1400

Gedanken zur Zeit 1400 24-07-09: Guttenberg vor Merkel: Wie kann ein Minister, der keine Großtaten vorzuweisen hat, auf den Umfrage-Spitzenplatz kommen?

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19 Antworten zu 1400

  1. Stephan Henker sagt:

    Ich würde da weniger nach tieferen Beweggründen forschen, genauso über die Aussagekraft/Sinnhaftigkeit dieser Umfragen.
    Wie von Ihnen gesagt, wurde er von den Medien in den Vordergrund geschrieben/gesendet, weil er ein etwas aus dem Rahmen fallendes Auftreten hat und ein paar Durchschnittsbürger mehr ihn überhaupt in der “Masse” an Politikern erkennen.
    Warum war denn Fischer vor ein paar Jahren in derartigen Umfragen immer so beliebt? Etwa, weil er außenpolitisch so viele Erfolge vorzuweißen hatte? ;-)

  2. localenot sagt:

    (Vorsicht, alle nachfolgenden Blogbeiträge verschieben sich um 15 cm)

    BumivuzG der Erste ist der erste virtuelle Politiker Deutschlands. Aus dem Nichts erschaffen, für nichts qualifiziert aber für alles zu gebrauchen. Und bald kann sich jeder seinen eigenen Avatar vom BumivuzG basteln, den AvavuzG, und als persönliches Antikrisen-Tamigochi mit Steuer-Credits am virtuellen Leben erhalten.

    Folgt man der repräsentativen Politbarometer Umfrage des ZDF, dann arbeiten die bei der Bewertung von +5 bis -5, wobei unser BumivuzG einen 2,1-ser Durchschnitt erzielte, was ja nur 42% von Bestens (+5) sind, also unterdurchschnittlich bestens.

    Das Schlusslicht Lafontaine hat mit Note -1,5 zwar eine größere Fallgeschwindigkeit als der etwas aufsteigende Gysi (-0,9), ist aber nur zu 30% ganz schlecht (-5) vom Volke bewertet.

    Also ist jetzt Lafontaine (42-30=) 12% absolut weniger ganz schlecht als BumivuzG sehr gut ist. Klont man beide -1,5 + 2,1 = 0,6 / 2 = 0,3, dann ist Lafontaine vom Mittelmaß beider mit -1,8 genauso weit weg BumivuzG mit +1,8. Womit sich + und – wieder auf 0 eingepegelt hätten, der Abstand nur virtuell war und der Kampf um Wählers Gunst weiterhin spannend bleibt, die hier also zunächst keinen Unterschied zwischen beiden erkennen können.

    Nimmt man +5-5 als Skala von 0-10, dann ist Lafontaine mit 3,5 und BumivuzG mit 7,1 einzusetzen, was ein Mittel von 5,3 gibt und das, zurückskaliert auf +5-5, entspricht dann einer mittleren Wählereinschätzung von +0,3. Und an der ist Lafontaine (-1,5) mit 1,8 genauso weit entfernt in der Wählergunst wie BumivuzG (2,1). Ergo ist alles im positiven Bereich und ein Unterschied in Volkes Urteilsvermögen auch hier nicht zu erkennen. Und das ist doch schon was, oder?

    Also dann: Bis demnächst in diesem Theater. ;-)

  3. Gaby sagt:

    Hallo, zusammen,

    komisch ist allenfalls, dass ich so gut wie niemanden meines beruflichen und privaten Dunstkreises kenne, der Herrn zu Guttenberg sonderliche Sympathien zollt. Ganz im Gegenteil! Und ich stehe diesem Herrn ebenso skeptisch gegenüber wie auch Frau Merkel mir und den meisten meiner Zeitgenossen nicht geeignet ist, unsere Herzen frohlocken zu lassen.

    Ich misstraue Umfragen grundsätzlich, weil ihnen zu viele konkrete Manipulationsmöglichkeiten inne wohnen. Es ist also besser, uns erst gar nicht mit diesen Demago…, äh, sorry, Demoskopen abzugeben.

    Folglich gehe ich schmunzelnd und völlig unbeeindruckt über die Mär hinweg, die die Forschungsgruppe Wahlen im heutigen ZDF-Politbarometer verkünden wird.

    Bis denne,

    Gaby

  4. Gisela Weber sagt:

    @ Alle,

    solange die PR- Agenturen der CDU/CSU/FDP und diese Parteien selbst, sowie Teile der Regierung damit beschäftigt sind einen “Superman” aufzubauen, können Persönlichkeiten der politischen Gegner nicht “ypsilantisiert” werden, denn beides zugleich ist zeitlich nicht medial vermittelbar.

    Also können die politischen Gegner jetzt einmal ihre Kräfte bündeln um Vorkehrungen gegen mediale Hetzkampagnen zu treffen. Denn die Hetz- und Lügenkampagnen kommen bestimmt!

    Dabei besondere Vorsicht bei: Bild, Stern, FAZ, Spiegel und Focus, weil sie über erhebliche Erfahrungswerte verfügen.

