1757

global news 1757 18-10-09: Die drei führenden Exportnationen stecken mit ihrem Export immer noch tief in der Krise

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4 Antworten zu 1757

  1. Paten sagt:

    Guten Tag. Ist ja nun nicht zu übersehen die Zwillingskurve Dollar und Yuan. Aber eher ist es umgekehrt: Der Dollar als schwächere Währung passt sich dem Renmimbi an, der ihn rettet und selbst wenn die USA wollten, könnten sie den Kurs nicht erhöhen. Aber sie wollen ja auch nicht -entgegen allen Hubschrauber- Ankündigungen- auf Inflation zu machen. Mit dem Schwächeanfall des Dollar trifft es das amerikanische BIP, das zu 46% aus Finanzgeschäften gerade als Weltreservewährung gespeist wird, noch viel härter.

    So wird man wohl nicht umhin können alle Dollarbewegungen von außerhalb zu stoppen, weil die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit den Umtausch in Euro und damit die Euro-Hyperinflation anfeuern würde, da die USA bei weiter fallendem Dollar einem Run auf die Schuldentilgung unterliegen, aber keine Reserven haben.

    Gold ist zur Selbstvernichtung übergegangen, weil dessen Zinserträge unter die Lagerkosten gefallen sind und nun die Besitzer kalt enteignet werden, wenn sie keine anderen Geldquellen im Milliardenumfang in der globalen Rezession haben.

    Was nützt den Gläubigerbanken dann das Metall, was niemand mehr kaufen will? Es ist über Nacht wertlos geworden und als alleiniges Welt-Reservegeld, wie manche Unbelehrbare propagieren, völlig unzureichend in seiner Masse und nach seiner Verteilung und in seiner tatsächlichen Bedeutung als irgendeine abstrakte Inkarnation von konkreten Werten.

    Nun ist der Dollar also schön billig in den USA zu haben und auch schön billig im Außenverhältnis – und die USA haben dennoch nichts im Welthandel zu verkaufen und alle wollen eher aus dem Ikarus-Geld raus. Aber wohin? Das Ende des Dollar auch in seiner Funktion als Weltreservewährung ist nur noch reine Formsache. Die Blase, die er hinterlässt, wird ob ihrer Wertlosigkeit viele schmerzlich treffen, denen man gerade die Fluchtwege versperrt hat und auch die Umtauschmöglichkeiten ins Gold.

    Die Finanzblase wird aufgepiekst und der Sterne-Streifen-Taler schmilzt dahin. Was dann? Eine monopolare imperiale Weltreservewährung für alle Außenhandelsoperationen, z.B. Gold oder China-Geld kann es nicht mehr geben, weil Gold atomisiert werden müsste, um die nun ganze kapitalistische Warenwertewelt in ein paar Tausend Tonnen auszudrücken bei weiterer Wachstumsorientierung ohne solchen Goldzuwachs. China ist noch zu schwach im Leistungsverhältnis BIP zu Einwohnern, um die ganze Welt mit wertgedeckten Geld zu versorgen, woran ja die USA scheiterten, als sie nach dem 2. WK die Führungsrolle „annahmen“, das schwächelnde British Empire wegdrückten und vom Boomproduzenten und Geolieferanten zum Finanzjongleur, Schuldner und Großimporteur mutierten. Trotz Militärschutz des Finanzkapitals und Kolonialismus hoch drei.

    Der Euro ist ob seiner inneren Schwäche (negative Leistungsbilanzen der vielen Netto-Importeure zu Lasten der Überschüsse Deutschlands, das ob seiner Wirtschaftskraft ohne das eigentlich nochmal gemäß auch den Handelsbilanzen etwa um 15% den Dollar und Renmimbi und Franc und Lira und … drücken müsste) nicht stabil und kippt damit mit dem Dollar, weil er nicht als Weltreservewährung noch viel mehr Schuldnerstaaten versorgen müsste, die Europa nur runterziehen würden, weil die auf Pump leben müssten, was ja der IFW nun schon an Überschuldung ausgereizt hat.

