Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Donnerstag, 23. Juli 2009 um 7:16 am und eingeordnet unter Uncategorized. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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die regierung möchte das das junge Volk mit 17 zu Arbeit geht und bis 67 arbeitet.
40% Machen Abitur also kommen Sie mit 19 raus , danach 1 jahr Bund oder Zivi mit 20 gehen sie studieren , wenn man Bachelor und Master macht ist man mit 25 fertig.
Andre machen Realschule mit 17 fertig , dann machen Sie Bgj MEtall/Holz , Bund ca. mit 20Jahren Machen Sie die Lehre , da Sie vorher nichts gefunden haben.
Mit 55-57 Jahren geht ca. 80% in Rente da keine Arbeit für Sie gibt oder Sie zu teuer sind.
Also anstatt 50 Jahre arbeiten , sind einige bei 30 Jahre 27j – 57J
USA:
1990 lebten 249,6mio Einwohner
2008 = 303,6 Davon arbeiten ca. 153 Mio. zurzeit
1990 Sollen es 136mio gewesen sein.
17 Mio Arbeitsplätze geschafft aber die Bevölkerung um ca. 54mio gewachsen.
Dann heißt es die Deutschen arbeiten so wenig gegen International .
Von wegen wir haben 30 Tage Urlaub , USA 14 Tage und Japan 10 Tage .
Nun hört man USA-Arbeiter arbeiten durchschnittlich 33h während die Deutschen eher bei 37-38 sind.
ich bin froh, dass Dr. Jahnke das Thema “Jugendarbeitslosigkeit” aufgreift, denn in der Öffentlichkeit ist das unverständlicherweise eher ein wenig beachtetes Thema.
Welche Lebensperspektive hat ein Jugendlicher ohne Schulabschluss? Er/sie wird nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommen. Jedes Jahr verlassen rund 40.000 Schüler/innen unsere Schulen ohne Abschluss und nun haben die Kids noch ca. 62 Lebensjahre vor sich. Das sind 744 Monate Chancen- und Hoffnungslosigkeit!! Was sich unsere verantwortlichen Politiker dabei denken, jedes Jahr in kauf zu nehmen, dass wieder und wieder 40.000 Menschen ins gesellschaftliche Aus geraten, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Hinzu kommen jedes Jahr zigtausende Jugendliche, die zwar einen Schulabschluss haben, aber nicht für ausbildungsgeeignet gehalten werden. Wenn ich so etwas höre, kriege ich vor Ärger Pickel ins Gesicht! Welcher Jugendliche, der nicht ziemlich frühreif exakt an diese Gesellschaft angepasst ist, kann von sich behaupten, er sei ausbildungsreif bzw. –geeignet? Ich war es jedenfalls nicht und die meisten Jugendlichen, die ich kenne, sind es auch nicht. Erfahrene Ausbilder wissen, dass jugendliche Köpfe voller Flausen sind und sich die entsprechende geistige wie seelische Reife im Laufe der Lehrzeit entwickelt. Aber leider scheinen diese erfahrenen Ausbilder eine aussterbende Spezies zu sein, die ersetzt wurde von ungeduldigen Lehrherren, die meinen, ein Jugendlicher sei bereits fix und fertig ausgebildet, nachdem er die Schulbank verließ. So summiert sich das Heer chancenloser Jugendlicher auf mittlerweile 1,5 Millionen.
Was machen eigentlich Menschen, die rund 62 Jahre lang dazu verdonnert sind, von Hartz-IV zu leben? Da fallen mir etliche Grausamkeiten ein, angefangen bei der Apathie, fortlaufend zur Kriminalität und schlimmstenfalls im Suizid endend.
Wie war das noch mit den sogenannten “68ern”? Waren das nicht sehr viele junge Menschen, die sich plötzlich, wie auf ein geheimes Zeichen, gegen die für sie unzumutbaren gesellschaftlichen Verhältnisse stellten? Rückblickend waren ihre Muckereien sogar von Erfolg gekrönt – die Deutschen bewegten sich große Schritte vorwärts, wurden moderner, aufgeschlossener, toleranter, ja geradezu kulturell experimentierfreudig.
