1760

global news 1760 22-10-09: Die Banken-Phönixe, die die vergifteten Eier gelegt haben, sind noch größer geworden

Hier zum Text

5 Antworten zu 1760

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Wie man schön erkennen kann, fingen die US-Banken etwas früher Kapitalaufstockung und Bankenshopping mit USD-Steuergeldern an, während die Europäer wohl erst nach G-20 in London Sanierung die Euro-Presse anwarfen. In den USA gingen die Beseitigungen nicht oben wohl gelittener Banker und Banken = Lehman und Übernahmen zwecks Kapitalkonzentration und Senkung der Wettbewerbskosten recht flott voran, während die Europäer noch an Rettungsschirmen für die Aufrechterhaltung des Zwergenbanking bastelten. Credit Swiss entließ 22% der MA und ist jetzt bei 16% Eigenkapitalquote und geht in Deutschland fischen (UBS isz ja 10 jahre zurückgeworfen) während Ackermann in Holland bei ABN Amro auf Einkaufstur ist und auch der Bank of China gerne Anteile abnimmt. Der Derivate-handel boomt und weniger Banker teilen sich so viel Boni wie früher, weil sie ja die Steuergelder fleißig zurückzahlen.

    Man soll sich aber nichts vormachen: An dem Bild stimmt nämlich etwas nicht, d.h. die Banken kommunizieren in Geld untereinander bezüglich der Wettgeschäfte wie früher – mit Steuergeldern ihrer Zentralbanken, woraus ja auch die angeblichen Gewinne kommen. Tatsächlich wurde eine in der globalen Finanz-, Wirtschafts- und Sozialkrise endende eine Finanzblase, die die ZB durch die ungehinderte Hebelkreditschwemme beförderten, nun durch die nächste Liquiditätsblase für Spielgeld und Einkaufstouren bei Wettbewerbern –statt Krediten an die Wirtschaft- in Form der Bankrettungspläne, erweitert. Die Kernkapitalquote ist mit Fremdmitteln aus Steuern finanziert, weil die ZB die toxischen Papiere gegen Regierungsgarantien bezahlen bzw. die Abschreibung nach Gutsherrenart erlauben. Die nutzt kaum einer weil es ja Anleihen bei Superreichen sind, die man als Banker nicht ungestraft auf Null setzen kann, es sein denn man steht in der Tradition des Schwarzen Freitag und macht schon mal nach dem Anruf beim ultrareichen Kunden und Verlustmitteilung von Milliarden das Fenster auf.

    Daher zwei Arten der Beschaffungskriminalität: Gift an die ZB gegen frisches Geld auslagern und damit und Kundengeld (Schattenbanken und Fonds sind nicht alle pleite) fleißig festverzinsliche Wertpapiere gekauft. Nicht die Anleihen der nicht mehr kreditierten Unternehmen, natürlich, deren Basel-II Scoring so nachhaltig sinkt und die Arbeitslosigkeit hochtreibt, nein, die der europäischen Regierungen. De werden schon sehen mit ihren AAA-rating, wie sie dem Reststeuerzahler das Schuldgeld aus dem Kreuz koalitionieren. Und diese Anleihen wirft man der EZB gegen frische Euro auf das Konto (Repo-Geschäfte) und schon ist wieder Casino-Geld da. Voila!

    Bedingungen für die Banken also: Bankrotte fördern = keine Kredite an die Wirtschaft. Regierungen machen mit Konkjunkturpaketen dann Wirtschaftsförderung. Da die mit den Pleiten steigenden Sozialkosten unbezahlbar werden – wieder Staatsbürgschaften an die Banken verkauft, die das frische Geld für 1% Kreditkosten bei 4% Zins vom Staat = 3% Gewinn von der EZB bekommen (Repo). Jetzt gibt es zwei Probleme: Die Banken müssen irgendwann an die EZB tilgen und können das nur, wenn der Staat die extrem gestiegenen Schulden aus den Bürgschaften aus den Steuern und Abgaben bezahlt. Und das bei Schuldenbremse des Staatshaushaltes: Analyse: Die Euro-Liquiditätsblase führt direkt in die Zahlungsunfähigkeit, wenn die EZB den Spiel-Banken die Schuldpapiere vorlegt, um die angebliche (Dollar fällt stündlich) überschüssige Liquidität vom Markt zu holen: Dann stehend die künstlichen Bilanzen der Banken wieder vor der Frage, welche Aktiva sollen wo aufgelöst werden oder soll das 10x kleinere Kernkapital das bezahlen? Banken bankrott? Deren Schuldner ist der deutsche Staat = Arbeiter. Wie löst die Regierung das Problem?