    Die Araber verlieren ihre Öldollar (liegen eh in USA fest und die Kriegssituation in Pakistan wird auch mit fehlendem Geld entschieden) ) und die Russen auch. Und nur die und Japan stehen gegen die anrollende Übermacht China. Wir stehen vor der Entscheidung uns dem eurasischen Wirtschaftsraum anzuschließen und unserer Wirtschaft damit auf die Beine zu helfen, denn dort vor unserer Haustür liegen die Rohstoffe, Energieträger, Entsorgungsperspektiven, und Modernisierungsbedarf ohne Ende an unserem (noch) führendem Know-how in der gewerblichen Wirtschaft. Solange das noch geht.

    Mit transatlantischen Treueschwüren verdienen wir unser Brot nicht. Das wird zwar am Hindukusch nicht gebacken, aber dort atomar (Pakistan in Talibanhänden) bedroht. Auch hier wäre Eurasia der Schutzschirm. Nicht das halbierte Zwillingsgeschütz aus Polen, die krank und überheblich als Katholiken an der Seite des Bibelfanatikers Bush-2 den Irak als ihr Spielfeld ansehen – nun ist der Dollar Taschengeld auch bald futsch.

    Wir wären gut beraten und von den komischen Außenwährungen abzukoppeln und schnellstens –ähnlich den Chinesen, Russen, Japanern – eine isolierte Binnenwährung einzuführen, weil die uns Arbeit und Einkommen zum Auskommen gewähren kann. Nicht aber Exportabhängigkeit von Währungen und Währungskurse von Exporten und Geldmengen von Geldblasen und Realwirtschaft von Spekulanten.

    Wir haben genug fähige Arbeitsleute und genug Ideen und genug zu tun und können uns ganz gut selbstversorgen und Überschüsse tauschen – dafür braucht es einer Außenwährung und eines Mechanismus multilateraler Verrechnungen. Für den Rest braucht es Arbeit und inneren Warentausch über zeitweises Verrechnungsgeld. Die finanziellen Schockwellen sind unterwegs. Und diese Tsunamis sind keine seichten Westerwellen im Liberalitätstaumel.

    MfG

  2. Terra sagt:

    Hallo,

    ich bevorzuge eine neue Weltwährung, zu der alle anderen Währungen (lieber wären mir alle Länder) einen Wechselkurs haben. Mit dieser Weltwährung müssten dann alle Transaktionen (Geld, Rohstoffe, Waren, usw.) abgewickelt werden.

    Was meint Ihr dazu?

    Gruß

    Terra

    • globalnote sagt:

      Bisher gibt es keine Organisation, die eine solche Währung so managen könnte, das sie als Reservewährung ausreichend Vertrauen finden könnte. Deshalb ist das noch Zukunftsmusik. Außerdem stützen viele asiatischen Länder, vor allem China, den Dollar, damit sich ihre Währungen nicht gegenüber dem Dollar aufwerten und damit die Exporte erschwert werden. Solange der Dollar noch einigermaßen herumkrebst, ist für eine neue Kunstwährung eh kein Platz.

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Der Dollar hat nur noch nationale Bedeutung für die USA, da als Weltreservewährung abgewirtschaftet. Ursache ist der Trading-Mechanismus der US-Staatsschulden, die die US-Regierungen –im Gegensatz zu WE bei EZB- beliebig bei der Fed oder im Ausland aufnehmen konnten. Die Kreditgeber und Inhaber der Bonds suchten dann Liquidität (wer will schon 1-30 Jahre warten? Ergo wurden die Treasuries je nach Laufzeit diskontiert und durch das teilnehmende Bankensystem gedreht, jedes Mal für ein paar Prozent teurer. Und jedes Mal wurde dagegen ein neuer Kredit produziert, der aber nur für den kurzen Moment des An- und Verkaufs benutzt wurde, daher kostenseitig kaum ins Gewicht fiel, aber in Sekunden 2 und mehr % abwarf. Dies führt zu enormem Geldmengenwachstum in kurzer Zeit und in wenigen Händen und für eine Überführung in realwirtschaftliche Projekte wurde die aus dem Handel mit amerikanischen Staatsschulden produzierte Billionen-Dollarmenge viel zu groß. Aber so waren stets Dollar für Ölimporte und weitere Staatsanleihen da und so wurde mit dem Inflationsgeld über China die künstliche Nachfrage nach USD per Export angekurbelt (das sich deshalb nicht am high-yield Schuldenhandel der USA beteiligen durfte wie arabische Ölstaaten und Russland, dafür aber die Marktöffnung per WTO 2001 erhielt). Solange dieses Geld in amerikanischen Händen blieb war die Schuldenhöhe, wie Krugman schrieb, egal, da sich selbst geschuldet.