Ist es möglich, dass wir uns in ein paar Jahren wieder einem solch gesellschaftlich umwälzenden Donnerwetter ausgesetzt sehen, nämlich dann, wenn sich plötzlich ein Millionenheer ausgemusteter Menschen erhebt, die ihren gerechten Anteil an dieser Gesellschaft fordern?
in häufigen Gesprächen wurde dieses Thema auch mit den Arbeitsagenturen und Politikern von mir erörtert. Statt während der Suche nach Ausbildungsplätzen zu Hause zu bleiben, gäbe es genügend Möglichkeiten und Angebote, diese jungen Menschen auf ihre Wunschberufe inhaltlich vorzubereiten. Das gleiche trifft auf die jungen Menschen zu, welche nach Ausbildung (vermehrt) nicht übernommen werden. Hier gibt es, zumindest im kaufmännischen Bereichen, gute Konzepte diesen Leuten Praxiserfahrung angedeihen zu lassen, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen.
Dem stimmen Politiker und Arbeitsagenturen durchaus zu. Dennoch wird lediglich mit den Achseln gezuckt mit dem Hinweis, es fehle das Geld. Auf die Hinweise auf die Milliardenspenden für Privatbanken und andere Unternehmen erntet man ein müdes Lächeln. Mehr bleibt also für die Menschen in unserer sozialen Marktwirtschaft nicht übrig als ein müdes Lächeln. Es ist einfach beschämend.
@Gabi
Meine Liebe,
ich lese immer gern Ihre Kommentare, bin auch durchweg auf Ihrer Linie.
Aber, das heute Geschriebene gefällt meinen Bauch irgendwie nicht so ganz.
Ich kann nicht genau sagen, was es ist.
Vielleicht fühle ich mich als Lehrlingsausbilder persönlich angegriffen.
Konkret:
Unser Betrieb bildet im Schnitt 5 Lehrlinge pro Jahr aus.
Drei Kaufleute, zwei Mechaniker.
Es ist immer ein Drama, wenn wir pro Ausbildungsplatz an die 30 40 BewerberInnen haben.
So, die Bewerbungen werden überflogen, die Hauptschüler, die nicht über einen hervorragenden Notenschnitt verfügen, sind als erste draussen.
Dann kommt das feinere Sieb.
Wer nicht rechnen kann (4 oder schlechter) fliegt raus.
Wer nicht schreiben kann auch.(4 oder schlechter).
Dann sind im Schnitt noch 5 übrig.
Die kommen dann zum Kennenlernen ein paar Tage in den Betrieb.
Mit Glück ist dann eine(r) dabei, der den Platz bekommt.
Es geht nicht darum festzustellen, was eine(r) schon kann.
Es geht um Begabung, Interesse am zukünftigen Job, und es geht um soziale Kompetenz.
Wir legen viel Wert auf zwischenmenschliches Auskommen.
Selbstverständlich wissen wir, dass wir erzieherisch tätig sein müssen.
(Was glauben Sie, was ich alles mitmache!)
Mir ist klar, dass die, die ich nicht einstelle, wo anders wohl auch kaum Chancen haben.
Mir ist auch bekannt, welches Unglück dies auslöst.
Was sollen wir denn machen?
Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Kinder die Schule verlassen, ohne auch nur annähernd ausbildungsreif zu sein.
Hier ist Ursachenforschung angesagt.
Etwas anderes:
Wir haben oft Praktikanten, die uns das Arbeitsamt oder die widerliche Arge schickt.
Da sieht man dann das ganze Ausmass des Dramas.
Jugendliche und junge Erwachsene ohne Schulabschluss, ohne irgendeine Begabung, ohne Power, RTL2 Geschädigte.
Die, wo zu Hause der Punk abgeht.
Zerrüttete Familienverhältnisse, die es dem Kind unmöglich machen, sich überhaupt zu entwickeln.
Immer mehr Kinder aus “Altfreakfamilien”, die die Eltern nur “dicht” sehen.
Interessenlosigkeit der Eltern in Sachen Erziehung, überforderte Alleinerziehende, die zwar alles richtig machen wollen, aber gesellschaftlich immer noch geächtet sind, vom Staat wegen dem bischen Geld, dass ihnen zusteht, auch noch massiv schickaniert werden.
(ob da wohl ein Kerl im Bett liegt? dann wird das asoziale Hartz Geld gekürzt).
Diese Gesellschaft hat beschlossen, sich aufzulösen.
Die Politik versagt in Sachen Familienpolitik, Gesellschaftspolitik total.
Diese Gesellschaft ist todkrank.
Zu den 68ern:
Das waren überwiegend gebildete Leute, (nicht Fischer), aus wirtschaftlich bessergestellten Verhältnissen.