    Liebe Grüße an alle Mitdiskutanten

    Gisela

  5. imperator sagt:

    Es ist wie mit Obama.
    Der Held wird gemacht.Welche Kreise ihn an dieser Stelle haben wollen ,bleibt im Dunkeln genauso wie seine Vorstellungen über seine Tätigkeit.
    Wenn die Umfrageergebnisse nicht getürkt sind zeigt das nur daß unsere demokratischen Strukturen wegen der Ahnungslosigkeit der Bürger völlig versagen.Das wird von den Oligarchen – die hier zum Unterschied von Rußland keinen Namen haben ,ja es wird sogar behauptet es gäbe sie gar nicht(natürlich von den Medien,die in ihren Händen sind)- weidlich genutzt.
    Tatsächlich müßte man einem Großteil der Bevölkerung die Wahlberechtigung aberkennen ,da sie gar nicht in der Lage sind die Auswirkungen ihrer Stimmentscheidung zu beurteilen.Sie wählen ihren Metzger selbst.

  6. Peter Wilhelm sagt:

    ähmm – naja… ;-)

    Das steht doch alles hier geschrieben, warum und wieso der Karl-Theodor…

    http://www.zeitgeist-online.de/special24.html

    Am Ende des Links wird auf den Fortsetzungslink verwiesen…

    Freundliche Grüße

    Peter Wilhelm

    • globalnote sagt:

      @Peter Wilhelm,

      Ich denke nicht, daß im Blog jemand qua Link aufgeklärt werden muß. Die Frage war, warum die Befragten in solchen Umfragen so reagieren, wenn diese Umfragen denn echt sein sollten.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Peter Wilhelm sagt:

        Herr Dr. Jahnke,

        Sie schrieben selbst in Ihrem “GzZ 1400″ am Ende wie folgt:

        “Eines jedenfalls ist sicher: Guttenberg ist permanent von den Medien aufgebaut worden.”

        Darauf habe ich reagiert. Nicht mehr und nicht weniger. Warum er so aufgebaut wurde, wird durch meine Verlinkung nachhaltig bestätigt.

        Alternative A:
        Sollten die Umfragen echt gewesen sein, hätte der Main-Stream – wie so oft – sein Ziel erreicht.

        Alternative B:
        Sollten die Umfragen getürkt sein, dito wie zuvor.

        Sie haben sich im Grunde die Antwort bereits selbst gegeben.

        Wenn es nicht recht ist, daß Verlinkungen eingestellt werden, dann sollten Sie das an entsprechender Stelle kundtun; z. B. direkt oben unterhalb Ihres Logos.

        Niemand kann alles lesen und ich jedenfalls bin permanent dankbar für die Verweise auf weiterführende Informationen…

        In diesem Sinne…

        Peter Wilhelm

      • globalnote sagt:

        @Peter Wilhelm,

        Nach meinem Eindruck war der mangelnde berufliche Hintergrund so ziemlich allen inzwischen bekannt. Das war der Grund meiner Reaktion.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

  7. Gaby sagt:

    Schönen guten Tag imperator,

    die Präsidenten der USA werden vornehmlich von den „Master of the Universe“ der Wall-Street per Spendengeld gesponsert und entsprechend als Favoriten forciert. Obama ist ein Produkt der Wall-Street, weshalb ich ihn ihm keinen „Heiland“, sondern bisher lediglich das menschliche Antlitz des Neoliberalismus erkennen kann. Ich lasse mich gerne eines anderen belehren, aber bis jetzt hat das nicht geklappt.

    Du spinnst gefährliche Gedanken, die mir absolut nicht behagen, wenn Du meinst, das deutsche Volk sei zu dumm zu wissen, wen es wählt und Du ihm gar das Wahlrecht aberkennen willst.

    Es ist sicher richtig, dass ein mehr oder weniger großer Teil unserer Bevölkerung nicht wirklich weiß, was das Kreuzchen, das sie machen, vollumfänglich bedeutet. Aber ich würde deshalb niemals auf den Gedanken kommen, meinen Artgenossen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Würde und ihrer demokratischen Freiheit zu nehmen, indem ich ihnen das Wahlrecht aberkenne. Punktum!

    Bis denne,

    Gaby

    • Alex sagt:

      Hallo Gaby u.a.,

      Du liegst mit dem USA-Beispiel vollkommen richtig.
      Wenn man die Vita von Karl Theodor untersucht,
      kommt man zu dem Ergebnis, dass Karl Theodor in
      seiner US-Zeit (2 Jahre USA) beste Netzwerke geknüpft
      hat bis in Kreise, die Henry Kissinger führt.
      Herr Seehofer hat nur ausgeführt was ihm aufgetragen
      wurde, als er v. Guttenberg auf den Wirtschaftsminister-
      Posten drückte. Der Michel hat mal wieder keine Ahnung, liest BILD uns wählt was er in diesen Medien
      erzählt bekommt.
      Darum helft alle mit, das unsere Wahlen nicht total
      herunterkommen.

