1770

global news 1770 28-10-09: Noch ist das sozialkritische Denken in Deutschland nicht verloren

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21 Antworten zu 1770

  1. heiner sagt:

    Das Wahlvolk hat leider vor 4 Wochen das sozialkritische
    Denken nicht gehabt.Schlicht und ergreifend.Und jetzt
    soll das wieder da sein? Chance verpasst!Michel hats einfach verpennt.
    Ich hoffe seit 21.00 Uhr Schauen viele Menschen Arte!!
    MfG

  2. Volker Hamburg sagt:

    Tja, schön und gut, aber gerade die Tortengrafik zu den “Steuersenkungsplänen” der schwarz/geldenen Koalition erinnert doch an die merkwürdige Schizophrenie zwischen Einstellungen zu politischen Fragen und Wahlentscheidungen in diesem unserem Lande. 69% sind gegen jene verantwortungsfreie Luftnummer, allerdings haben 48% (33% + 15%) diese Regierung gewählt und dieses Ergebnis wird durch nachträgliche “Sonntagsfragen” weiterhin bestätigt. Wenn man bedenkt, das auch die CDU und gerade die CSU ebenfalls, wenn auch mit “Finanzierungsvorbehalt”, Steuersenkungen versprachen, ergibt das 17% mündiger Bürger, deren Meinung einen Antagonismus zu ihrer Wahlentscheidung darstellen muss! Es ist fast genauso wie bei der Einstellung zum Afghanistankrieg… -ca.70% der Bevölkerung lehnen ihn ab, geben CDU/CSU, FDP, “SPD”, und “GRÜNEn” aber weiterhin ihre Stimme! Da weiß man nicht, ob man jetzt weinen oder lachen soll…

    • globalnote sagt:

      @Volker Hamburg,

      Das zeigt doch nur, wie sich die SPD unwählbar gemacht und damit die Wähler einer sozialen Alternative beraubt hat. Ohne Steinmeier, Steinbrück u.Co. und den Glauben an die Reformagenda wären die Wahlen anders ausgegangen!

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Volker Hamburg sagt:

        Wie wahr, und mit Gabriel, Steinmeier, Nahles & Co. wird sich an dieser Unwählbarkeit in absehbarer Zeit nichts ändern! Es ist, obwohl ich Lachen bevorzuge, zum Heulen!!

  3. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    das Umfrageergebnis hat mich sehr erfreut.

    Trotz aller Bemühungen der letzten Jahre ist es unseren monetären Machteliten und auch der BILD, dem Fachorgan fürs Zwischenmenschliche, nicht gelungen, unsere Gesellschaft, trotz anhaltender Keulenkritik, zu atomisieren.

    Der soziale Zusammenhalt besteht nach wie vor; das liberale Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied und wer es nicht schafft, hat sich nicht genug angestrengt“ wird in seiner abgrundtiefen Boshaftigkeit durchschaut. Der Normalbürger spürt instinktiv, dass ein wirtschaftlich erfolgreiches Leben nur dann möglich ist, wenn die Ökonomie des Landes den Erfolg zulässt. Seit 1998, dem Beginn der offenen deutschen Lohndrückerei und dem Jahr 2005, der Einführung von Hartz-IV, ist der wirtschaftliche Handlungsspielraum des Einzelnen mehr und mehr eingeschränkt und viele sind seither unverschuldet in bittere Armut gefallen.

    Vermutlich hat mittlerweile selbst so mancher Sozialdarwinist begriffen, dass es Menschen, die in auferzwungenen wirtschaftlichen Widrigkeiten leben, trotz aller fleißiger Bemühungen unmöglich ist, sich aus ihrem menschenunwürdigem Schicksal mit eigener Kraft zu befreien.

    Ich wünsche mir, dass uns diese Einsicht nie verlässt, gar wachsen und gedeihen möge. Sie dient dem Nutzen aller Deutschen!