Das Donnerwetter der 68er war sozusagen ein Jungbrunnen für eine verkrustete und wertelose Gesellschaft.
Das Donnerwetter, das uns demnächst erwartet, wird anders aussehen.
Da geht es nur noch um Frustabbau.
Kaputtschlagen ist dann angesagt.
Aber nicht im Sinne von “Ton Steine Scherben”s:
“Macht kaputt, was euch kaputt macht”.
Da sind wir alle dran.
Das größte Angstverbrechen wird an den jüngeren Generationen verübt, bei denen ein großer Teil direkt von der Schule zum Arbeitsamt wandert und gar nicht erst auf die Rille einer stetigen Berufskarriere kommt. Junge Menschen sind nach einer neuen Bilan…
vermutlich ist es unsere unterschiedliche Sichtweise, die Ihnen Bauchgrummeln verursacht:
Sie sind Ausbilder, Sie müssen darauf achten, sich kein “faules Ei” ins Nest zu legen und, da gehe ich mit Ihnen konform, hat in unserer Gesellschaft ein Wertewandel stattgefunden, der sich natürlicherweise nicht stoppen lässt. Sie stehen in vorderster Front, haben Jahr für Jahr mit den sich um eine Ausbildung bewerbenden Jugendlichen zu tun – sehen also unmittelbar, wie sich die gesellschaftlichen Werte positiv, wie negativ verändern.
Zwar komme ich aus dem, was man landläufig “gutes Elternhaus” nennt, das heißt aber nicht, dass ich als Jugendliche auch nur für “5 Pfennig Anstand” gehabt hätte. Für meine Eltern wurde ich mit Eintritt in die Pubertät zu einem ständigen Ärgernis und ich ließ keine Gelegenheit aus, ganz bewusst aus den mir diktierten Rollen zu fallen und meine Umgebung permanent zu provozieren. Es hatte letztlich mehr mit Glück, als Verstand zu tun, dass ich die Schulen mit recht guten Noten abschloss.
Nach der zweijährigen Handelsschule bewarb ich mich auf eine Lehrstelle zur Rechtsanwaltsgehilfin. Ich bestand den Tipp-Test auf der Schreibmaschine und wurde aufgrund der recht guten Zeugnisse genommen. Der alte Rechtsanwalt war tolerant genug, meine langen, zerzausten Haare und meine Hippie-Kleidung zu dulden, gar zu akzeptieren. Zu meinem besorgten Vater, der in mir eine “rote Zora” sah, sagte er: “Das wächst sich aus; aus der Göre wird noch was, die findet ihren Weg!” Ich denke, er hat recht behalten.
Wäre ich vor 31 Jahren lediglich nach meinem Aussehen und meinem Benehmen beurteilt worden, hätte ich niemals einen Ausbildungsplatz bekommen und würde heute vermutlich von Sozialhilfe leben, statt beruflich erfolgreich zu sein und es auch zu materiellen Werten gebracht zu haben.
Aus dieser Erfahrung heraus kommt es, dass ich die Entwicklung unserer Jugendlichen weniger dramatisch beurteile, als es mancher Zeitgenossen tut. Darüber hinaus kenne ich eine ganze Menge ähnlicher Fälle: Jugendliche, die niemand auch nur mit der Kneifzange anfassen wollte, werden, wenn sie respektvoll behandelt werden, von ganz alleine zahm und angepasst und von mangelnder Intelligenz kann meisten auch nicht die Rede sein. OK, das passiert nicht von heute auf morgen, aber die Ausbildungszeit ist auch eine Zeit des persönlichen Reifens und der darauf folgende Berufseintritt sowieso.
Ach, da fällt mir noch etwas ein, das ich Euch allen nicht vorenthalten will:
Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates, griechischer Philosoph (um 469 v. Chr – 399 v. Chr)
Das Bauchgefühl kommt daher, dass dem berichtenden Lehrausbilder ein wenig unterstellt wird, er wollte „fertige“ Jugendliche, statt selbst die Verantwortung für deren Finishing zu übernehmen. Nun ging es dem Lehrausbilder aber darum, dass er nur 5 Lehrlinge braucht, aber selbst diese Anzahl aus viel viel mehr Kandidaten aus Schule und Arge nur mühevoll zusammenkommt, weil die Kenntnisse Lesen und Schreiben (29 Buchstaben) sowie Rechnen (zwei Operationen für alles: + und – in Mathe, Physik, Chemie) mit 16-20 Jahren es einfach nicht erlauben, dass schulisch ausgebildete Analphabeten (geschätzte 1,5 Millionen)und Soziopathen und Kiffer an das immer teurere Anlagekapital der Kapitaleigner gelassen werden (was kostet wohl ein Truck, eine mechatronische Ausstattung…) oder als Kaufleute an deren Kunden, weil sie oft ein Schulwissen wie Vorschüler haben, den Wortschatz einer BILD-Überschrift und einen Umgang, Umgangston und Arbeitsmoral, als ob ihnen der Laden gehört. Und die nimmt dann keiner mehr. Das Schulsystem ist immer mehr ein soziales Ausgrenzungssystem, was nicht Chancen eröffnet, sondern verbaut sie und fördert die Ghettoisierung des Bildungsprekariats. Und die wählen wen? Und beschaffen sich wie das Einkommens- sprich Konsumminus?