      Gruß

      Alex

  8. Fred sagt:

    Hallo an alle,
    die neoliberalen Strategen sind froh, dass sie so einen smarten Verkäufer ihrer Ideologie gefunden haben. Guttenberg hat keine Ahnung, das macht anscheinend gar nichts. Er wird von neoliberalen Wirtschafts-und Politikberatern und Spezialisten der Werbe und Modeindustrie gecoacht. So sieht es jedenfalls aus. Kein wichtiger Auftritt, der nicht bis ins Detail durchinszeniert ist. Guttenberg soll als Retter im Gedächtnis haften bleiben. Sympathisch soll er sein, gut aussehend und sein sparsames Umgehen mit Steuergeldern sein Markenzeichen (das soll helfen, wenn die Staatsquote runtergefahren wird).
    Ich vermute, dass die Menschen, die das Fernsehen, die Bildzeitung, den Spiegel usw, gerne als Entspannungsmedium nutzen und eigentlich nur einen ungefähren Überblick über das politische Geschehen haben wollen – die sich gerne etwas vordenken lassen, weil alles so unübersichtlich geworden ist – von Guttenberg überzeugt sind, weil er so schön perfekt rüberkommt. Sie fallen ebenso auf ihn herein, wie seinerzeit die Pop-Fans auf Milli Vanilli – ein Pop-Gesangs-Duo, das nichts weiter machte, als die Lippen zu bewegen, etwas zu tanzen und smart auszusehen. Die eigentlichen Sänger blieben unbekannt. Sie wurden Multimillionäre. Milli Vanilli ist dann irgendwann aufgeflogen..

    Beängstigend finde ich die offensichtlichen Manipulationsfähigkeiten der Medien auch. Aber die Realität lässt sich letztlich nicht wegberichten – das hat auch in der DDR nicht geklappt. Ein durchschnittlich interessierter und informierter Bürger wird sich m.E. auf Dauer nicht täuschen lassen und jemand, der seinen Arbeitsplatz verloren hat, oder dessen Lebensbedingungen sich rasant verschlechtert, wird sich von einigen freundlich vorgetragenen Floskeln auch nicht beruhigen lassen.

    Nun muss man auch darauf hinweisen, dass hier lediglich 1250 Bürger am Telefon befragt wurden. Und davon könnten durchaus 600 gesagt haben, dass sie von allen unseren Politikern die Nase voll haben.

    Wie sie eine Wahlprognose mit 1250 Befragten stellen wollen ist mir auch ein Rätsel. Das kann man glaube ich vergessen.

    Ich träume von einem Volksportal, dass natürlich vom Volke als solches anerkannt sein müsste – auf dem repräsentative Umfragen mit hunderttausenden Bürgern gemacht werden können und unsere Dienstleister in Berlin stets über den Willen des Volkes informiert werden. Eine schöne Arbeitserleichterung für unsere hilflosen Politiker. So schwierig kann das doch nicht sein. Natürlich manipulationssicher.

    Beste Grüße
    Fred

  9. Gisela Weber sagt:

    An Alle,

    das Hochstilisieren und Hochpuschen eines Superministers, in einer solchen Machart, hat viel Ähnlichkeit mit der Sendung: “Deutschland sucht den Superstar” – ein Beispiel für die Verflachung journalistischen Niveaus.

    Die sogenannten Stars, die aus dieser Sendung hervorgehen, sind meist nur Eintagsfliegen.

    Kennzeichnend sind in beiden Fällen, die Überbetonung der äußeren Erscheinung.

    Im Falle des Bundesministers für Wirtschaft wird Auschau nach der Zielgruppe der Jung- und Erstwähler
    gehalten, -die mangels Eigenerfahrung nur auf Äußerlichkeiten achten können, welche medial bestimmt und suggeriert werden.

    So stellt sich ein Bundesminister dar: Perfekt gekleidet (wie aus dem Ei gepellt), mit schnittigem Stil (aalglatt), der sich politisch korrekt, geschickt aus der Verantwortung zu ziehen weiß, um damit als souverän und unberührbar gegenüber jeder Kritik (Insolvenzminister), medial präsentiert zu werden.

    Im Bundestag findet zurzeit genau diese Anpassung der Kleidung an das Outfit des Bundesministers
    v.u.z. Guttenberg statt.

    Die Überbewertung des Äußeren ist ein Zeichen von Mangel an Inhalten und ist sowohl prefessionell, als auch politisch, ohne sinngebenden und geistigen Gehalt.

    So wird erfolgreich im Bereich der Ahnungslosen gefischt.

    Wie der Abbau des politischen Gegners betrieben wird, konnte man unlängst in einem ZDF-Interview mit Lafontaine erleben (Suggestivfragen und Abwürgen der Antworten).

    Grüße
    Gisela

  10. Hans sagt:

    Das Prinzip (der Beliebtheit) ist doch ganz einfach und typisch “deutsch”: Je öfter ein Politiker im Fernsehen allenthalben gezeigt wird und dort nicht allzuschlecht weg kommt (so wie es die TV-Mächtigen gerade für richtig halten), desto höher steigt er/sie in der sogen. Beliebtheitsskala.
    Und: Erst als Angela Merkel ihre Mundwinkel nicht mehr bis zum Bauchnabel ständig zog, was wohl viel Training bedurfte, kletterte sie diese Leiter empor. Steinmeier und Steinbrück müssen noch sehr viel üben, ihre permanent bis zu den Fußsohlen gezogenen Mundwinkel einigermaßen erträglich nach oben zu hieven. Dann steigen sie vielleicht auch etwas höher.