    Beste Grüße,

    Gaby

  4. Gaby sagt:

    Lieber Heiner und Mitlesende,

    lasst die Köpfe nicht hängen, auch wenn die bundesdeutsche Realität geradezu dazu einlädt, aber es hätte viel schlimmer kommen können.

    Die neoklassischen Ökonomen sehen in uns lediglich Wirtschaftssubjekte, die über fixe Präferenzen und vollständigste Informationen verfügen und deshalb stets rational handeln. Der Homo Oeconomicus wählt, laut neoklassischer Theorie, von den vorhandenen Alternativen immer diejenige aus, die ihm am meisten nützt.

    Aus diesem Grund kommt in deren Wirtschaftstheorien die ungewollte Arbeitslosigkeit nicht vor. Wer arbeitslos ist, hat das selbst so gewollt. Das ist der Grund, warum BILD, Clement, Müntefering & Co. so dreist auf unsere Arbeitslosen eingeschlagen haben und es noch tun und sie ungestraft als Parasiten und Schmarotzer beschimpfen. Die Neliberalen gehen von keiner anderen Möglichkeit aus, als dass Menschen, die in Armut leben, es selbst so gewollt haben und deshalb dürfen die Erfolgreicheren sie verhöhnen und beschimpfen.

    Erst der Ökonom John M. Keynes hat im letzten Jahrhundert erkannt, dass eine entsprechende Wirtschaftslage Arbeitslosigkeit, gar Massenarbeitslosigkeit erzwingt. Keynes war der erste Ökonom, der den Menschen als Menschen sah und die Psychologie in die Ökonomie einführte.

    Siehst Du Heiner, die Spaltung unserer Gesellschaft hätte viel, viel schlimmer kommen können, wäre der Mensch grundsätzlich kein Lebewesen, dass seinen Artgenossen wohlgesonnen begegnet und wäre er tatsächlich das eiskalte Wirtschaftssubjekt, das die Theoretiker in uns sehen.

    Beste Grüße

    Gaby

    • heiner sagt:

      Hallo Gaby, die Spaltung unserer Gesellschaft ist längst vollzogen, sie tritt nur nicht offen zutage.Es brodelt zwar wie bei einem Vulkan tief im Inneren, aber
      an der Oberfläche ist kaum was zu bemerken. Ab und zu leichte Rauchzeichen(wie bei der Papstwahl) aber ansonsten nichts.
      MfG

  5. Paten sagt:

    Guten Morgen. Glückwunsch ans Infoportal Globalisierung! Wieder-Kanzlerin Merkel gestern abend : Es müßten Wachstumssigale gesetzt und die Binnennachfrage gestärkt werden!

    Das Prinzip Hoffnung gelte nicht, auch nicht bei den Steuersenkungen. Alle Aussagen gründeten sich auf Prognosen und die könnten in 6 Monaten ganz anders seien.

    Erst mal im Amt und weisungsberechtigt sein. Der ganze Koalitionsvertrag ist eine Kann-Bestimmung. Nicht dass Mobil-Guido nur dazu diente die Agende 2010 zu kippen und gegen die sich verschlimmernden Verhältnissen zu pragmatischer Politik ohne sPD-Rezepte überzugehen? Wunderliche Wendungen. Da sind wir aber gespannt. Hat Sarkozy etwa ins Kanzlerin-Ohr geflüstert, wie man Aufständen entgeht, wenn man den Faktor ‘Volk’ hinter den sieben Geldbergen und ohne dauern irrende Wirtschaftsweise mal wieder ins Auge fasst? Oder Spezi Schäuble?

    Geht der deutsche Neoliberalismus in einer scharfen Kanzlerin-Kehre zugrunde? Wende-II?

    Zu oben eine Anmerkung: Die (repräsentativen)Umfragen werden auf alle Bürger hochgerechnet, die Wahlergebnis-%% nur auf die Anzahl abgegebener Stimmen, also die Wahlbeteiligung. Das dürfte den o.a. Widerspruch relativieren.

