1498

Gedanken zur Zeit 1498 30-09-09: Warum findet die Arbeitsmarktanalyse so wenig Interesse?

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26 Antworten zu 1498

  1. Markus sagt:

    Das geringe Interesse an der detaillierten Arbeitsmarktanalyse könnte vielleicht auch daran liegen, daß es den Besuchern des Infoportals – ähnlich wie den Wahlbürgern insgesamt – mehr um die “großen Linien” der Politik geht als um fachspezifische Infos. Damit ich nicht mißverstanden werde: diesem Bedürfnis nach fundierter Aufklärung kommt das Infoportal ansonsten auch für Nicht-Fachleute bestens nach.

    • globalnote sagt:

      @Markus,

      Wenn die Menschen mit einer getürkten Statistik und den Medien irregeführt werden, sollten sie sich schon dafür interessieren, was wirklich läuft. Sonst macht die ganze Aufklärungsarbeit wenig Sinn. Jetzt sind es heute 100 Besucher geworden, und wahrscheinlich kommt ein Teil noch in den nächsten Tage. Ich werde dann Bilanz ziehen und mir evtl. die ganze Arbeit in Zukunft sparen.

      Vielleicht auch wollen viele Menschen mit frohen, wenn auch falschen Botschaften betrogen werden. Schwarz-Geld wird diese Form falscher Statistik sicher noch perfektionieren, zumal wenn die wahren Zahlen vom Arbeitsmarkt im kommenden Jahr noch schlechter werden.

      • Redaktion sagt:

        Lieber Joachim Jahnke,

        viele Menschen in diesem Land lesen, schauen und hören leider nur die “Leitmedien”.

        Hier die Blogger-Szene zu aktivieren, könnte auch so möglich sein:

        http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/

        Da Ihre monatliche Analyse so nicht in einem Buch zusammengefasst Sinn machen würde, wäre dies eine Möglichkeit, zumindest in der deutschen Blogger-Szene für Verbreitung zu sorgen.

        Ich erinnere gerne an die Aktion vom Freitag, innerhalb von 24 Std. 100 Blogs für DIE LINKE als Wahlaufruf zu gewinnen. Es hat geklappt.

        Warum nicht eine Aktion: Einhundert Blogs für eine ehrliche Arbeitsmarktstatistik!?

        Beste Grüße

  2. Redaktion sagt:

    Lieber Joachim Jahnke,

    das liegt sicherlich nicht nur am Desinteresse mancher LeserInnen, sondern auch an den Multiplikatoren, die nicht immer so schnell mit der Weiterleitung der Infos sind. Ich gestehe, und hole nach.

    Beste Grüße

  3. thomas franke sagt:

    lieber herr jahnke .
    bitte führen sie diese wertvolle arbeit weiter. alleine im sinne der dokumentation und derer die
    vielleicht nicht jetzt sofort ihre wichtige
    und vor allem von seltenem insiderwissen getragene analyse schon alleine dafür brauchen , um nicht an den verhältnissen zu verzweifeln. ich empfehle ihre seite , auf die ich durch einen leserhinweiss in der süddeutschen aufmerksam wurde, jede woche ca. 3 bis 5 mal persönlich weiter . gerade wegen des detailliert aufbereiteten zahlenmaterials !!! in den anstehenden diskussionen wird sich der wert ihrer arbeit sicher wieder und wieder erweisen. dafür möchte ich Ihnen danken .

  4. Martin sagt:

    Aus meiner Sicht ist den Lesern des Infoportals die Art der “Korrekturen” längst klar, was zum grossen Teil an Ihrem Einsatz liegt.

    Die Verbreitung sollten Sie nicht nur an den Zugriffen messen. Viel besser fände ich die Verbreitung in Massenmedien oder über Gewerkschaften. Dann erreichen Sie Millionen von Menschen. Und das ist aktuell nötiger denn je.

    Der stete Tropfen hölt den Stein.

