1497

Gedanken zur Zeit 1497 30-09-09: Zum letzten Mal: Olaf Scholz, der „Stastikmeister" vom Arbeitsamt

Hier zum Text

4 Antworten zu 1497

  1. Gaby sagt:

    Hallo, in die Runde,

    sorry, falls ich derzeit und künftig einen ruppigen Ton anschlage, aber mir sitzt das für mich unfassbare Wahlergebnis Schwarz-Gelb sehr schmerzhaft in den Knochen. Die dümmsten Kälber, wählen ihre Metzger selber – das hat sich jetzt bewiesen! Derzeit pfeife ich auf die mir anerzogene konservative Contenance, die mir eh nix anderes als brüchige Fassade, Maske ist.

    Heute morgen hörte ich in SWR 1 die Radionachrichten: „Im Vergleich zum August ist die Erwerbslosenzahl um 125.000 auf 3,35 Millionen gesunken.“ Na super, „1984“ ist zu früh geschrieben worden!!! George Orwell hätte heute leben und einen Roman „2030“ schreiben sollen! Das wäre ein gesellschaftskritischer Horror-Roman allererster Sahne geworden; besser noch als die derzeitigen Bestseller von Simon Beckett!

    Die Aufzählung der Lügen, um die wahre Arbeitslosigkeit zu verstecken, hat Dr. Jahnke super aufgelistet. Ein Punkt fehlt:

    Krankgeschriebene Arbeitslose werden auch nicht mitgezählt, denn wer krank ist, sucht rein theoretisch nicht nach einer Arbeit, fällt also nach neoliberaler Logik raus aus der Arbeitssuche.

    Und genau da liegt der Knackpunkt, denn es sind vor allen Dingen Arbeitslose, die nach rund 18 Monaten Arbeitslosigkeit beginnen, psychische Erkrankungen zu entwickeln, nämlich Depressionen und Angstphobien.

    Männer sind weitaus häufiger von psychischen Erkrankungen aufgrund von Arbeitslosigkeit betroffen, als Frauen, denn Männer identifizieren sich in Deutschland mit ihrer Arbeit, wohingegen Frauen ihre Hauptarbeit, ihre Identifikation, nach wie vor in der gesellschaftlich nicht anerkannten Hausarbeit, Kindererziehung und der Rolle der Ehefrau sehen.

    Und warum ist die Rolle der Ehefrau, Hausfrau und Mutter gesellschaftlich so verachtet? Weil volkswirtschaftlich und vor allen Dingen neoliberal gesehen nur diejenige Arbeit anerkannt wird, für die es ein Kontrakteinkommen gibt. Der Kontrakt ist ein Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, also Entlohnung dafür, dass ein Arbeitnehmer seine angeborene Arbeitskraft verkauft, egal wie mies entlohnt. Ehefrauen, Mütter und Hausfrauen beziehen kein Kontrakteinkommen, oft nicht mal ein vom Ehemann gewährtes Taschengeld, also wird ihre gesellschaftlich tragende Rolle nicht anerkannt, gar verachtend geringschätzig bewertet.

    Wir brauchen keinerlei Entschuldigungen und Einsichten von der SPD zu erwarten und wer glaubt, das neu vorgeschlagene Führungspersonal sei geeignet, aus der SPD wieder eine Volkspartei zu machen, dessen Sauerstoffzufuhr zum Gehirn ist vermutlich unterbrochen, weil Müntefering nur allzu oft forderte, sich gegenseitig unterzuhaken und die Helme enger zu schnallen. Man kann die Hals-Schlagadern zum Hirn auch viel zu eng zuschnüren und ins Koma fallen. Genau da befindet sich die SPD derzeit.

    Ich habe DIE LINKE gewählt und stehe dazu. Ich glaube an DIE LINKE, jedenfalls so lange, wie sie nicht in die komfortable Position kommt, in eine langweilige, lediglich Posten verteilende, sich dem Kapital anbiedernde Partei zu mutieren. Natürlich wird das eines Tages passieren, je stärker DIE LINKE wird. Falls ich das erleben sollte, wähle ich kurzum eine neue oppositionelle Partei.

    Die LINKE, das habe ich stets betont, war mir wichtig in der Opposition zu haben, denn DIE LINKE packt „heiße Eisen“ ohne jede Scheu an. Beeindruckt hat mich der diesjährige Vorstoß von Gesine Lötzsch, DIE LINKE, die wissen wollte, welchen Einfluss die BILDERBERGER auf unsere Politik haben.

    Hier die knappe Antwort vom „Beauftragten der Bundesregierung“, Hartmut Schauerte.

    http://www.gesine-loetzsch.de/fileadmin/sites/gesineloetzsch/PDF/090610_BilderbergKonferenz.pdf

    Ich sag’s ja: Allein DIE LINKE knackt derzeit ziemlich kompetent Tabus und nennt als einzige Partei Deutschlands längst erprobte und durchaus gangbare Wege aus der Wirtschaftskrise.

    Bis denne,

    Gaby

  2. Volker Hamburg sagt:

    Eine kleine Anmerkung zum Werdegang des Hr’n Scholz: Er hatte durchaus einen Beruf als Rechtsanwalt für Arbeitsrecht und galt als engagierter Arbeitnehmeranwalt(!). Das macht die von Hr’n Jahnke beschriebene “Wendehalsigkeit” dieser Person insofern deutlicher als daß, er die, sich verändernden Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt der letzten Jahrzehnte genau mitbekommen haben muss und trotzdem den fidelen “Hartz IV- Mann” gegeben hat. Ein totaler “Retorten- ApparatscHik” wie Hubertus Heil oder Guido Nativespeaker Westerwelle, mit Parteikarriere von der Hörsaalsitzbank aus, ist Scholz also, meines Wissen nach nicht.

    • globalnote sagt:

      Scholz kann nicht sehr lange als Anwalt gearbeitet haben, wenn man sich seine politischen Rollen der letzten Jahrzehnte ansieht. Das paßt dann nicht zusammen. Für mich ist er ein Musterbeispiel von Berufspolitiker auf der Parteibuchkarriere.

  3. Volker Hamburg sagt:

    Stimmt schon,… -und er ist unter Garantie kaum ein glaubwürdiger Vertreter einer programmatischen Erneuerung der SPD. Ebenso wenig wie das barocke “Umweltengelchen” Gabriel, die domestizierte Ex- Linke Nahles oder gar der neue, mit geradezu verdächtiger Hast, inthronisierte Fraktionsvorsitzende Steinmeier. Aber der Schröder- Fan- Club aus Netzwerkern und Seeheimern gibt die “Alte Tante” so schnell nicht wieder her, auch wenn sie nur noch 23% Lebenenergie hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 26 other followers