    MfG

  6. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    die Zerrissenheit unserer Bevölkerung in sozialen und wirtschaftlichen Belangen ist das Spiegelbild des verbalen Krieges, den sich im Augenblick die Süß- und Salzwasser-Ökonomen liefern.

    Die Süßwasser-Ökonomen, in Chicago angesiedelt und Jünger des neoliberalen Milton Friedman, setzen noch immer auf die Selbstheilungskräfte des Marktes, die jedes Ungleichgewicht, also auch Massenarbeitslosigkeit und Bankenkrisen, von ganz alleine ins Lot bringen. Diese Ökonomen lehnen jede Einmischung des Staates, also auch Konjunkturprogramme, ab. Aber seit dem Ausbruch der Finanzkrise bröckelt ihre seit Jahrzehnten ausgeübte Autorität. Die Staatschefs dieser Welt scheinen begriffen zu haben, dass es Situationen gibt, wo der Staat sehr wohl eingreifen muss und bewilligten im letzten Herbst Hilfspakte in Milliarenhöhe.

    Mehr Gewicht erhalten derzeit die Salzwasser-Ökonomen, also die, die an der amerikanischen Atlantikküste ansässig sind, wie z.B. Paul Krugman. Sie verneinten stets die „unsichtbare Hand des Marktes“ und sind für die staatliche Einmischung in die Ökonomie eines Landes, sofern der Markt solches signalisiert. Die Süß- und Salzwasser-Theoretiker gibt es natürlich auch in Deutschland.

    Das offensichtliche Marktversagen des Neoliberalismus und der aktuelle Hoffnungsträger, die lange verschmähte Keynesschen Ökonomie, liefern sich derzeit Gefechte, die knallen, wie Peitschenhiebe. Und zwischendrin stehen unsere Politiker, von Natur aus eher ahnungslos und stochern hoffnungslos überfordert in der Nebelsuppe, die uns die Neolibs eingebrockt haben.

    Da muss sich keiner wundern, dass der einzelne Bürger heillos überfordert ist und sich außerstande fühlt, die derzeit günstigste Partei zu wählen, denn die günstigste, die SPD, ist nur noch ein fußkranker nackter Hahn, dem Zurecht kein Vertrauen mehr geschenkt wird.

    Ich kann meinen Artgenossen jedenfalls nicht böse sein, sondern hoffe, dass Medien wie ARTE und die öffentlich-rechtlichen TV-Sender, vielleicht auch der SPIEGEL, STERN etc. endlich ihren neoliberalen Kurs verlassen und der Bevölkerung den Weg in eine bessere Ökonomie erklären und schmackhaft machen. Und ich hoffe, dass die SPD endlich dahinter kommt, wie bescheuert-leichtfertig sie in den letzten Jahren alle ihre Ideale über Bord schmiss, nur um ultramodern zu erscheinen.

    Wenn das alles passiert, werden die nächsten Bundestagswahlen ganz anders aussehen, als diese.

    Bis denne,

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Tag. “Jede mathematische Formel in einem Buch halbiert die Verkaufszahl dieses Buches.” Stephen Hawking

      Insofern müssten “die Medien” als Meinungs-Villa ‘Kunterbunt’ erstmal selbst zum Verständnis kommen, was über die Tagesauflage hinaus Bildungsprogramm für’s Volk statt Hirn-Impfen ist.

      Die Staatschefs dieser Welt scheinen begriffen zu haben, dass es Situationen gibt, wo der Staat sehr wohl eingreifen muss und bewilligten im letzten Herbst Hilfspakte in Milliarenhöhe.

      Die Staatschefs dieser Welt scheinen begriffen zu haben, dass es Situationen gibt, wo der Staat sehr wohl eingreifen muss und bewilligten im letzten Herbst Hilfspakte in Milliarenhöhe.