  5. Thorsten sagt:

    Lieber Herr Jahnke,

    wenn ich einmal von mir auf andere schließen darf, so liegt das Problem nicht in fehlendem Interesse, sondern eher beim Zeitmangel. Ich habe ihre Aufarbeitungen der Artbeitsmarktdaten und auch ihre sonstigen statistischen Beiträge immer gerne und vor allem dann gelesen, wenn ich Argumente für Diskussionen brauchte. Dafür sind sie ein unschätzbarer Fundus. Oft fehlt aber die Zeit und wenn man ein gewisses Vertrauen in die Glaubwürdigkeit Ihrer statistischen Betrachtungen entwickelt hat, dann liest man eben nur ihre kürzeren Texte, in denen Sie Schlussfolgerungen ziehen und das aktuelle Geschehen kommentieren. Das bedeutet dann natürlich nur eine recht oberflächliche Information, aber ich denke, da traut man Ihnen dann einfach manchmal notgedrungen die journalistische Funktion der Komplexitätsreduktion zu und fühlt sich bei Ihnen trotzdem noch besser informiert, als aus der Tageszeitung oder dem Fernsehen.

    Gruß

  6. Lieber Herr Jahnke,

    ich kann Ihnen ja zumindest erklären, wieso ICH bei diesem Thema nicht sofort auf “weiterlesen” klicke. Es liegt bei mir daran, dass meine Empörungskapazität bzgl. der Statistiktrickserei hinsichtlich der Arbeitslosenquote schon längst erschöpft ist. Es gibt nichts, was ich den Neoliberalen diesbezüglich nicht zutraue.

    Glücklicherweise sind Arbeitslosen-Statistiktricksereien im Allgemeinen auch schon Gegenstand der Mainstream-Medien, wenngleich natürlich nicht so detailliert und fundiert wie bei Ihnen. Und dies ist möglicherweise ein zweiter Grund: man hat schon andernorts darüber gelesen und Ihre Informationen besitzen deswegen im Vergleich zu vielen Ihrer anderen Artikel einen geringeren Neuigkeitswert, sondern man denkt sich: “ja sicher, aber das wusste ich ja schon”.

    Ich bitte Sie daher, die geringeren Zugriffszahlen nicht als Desinteresse zu interpretieren und deswegen mit der Berichterstattung nachzulassen. Sehen Sie es lieber als Erfolg an, dass diese Informationen vermutlich auch aus Ihrem Portal in andere Medien eingesickert sind (“eingesickert” heißt nicht “übernommen”).

    Dass Ihr Engagement zu diesem Thema weiterhin erforderlich ist, wird an der derzeitigen Mainstream-Berichterstattung offensichtlich, die sowohl bzgl. des Welt-Wirtschaftswachstum als auch bzgl. der Arbeitslosenentwicklung als auch z. B. bzgl. des Konsumniveaus massiv Zahlen verdreht bzw. falsch darstellt. Aber die meisten Menschen erleben ja ganz konkret, dass diese Wahrheitsverdrehung NICHT ihrer eigenen Situation entspricht. Auch dies ist sicherlich ein Grund für ihre massive Wahlenthaltung.

    Herzliche Grüße
    Gerold Schwarz

  7. HandaufsHerz sagt:

    Herr Jahnke,
    geben Sie um Himmelswillen nicht auf, Sie sind sehr frueh dran mit Ihrer Analyse und die Besucherzahlen werden sich in den naechsten Tagen bestimmt noch steigern.
    Jetzt gilt das Hauptinteresse, glaube ich, der Entwicklung der SPD und wie sie sich in Thueringen sowie im Saarland entscheiden wird.
    Ich mache darauf aufmerksam, dass kuerzlich, klammheimlich die elektronische Krankenversicherungskarte eingefuehrt worden ist, obwohl laut einiger Untersuchungen, die Effektivitaet bezweifelt wird.
    Die SPD hat sich in Thueringen fuer eine Koalition mit der CDU entschieden. Was sagt man dazu?
    Sie haben keine Traute eine wirkliche Veraenderung herbeizufuehren.
    Man fuehlt sich immer so ohnmaechtig, wenn man die realen Arbeitsmarktzahlen erfaehrt und jetzt, da die politische Kaste immer noch nicht die Kurve kriegt (siehe Thueringen), bleibt anscheinend nur noch eine Veraenderung von ganz unten.
    Da sind die Moeglichkeiten sehr beschraenkt.
    Die Hoffnung auf eine e i n s i c h t i g e SPD
    hat sich leider, wieder einmal zerschlagen. Die SPD verhindert und behindert nur noch die politische Wende.
    Ich glaube, dass ich diese Partei aus meinem Bewusstsein verschwinden lasse, mit der SPD ist kein soziales Terrain zurueckzugewinnen.