  11. Das Guttenberg-Dossier

    http://www.zeitgeist-online.de/special27.html

    Teil I: Der Zögling

    [von Friederike Beck]

    Laut SPIEGEL (11/2009) wird das Familienvermögen des Freiherrn auf ca. 600 Millionen Euro geschätzt. Die Familie von und zu Guttenberg, die auf ihrem Schloss im Fränkischen bei Kulmbach residiert, gehört damit zu den 300 reichsten Familien bzw. Personen Deutschlands. Guttenberg ist promovierter Jurist und arbeitete ein Jahr lang in einer New Yorker Kanzlei. Welcher ist unbekannt.

    Die Ernennung des 37-Jährigen in ein Ministeramt hatte sich schon früh abgezeichnet.

    2002 kam Guttenbergs Berufung in den Auswärtigen Ausschuss des Bundestages zeitgleich mit seiner Wahl in den deutschen Bundestag für die CSU im Alter von 31 Jahren.

    Vorher hatte Guttenberg allerdings schon bei der CSU im Fachausschuss Außenpolitik gesessen und einige Jahre als CSU-Politiker hinter sich – wie viele erfährt man nicht.

    FOCUS, Heft 13/2009.: „Er wurde bereits in jungen Jahren auf eine spätere Führungsaufgabe vorbereitet …“

    Der Auswärtige Ausschuss ist ein von der Verfassung privilegierter Ausschuss, er gehört zu den vier Ausschüssen, die das Grundgesetz fest vorschreibt.

    Grundsätzlich arbeitet er hinter verschlossenen Türen.

    So beraten seine Mitglieder federführend, ob die Bundesregierung deutsche Soldaten zu Auslandseinsätzen entsenden darf.

    In der Praxis ist der Auswärtige Ausschuss federführend. Bisher ist das Plenum in keinem einzigen Fall von einer Empfehlung des Auswärtigen Ausschusses abgewichen.
    Entscheidend für die umstandslose Inkorporierung Guttenbergs in den Auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages muss seine Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) zu Berlin gewesen sein.

    Die DGAP firmiert auch unter German Council on Foreign Relations, was ihre abhängige Verwandtschaft zum entsprechenden US-amerikanischen Einflussgremium „CFR“ verdeutlicht. Die DGAP ist ein direkter Ableger des CFR.

    Die finanziell hochpotenten Kreise, die den CFR unterhalten, haben eine klare Vorstellung davon, wie die Welt nach ihrem Wunsch und Willen modelliert werden soll. Die Aufnahme in dieses Einflussgremium steht nicht jedem politisch Interessierten offen, sondern erfolgt nach eigenen Regeln.

    Der CFR unterhält ein von David Rockefeller bezahltes Denkfabrikprogramm, dass sich in drei Zentren unterteilt: Das Center für Präventivaktionen, das Greenberg Center für geoökonomische Studien und das Zentrum für universale Erziehung.

    An diesen Zentren geschieht bei geeigneten Kandidaten Hirnmassage auf höchstem Niveau, und der Blickwinkel der Stipendiaten und dort Forschenden wird kunstvoll so geformt, bis sie zu perfekten Transformatoren der Ideen von Rockefeller, Kissinger und Associates werden und ihnen deren Gedanken und Strategien als ihre eigenen erscheinen.

    Die hier geformten Ideen werden dann in einer unübersehbaren Zahl von Publikationen (Büchern, Zeitschriften, Gastkommentaren) und andern Kommunikationsmedien in den Mainstream als die jeweils eigenen Denkprodukte verkauft z.B.:

    „Kampf gegen den Internationalen Terrorismus“, „Globalisierung“ oder die „Liberalisierung der Weltmärkte“.

    Henry Kissinger etwa, zeitweiliger Präsident und Dauergast des CFR, lässt keine Gelegenheit aus, öffentlich vor den Gefahren des internationalen Terrorismus zu warnen.

    Wenn Schäuble, der in solchen Machtmanagementgremien ein häufig anzutreffender Gast ist, wieder einmal warnt, was eigentlich mittlerweile täglich der Fall ist, sollte man sich umgehend fragen: Was ist da im Denktank nur wieder ausgeschwitzt worden?

    George Bushs ehemaliger Vizepräsident Dick Cheney war einige Jahre Präsident des CFR.

    Aus dem Pool sorgfältig ausgebildeter Nachwuchsdarsteller für die Bühne der (Außen-)Politik entsendet der CFR seine Favoriten immer wieder direkt in die amerikanische Politik.

    Es kann getrost davon ausgegangen werden, dass der CFR als Ideen- und Konzeptgeber übergeordnet ist und sich nicht nur auf das Denken beschränkt, sondern auch handelt.

    Der CFR kennt zwei Sorten von Mitgliedschaft: die auf Lebenszeit und die auf Zeit.

    Die Mitgliedschaft auf Zeit ist auf fünf Jahre begrenzt, die lebenslängliche kann man nicht per Antragsformular erwerben – Vollmitglieder werden sorgfältigst auserlesen:

    Ein solcher Kandidat muss von einem CFR-Vollmitglied schriftlich empfohlen werden und weitere drei Empfehlungsschreiben wichtiger Personen, die vorzugsweise auch dem CFR angehören, vorweisen können.

    Manche Bewerber werden trotz alle Empfehlungen nie erwählt. Auf diese Weise stellt der CFR seine höchsteigene dynastische Kontinuität sicher. Ganz ähnliche Auswahlverfahren finden sich in allen bedeutenden Einflussgremien ähnlicher Provenienz.