    Die einzige Lösung ist also dasselbe Blasen-Spiel, wie in den USA: permanente Umschuldungen = alte mit neuen Schulden bezahlen bis die Zinsen die Tilgung übersteigen. Das ist dem deutschen Staatshaushalt nun aber (Schuldenbremse) verboten, ständig die Netto-Neuverschuldung hochzujubeln. Jetzt verstehen wir auch die Aufgeregtheiten der Koalitionsverhandlungen: Diese Bombe platzt ganz schnell, noch vor Ende der Legislatur, wenn die Schuldkarten gelegt werden. Nun sammelt man ein was nur geht: Basis ist Theo Waigel. Der privatisierte die Post und schon gab es 13,5% (ja gab es mal) MsSt auf jedes Telefongespräch plus aufkeimender Mobilfunkmarkt. Ein satter Streich. Das geht doch bestimmt auch mit Wasserbetrieben (die Bahn ist schon dabei) und staatlichen Versicherungen? PKW-Maut? Beitragserhöhungen? Private Zwangsvorsorgeversicherungen? Kommt alles. Aber löst das Schuldenproblem nicht. Und dazu braucht man die Schatten-, sprich Sondertilgungsfonds. Herr Steinbrück, der Herrn Rüttgers NRW überließ und dann Bundes-Finanzminister wurde, wird doch noch wissen, dass der Erblastentilgungsfond deutsche Einheit (also die „maroden“ DDR-Betriebe und Wohnungsbestände die für 1€ verkauft oder den Kommunen verschenkt die Schulden der DDR nicht bezahlen konnten) wurde doch auch still du heimlich dem Bundeshaushalt zugeführt, nachdem 30% getilgt wurden. So marode und keine Schulden, die nicht schon 1993 weg gewesen wären? Die DDR als Schattenhaushalt der Bundesregierungen. Wie früher.

    Also wird es bei Strafe des plötzlichen Kindstodes der Schwarz-Geld Koalition zur permanenten außerbilanziellen Nettoneuverschuldung bei umfangeichen sozialen Ausgaben- = Leistungskürzungen und unsinniger Steuererleichterungen für Vermögende und Erhöhung von allgemeinen Steuern und Abgaben Schattenhaushalte in allen möglichen Sonderfonds und Sondervermögen gegen weitere Regierungsgarantien geben. Damit ist der Staatshaushalt endgültig mit der Ackermann’schen (L‘ Etat se moi.) Bilanz auf Wohl und Wehe verschmolzen. Mal was Neues im StamoKap. Die EZB bleibt natürlich unabhängig und der Euro sinkt zum Dollarende und der Schattenstaat kontrolliert die Banken über seine Finanzaufsicht. Ackermann for Shadow-Chancellor?

    MfG

  2. heiner sagt:

    Der Chef der englischen Notenbank hat heute dafür plädiert Großbanken zu zerschlagen.Sonst kann es doch nur heißen: Nach dem Crash ist vor dem Crash!
    MfG

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Der weiss auch warum, nachedem ihnen das generationenlan nicht einfiel (s.u.).

      Die Fraktion der Die Linke hat sich ein „Sofort“programm gegeben. Kein Mindestlohn mehr. Keine Globalisierungskritik an USA und China. Vage Forderungen zur Prinzipienänderung des WTO-Freihandels. Reformierung des IWF und Weltbank. Globale Finanzkontrolle über UNO, nicht G-8 oder G-20. Sofort die Privatbanken verstaatlichen für 100 Mrd. € Konjunkturprogramm.

      Das klang im Wahlkampf schon mal anders. 10 € Mindestlohn. 5% Reichensteuer für die 100 Mrd. €. Wie bitte soll man die Moloche von WTO (samt USA und EU und China), IWF, WB und UNO s o f o r t umkrempeln?

