung des kalten Krieges. Ebenfalls verfügte Präsident Medwedjew eine Investitionsoffensive in innovative Hochtechnologien (Atomkraft, erhöhte Energieeffizienz bei Energieeinsparungen; Umweltschutz, Medizin, Kosmos, …) durch staatliches Venturekapital, Wissenschaftsfonds, Koordinierung der Forschungskapazitäten bis zur Patentierung und Überführung in die Produktion. Für solche Investitionen braucht man langfristig Frieden und Sicherheit statt die Militärausgaben einer Supermacht. Obama hat den Grundstein gelegt. Der Vertrag sagt: Wir leben in einer globalisierten und gegenseitig abhängigen Welt. Die Sicherheit der Teilnehmer des Vertrages muss unteilbar und gleich sein.
Dazu gehört aber auch die soziale, ökonomische, Lebensmittel- und ökologische Sicherheit. Da steht nichts von maximalen Profiten durch maximales Dumping. China braucht man solchen Vertrag daher wohl nicht erst vorlegen. Und der eurasische Wirtschaftsraum vor unserer Haustür könnte auch unsere Arbeitsplatzgarantie sein. Die Sicherheitsgarantie ist uns angeboten.
Oder steht uns China näher?
MfG
Ich habe da solch eine Ahnung wenn die Entwicklung in gleicher Richtung weitergeht in den nächsten Jahren:
irgendwann steht dann Frau Merkel da und sagt:
Das konnten wir nicht vorhersehen und wir bemühen uns mit unseren Chinesischen Handelspartnern zu reden.Über Menschenrechte und Arbeitsbedingungen! Bloß irgendwann
werden die Chinesischen Politiker und Handelspartner sich mit Ihr unterhalten und danach sich umwenden und lächeln- sich selber an-. Vermutung, aber Obama ist auch nicht besser dran!
MfG
Wer bereit ist, die Wechselkurspolitik der chinesischen Seite von mehr als nur einer Seite zu beleuchten, findet heute im Handelsblatt dazu einen bemerkenswert differenzierenden Beitrag von Rolf J. Langhammer, dem Vizepräsidenten des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Hier einige Auszüge:
“Es muss zwischen drei Interessenpositionen unterschieden werden: von China, den USA und dem Rest der Welt. China hat über die reine Exportförderung hinaus verschiedene Interessen, an dieser Politik festzuhalten. Sie verhindert, dass die Arbeitskosten steigen und erleichtert die Integration der Unbeschäftigten in den Arbeitsmarkt. Sie gibt der Regierung eine Atempause, um den Übergang zu einer stärker binnenorientierten Wirtschaft zeitlich zu strecken. Sie bedeutet, dass finanzielle Ressourcen im Ausland geparkt werden, da ihre effiziente Verwendung im Inland noch nicht gewährleistet ist. Sie ist ein Puffer, um heimische Kredite abzudecken, sollten sie notleidend werden. Sie wird auch als Versicherung angesehen, die ausländischen Direktinvestoren Sicherheit bietet. Außerdem ermöglicht sie eine expansive Fiskalpolitik in Krisenzeiten.”
“Wegen der krisenbedingten Erschütterungen im Exportsektor Chinas und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit sind diese Gründe für Chinas Regierung unverändert relevant, auch wenn das Land damit in eine Exportfalle gelockt werden könnte. Der Abbau der Leistungsbilanzungleichgewichte in der Krise zeigt aber, dass auch ohne Aufwertung des Yuans eine Korrektur vonstatten gehen kann. Somit würde eine erzwungene Aufwertung nur etwas beschleunigen, was ohnehin geschieht.”