      Hier muss man aber bezweifeln, dass sie was bei den G-20 begriffen haben. Alle G-7 haben inzwischen (wie Ackermann heute für die DB) die Krise für beendet erklärt, obwohl noch Hunderte Milliarden in Giftpaieren da sind, 160 Millionen Menschen mehr hungern und in den USA immer mehr die Arbeitslosigkeit und Haus-Aufgaben steigen und in Deutschlan-heute schon wieder- die AL_Statistik verbogen wird etc.

      Es fehlt bis heute jede Analyse (man erinnere sich an das Merkel-Stotter Video) und jede Verantwortungsübernahme für die Nichtkontrolle/Ignoranz des von Frau Merkel unter Schröder aufgebauten Verbriefungsmarktes und Derivateanhäufungen auch mit Steuergeldern in Schattenbanken (wie BAA+WDR in HRE) durch die Aufsichtsversager Weber, Sanio, Asmussen, Steinbrück u.a.

      Weiter die Merkel-Realitätsausblendung, die Krise sei irgendwo im Ausland entstanden (warum zahlen wir dann?). Weiter die zugegebene Erpressbarkeit der völlig überforderten und übertölpelten Merkel und Steinbrück als Verantwortliche zur Schadensabwendung vom deutschen Volk gegenüber schlauen Bankern, die sich auch nicht die Boni beschneiden lassen, wenn minderbezahlte Beamte die Kontrolle tatsächlich ausüben sollten und niemals wissen wo im gloablen Netzwerk der Banken sie suchen müßten.

      Und das allergrößte Lügenpaket mit Hochkonjunktur ist doch wohl die für’s tumbe Volk erfundene Legende von den “systemrelevanten Banken”, die zu groß wären, um pleite zu gehen? Die waren pleite, weil sie von den United Politartists unkontrolliert zu groß wurden. Und unter dem Decklmantel der Hilfe veruntreute die Commerzbank die Hilfsmittel nd kaufte damit die Dresdner Bank und wurde – noch größer. Unter den Augen Merkel/Steinbrück, die unbegrenztes Bankenwachstum fördern, statt ab einer bestimmten Bilanzgröße die Bank aufzusplitten, damit sie- und hier nehme ich deren demagogische Argumentation- eben nicht systemrelevant werden kann.

      Und jetzt erkläre mal einer, dass die großen Konzern-Betriebe, die überall Massenentlassungen vornehmen und die kleinen Zulieferer dieser Dronen drumrum auftragseitig mit in die Entlassungswelle reinreißen, dass die schlichtweg nicht systemrelevant, weil zu klein sind? Wie bekloppt muss denn ein erwachsener Wähler sein, dass er die Realität ausblendet und sich das Leben von den Brüdern Grimm erklären läßt?

      Den einzigen Eingriff, den man vom jetzigen systemischen Staat erwarten kann ist doch der in die Taschen des Volkes, das noch lange als Chip-Lieferant für die Kasino-Parteigäger dienen soll. Und das ganze Gefasel von Mr. 100.000-Mark und seiner Wieder-Geburtshelferin, dass die Neu-Bewertungen der Entwicklung, der Situation, der Kassenlage, der Steuern,der ganzen Welt und des Alls, noch ein halbes Jahr werden. Richtig, bis Mai 2010 zur NRW-Wahl. Was haben die eigentlich die letzten Jahre gemacht, dass die ihre eigene Politik nicht mehr kennen und die Kassen etc.?

      Kein Wunder, dass bei solcher Volks-Vertumbung der N(i)ebel_Kerzenhalter Wein gepredigt und destillierters Wasser gereicht wird.

      MfG

  7. Gaby sagt:

    Hallo Paten und Mitlesende,

    nun, es scheint derzeit en vogue zu sein, Elemente der Keynesschen Ökonomie auf den Lippen zu tragen, allerdings sehe ich nicht, dass konkrete Taten wie Einführung von Mindestlöhnen, starke Lohnanhebungen, stärkere Besteuerung der Reichen und deren Gewinne, Reaktivierung des Arbeitsförderungsgesetzes etc. pp. zur Debatte stehen. Und solange das nicht passiert, sind für mich alle guten Worte reine Lippenbekenntnisse.