    David Rockefeller war mit dem ererbten Reichtum seiner Familie (Erdöl, Banken) ab 1975 Präsident und Spiritus Rektor des CFR. Er bezahlte ein beeindruckendes Netz von Einfluss- und Entscheidungsgremien, wie u. a. die Trilaterale Kommission, in deren Vorstand er saß, oder den Council on the Americas. Auch bei den exklusiven Bilderberger-Treffen wurde er gesichtet.

    Es besteht der begründete Verdacht, dass sich zu Guttenberg für den wichtigen Auswärtigen Ausschuss im Bundestag über seine Mitgliedschaft bei der DGAP, die – wie oben erwähnt – ein Ableger des CRF ist, qualifizierte.

    Im Führungsgremium des CFR finden sich immer wieder Namen, die man aus der Politik kennt (z. B. Ex-Außenministerin Madeleine Albright, Ex-Verteidigungsminister Colin Powell), aber auch viele Namen aus Industrie und Bankensektor, die nicht so im Rampenlicht stehen.

    Henry Kissinger etwa zelebriert eine Vielzahl weihevoller Konferenzen vor den Augen von Würdenträgern aus Wirtschaft, Militär und Politik, wo er wegweisende Dinoeier legt (für ca. 25.000 Dollar pro Nachmittag!), die dann von wissbegierigen jungen Aktentaschenträgern ausgebrütet werden dürfen.

    Selbstverständlich wurde auch zu Guttenberg an der Seite der Henry Kissinger gesichtet: Am 11.11.2007 z. B. fand in der New Yorker Carnegie Hall die Konferenz „Political Berlin“, ausgerichtet von der American Academy, statt.

    Der „Hohepriester“ der Außenpolitik und sein „Messdiener“: Henry Kissinger (oben), Bundeswirtschaftsminister KT Guttenberg (unten links)

    Aus der Ankündigung:

    Political Berlin: Germany and the United States, Panel Discussion, Sun, Nov 11 at 7 PM, Weill Recital Hall

    Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg
    Josef Joffe
    Henry A. Kissinger
    John C. Kornblum
    Richard C. Holbrooke, Moderator

    Unter „Meet the artist“ heißt es u. a.:

    KARL-THEODOR FREIHERR ZU GUTTENBERG
    Baron zu Guttenberg is a member of the German Parliament (CSU). In Berlin he serves as Department Spokesman for the CDU/CSU Parliamentary Group on the Foreign Affairs Committee.

    Neben Henry Kissinger durften Freiherr zu Guttenberg, ZEIT/SZ-Herausgeber Joffe, der frühere US-Botschafter John C. Kornblum und Vorstand der Investmentbank Lazard Germany sowie Richard Holbrooke als Vorsitzender der American Academy in Berlin miteinander reden.

    Richard Holbrooke und Kissinger gaben militärische Unterstützung für die grausame Invasion des Inselstaats Osttimor durch Indonesien. In ihrem Gefolge starben ca. 200.000 Menschen.

    Die American Academy und der German Council on Foreign Relations sind jedoch nicht die einzigen transatlantischen Einflussgremien, bei deren Festivitäten und Ausbildungsprogrammen Guttenberg gesichtet wurde.

    Der American Council on Germany (ACG) vermittelt Deutschen, die ein Lernprogramm absolvieren, Kontakte zu höchsten Kreisen der Hochfinanz, Wirtschaft, Militär, Medien.

    Ziel ist die Umsetzung US-amerikanischer Ziele in den Bereichen Globalisierung und Finanzen. Dies wird durch diverse Trainingsprogramme immer wieder eingeübt.

    Auf der Homepage des ACG liest man nicht umsonst „programming“, denn hier werden „Young Leaders alumni“ regelmäßig von älteren „Leaders“ programmiert.

    Die Fotos zeigen Merkel, Guttenberg und der Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Friedbert Pflüger, erstere noch vor ihrer Amtsergreifung, vermutlich also noch im Modus „Young Leader alumna“ bei einer Programmierung 2002.

    So wundert man sich gerade bei SPIEGEL ONLINE, was für eine gute Figur Guttenberg in New York gemacht, und wie selbstverständlich er mit dem großen alten Finanzspekulatius George Soros diniert habe.

    Natürlich kennt Guttenberg diese Kreise seit Jahren, denn er ist bei diesen alten Führern als Young-Leader-Schüler in die Lehre gegangen.

    Präsident des ACG ist – Henry Kissinger! Die Liste der „Lecturers“ (Dozenten) gibt einen recht realistischen Überblick über die Machtverhältnisse in den USA und in der Bundesrepublik. Die Veranstaltung vom 12./13.1.2006 z. B. zeigt ein typisches Teilnehmermix: Greenspan, JP Morgan. Goldman Sachs, Madeleine Albright, Merkel usw.

    Merkel stellte klar, dass sie an einer engen Kooperation mit George W. Bush interessiert sei. Jedwedem Thema werde sie mit einer pragmatischen Haltung begegnen, versprach sie. Motto der Veranstaltung war das gemeinsame Bauen an einer globalen Agenda und ein wesentlich höherer Beitrag Deutschlands daran und an militärischen Anstrengungen …

    Deutsche Politiker wurden und werden in USA oder in US-Machtmanagementgremien in Deutschland, die jeder demokratischen Kontrolle entzogen sind, für zukünftige entsprechende Politik programmiert!!!!!!