    Gruesse
    Gisela

  8. Paten sagt:

    Guten Tag. Schon vergessen? Was macht man so bei Ultimo – 30.09.09 Monatsende? Viele derer, von denen die Statistik handelt, haben gerade eine Woche Geld gestreckt, weil wieder mehr Monat übrig war und nun neues bekommen. Die Anzahl der Bettler aller Altersklassen vor meinem Supermarkt wird in der letzten Woche immer größer. ALG-I wird am 30. nachgezahlt. ALG-II vorausgezahlt. Verfügbar zumeist nach 16:00. Was machen die Leute da wohl? Sich mit leidvollen Zahlen beschäftigen? Oder erst mal wieder was Richtiges zwischen die Kiemen kriegen und den Kindern was kaufen (zum Nationalfeiertag schenkt denen die Regierung nur warme Worte)? Und die mit etwaiger Arbeit hatten zum großen Teil auch Lohntag. Ist ja sonst auch anderer Verkehr hier, oder?

    Wenn dann viele nur die Startseiten lesen ohne weiter in den Schwerpunkt zu gehen, dann heißt das auch, dass da schon und dann noch im Doppelpack Rundbrief und Gedanken so viel Detail-Info und Resümee geboten wird, dass der Kopf zwischen Kind und Küche voll ist und nicht jeder ist ein Schnellleser von viel Text. Vielleicht reicht es ja den Schwerpunkt im Rundbrief nur szs. zu bewerben und zu sagen, dass nur 55% = X Mio. gewertet werden von Scholz & Friends und die anderen 45% als Unterbeschäftigte nicht aktiv Arbeit Suchende = Y Mio. sind und dann Verweis auf die genaue Trickserei im Schwerpunkt, der – das sei angemerkt- eben wieder auf dem Punkt ist.

    Ich mache auch die Erfahrung, dass viele nicht in die Details möchten, weil ihnen das „Klein-Klein“ die Sicht versperrt, den Zusammenhang nicht herstellt bzw. sie das ganze Kleinzeug sich nicht für eine Diskussion dann später merken und wiederbringen können. (BILD nutzt diesen Effekt für seine Blindenschrift mit Babysprache der Slogan’s zum Thema X. „Wir sind Pabst“ ist doch genialer als die detaillierte Biographie vom Ratzinger auf der Titelseite, wonach keine mehr weiterlesen will. Beim Gegner lernen heißt manchmal siegen lernen.). Deshalb ist der Hinweis im Blog auf Prägnanz und größere Linien im „Titelblatt“ Rundbrief nicht falsch, denn das soll ja zum Aufschlagen der „Zeitung“ (Schwerpunkt) führen und die ganze mit viel Fleiß aufbereitet Faktenbreite liefern. Also die deduktive (Zwiebel-Striptease) Methode, vom allgemeinen zum Detail entwickeln, ist für die meisten angenehmer, denke ich.

    Und wenn die Gedanken zum selben Thema wie der Rundbrief sind, nur eben die erweiterte Autorensicht neben der statistischen Faktologie, dann wäre es überlegenswert, die auch zur Diskussion des Rundbriefs zu verlinken, statt einen extra Feed zu eröffnen wo faktisch die zweite ‚Diskussionsfront‘ zum selben Thema aufgemacht wird, was keinen Zusatznutzen verspricht und den Leser und Blogger eher belastet. Zudem kann es passieren, dass ausdiskutierte Fragen des einen Blogs auf dem anderen wieder/noch aufgewärmt werden. Eine thematische Diskussion sollte unter e i n e m Dach bleiben.