    Außerdem kann ich solche Sprechblasen wie „Wachstumssignale setzen“ schon gar nicht ab. Es hätte genügt, von einer konkreten Stärkung der Binnennachfrage im mittleren und niedrigen Einkommensbereich zu reden, aber nee, bloß nicht ins Detail gehen, einfach weiter schwurbeln und erst mal lecker Abendessen bei Sarkozy.

    Bis denne,

    Gaby

  8. Gaby sagt:

    Hi, Paten,

    stimmt, Elfriede Springer ist eine ausgewiesene Liebhaberin fetter Katzen mit zu geringer Eigenkapitaldeckung. Klarer Fall für’n Tierschutz à la BILD. ;-)

    Beste Grüße

    Gaby

  9. Klaus sagt:

    Zu Abb. 14777:
    Meine Interpretation dieser “Unfrage” ist genau gegenteilig zu der im Artikel:
    Für mich trauen immer mehr(!) der Politik zu, die wirtschaftlichen Probleme zu lösen. 2004 waren es noch 23%, nun sind es aber schon 43%. Die “nein”-Stimmen sind entsprechend von 75% auf 53% gefallen.

    Hab ich da was nicht verstanden?

    • globalnote sagt:

      @Klaus,

      Ja, das ist richtig. Habe den Satz nun geändert: “Eine Mehrheit von 53 % traut der Politik nicht zu, die wirtschaftlichen Probleme unseres Landes zu lösen (Abb. 14777). “Vor allem die nächste Umfrage, wonach nur 24 % glauben, daß die Probleme nach der Wahl besser gelöst werden, zeigt die große Skepsis.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  10. Manfred sagt:

    Hi;

    ich fand den Einwand, das die meisten die Hartz IV-Sätze für zu niedrig halten ganz nett. ABER, die Regierung versucht anscheinend gerade durch die Hintertür die realen Hartz IV-Sätze massiv nach unten zu drücken. Wie? Durch die Kopfpauschale für die Krankenversicherung. Da wird dann wohl für den Hartz IV Empfänger selbst weniger Geld übrig bleiben wenn das Arbeitsamt/ die Gemeinde auch noch die Kopfpauschale für den Hartz IV’ler bezahlen muss. Tja so ein Pech aber auch. Für die meisten Rentner sieht es aber nicht besser aus. Sozialausgleich durch das Finanzamt….Upps, aber mit wenig Rente bekommt man ja fast kein Geld vom Finanzamt zurück. Wieder mal hat der Ottonormalverbraucher Pech gehabt. Und die Reichen zocken uns noch mehr ab.

  11. Gaby sagt:

    Hallo, Paten und Mitlesende,

    Zitat: „Insofern müssten “die Medien” als Meinungs-Villa ‘Kunterbunt’ erstmal selbst zum Verständnis kommen, was über die Tagesauflage hinaus Bildungsprogramm für’s Volk statt Hirn-Impfen ist.“

    Stimmt, da gebe ich Dir recht. Allerdings halte ich unsere Journalisten für schlau genug, die Realität zu durchblicken, sofern sie von ihren Redakteuren gelassen werden. Es hängt vom wirtschafts-politischen Klima ab, was geschrieben wird und was nicht. Und nicht zu vergessen: In der linken Szene gibt es durchaus Blätter, die sich so nahe an den Tatsachen halten, dass mit Leidenschaft aktuelle Tabus brechen.

    Nun, die Sache mit den Konjunkturpakten, kann ich, streng genommen, auch ganz anders sehen, nämlich so, dass der Staat sich seit den 1980er Jahren nicht gänzlich aus der Wirtschaft zurück gezogen hat. Stichwort: Subventionen. Folglich ist es eine logische Konsequenz, dass er in Zeiten der Krise mit Milliardenpaketen hilft.