Amerikanische Superreiche stellen dagegen chinesische Kindermädchen ein, damit die lieben Kinder es später leichter haben im Arbeitsleben und die Sprache der Globalsierung besser verstehen.
Alle Gesellschaftsordnungen waren und sind Elite-Plebs-Ordnungen. Nur strebten die noch nie so schnell auseinander wie jetzt, so dass die Frage der Halbwertzeit der Polarisierung immer “prekärer” wird.
Hallo miteinander
Einer meiner Nachbarn (Ex – DDRler) arbeitet als Lehrer an einer Schule, die heute noch abiturbegleitend eine Berufsausbildung bietet.
Er berichtete vor 2 Jahren mir beim Gartenfest:
“Im ersten Jahr kommen die Schüler und sind noch ganz motiviert und begeistert. Sie machen ihr 1. praktisches Jahr in einer Lehrwerkstatt und werden dort noch gut betreut und angeleitet. Im 2. Jahr kommen sie dann in ihre Bertiebe und lernen die Realität der Betriebsalltags kennen. Danach machen sie lange Gesichter. Im 3. Jahr hören dann viele auf noch richtig zu lernen.
Selbst sehr guten Schülern kann es dann passieren, dass sie in den Abschlussprüfungen durchfallen.
Ihre Kommentare: Wozu soll ich lernen, ich bekomme ja doch keine Stelle, der Betrieb übernimmt mich nicht.”
Der Lehrer dazu:”Jahr für Jahr wird das schlimmer. Ich bin froh, dass ich nur noch einige Jahre vor mir habe, das Ganze ist heute mehr und mehr ein Albtraum für mich.”
Und ich, was habe ich erlebt:
Mitte der 70iger machte ich nach meinem Studium in Soziologie noch ein Anschlussstudium in der Schweiz als Grundschullehrerin.
Wir mussten dazu mehrwöchige Praktika in Schulklassen machen. Der Lehrer sass in den hinteren Reihen dabei, um zu begutachten und Ratschläge zu erteilen.
Mein 1. Praktikum war in einer 2. Klasse.
Nach 2 Wochen kam die Lehrerin und drückte mir eine vorbereitete Rechenprüfung in die Hand. ich habe sie den Kindern ausgeteilt und sie rechneten.
2 Tage später teilte mir die Lehrerin mit:” Der Notenschnitt ist 2,3 , das ist viel zu gut. Wir müssen die Prüfung wiederholen. Gesagt, getan.
Die 2. Prüfung so stellte sie fest, war noch besser ausgefallen. Sie war ratlos.
Wenige Wocchen später stand ich vor einer 5. Klasse in einer anderen Stadt. Auch hier musste ich dann irgendwann eine von der Lehrerin vorbereitete Prüfung den Kindern vorlegen.
2 Tage später ihr Kommentar: Der Notenschnitt ist viel zu gut, wir müssen die Prüfung wiederholen.
Gesagt, getan. Dann kam sie noch ratloser und stellte fest, “diesmal wurden fast gar keine Fehler gemacht, das verstehe ich nicht. Sie haben doch die Bruchrechnung eingeführt. Normalerweise, kommt da ein gutes Drittel überhaupt nicht mit. Na, sie gehen dann ja, und dann werde ich eine Prüfung mit vielen Textaufgaben machen, da schnallt sowieso die Hälfte ab.
U n d i c h h a b e w i e d e r d e n
N o t e n d u r c h s c h n i t t, d e n i c h
b r a u c h e!”
Ich begriff nun auch. Die Lehrer brauchen eine Gaussche Normalverteilungskurve, denn jeder weiss doch, dass 1/3 intelligent ist, 1/3 mittelmässig und 1/3 doof ist. Jeder uns geläufige Intelligenztest beweist das schliesslich.