    Und nach dem langen Wahlkampf wäre es nicht unwahrscheinlich, dass mit dem Resultat nun auch eine gewisse „für’s erste reicht’s“ aufkommt, während die Zeitungen voll sind mit den Androhungen sozialer Grausamkeiten von rechts (BDA, BDI, DIHT, ZIW, CDU Mittelstandsvereinigung …). Aber: Wenn dann das Bewusstsein wieder einsetzt wird man sich umso stärker um Fakten bemühen, weil dann die lokalen Kämpfe losgehen. Da möchte man doch nicht argumentativ unbewaffnet sein. Nein, die Arbeit ist nicht umsonst, denn auch im tiefsten Westen geht das linke Gespenst immer mehr um und trifft auf die Hardliner, die die lokale Presse dominieren. Auch Gespenster brauchen Fakten. Die sind ja nicht für einen Tag gedacht. Ihre Fakten. ;-)

    Wie immer sehr vebunden.

    MbG

  9. Till sagt:

    Erst einmal vielen Dank für die viele Arbeit hier.

    Ich glaube ich gehöre zu den 68 die die Analyse aufgeschlagen haben.
    Aber ehrlicherweise gucke ich mir diese Zahlen nicht so genau an, in erster Linie liegt es leider daran das ich (aus einem Bauchgefühl heraus) diesen Daten überhaupt nicht mehr glaube. Nachdem jetzt fast jedes Jahr die statistische Methode umgestellt wird ist die Aussagekraft dieser Zahlen immer geringer(gefühlt).

    Eine andere makroökonomische Frage beschäftigt mich zur Zeit: Wie kann es sein, das die Regierung (angeblich!) nur ca 3,7% BIP neue Schulden aufnehmen muß, trotz Konjunkturpakete + Kurzarbeit + Bankenrettung + Einnahmeschwund bei den Sozialabgaben, Unternehmenssteuern ect.

    Mich würde interessieren wo die Schattenkassen des Systems sind. Früher wurde so etwas ja auch gerne bei den Landesbanken und Post + Bahn versteckt, oder tief in den Kommunalhaushalten “verbuddelt”.

    • Paten sagt:

      Guten Tag. Sie sprechen da ein schwieriges Thema an. Für die Regierungsparteien.

      3,7% * 2.500 Mrd. € BIP (2008) =92,5 Mrd. € neue Schulden. Sie vermuten, das reicht nicht für die kommenden Sozialkosten, so dass für den Fehlbetrag = Schattenkonten der Regierung bzw. Landesbanken. Dem ist nicht so, auch wenn Ex-Kanzler Kohl der Kanzler der Ehrenwort-Schattenkonten der CDU war.
      Der Staat verwaltet die (noch) nicht privaten sozialen Sicherungssysteme nicht Erwerbstätiger Nichteinnehmer (Rente, Pensionen, Krankenkasse, ALG I+II, Pflegekasse). Er speist sich dafür mit Steuern und Sozialabgaben aus den Primäreinkommen der Unternehmen (Umsatzerlöse). Da die Bevölkerungsstatistik tagtäglich in Bewegung ist –Geburten, Tode, Unfälle, Kitakinder zu Schulkindern zu Lehrkindern und Studienkindern oder ALG-II Kindern, Auswanderer, Einwanderer …- schwanken die jeweiligen E/A-Rechnungen der betreffende Kasse entsprechend. Dafür halten die Kassen gewisse Reservemittel für zeitweilige Spitzenbelastungen. Früher reichten die angesammelten Überschüsse monatelang ohne Einzahlungen wie Streikkassen der Gewerkschaften, aber nach der Vereinigung am 29.09.1990 (sgn. Deutsche Wiedervereinigung) der getrennt von Regierungen (Ost- und Westdeutschland) verwalteten Territorien des deutschen Reiches Ende 1936 (auf Kohl’s Wunsch Feiertag 03.10.09) wurden die Kassen umverteilt und die haben heute noch ca.
      für 2 Wochen ohne Einzahlung Reserven. So könnten die einen keinen Generalstreik machen,

      die anderen keine Sozialleistungen mehr bezahlen, wenn die Ausgaben nur ein bisschen anstiegen. Entsprechend empfindlich reagiert die staatliche Kassenlage auf Rezession, Kurzarbeit und steigende Arbeitslosigkeit.