      Es entstand dann der Umkehrschub, nämlich dass steigende Staatsschulden zur Bedingung steigender finanzwirtschaftlicher Profite aus dem Handel damit wurden (und bis Obama enorme Ausnahme annahmen) und dass mit dem Fluten der inflationierenden Liquidität die Notwendigkeit deren realwirtschaftlicher Warenwertdeckung entstand, wozu sich China anbot, was dann in die Kreditierung von 20 Millionen Immobilien zur Ankurbelung der schon kreditunfähigen Konsumnachfrage in den USA mit bekanntem Kollaps in 2007 führte. Nun schlug die Schuldenfalle aber zu, weil man sich inzwischen nicht mehr selbst Geld schuldete, sondern nur alleine China >1.000 Mrd. $., das inzwischen auch zuhauf auf Staatschuldscheinen saß, aber nicht damit handeln durfte, weil sonst noch mehr Kreditgeld entsteht. Und der Versuch die verballerten China-Dollars über Europa per Verbriefungen dem deutschen Kapital und Steuerzahler aus der Tasche zu ziehen, hat letztlich nicht geklappt, was eine G-20 an den Tisch brachte.

      Ein zweites Problem liegt darin, dass die Banken diese enormen Depositen im Prinzip nicht mehr verzinsen können, weil die ganze Weltwirtschaft (BIP), also alles Geld der Welt dazu nicht mehr ausreicht, daher weder eine rückzahlungs- und zinsfähige Nachfrage bei den Konsumenten besteht (der sinkende Faktor Arbeit erwirtschaftet es nicht und das Kapital braucht es nicht), noch bei den Regierungen, die ja auch nur aus den selben Arbeitserträgen Steuern erheben. Und die Osteuropa-EU fiel ja an den Euro.

      Nun werden wir nicht diese Billionen Dollars den Chinesen in Euro umtauschen und der Zahlungsunfähigkeit der USA harren und das Problem der Chinesen, die kostenlos den USA Lieferungen tätigen lösen, noch kann der Mechanismus der wundersamen Geldschöpfung aus steigenden Staatsschulden der USA fortgesetzt werden. Der Wert des Außendollars als Handelsreservewährung ist Null und im Inland zu wenig durch Wertschöpfung für den Einsatz außen gedeckt. Man kann ihn bald schon in nichts mehr eintauschen. Übrig bleiben für eine Wertdeckung durch austauschbare Handelswaren (und nur das ist wahres Geld) russische Rohstoffe und chinesische Verarbeitungskapazitäten und deren Besitz an den USA und deren Binnenwährung. Beides zusammen ist die eurasische Wertdeckung des internationalen Handels. Womit wollen die USA denn noch bezahlen? Sie haben keine Waren und kleben an die chinesischen ihre Preisschilder. Das ist Produktpiraterie. Sie zahlen ohne Exportware ihre Importschulden nicht. Das ist Zechprellerei und Kreditbetrug. Und nun will auch niemand mehr ihre Dollar, womit es auch keines Anwachsens der US-Schulden mehr bedarf. Und so besinnen sich hoffentlich bald alle wieder auf ihre Binnenmärkte und Binnenwährungen und kommen zu vernünftigen Kursen und kaufmännischen Verhaltensweisen zurück. Und China hätte vermutlich weniger Probleme seine Leute ordentlich bezahlen und ein paar Rußfilter einzubauen. Irgendwas muss man doch für die Amischulden einkaufen können, oder?

      MfG

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