Ich selber war geheilt von dieser unserer Schule und habe nur noch Kinder mit Lernproblemen privat unterrichtet, um ihnen zu ermöglichen dieses System doch noch zu überleben.
Kurz: Diese Schule macht schon die Kinder kaputt und erzieht erst die “Idioten” sofern die Eltern nicht auch schon ihren Teil dazu beigetragen haben.
So wie es localenote gesagt hat: Das System erzieht sich die Menschen die es braucht.
Lehrer die da ausbrechen und nicht mitmachen bekommen Probleme. So ein Fall einer ” zu guten Lehrerin” ging erst neulich durch die deutsche Presse.
Um Missverständnissen vorzubeugen. Lehrer machen das nicht bösartig. Sie sind wie alle Erzieher – auch die Eltern – vom ganzen System im Stich gelassen.
Später hörte ich mehr als 1 mal einen Lehrer jammern, dass er aufgefordert wurde mehr zu selektieren. So war es geradezu gefortdert, dass nach der Aufnahme in die Realschule 1 bis 2 Schüler die Probezeit von 3 Monaten nicht bestehen dürfen.
Das alles geschah in der Schweiz, einer ach so oft als vorbildliche – auch von manchen Linken – hochgelobten Demokratie.
Und nun ist ja in Deutschland sicher alles g a n z anders.
Bitte beachten: Lehrer und Eltern wurden selber in der Meinung gross, die Welt bestehe eben aus ein paar Superintelligenten, einer breiteren Schicht von Mittelmässigen und den Doofen zu guter letzt.
Sie wissen es überhaupt nicht besser.
Uns allen ist nicht wirklich bewusst, was wir alles erlebt haben, bis wir solche Ideen inhaliert hatten.
Und unsere Politiker und Zeitungen erzählen uns stolz von den Leistungsträgern, und wie sie doch auch leistungsgemäss entlohnt werden müssen. Auch von denen weiss es kaum jemand besser.
Das elitäre Ausleseprinzip funktioniert eben bis in die hintersten Winkel unserer Seele, Seelen.
Schönen Tag noch
Elfi
Gerade die Zeit der Pubertät ist für Jugendliche ein enormer Entwicklungsschub, der sehr viel mit der Bewältigung der eigenen physischen, psychischen und sozialen Selbstfindung zu tun hat.
Dabei benötigen die Jugendlichen Unterstützung und Hilfe, aber wenn, so wie in unserem neoliberalen Zeitalter, nur noch Wert auf das Funktionieren, als Steigerung des Bruttoinnlandproduktes, gelegt wird und dabei unsere Schulen keinen pädagogischen Auftrag mehr haben und die Verantwortung den Eltern in die Schuhe geschoben wird, obwohl heute schon eine Familie nicht über die Runden kommt, wenn nicht beide Elternteile arbeiten, – da wundert man sich über eben diese Defizite, die, die Auszubildenden nicht verursacht haben.
Bei dem Werteverlust, wird von den Heranwachsenden auch noch erwartet, dass sie eine persönliche Reife vorweisen können.
Alle, die sich Mühe geben, um gegen die Entmenschlichung des Berufslebens anzugehen, haben es sehr schwer, weil sie an zwei Fronten kämpfen müssen.
Aber die Jugendlichen sind die, die am wenigsten Schuld an dieser Situation haben.
Sie merken ganz schnell, wer es ehrlich mit ihnen meint.
Diese Defizite verursacht durch Nichtpräsenz der Eltern, durch Abqualifizierung durch die Schulen, durch die professionelle Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Menschen und durch Fehlen von Vorbildern, sind nun mal die Folgen dieser neufreiheitlichen (neoliberalen) Idiotie.
Die soviel bedeutet wie: Freiheit für das Kapital und – Verantwortungslosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber dem natürlichen Leben und den natürlichen Ressourcen.
Es geht auch hier um reich gegen arm und nicht um Erwachsene gegen Jugendliche!
Danke für den Praxisbezug. Diese öffentlichen Selektierungen und Härtetests schon im frühen Kindesalter wegen unterschiedlicher Leistungsfähigkeit: konditionieren nicht gerade diese die Kinder schon auf eine Akzeptanz des für sie systemisch konzipierten Gesellschaftsstatus‘, also kluge Elite und dummer Plebs, Winner und Loser?