      Wenn zu wenig aus Wertschöpfung (BIP-Einbruch Export + weiteres Inland) aus Arbeit reinkommt, bleibt nur weitere Schuldenaufnahme, um die Ausgaben zu bestreiten. Dies erledigt die „Finanzagentur Bundesrepublik Deutschland GmbH“, die aus der früheren Bundesschuldenverwaltung hervorging. Deren Aufgabe ist die tagtägliche Aufnahme neuer Schulden und die tagtägliche Bezahlung alter Schulden in Milliarden Höhe bei nationalen und internationalen Großbanken – gegen Zinsen. So werden in der Bundesdruckerei wie verrückt die Bundesobligationen gedruckt. Faktisch werden alte Schulden an eine Bank mit neuen Schulden an andere Banken bezahlt. Fehlt nun der Regierung Geld, müssen mehr Schulden aufgenommen werden als alte fällig sind.

      Diese Differenz nennt jeder Finanzminister gerne „Netto-Neuverschuldung“. Brutto bedeute das für 2008, dass 305 Milliarden Euro (12,5% BIP) laufende Schulden plus Zinsen aus dem Staatshaushalt zu zahlen waren, wegen der Mehrausgaben aber gleichzeitig 315 Mrd. neue Schulden plus Zinsen aufgenommen wurden. Macht Nettoneuverschuldung von nur 10 Mrd. €. Da das Umschuldungsspiel -verstärkt seit 1975- läuft, lagen die stets steigenden Zinszahlungen 1965-2002 über der Neuverschuldung und werden bald exorbitant steigen und das BIP und dessen Sekundärverteilung belasten.

      Gegenwärtig beträgt die deutsche Staatschuld ca. 1.600 Mrd. €, etwa 1.000 Staat, 600 Länder und Kommunen. Die Schattenschuld der Bankenrettung ist nur teilweise darin, weil nicht alle Bürgschaften, die angeblich zurückgezahlt werden, als tatsächliche Verluste in die Staatsschuld zu aktivieren sind. Dazu kommen aber weitere toxische Papiere in enormer Höhe, die die EZB mit neuem Geld neutralisieren wird. Da die Schulden in Hunderten Jahren nicht mehr zu erwirtschaften sind, sind wir in einer Art Umschuldungskapitalismus, der nur noch auf die Zinsen aus Nettoschuld als Realgeld spielen wird. Nur so können die tausenden Milliarden erhalten bleiben, aber gleichzeitig nicht als solche über Käufe und Kredite in die realwirtschaftlichen Kreisläufe per Hyperinflation gebracht werden.

      Insofern Staats-Budgetmittel nur einen Teil des BIP –Steuern, Sozialabgabe usw.- darstellen, wirkt eine Ausgabenhöhung immer auf die Einnahmeerhöhung, wenn keien reserven mehr da sind. Das ganze Volk lebt sozusagen monatlich von der Hand in den Mund (wie Löhne, Gehälter und Sozialzahlungen) und hat es dank seiner Regierungen in Jahrzehnten nicht geschafft, auch nur einen staatlichen Notgroschen zu haben. Du bist Deutschland?

      Ergo: Entweder wachsende Neuverschuldung bei Großbanken und reicher Bevölkerung (der man den Reichtum zuschacherte) oder Ausgabenkürzung Sozialsektor. Deutschland macht aber unter Schwarz-Geld beides. Mehr Schulden, weniger Ausgaben und Erhöhung der Abgaben der Bevölkerung bei weiteren Steuersenkungen für Unternehmen und Wohlhabende. Bei steigender Überwachung der Murrer.

      Wie auch die DDR schon zeigte: Pleitestaaten und deren Regierungen werden nach innen reaktionär, egal was in welchem Parteiprogramm steht. Auf diese Schattenbank können Sie setzen.

      MfG

  10. Martina sagt:

    Lieber Herr Jahnke,
    bitte machen Sie weiter! Es werden langsam immer mehr Leute wach und die werden irgendwann die richtigen Zahlen wissen wollen. Ich habe den Link zu Ihrer Site kürzlich an Bekannte weitergegeben, die sind nun tägliche Leser. Meine Arbeitskollegin sagte nach einem Blick auf Ihre Analysen nur noch “Boaaah”! und war danach für Stunden erschüttert verstummt.
    Tja, die Wirklichkeit kann hart sein… ;)

    Ich bin froh und dankbar, dass Sie diese Arbeit auf sich nehmen.