    Das Young Leaders Programm des American Council on Germany beschreibt seine Aufgabe wie folgt:

    „Das ACG greift nach der nächsten Generation von Entscheidungs-Machern und Meinungs-Führern, indem er Konferenzen organisiert, um sie mit transatlantischen Schlüsselthemen bekannt zu machen und sie in die Lage zu versetzen, ein Netzwerk von Kontakten über den Atlantik hinüber zu errichten. Die Amerikanisch-Deutschen-Junge-Führer-Konferenzen bringen ungefähr 50 Deutsche und Amerikaner zusammen und finden jährlich statt. Die erste Junge-Führer-Lern-Gruppe über die Zukunft Europas versammelte 37 junge Führer aus Westeuropa, Polen, Russland und den Vereinigten Staaten über 2 Jahre hinweg viermal.“

    Netzwerken, Weben und Spinnen: Das ist es, worauf bei den Trainingsprogrammen wert gelegt wird. Es gibt eine schier unübersehbare Anzahl von elitebrütenden Einflussnetzwerken.

    Die Academies, Councils, Foundation und Panels tun alle recht unabhängig und independent, jedoch ist es mit dieser Unabhängigkeit voneinander gerade soweit her, wie bei King und Kong.

    Das ungenierte, sorgfältige Heranzüchten von deutschen „Führern“ und „Meinungsmachern“ im Sinne US-amerikanischer neoliberaler und neokonservativer Interessen wäre an sich völlig unproblematisch, wenn es denn von den Medien transparent gemacht und in der Öffentlichkeit diskutiert würde. Dieser Vorgang wird jedoch entscheidend erschwert dadurch, dass zukünftige Medien-„Führer“ und Journalisten ja ebenfalls die Trainingsprogramme durchlaufen, und finanzkräftige Kooperationspartner wie die Bucerius-Stiftung (ZEIT-Herausgeber) sorgen dafür, dass das in Deutschland auch so bleibt.

    Der American Council on Germany gibt sich nicht einmal die Mühe, im Sinne einer demokratischen Fassade wenigsten verbal an sich zu halten.

    Guttenberg entspringt also einem sorgfältigen jahrelangen US-amerikanischen politischen Zöglingsprogramm für deutsche Eliten („Young Leaders“) und ist mittlerweile erfolgreich in einer „Leading Position“ implemetiert worden.

    „Amerikanisch“ ist er nur ein Deckname für bestimmte Gruppeninteressen, die natürlich mit dem amerikanischen Volk und dessen Interessen überhaupt nichts gemein haben.

    Kurz nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag und seine Berufung in den Auswärtigen Ausschuss ereilten Guttenberg noch zwei weitere Rufe: Er wird Mitglied in den Spitzenzirkeln des Aspen Instituts und der Atlantik-Brücke zu Berlin.

    Teil 2: – die Atlantik Brücke und ihr Young-Leaders-Programm

    Beide in Berlin ansässige Institute ( die Atlantik-Brücke und das Aspen-Institut ) haben sich seit Jahrzehnten insbesondere der Pflege der transatlantischen Beziehungen verschrieben. Eingebettet seien diese Gremien mit bewusst begrenzter Mitgliederzahl in der beiden Institute.

    In der Atlantik-Brücke sind die außenpolitischen Führungskräfte aus Deutschland und den Vereinigten Staaten ebenso vertreten wie etwa die Spitzen der großen deutschen Parteien, Bundespräsidenten, ehemalige Bundeskanzler, Spitzenmanager und Topjournalisten.

    Zu Guttenberg zeigte sich besonders erfreut über seine Berufung in die Gruppe der sogenannten ‘Young Leaders’ in beiden Instituten.

    Guttenberg führte aus, dass es sich hierbei um einen ausgewählten Kreis von jungen Führungskräften bis ca. 40 Jahren aus Deutschland und den USA handele, die sich aus allen gesellschaftlichen Bereichen, vor allem aus Wirtschaft, Politik und Journalismus rekrutiere.

    Wer zu diesen Elitezirkeln gehört, kann sich zum neuen transatlantischen „Adel“ zählen.

    Wenn man sich die lange Brückeliste ( Atlantik-Brücke ) von Bundeskanzlern (Schmidt, Kohl) und Bundesministern (Lambsdorff, Riesenhuber etc.) im Rückblick anschaut, kann gesagt werden, dass die Brückearbeit eindeutig von Erfolg gekrönt war.

    Die heutigen Ziele der Brücke fasst ihr ehemaliger Vorsitzender, ein Multimilliardär aus einer bekannten Backpulverdynastie, sehr realistisch zusammen:

    „Die USA wird von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben”, sagt der Vorstands-Chef der Atlantik-Brücke, Arend Oetker. (Berliner Zeitung, 17.4.2002)

    Unter den Mitglieder der Atlantik-Brücke findet sich auch der frühere Treuhandchef Detlev Karsten Rohwedder.