“Die USA haben Stabilitätsinteressen. Sie und China sind gegenwärtig in einem Dollar-Währungsblock verklammert, der den USA die Stabilität im Währungsgefüge verleiht, die sie alleine als Garant der Leitwährungsfunktion krisenbedingt nicht (mehr) aufzubringen vermögen. Solange China stillhält, zwar schlecht über den Dollar spricht, ihn aber weiter stützt, ist China Garant der Stabilität. Es ist nicht auszuschließen, dass eine deutliche Aufwertung der chinesischen Währung zu kurzfristig nicht kontrollierbaren Schockreaktionen an den internationalen Finanzmärkten führen würde. Der Dollar-Kurs könnte abstürzen und einen Zinsanstieg auslösen, der den Zentralbanken das Heft des Handelns zugunsten einer geordneten Exitstrategie aus der Hand nehmen würde. Die größten Verlierer wären dann sicherlich die USA, deren öffentliche und private Haushalte zu drastischen und raschen Konsolidierungsanstrengungen gezwungen wären. Realwirtschaftlich wäre dies unter Umständen das Signal zu einer weiteren globalen Schockwelle.”
“Das amerikanische Interesse kann also zurzeit nur in der Aufrechterhaltung des Dollar-Währungsblocks China-USA liegen, um Zeit zu gewinnen. Die Interessenlage des Rests der Welt ist unklar. Erstens profitiert er von der relativen Stabilität im Währungsgefüge. Zweitens werten seine Währungen gegenüber dem Dollar (und auch gegenüber dem Yuan) auf, und seine Konsumenten profitieren von Preisstabilität und höheren Realeinkommen. Drittens ist es auch der Unterbewertung geschuldet, dass China als eines der ersten Länder aus der internen Krise herausfindet und damit zum Nachfragemotor für die Welt wird. Aber viertens leiden Produzenten im Rest der Welt. Je stärker ihr Exportangebot mit dem Chinas konkurriert, desto mehr spüren sie den Wettbewerbsdruck Chinas. Somit sind die wahren Leidtragenden eher in den Entwicklungsländern Asiens als in Europa zu suchen.”
“Für Deutschlands hochentwickelte Exportgüter ist der Einkommenseffekt wichtiger als der Preiseffekt, solange die Abwertung des Dollars und Yuans gegenüber dem Euro nicht überhand nimmt. Trotz dieser komplexen Interessenlage wird gefordert, China müsse seine Wechselkurspolitik ändern und eine Aufwertung zulassen. Die simple Forderung allein wird China nicht beeindrucken. Mit einer Abkehr von der Bindung an den Dollar müssen handfeste Vorteile für China im internationalen Handel verbunden sein.”
http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitaege/waehrungspolitik-china-stuetzt-den-dollar-und-hat-den-yuan-im-blick;2491920
Und wenn man dann noch bedenkt, dass die massive Dollarschwäche in erster Linie das Ergebnis der US-amerikanischen Geld- und Finanzpolitik ist, kann man durchaus fragen, warum gerade die Chinesen und nicht die Amerikaner selbst aufgerufen sein sollen, korrigierend gegen zu steuern.
@ErhardsLudwig: Dieser Beitrag überrascht überhaupt nicht, wenn man den total neoliberalen Hintergrund des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel berücksichtigt. Die Herren und Damen sitzen dort alle gepolstert und staatlich subventioniert und können leicht ihre Sprüche klopfen, ohne Rücksicht auf den Dumpingdruck für die Löhne in der EU. Die EU-Spitzen hätten wohl nicht an China appeliert wenn alles so harmlos wäre.
Die Amerikaner steuern ja gegen, indem sie den Dollar abwerten lassen. Da aber China stets völlig unsinnig mitabwertet, obwohl das Land immer größere Überschüsse einfährt, fällt die Anpassunglast vor allem auf die Eurozone. Wenn unsere Euro-Partner mehr als wir darunter leiden sollten, so trifft es uns dann genauso, da die Eurozone im gleichen Boot sitzt.
