Gedanken zur Zeit 1570 17-11-09: Auch mehr als 60 Jahre nach der Teilung wird Deutschland weiter schrecklich gespalten
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Schönen Tag!
Lieber Herr Jahnke,genauso ist es.Deutschland wird nie zu Besinnung kommen.Vor einiger Zeit schrieb ich als Kommentar auf Ihrer Seite,daß aus 4 Jahren Schwarz-Gelb schnell auch 8 werden.
Nach den Wahlergebnissen, insbesondere in den Ländern,
sehe ich keine Chance mehr, eine Merkelfreie (also CDU-Freie) Regierung zu bekommen.Mit Jamaika im Saarland (vermutlich auch demnächst in NRW) ist ein Linksbündnis und damit eine andere,bessere Politik auf Dauer ausgeschlossen.
Beste Grüße
Hagnum
Hallo miteinander,
ich kenne keine Zeitung, die mir so schwer verständlich ist, wie die BILD, ehrlich!
Wer von Euch hat schon mal am Kabinettstisch, also in der Funktion eines Ministers am Regierungstisch gesessen? Ich nicht und zwar deshalb nicht, weil ich kein Minister bin. Und wie wird man/frau Minister? Darüber gibt das Grundgesetz, Artikel 64 bis 69, Auskunft.
Es kann also keine Rede davon sein, dass ehemalige Stasi-Spitzel ungeniert am Kabinettstisch Platz nehmen, sie wurden vielmehr ungeniert dorthin berufen.
Wenn ich als Sieger aus einem ideologischen Kampf hervor ginge, wäre es mir sogar eine gehässige Genugtuung, diejenigen ob ihrer Tapferkeit zu ehren, die mir unwissentlich zum Sieg verholfen haben. Schlimmer geht’s nimmer, oder!?
Seit dem 2. Weltkrieg haben zwei Wirtschafts-Systeme gegeneinander konkurriert: Die soziale Marktwirtschaft im Westen und der Sozialismus im Osten. Die Montagsdemos führten zum Fall der Mauer und damit war der Weg frei, die neoliberalen Tendenzen, die seit den 1970er in der BRD erstarkten, sich vollends entfesseln zu lassen. Der Osten wurde mit dieser Ideologie, dessen Anhänger auch Horst Köhler ist, überrannt, wie einst die Hunnen Europa klein trampelten.
Nun aber zu behaupten, die Ordensverleihung sei eine Farce, gehört sich nicht, schließlich kann ja niemand etwas dagegen haben, wenn das Leid der Menschen offiziell bedacht wird, obwohl es in Wirklichkeit niemanden unserer Eliten interessiert.
Es interessiert lediglich der grandiose, weltumspannende Durchbruch der neo-klassischen Ökonomie.
Bis denne,
Gaby
@ Hagnum,
leider sehe ich das auch so!
Gruesse
Gisela
Hallo an Alle,
eine traurige Nachricht:
Oskar Lafontaine an Krebs erkrankt: Operation schon am Donnerstag
Der Eingriff war seit längerem geplant. Erst nach der Operation wird der Vorsitzende der Linkspartei entscheiden, ob er in der Politik bleibt. (mehr …)
http://magazine.web.de/de/themen/nachrichten/index,cc=000005479500093326784gugSS.html
Gruesse
Gisela
Da bleibt erstmal nur Oskar Lafontaine die Daumen zu drücken, und ihm beste Genesung zu wünschen! Diese bedrückende Nachricht macht vielleicht so manchem Medienschwätzer klar, daß dieser Mann meist sehr gute Gründe hat, wenn er politische Tätigkeiten überraschend beendet.
Zum Text:
Eigentlich kann es nicht sonderlich überraschen, daß die konservativen Kreise in Deutschland das SED- Regime nach Art der “Totalitarismustheorie” behandeln. Nach dieser “historischen” Dogmatik verhält es sich mit “realexistentem Sozialismus” àla UdSSR und Nationalsozialismus, vereinfacht gesagt, wie zwei Seiten einer Medaille,.. -der des “Totalitarismus” eben… Und dem gegenüber steht der Freie Kapitalismus, welcher neuerdings sogar als Grundbedingung für demokratisch verfasste Rechtsstaaten, von den “Denkern”(z.B. Frances Fukuyama) der neoliberalen Schule, verkauft wird… -dabei übersehen diese Herrschaften gern daß, von Saudi- Arabien bis “VR”- China, jede Menge kapitalistischer Dikaturen, übelster Sorte auf diesem Planeten existieren und vor allem auch, daß das sogenannte “Dritte Reich” ebenfalls als kapitalistischer Staat betrachtet werden muss. Aber klar ist, als “wirtschaftsmächtiger Interessenwahrer” (-das Pendant zum “sozialen Besitzstandswahrer”), würde ich auch wollen, daß die Marionetten an meinen Fäden immer wieder die “absolute Finsternis der DDR” besingen… -es dient einfach meinen materiellen Interessen!