    Dieser wurde für seine Treuhand-Politik der etwas behutsameren und langsameren Privatisierung nach der Wende in Kombination mit einer Sanierung von überlebensfähigen Betrieben der ehemaligen DDR von Brücke-Mitglied Kurt Biedenkopf hart angegangen. Die Transatlantiker forderten eine unverzügliche Marktöffnung für das internationale Kapital und die schnelle Privatisierung von früherem Volkseigentum, was Rohwedder auch bei einem Amerika-Besuch klipp und klar gesagt wurde. Nach seiner Ermordung im April 1991 wurde er dann von Brücke-Mitglied Birgit Breuel beerbt, die diese Vorgaben wesentlich zügiger umsetzte.

    Bei den bereits hier vorgestellten Einflussgremien (die Atlantik-Brücke und das Aspen-Institut) erhält man Zugang nur auf Einladung bzw. Empfehlung. Von 200 Bewerben bis zum Alter von 40 Jahren wird 25 Auserwählten pro Jahr Einlass gewährt. Einmal in das „Young Leaders“-Programm aufgenommen, erhalten die deutschen bzw. europäischen Teilnehmer nach den Treffen eine intensive Betreuung.

    Laut Manager-Magazin kann eine solche Empfehlung auch von einem Mitgliedsunternehmen kommen – die Deutsche Bank, Goldman Sachs oder DaimlerChrysler entsenden viel versprechende Nachwuchsmanager – oder von ehemaligen Teilnehmern.

    General Walters im Gespräch mit Schäuble.

    Getreu der geheimdienstlich-militärischen Tradition lädt die Atlantik-Brücke seit 1990 jährlich zu vertraulichen Expertengesprächen mit dem U.S. European Command und in Zusammenarbeit mit dem NATO-Oberbefehlshaber über aktuelle sicherheitspolitische Fragen nach Berlin ein.

    Teilnehmer sind die Befehlshaber aller in Europa stationierten amerikanischen Teilstreitkräfte – Armee, Luftwaffe, Flotte und Marineinfanterie – sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr mit seinen Generälen und Admirälen und deutsche Experten der Sicherheitspolitik. Bei diesen Brückegesprächen können deutsche Politiker sich jeweils aus erster Hand über die neusten geostrategischen Ziele und Forderungen der reich besternten Militärs „briefen“ lassen.

    An ultramodern eingerichteten Privatunis sorgen sich die Transatlantiker um die zukünftige supranationale englischsprachige Elite:

    Die GISMA ( „The German International Graduate School of Management and Administration“ ) in Hannover arbeitet mit der amerikanischen Pudue Universität zusammen und ist eine Kaderschmiede für „Executive MBAs“, d. h. also, sie bildet Führungseliten für zukünftige Führungsaufgaben in der Wirtschaft aus.

    Ein Beispiel für solch eine Privatuni ist auch die private European Business School (EBS) auf Schloss Reichartshausen mit ihrem Direktor (CEO) und Young Global Leader Prof. Dr. Christopher Jahn.

    Auf der Homepage der EBS wird am 23.3.2009 über die Entscheidung des Weltwirtschaftsforums in Davos berichtet, auch einige deutsche junge Führer als visionäre „High Potentials“ in den globalen Jungeführerclub aufzunehmen:

    “Unter den Neuberufungen ist Deutschland mit neun Mitgliedern vertreten, darunter auch Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Coca-Cola Deutschlandchef Damian Gammell. … ”

    Es geht um ein Netzwerk. Die internationalen Konzerne können dadurch auf einen Pool von englischsprachigen Führungskräften zurückgreifen, die sich keinem speziellen Wirtschaftsstandort mehr verbunden fühlen und gleichermaßen einem abgehobenen Elitedenken anhängen.

    Dieser Eliten versichert man sich schon allein dadurch, dass sie ihre Privilegien nur innerhalb und durch dieses System besitzen.

    Um Finanzierung braucht man sich bei der EBS und ihren Projekten wenige zu sorgen, da die Gelder direkt von Wirtschaft und Banken kommen.

    Das weltweite Netzwerk der EBS wurde auf aktuell 150 Partneruniversitäten und Business Schools ausgebaut ( auch in China, Indien und Russland ).

    Bucerius-Law-School
    Ein weiteres transatlantisches Brücke-Unternehmen ist die Bucerius-Law-School der ZEIT-Stiftung.

    Zu Guttenberg als „Amerika-Spezialist“ an der Bucerius-Law.School: Gruppenfoto mit Dame anlässlich dessen Gastvorlesung über Obamas bevorstehende Wahl (Aus: „In-house News for Alumni and Friends of Bucerius Law School“, December 2008, Seite 2)

    Auch an dieser privaten „Law-School“ bei Hamburg werden transatlantische Eliten ohne den Stress überfüllter Hörsäle gefördert. Die Sponsoren aus der Wirtschaft können den Nachwuchs „sichten“ und sich frühzeitig das „Passende“ heraussuchen:

    Die Bucerius Law School ist rein privat finanziert.

    Die Atlantik-Brücke hat neben den Schwerpunkten Wirtschaft/Banken und Militär/Geheimdienste noch ein drittes Herzensanliegen: Die Pflege der Beziehungen mit jüdischen Organisationen in den USA.

    Auch ermöglicht sie US-Hochschullehrern und Lehrern, die das Fach „Holocaust Studies“ unterrichten, Deutschlandaufenthalte und unterhält ein Schüleraustauschprogamm.
    Wird die Öffentlichkeit bewusst in einer Schweinwelt gehalten?