      Was sich fast sofort umkrempeln wird, ist die Finanzwelt, weil China der Schulden-Dollar gehört und alle aus ihm und seinem Pfund-Vorgänger gezimmerten Währungen. Weil China das Welt-Gold kontrolliert. Weil China sich weltweit in Rohstoffe, Verarbeitung und Transport einkaufte, kein Defizit hat und Kreditgeber ist. Weil China im Export in den deindustrialisierten Westen u n d auf dem Binnenmarkt boomen kann. Sogar bei Umwelttechnik. Weil China sein Kapital überall ohne erfolgreiches Embargo, Protektionismus und Militärschlag abziehen kann, das der Westen kaum durchstünde. Weil China den US-Dollar vom Weltmarkt verschwinden lassen kann, wenn es seine Schulden einfordert, die USA den Bankrott erklären müssen und alle aus dem Dollar raus wollen, dem aber weder Euro noch Gold Asyl gewähren werden.

      Die USA werden der Verlagerung des Londoner Weltfinanzhandelsplatzes nach Hongkong und damit der Aufgabe des dazu noch deindustrialisierten Englands (dem die Nordiren nun auch keine Hilfe nach ihrem OK für den Lissabon-Vertrag mehr abverlangen können) schweigend zustimmen und auch neuem Weltreservegeld, weil sie nur so eine innere Revolution beim Versuch die Gläubiger zu Lasten der ins Elend zu stürzenden Bevölkerung auszuzahlen vermeiden können. Würden sie in solcher Situation noch äußere militärische Konflikte erfolgreich entscheiden können?

      Wen interessieren nach der Machtdrift overnight noch IWF, WB, WTF und evtl. die UNO – Repräsentanzen vergangener westlicher Macht? Die PDS hat ein gestriges Weltbild, um Schnittmengen mit SPD und Grünen zu finden, die –neoliberal- selbst von vorgestern sind.

      Nicht Die Linke, sondern –bei Globalisierung und Sofortprogramm- Dilemma. Die Notenbanker sind da wohl viel realistischer in der Einschätzung der tatsächlichen Situation.

      MfG

      • heiner sagt:

        Geben Sie einfach mal Sofort Progamm Linke in die Suchmaschine ein: unter anderem 10€ Mindestlohn. Erst informieren dann die Tastatur bedienen.
        MfG

    • Paten sagt:

      Guten Abend.

      http://www.linksfraktion.de/positionspapier_der_fraktion.php?artikel=7707238940
      „Der Mindestlohn soll in der 17. Legislaturperiode auf zehn Euro erhöht werden und Jahr für Jahr zumindest in dem Maße wachsen, wie die Lebenshaltungskosten steigen.“

      Die 17. Legislaturperiode endet erst in wenigen Jahren. „Sofort“programm? In einer Deflationsphase steigen evtl. gemittelte und wie auch immer und von wem (bürgerliche Institute = Maßstab für LINKE statt z.B. Dr. Jahnke?) berechnete Lebenshaltungskosten für den statistischen Mittelbürger oder auch Medianburger, dem im BIP Nobelpreisträger Stiglitz nicht mehr vertrauen will und dessen Einkommensniveau die 10% Superreichen mit >60% Vermögen und die >50% unten ohne Vermögen natürlich nach oben ziehen und dadurch reicher erscheinen lassen. (Weshalb er die 10 € evtl. ja nicht voll braucht?)

      „Sofort“ 10 € oder „bis Ende Legislatur in 5 Jahren“ (wer es glaubt) sind für mich akzeptierter Verzicht auf 5 Jahre zugunsten anderer Ziffern, denen man zustimmen wird wie 7,81 € (1% des aktuellen Steuereinstiegs – Zufall?). Den Verlust dann rückgerechnet auf max. 60 Monate…

      Nehmen Sie es mir bitte nicht übel. Auch nicht, dass nur der Mindestlohn (netto oder brutto?- Sie werden die Stelle im Sofort- oder sonstigen Programm hier bestimmt bald posten ) an irgendwelche „Lebenshaltungskosten“ (ermittelt etwa durch bürgerliche Institute Merkel/Westerwelle?) gebunden werden soll. Danach würden wahrscheinlich die Einkommen sinken müssen, weil alles unten im Preis Top ist.

      Naja. Hauptsache „10 €“ stehen frei im (Kon)Text.

      MfG

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 26 other followers