    Mit freundlichen Grüßen

    M.S.

  11. Walter sagt:

    Lieber Herr Jahnke,
    Bitte setzen Sie diese wertvolle Arbeit fort. Ich selbst habe leider immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele Zeitgenossen es einfach nicht genauer wissen wollen bzw. den Jubelpersermodus der Mainstream-Medien nachbeten.

    Mit freundlichen Grüßen

  12. lupe sagt:

    Seit viereinhalb Jahren beobachte ich eine Regionalzeitung im Nordosten. In jedem Monat wurde das getürkte statistische Material aus dem Material von Nachrichtenagenturen kopiert und an die Leser verkauft. Jeder Hinweis auf die Verlogenheit der AL-Statistik unterblieb dabei. Das grenzt an Leserverblödung. Würde die Redaktion jedoch darauf hinweisen, ginge ihr der Grund verloren, die monatlichen Märchen zu vervielfältigen. Nichts ist einfacher, als Agenturmaterial zu kopieren, billigste Seitenverfüllung also.

    Deshalb weise ich regelmäßig in meinem Blog auf Ihre Analysen hin, nicht nur auf die, denn in anderen Bereichen wird ebenso verfahren wie mit der AL-Statistik: kopieren und einfügen; Recherche gleich null.
    (Nur zur Information: Die Zeitung enthält zur Hälfte Agenturmaterial, elf Prozent der Texte sind ohne Quellenangabe, sechs Prozent nicht zuordenbar. Das ist kein Journalismus mehr.)
    Deshalb meine Bitte: Weitermachen!

  13. nobody sagt:

    Sehr geehrter Herr Jahnke,

    erst einmal auch von mir Dank für diese Arbeiten, die ich als berichtigende Gegendarstellungen zum Mediengesäusel dringend brauche. Ich habe den Artikel gelesen. Das geringe Interesse ist sicher damit zu begründen das zur Zeit dieses Thema im kommerziellen Journalismus wieder heruntergespielt wird. Diese Sau ist im Medienwahlkampf zur genüge durchs Dorf getrieben worden.

    Also hier dann doch mal bitte weiter so… ;-)

  14. Robert sagt:

    Sehr geehrter Herr Jahnke,

    Danke für Ihre Aufklärungsarbeit!
    Bitte weitermachen – warum nicht in einer Matrix,
    die ausgehend von den Zahlen der BA die verschwiegenen und manipulierten Teile spaltenmäßig erfaßt und so zu einer klaren Übersicht,
    die zu einer Gesamtsumme führt kommt.

    mit freundlichen Grüßen Robert

  15. Jan sagt:

    Hochverehrter Herr Jahnke,

    Ihre wertvolle Aufklärungsarbeit ist unersetzlich, ich habe mit Ihren ungeschönten Statistiken schon viele auf die gedankenlose Lügerei der Mainstreammedien aufmerksam gemacht, auch in den Foren der ZEIT und der Sueddeutschen. Aber nach dieser Wahl, in der die Menschen einmal wieder so krass gegen ihre Interessen gestimmt haben, löschte ich die Profile.
    Vielleicht ist das Defätismus, aber nachdem die Menschen es ausdrücklich so wollen, haben sie es auch so verdient. An Ihrer Stelle würde ich nicht weiter gegen die eigentlich ungeheuerlich mafiöse Omerta anrennen, die die deutschen Mainstreammedien mit Ihrer Website praktizieren, sondern in der Provence mit Kindern und Enkeln, wenn welche da sind, eine schön Zeit verbringen.

    herzliche Grüße eines anderen Exilanten

  16. Guten Tag Herr Dr. Jahnke

    Ich verstehe, teile den Frust, es gibt aber triftige Gründe für die geringen Besuche gerade dieser Kapitel.