    Der demnächst erscheinende Teil 3 wird sich mit den Zielen und dem Treiben des „Aspen-Instituts“ beschäftigen, in dessen Young-Leaders-Programm Guttenberg ebenfalls aufgenommen wurde.

    http://www.zeitgeist-online.de/special27.html

    Wer die Wahrheit nicht kennt, der ist nur ein Dummkopf.
    Wer die Wahrheit kennt und sie Lüge nennt, ist ein Verbrecher!
    Galileo Galilei

  12. localenot sagt:

    @Alle

    Zur Frage der Repräsentativität der Umfragen dieser niemandem gehörenden Institute und wie sie wirklich gemacht sein sollen, gibt es eine interessante Darstellung mit Beispielen. Danach sagt nicht die Umfrage die Wahl voraus, sondern die Wahl wird von der Umfragenbeeinflussung entschieden (horce-race-Journalismus der Sonntagsfrage z.B.):

    http://www.wahlprognosen-info.de/

  13. Fred sagt:

    Hallo alle,
    das ist schon ein beeindruckender Bericht von Friederike Beck und es ist gut, dass da Leute recherchieren. Ich weiß nicht, ob der Bericht die Wahrheit widerspiegelt – schon möglich.
    Das Problem könnte sein, dass sich der Leser nach dieser Lektüre ohnmächtiger fühlt als ohnehin schon – das konnte ich an mir selbst auch wahrnehmen. Insofern halte ich es nicht für sinnvoll, sich darin all zu sehr zu vertiefen. Selbst wenn wir das ganze Machtgeflecht bis ins kleinste ausforschen, bringt uns das nicht weiter.
    Für die Zukunft würde ich mal vorschlagen, dass sämtliche Verbändemitgliedschaften der Bundestags-Kandidaten schon vor der Wahl von ihnen selbst öffentlich gemacht werden müssen.

    Egal – wir haben es in Deutschland mit realen Spitzenspolitikern zu tun, die sich anscheinend nicht zu schade sind, überwiegend gegen das Gemeinwohl zu arbeiten und 80%+ der Bevölkerung zum Wohle ihrer Förderer in den Lobbyverbänden immer weiter zu enteignen. Und wir haben es mit vielen Politikern zu tun, die zuvorderst an ihre Karriere und andere Vorteile denken – untertänigst ihren Parteistrategen und Lobbyisten dienen und alles machen, was man ihnen sagt. Alle sind sie sichtbar und ihre Rolle in diesem Geschehen wird in den künftigen Geschichtsaufzeichnungen und Historie-Filmen entsprechend gewürdigt – das vergessen die seltsamerweise immer. Vielleicht denken sie auch, sie werden die Geschichtsbücher in Zukunft selber schreiben. Das haben viele andere auch schon gedacht… Es kommen immer wieder andere Zeiten….

    Und nicht vergessen, es gibt einige Politiker, die haben bisher schon sehr viele Belastungen auf sich genommen, um die Interessen der Mehrheit der Bürger engagiert zu vertreten. Denen sollten wir auf jeden Fall danken.
    Und es gibt andere, die würden gerne die Interessen aller Bürger wahrnehmen – trauen sich aber nicht oder wissen nicht was sie tun sollen – die sollten wir ermutigen.
    Und es gibt 80% der Bevölkerung, die sich schon lange eine zeitgemäße, demokratische faire Wohlstandspolitik wünschen und dringend politisches Personal zu deren Verwirklichung suchen.
    Vielleicht sollte man da mal eine Ausschreibung machen….

    Das von Friederike Beck beschriebene Machtgeflecht mag unsere Politik und auch einen Teil unserer Medien steuern. Aber wir sollten uns keine Angst ins Hirn Pflanzen lassen. Ich glaube z.B. nicht, dass der allgemeine Wunsch nach Demokratisierung und einer gerechten Sozial und Wirtschaftspolitik, von den Medien mit schönen Nachrichten und smarten Elends-Verkäufern ausgelöscht werden kann. Und Dank Internet haben wir Zugriff auf zuverlässige Informationen – wie z.B. hier auf Herrn Jahnkes Infoportal.

    Cool bleiben.
    Beste Grüße
    Fred

  14. Kassandra sagt:

    Die ursprüngliche Frage lautete ja, wieso ist dieser Baron auf-und-davon so beliebt.

    Meine Antwort darauf ist ganz einfach: Seine Auftritte sind Infotainment. Vor allem sind sie Unterhaltung einer ganz besonderen Art. Sie sind etwas, wofür es sogar eine ganze spezielle Industrie gibt: Die Yellow Press, in Deutschland irreführend Regenbogenpresse genannt. Vor drei Jahrzehnten war die Bezeichnung dafür noch konkreter, treffender und ehrlicher: “Soraya-Presse”. Das Volk – oder genauer ein Teil des Volkes – liebt seinen Adel, ganz gleich ob Soraya, Silvia, Gloria oder eben den feschen und geschniegelten Guttenzwerg.

    Die Antwort auf die Frage, welcher Teil des deutschen Volkes für derlei Vorlieben besonders anfällig ist, muß ich mir natürlich verkneifen. Aus Gründen der political correctness.

    Beste Grüße!

  15. globalnote sagt:

    @Paten,

    Vielen Dank, ist korrigiert.

    Beste Gruesse
    Joachim Jahnke

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