Die Dollarschwäche ist ein vernünftiger Weg von Seiten der USA, die weltwirtschaftlichen Ungleichgewichte abzubauen, die auch einer der wichtigsten Gründe der Krise sind, doch da müssen alle mitziehen. Wenn sich die Ungleichgewichte nun wieder aus China hochschaukeln, wobei China gerade neue Überkapazitäten aufbaut, dann kommt die nächste Krise garantiert. Wie sich die deutsche Industrie schon auf die neue Situation einstellt, können sie übrigens auch an den Verlagerungsplänen Richtung USA von Daimler-Benz ablesen. Da wird noch viel auf den deutschen Arbeitsmarkt zukommen und der Beitrag dieses Instituts schnell zu Makulatur werden.
Guten Abend. Die schwadronieren wie unfähige Generäle mit einer unfähigen Strategie über eine unfähige Taktik, wobei es denen egal ist, wie viel Volks dabei verheizt wird. Wechselkurse, Interessen, Nutzen, Anpassungen … Leistungsbilanzen, arme Asiaten-Opfer … – alles makroökonomische Philisterei.
In China wachsen nicht die Arbeitsplätze als soziale Errungenschaft, sondern die Sklavenarmee für den Weltmarkt unter direkter Beteiligung der westlichen Eliten. Dieser Preisdruck zermalmt Japan und Deutschland als Konkurrenten um Exportanteile im “Rest der Welt”. Die treuesten Verbündeten der USA werden so in Warenwirtschaft und Finanzen zermürbt und geschwächt. Je größer die Deindustrialisierung des Westens (GB, USA)und WE durch weiteren Verlagerungsdruck, desto größer wird die Abhängigkeit vom Geolieferanten, der die Importeuere natürliche kreditieren muss, weil deren Leistungsbilanzen, speziell Handelsbilanzen mangels Exporteinnahmen und Tourismusausgleich die Importe nicht mher bezahlen lassen. Gleichzeitig bindet der Geolieferant aber die rohstoffreichen Entwicklungsländer an sich, die einem bekannten Kreditdiktat des IWF stets eine PPP (private public Partnership) mit eine Direktinvestor statt Gläubiger vorziehen und so -kleinbürgerliche Oberschicht und Stammesfürsten- an Chinas Profiten aus dem Westen beteiligt werden und ihr u.a. Abstimmungsverhalten in UN etc. entsprechend ausrichten.
Neutralisiert man noch die militärische Komponente der bisherigen westlichen (Interessenschutz)Übermacht (man kann x-mal mehr menschliche Opfer bringen als alle westlichen Staaten im Konfliktfall verkraften können) und erkennt, dass auch in Wissenschaft und Forschung der Vorsprung dahingeht und der Rest freiwillig von unseren zu den KPC-Eliten verlagert wird, dann wird die Machtdrift unter enormen Ungleichgewichten sichtbar. Wenn zu viele Länder von Chinas Lieferungen und Bestellungen abhängen, dann it es das Land der wirtschaftlichen Mitte, an dem keiner mehr vorbeikommt – Rohstoffe von den einen Abhängigen rein (die mit dem Geld Endprodukte kaufen) und Finalprodukte an die anderen Abhängigen ohne Rohstoffe raus. Letztere brauchen dann aber Geld, was ohne etwa ausgelichene Handelsbilanz nicht da ist,zumal aus der letzten Finanzkrise noch enorme Schulden untereinander abzuarbeiten sind, die bei der so unausweichbar nächsten noch mehr werden.
Und die soziale Breitseite ist schon auf uns (WE) und die USA abgefeuert und teils angekommen. Was nützt die schönste Leistungsbilanz und Wechselkursrelation der makroökonomischen Alzheimer, wenn das Volk sozial den Bach runtergeht? Darüber schreiben die nichts, wenn die Justierungen in den warmen Stuben vornehmen.
Wenigstens kann man sich damit trösten, dass die Globalisierung den Neoliberalismus des Westens mangels Tauschwaren beendet und durch Kreditsklaverei und Sozialdumping ersetzen muss. Danke an die “Linken” von der SPD. Den Irak habt ihr den Ölbaronen um Bush überlassen, Afghanistan den Drogenbaronen und Deutschland den Chinesen.
MfG
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