global news 1794 16-11-09: Weiter Horrorzahlen aus der gewerblichen Wirtschaft: Beschäftigungs- und Entgelt-Rückgang hält unvermindert oder kaum vermindert an
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global news 1794 16-11-09: Weiter Horrorzahlen aus der gewerblichen Wirtschaft: Beschäftigungs- und Entgelt-Rückgang hält unvermindert oder kaum vermindert an
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Guten Abend. Wenn man näherungsweise den monatlichen Spar- und Kaufkraftverlust nur aus der gewerblichen Wirtschaft nimmt ergibt sich bei -5,1% Gesamtlohn ungefähr:
3.240 € (09) *100% / 94,9% = 3.414 € (08) – 3.240 € (09)
= 174 € KK-Verlust pro mittlerem Gehalt * ~5,1 Mio. Beschäftigte
= ~887 Mio. € KK-Verlust pro Monat oder etwa 10 Mrd. € im Jahr
oder /3.414 = ca. die verlorenen 233.000 Arbeitsplätze (hier sogar 244.000).
Da es Brutto-Löhne sind, fehlt dieses Geld also anteilmäßig in den Sozialversicherungen und ebenso als Nettogehalt in den Taschen der Arbeitnehmer im Sinne Konsumnachfrage.
Gleichzeitig muss dieser Ausfall aus den Sozialkassen kompensiert werden über Kurzarbeitsgeld, ALG-1 und -2, da eine Umverteilung der Arbeit in die nichtgewerbliche Wirtschaft unwahrscheinlich ist.
Was sagt uns das über die Konjunkturpramme? Hilfloses Gestümper. Der Nachfrageausfall beträgt 1/50 oder 2% des Bankenrettungsumfanges. Die Banken werden reicher, die betroffenen Familien und Unternehmen auch. Die Deflation geht weiter und die Pleitewelle wird zum Tsunami. Brüderle will schon das KA-Geld verlängern bevor die sonst >5 Millionen AL sauer werden.
MfG
Frage: Wie wirkt sich eigentlich der “Finazmarkthandel” auf das Bruttoszialprodukt aus. In den USA wächst angeblich die Wirtschaft wieder, aber mit den Zahlen zu den Löhnen und den realen Umsätzen ist dieses eigentlich nicht zu vereinbaren. Treibt da nicht eine neue Blase an der “Wall Street” künstlich die Zahlen nach oben?
Guten Tag. Stimmt. Es sind die Finanzdienstleistungen, deren Saldo in der Leistungsbilanz figuriert, wobei die Dollarnotenpresse der Fed zwar das BIP, aber nich den Volkswohstand aufläst. Auf dem Krisenhöhepunkt 2007 waren das etwa 45% des BIP an “Wertschöpfung”. In Deutschland ist der Saldo durch den hohen Anteil an physischen Warenexporten (die USA waren ja Nettoimporteur, Wenigproduzent und Maximalkonsument) bestimmt. Wenn die Weltreservewährung bei daran gebundenen Zwangstransaktionen (Kredite für Handel Gold, Erdöl+ Erdgas plus deren transoport/Lagerung, Metalle, Diamanten, Silber, Treasuries, Kredithebel ABS-Derivatehandel und deren CDS, Immobilienkredite aus Euro, Versicherungen und usw.) stets nachfragt werden muss, macht der U.S.-Finanzsektor über Gebühren und Zinsen eben und n u r durch das Hochhebeln (=Blasenbildung) der Kreditmenge im Umlauf so große Einnahmen(1950 4% und die Realwirtschaft boomte für und vom Weltmarkt), dass die fiktive Wertschöpfung im BIP bei sinkender Realwirtschaft (Deindustrialisierung und Verlagerung) steigt. Deshalb kam ja Stiglitz wohl darauf, dass das BIP bald gar nichts mehr aussagt.
MfG
Hallo in die Runde,
mir deucht, da brodelt sich etwas zusammen, das das nüchterne Herz eines Buchhalters höher schlagen lässt:
Die einst in Billiglohnländer abgewanderten Unternehmen klagen zunehmend über Qualitätsmängel ihrer Produkte, packen gar ihre Produktion, kehren nach Deutschland zurück und vertrauen wieder auf das weltweit bekannte Gütesiegel „Made in Germany“.
Dumm nur, dass sich in Deutschland nicht so viel Profit erwirtschaften lässt, wie z.B. in China. Die Lösung liegt auf der Hand; die Wirtschaftskrise dient als Alibi: Die deutschen Löhne und Gehälter müssen sinken, aber kräftig! Die Lohndrücker dürfen sogar darauf vertrauen, dass die Deutschen nach wie vor in preußischem Pflichtbewusstsein korrekt ihre Arbeit tun, auch wenn sie das Gefühl haben, ausgenutzt zu werden. Derweil die deutsche Produktivität bemerkenswert hoch ist, braucht es natürlicherweise immer weniger Arbeiter und sicher auch Angestellte, ein Umstand, der sich wiederum im Profit bemerkbar macht. Die Wirtschaftskrise lädt per Kurzarbeit geradezu dazu ein, auszuprobieren, wie knapp besetzt eine Produktionshalle sein muss, um den höchstmöglichen Produktausstoß zu erhalten.
Zwar gilt Deutschland bereits als das „China in Europa“, aber warum sollten die Unternehmer zögern, unsere Löhne relativ auf das Niveau eines Entwicklungslandes zu drücken? Es spielt für reiche Menschen kaum eine Rolle, ob unser Binnenmarkt gesund ist, schließlich gibt es viele andere Absatzmärkte und es spielt für sie noch weniger eine Rolle, dass unser Staat und seine Sozialsysteme immer magersüchtiger werden. Der Reiche braucht keinen starken Staat!
Es würde mich also nicht wundern, wenn ich die nächsten Quartale immer wieder lese: „Weiter Horrorzahlen aus der gewerblichen Wirtschaft“.
Bis denne,
Gaby