    Generell betrachtet besucht eine Klientel Ihre website, die in der Regel gut informiert ist. Dieser Teil stellt an Hand der von Ihnen gewählten Überschrift bzw. dem darunter befindlichen Kurzauszug nicht nur fest, worum es geht sondern mindestens annäherungsweise wie es steht – verschiebt dann u.U. die Details auf später. So geht es mir sehr oft, denn Zeit für Details erlauben die täglichen Überlebensschlachten leider viel zu wenig – sonst hätten sie von mir zum Beispiel, viel mehr Material mit dem ich Ihre, unsere bzw. meine Anliegen liebend gerne unterlegte.

    Ein anderer Teil der Leser weiß auch schon alles jedoch im Sinne von alles besser und ist damit ein Totalausfall für jegliches Bemühen, echte, wahre und gesicherte Fakten an den Mann bzw. die Frau zu bringen; man lese nur manch’ Kommentare zu Ihren Ausführungen Klimaveränderung bzw. China, die nun ganz und gar auf gesicherten Fakten beruhen.

    Ich will damit sagen, daß es wie überall nicht auf Quantität sondern auf Qualität ankommt; wenn jeder wirkliche Leser einer ist, der sein Verstehen und Wissen in Zusammenhängen weitergeben kann, im Gegensatz zu solchen, die nur eine „message“ verbreiten, dann haben Sie viel gewonnen; ich denke, Sie können genau davon ausgehen.

    Andererseits – was erwarten Sie? Oder wir? Was soll sich ändern wenn einige oder auch viele wissen, daß die AL Zahlen wie im Zweifelsfalle alle anderen Statistiken beliebig geschönt sind? Oder daß China nicht der neo-liberale Partner eines globalen Unsinns ist? Oder daß 0,3% Wachstum 18 Jahre herrschen müssen, um ein Minus von 5.3% aufzuholen? Oder daß das Klima die Balance aus komplexen Singularien ist, die ein jedes für sich schwieriger vorherzusagen ist als der dritte oder gar vierte Zug beim Schach.

    Die Trägheit der Masse beschwert von stumpfem Spiegel und maingestreamtem Bild: nur direkter Schmerz wird die Masse bewegen, leider. Da aber die Hoffnung des Menschen letzte Triebfeder ist und bleibt machen Sie bitte weiter.

    caw

    • globalnote sagt:

      Lieber Herr Wittke,

      Ja, ich mache noch eine Weile weiter. Doch aufrütteln wollte ich schon einmal. Inzwischen ist der Arbeitsmarktbericht bis jetzt 211-mal besucht worden, vielleicht auch eine Reaktion auf meinen dränglichen Hinweis und eine normale Spätzündung bei vielbeschäftigten Besuchern, von denen viele nicht jeden Tag kommen. Auch haben sich einige Multiplikatoren, wie net-news-global, eingeschaltet.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

  17. Peter sagt:

    na also Herr Jahnke, die vielen Reaktionen beweisen, wie dringlich Ihre Zahlenaufbereitung und deren Darstellung sind. Ergo, bitte weiter so.

    Es ist nicht die Quantität der Leser anzustreben, sondern die Qualität. Gerade diese sind hochwertige Vervielfältiger Ihrer Mühen. Gerade diese verstehen die Zusammenhänge und Auswirkungen und können anhand Ihrer Daten qualifiziert erklären. Hohe Klicks, oder Auflagen sind eher etwas für Bild, Stern, Spiegel etc. Sie treffen ins Mark. Und das tut den “Neoliberalen” weh.

    Nur zum Verständnis: Als (seriöser) Bildungsträger nutzen wir in unseren volkswirtschaftlichen Excursen Ihre Daten und Statistiken (natürlich mit Urheberhinweis und Internetseite). Sehr häufig ist ein schmerzhaftes Aufstöhnen zu hören, wird den Menschen (Arbeitsplatzlose und Arbeitsplatzinhaber) klar, was in dieser demokratischen Republik so abgeht. Wir schulen im Jahr etwa 120 Teilnehmer. Wir zählen also zu den kleinen Bildungsunternehmen (wollen wir auch bleiben), aber wohl auch zu den großen Vervielfältigern.

    In diesem Sinne Herr Jahnke, grüße ich Sie.