    Aber genau so sehe ich die Sache nicht, denn dafür hatten die Konjunkturpakte, die ja, weltweit aufgelegt, nicht allesamt in die Banken flossen, schon verdächtig keynessche Ausmaße. Aber das deutsche Paketchen ist trotzdem sehr bescheiden mit seinen 50 Milliarden Euro verteilt auf zwei Jahre. Karl Schiller hatte Ende der 1960er Jahre eines aufgelegt, das den heutigen Wert von umgerechnet 400 Milliarden Euro gehabt hat.

    Ich bin davon überzeugt, dass mindestens ein Peitschenhieb der Salzwasser-Ökonomen unsere Politikern im Frühjahr 2009 in die richtige Richtung gescheucht hat.

    Bis denne,

    Gaby

  12. Gaby sagt:

    Hallo, Heiner und Mitdiskutanten,

    der soziale Vulkan hat schon mal heftiger gebrodelt und zwar zwischen den Jahren 2003 und 2008. Da war das Gros der braven Bürger davon überzeugt, dass derjenige, der arbeitslos ist, ein stinkfauler GeselleIn sein muss.

    Ich denke, mittlerweile kommt es auf die Gegend an, in der man lebt. Ich lebe in einem kleinen Landkreis in Rheinland-Pfalz und seit Herbst 2008 gibt es keinen Groß- und Mittelbetrieb, der keine Kurzarbeit hätte und derzeit Menschen entlässt. Das öffentliche Klima hat sich zugunsten der mittellosen Menschen geändert, denn mittlerweile kennt wirklich jeder jemanden, der kurz arbeitet, unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder bereits stempeln geht.

    Den Leuten wird nun schlagartig klar, dass alle diese Menschen keine faulen Säcke sind und das Hartz-IV keine Disziplinierung der Arbeitslosen darstellt, sondern eine widerwärtige Bestrafung für ein Schicksal, auf das wir Bürger und Bürgerinnen keinen Einfluss haben. Den Leuten wird auch klar, dass sie morgen schon selbst auf der Abschussliste stehen können.

    Gemeinsame Angst schweißt erst einmal zusammen; die Atomisierung tritt dann ein, wenn wirklich jeder um seine nackte Existenz kämpfen muss. Aber so weit sind wir noch nicht.

    Bis denne,

    Gaby

    • Paten sagt:

      Guten Abend. Und heute ist das Gros der über 6 Mio. Arbeit Suchenden über Leih- und Kurzarbeit froh. Und betrachtet die asozialen Dagobert-(Super)Reichen als stinkfaule Gesellen. Jeder kennt inzwischen -persönlich- einen Arbeitslosen?
      Dr wahre Indikator des verloren Volkszusammenahltes ist, dass keiner der Arbeitslosen persönlich eine supereichen kennt. Haben die eigene Wahllokale? Oder nur Gettho-Siedlungen mit zentra eingemauerter Wahlurne?

      MfG

  13. heiner sagt:

    Wir wollen mal abwarten wie sich das sozialkritische Denken im Wahlergebnis von NRW niederschlägt.
    MfG

  14. Gaby sagt:

    Hallo miteinander,

    die Kopfpauschale wird mit Sozialausgleich eingeführt, falls das Wortgetüm tatsächlich realisiert wird. Vorgesehen sind dafür 20 Milliarden Euro.

    Tja, ich kenne keinen Superreichen, dafür aber mittlerweile einige persönlich, die bereits arbeitslos sind oder es in Bälde sein werden. Diesen Leuten und ihren Familien geht es psychisch nicht gut.

    Meine gereizten Augen sind wieder heil und so gehe ich heute zur Arbeit. Es ist mein letzter Tag, den ich seit 24 Jahren Vollzeit in dieser Firma arbeite. Ab nächste Woche werde ich, durch die Wirtschaftskrise erzwungen, nur noch halbe Tage arbeiten.

    Bis denne und alles Gute,

    Gaby

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