Allerdings sollte man sich durch das durchschaubare DDR- Dämonisierungs- Gegeifer der Konservativen nicht zum “DDR- Versteher” machen lassen. Wer sich in diesem Staat nicht “in die Schlange stellen” wollte, wurde häufig übel drangsaliert, und das ist nie zu rechtfertigen… -schon mal gar nicht mit “Frieden und Sozialismus”!!!
ZU der Ordensverleihung an die einstigen DDR-Oppositionellen ist ein bezeichnendes Detail zu vermelden. Ich zitiere dpa, eine Meldung vom 16.11., 15.50
Als Krawczyk vom Bundespräsidenten zum Ende der Veranstaltung
gebeten wurde, die Nationalhymne anzustimmen, vergriff dieser sich im
dreistrophigen Text. «Deutschland, Deutschland über alles. ..» sang
der Liedermacher, bis er unterbrochen und darauf aufmerksam gemacht
wurde, dass bei der offiziellen deutschen Nationalhymne nur die
dritte Strophe des «Liedes der Deutschen» von Hoffmann von
Fallersleben gesungen wird: Einigkeit und Recht und Freiheit …».
Die ersten beiden Strophen sind zwar nicht verboten, aber – nach den
Erfahrungen des Nationalsozialismus – weitgehend tabuisiert.
Das paßt auf den Geist dieser Republik wie die Faust aufs Auge. Leider.
Guten Tag. Zwei Dinge stören mich besonders stets bei solchen stellvertrendenden Opferehrungen durch Mittäter: 1. Die DDR wäre Sozialismus gewesen und dieser ausschließlich nur eine Art Opferproduktionsstätte, übler als sonst wo auf der Welt. 2. Die systemische Relevanz der Wirtschaft der DDR für die Eliten der BRD-1 und deren Wohlstand und Machtausgleich wird ausgeblendet.
1. Wenn eine kleine Gruppe Politbürokraten, die nach dem amerikanischen Wahlmännerprinzip innerparteilich und damit staatlich stets am Ruder b leibt und die Alleingewalt über alle Ressourcen eines ganzes Volkes ausübt (Geldpresse + Schulden + Deckungsbeitrag des Volkes, Produktionskapital als Maschine + Material, Unternehmen + Ausrichtung + Leitung + Rationierung der Produktionsmittel) und sich dazu den passenden Staat einrichtet (Bildungssystem und Inhalte, Medien- und Informationskontrolle, Polizei, Armee, Nachrichtendienste, Justiz + Strafvollzug, Zivil- und Strafgesetzbuch etc.), dann sollte man diesen Wunschtraum jedes Neoliberalen -nur eben über den umgekehrten Weg mittels unangetasteter Produktion+Geld den Staat als seine Rechtsschutz-Versicherung und Sparkasse zu beherrschen wie wir gerade bei der Bankenrettung zu Lasten des Sozialen live erleben- nicht als Sozialismus bezeichnen. Es ist (Post)Stalinismus. Zentralmacht und Zentralgewalt + Machtapparat wie in früheren Monarchien. Selbes System: Elite-Volk. Es gibt nicht die simple Formel vom sozialistischen Osten und kapitalistischen Westen. Etikettenschwindel klappt nur solange, wie keiner die Verpackung aufmacht und mal reinguckt.
2. Die DDR, zuletzt mit 17 Mrd. DM auf dem Papier genauso großer Handelspartner wie die UdSSR, war schon lange vorher in b e i d e Systeme integriert und systemrelevant – als verlängerte Werkbank, an der sich die Eliten des Ostens u n d des Westens schlicht bereicherten und stabilisierten. Alleine das DDR-Uran in Weltmarktpreisen wäre wie ein Öl-Emirat gewesen. Reparationen! Schiffe, Kräne, Zementanlagen,. Draht- und Verseilmaschinen, Traktoren, Mähdrescher, Armaturen, Pumpen/Verdichter, Kühlanlagen, Chemieerzeugnisse im COMECON (RGW) verteilt zu den Preisen, die die UdSSR zur multilateralen Verrechnung alleinig bei den Herbsttagungen festlegte.