  18. Erunno sagt:

    Sehr geehrter Herr Jahnke,

    ich bin erst seit wenigen Wochen Leser Ihrer exzellenten Seiten. Die Arbeitsmarktstatistiken gehören zu meiner Pflichtlektüre. Jedoch tauche ich in Ihrer Statistik vermutlich nicht auf, da ich alle Zähldienste auf Ihrer Seiten aus Datenschutzgründen blockiere. Ich bitte um Ihr Verständnis.

  19. Hans sagt:

    Guten Tag Herr Jahnke,

    bitte nicht verzagen, denn Ihre monatliche Arbeit, die Zahlen vom Arbeitsmarkt ins rechte Licht zu rücken ist eine wichtige Bereicherung im Kampf gegen die interessengeleitete Volksverblödung durch die Mainstream Medien. Allerdings muss ich auch zugeben, das ich mich in den vergangenen Tagen auch mehr mit dem Niedergang der SPD befasst habe, als mit dem Arbeitsmarkt.
    Dennoch bitte ich darum, dass Sie weiter machen, solange Sie es können. Ich habe das Infoportal übrigens schon seit längerer Zeit in meiner Signatur in anderen Foren verlinkt, in denen ich unterwegs bin. Allerdings kann ich nicht feststellen, wie erfolgreich die Massnahme ist.

    Mit freunlichen Grüssen,
    H

  20. hinseher sagt:

    Lieber Herr Dr. Jahnke,

    Nachdem in der Regionalzeitung HNA freudig die sinkenden Arbeitslosenzahlen vermeldet wurden, habe ich in der Online-Version auf die Manipulationen der Statistik hingewiesen und für ausführlichere Informationen auf Ihren Link hingewiesen.

    Dies könnte in den Medien noch mehr von den Lesern gemacht werden. Es wäre eine Form, solange Aufklärung zu betreiben, solange dieser Weg über die Online-Kommentare in den Lokalmedien noch offen ist.

    Mit Dank und freundlichem Gruß

  21. Vermittler sagt:

    Lieber Herr Dr. Jahnke,

    bin heute durch einen Hinweis in der Schweriner Volkszeitung (Link bei den Kommentaren)auf Ihre Seite aufmerksam geworden.
    Der Arbeitsmarktbericht ist ein sehr gutes Argument zur Aufklärung der Menschen. Dazu herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für die aufwendige Arbeit.
    Ich werde immer bei passenden Gelegenheiten Ihren Link auf die Seite im Internet anbringen als meinen kleinen Betrag.
    Viele Grüße aus dem Norden.

  22. Manfred Steingrube sagt:

    Die vorgenommene Arbeitsmarktanalyse ist wie immer hervorragend und eignet sich zudem als „Leuchtturm der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland“ über alle neoliberalen Irreführungen hinweg. Damit will ich zum Ausdruck bringen: Wer die Arbeitsmarktanalyse des Infoportals Monat für Monat intensiv verfolgt, ist gut beraten und nicht auf „offizielle Verlautbarungen“ der Bundesregierung oder den „Verlockungen der meisten nicht mehr selbst recherchierenden Medien“ angewiesen. Auf Standardmeldungen wie von BILD oder SPIEGEL-ONLINE und andere kann getrost verzichtet werden. Sie zu lesen ist reine Zeitverschwendung und taugt allenfalls zur Beobachtung des Mainstreams, aber nicht zur objektiven Berichterstattung. Anstatt einmal hinter die Kulissen zu schauen, um zu erfahren, wie es denn tatsächlich mit den deutschen Vorzeigebranchen in der Praxis aussieht, machen sie eher auf angebliche Sachverhalte aufmerksam, die nichts anderes sind als Wirtschaftsmärchen von Märchenerzählern geschrieben. Jedenfalls bezogen auf die Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau- und entsprechende Zulieferunternehmen sowie viele andere ebenfalls von diesen Industrien abhängigen Unternehmen ist dies aus meiner Beobachtung und Kenntnis heraus richtig. Noch können überwiegend die Arbeitslosenzahlen „getürkt (wie vom Infoportal immer wieder neu aufgedeckt!) in die Öffentlichkeit gelangen“, weil gehorsame JournalistInnen ihre zweifelhafte Berichterstattung vom deutschen Arbeitsmarkt unter dem Deckmantel ihres Berufsethos in umgewandelter Form interpretieren und auch bewusst falsch umsetzen.

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