Es wurde im Außenhandel 1:1 DM:DDR-M gerechnet, weshalb die billigen Ostlöhne und Produktpreise (in DDR-Mark weit unter den Stückkosten und Löhnen des westdeutschen Arbeitnehmers oder Beamten) sehr viel höhere Margen bei den westdeutschen Kapitaleignern erzeugten als ihre in Stückkosten und Löhnen viel teurere Inlandproduktion. Alle Konzerne standen Schlange bei der Leipziger Messe. Schon damals wurde Produktion in die DDR verlagert (z.B. Druckerzeugnisse, darunter Pornoheftchen), eigentlich aber alles, was man selbst hätte herstellen können, aber nicht so billig bei etwa gleicher Qualität. Wenn also 17 Mrd. DM Kosten bis 100 Mrd. Umsatzerlöse werden, dann waren das im Rahmen einer damals noch gemäßigten Umverteilung der Umsatzerlöse in Westdeutschland erhebliche Beiträge zu Löhnen, Sozialsystem und Gewinnmargen dort. Wirtschaftwunder gib es nicht. Dazu über 6 Mrd. DM Kredite (Strauß), die regelmäßig bedient werden mussten – und wurden, zu Lasten der sozialen Standards der DDR. Nichts mit Brüdern und Schwestern. Cash. Alles wie China: Lohndumpíng, Sozialdumping, Rechtsdumping, Ökodumping, Gesundheitsdumpig, gleichgeschaltete Gewerkschaften, massenhafte Frauenarbeit in der Produktion und daher Ganztags-Kitas und Schulhorte. Und alles zum Wohle der westdeutschen Eliten in Politik und Wirtschaft, die sich auf das ostdeutsche Politbüro als ihr innerdeutsches Arbeitsamt und Zinsbringer immer mehr stützen konnten. Die Systemrelevanz der stalinistischen DDR für die Kapitalakkumulation der westdeutschen Eliten war also inhaltlich wie China und Osteuropa heute. Und China nennt doch auch niemand Sozialismus außer der KP selbst.
Als mit dem Beitritt die Arbeitskosten im Osten zwangsläufig steigen mussten, war der Surplus-Gewinnbringer hinüber. Plötzlich war alles marode, unproduktiv und musste weg. So wurde das milliardenschwere Osthandelsgeschäft der DDR per Währungsunion gekillt und übernommen und hat bis heute einen dafür zuständigen „Ostbeauftragte der deutschen Wirtschaft“ samt Delegierter in Moskau. Auch diese Transferleistung der geschenkten Kundenkarteien wird nicht angerechnet.
Die vernünftigere Konföderationsidee mit gleitender Anpassung der Arbeitsproduktivität (=Beibehaltung von Arbeitsplätzen und –einkommen bei Reisefreiheit) und Währungskurse haben ja die Fußabstimmung wegen Kohls Wohlstands-Versprechen gekillt, was heute noch viel größere soziale Opfer macht und Transferleistungen für die stillgelegte Werkbank, als Landschaften blühen. Komischerweise sind die westdeutschen Groß-Unternehmer immer mehr politisch freigestellt, die Sozialkosten des Ostens für ihre Gewinngier und investives Desinteresse zu bezahlen. GG14? Wer gedenkt der Millionen im heutigen Osten, denen nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft versaut wurde und wird?
Lafontaine (Gesundheit!) lag –aus Sicht der sozialen Erfolge- nicht so falsch mit der Einschätzung gegen eine Wiedervereinigung. Denn auch nach zwanzig Jahren ist es nicht gelungen ausreichend Beschäftigung, Erwerbseinkommen, Investitionen und Vertrauen in die Zukunft zu schaffen, weil das Kapital eben als Globalist ein vaterlandsloser Geselle ohne soziales Grundgesetz ist. Und damit keiner das Opfern Ostdeutschlands mit Millionen Erwerbs-Biografien auf dem Altar der neoliberalen Globalisierung, der Gorbatchov die Bremsen löste und die Tore öffnete, ehrt man zur Ablenkung vom gebrochenen Wohlstandsversprechen nach 20 Jahren ein paar Opfer der DDR: Seht, es hätte viel schlimmer kommen können, wenn ihr nicht beigetreten wäret! Dazu aus dem ZDF gestern eine Ostdeutsche: „Früher hatten wir Arbeit und etwas Geld und keine Reisefreiheit. Heute haben wir die Reisefreiheit und keine Arbeit und Geld zum verreisen.“
Wär so medial auf DDR-Opfer fokussiert, lenkt die Öffentlichkeit von ganz anderen Taten und Tätern ab. Die (post)stalinistische DDR hat also für die Eliten weiterhin eine Funktion. Wenn das keine (N)Ostalgie ist?
MfG