Kommt daher als medialer Erfolgsersatz für Bildungsausfall die Mär von den Reichen und Schönen und nicht von den Klugen und Fleißigen als gesellschaftliches Leitbild zu Wohlstanddsicherung („Dumm gelaufen“ mit Heidi Klumm usw.)? Wie werden Kinder damit fertig, ständig die A..karte zugewiesen zu bekommen? Glauben die noch an sich und eine selbstbestimmte Zukunft? Ist Demokratie für sie Selektierung = Ausgrenzung?
Du sprichst mir aus der Seele, da ich die gleichen Erfahrungen gemacht habe und als Lernbehinderte abqualifizierte Kinder zu guten Leistungen motivierte, wurde ich mit Argus-Augen observiert, weil das nicht in den Beurteilungsmodus passte.
Man könnte das kalte “……” kriegen.
Wegen dieser vorprogrammierten Ungerechtigkeiten habe ich mein Interesse am Schuldienst verloren und wie Du, etlichen Kindern außerschulisch weitergeholfen,
aber eher im betreuerischen Bereich, indem ich die Lehrer und Rektoren um ein Gespräch bat im Interesse der Schüler
Nachhilfe habe ich zeitweise auch gegeben aber nicht schwerpunktmäßig – alles sozusagen “ehrenamtlich”.
Hallo Giesela,
fast hätte ich jetzt geantwortet: Es freut mich, dass es dir ganz ähnlich wie mir erging. Aber natürlich freut es mich nicht.
Nachhilfe war für mich dabei auch der viel weniger wichtige Teil bei dieser Arbeit, denn ein Kind, das da oder dort nicht mehr mitkommt, hat meist den Mut verloren. Und das hat vielfältige Gründe, wie du sicher weisst. Diese Gründe herausfinden und dafür zu sorgen, dass es wieder (oder auch überhaupt) Mut zu sich selber und seinem eigenen Lernenvermögen fasst, war die Hauptarbeit.
Ein wichtiger Teil dabei waren die Gespräche mit den Eltern. Die musste man oft nur beruhigen, indem man sie auch mal auf die guten Seiten und die Möglichkeiten, die da noch in ihrem Kind schlummern, aufmerksam machte. Sie mussten erst mal wieder Vertrauen in ihr Kind fassen.
Oder es lag auch ein grundfalscher Umgang mit dem Kind vor. Das waren dann die härtesten Brocken.
Einmal z.B., nachdem ich mit einer Mutter aus finanziell besten Verhältnissen schon Stunden insgesamt gesprochen hatte, und sie ihr Problem, das sie in die Bez. zum Sohn trug, gut kannte und verstand, aber nicht umstellen konnte, kam sie auf die Idee, ihren Sohn zu einem Verhaltenstherapeuten zu schicken. Ich empfahl ihr dann sich selber auch gleich mit anzumelden. Damit hatte ich dann natürlich bei ihr verspielt. Sie brauchte ein defektes Kind,so kam es mir vor, um ihren Mann und vor allem sich selber von ihrer Wichtigkeit als tief besorgte und mit Kontrolle beschäftigten Mutter zu überzeugen.
Monate später rief mich eine Kollegin an. Sie hatte einen Schüler der schon auf zig Schulen herausgeflogen war, wegen Gewalttätigkeiten u.a..
Der 13 jährige hatte gerade trotz ganz mieser Vorzensuren die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium mit sehr gut bestanden. Sie fühlte sich diesem Fall nicht gewachsen und fragte mich, ob ich da nicht helfen könnte. Es stellte sich dann heraus, dass es genau dieser Schüler war, dem ich verholfen hatte zu dieser guten Prüfung. Und den die Mutter dann aber nach meiner Empfehlung – sehr beleidigt – nicht mehr zu mir schickte. Nun war er gerade dabei aus der nächsten Schule herauszufliegen.
Geholfen hatte ihm weniger das Pauken, sondern dass ein Mensch ihn in seinem Konflikt mit sich selber und seiner Mutter mal verstand.
Helfen konnte ich ihm so nun natürlich nicht mehr. Die Mutter wäre gefordert gewesen, auch um zu stellen.
Er war ja noch abhängig von ihr Tag für Tag.
Zu localenote noch einen Satz zu den Fragen,
die du unten gestellt hast.. Ich nehme an, du kennst die Antwort.
Ein Pschologe kommentierte das alles mal mit dem Satz:
Wenn unsere Kinder schlagen könnten, wären die Krankenhäuser überfüllt mit wohlmeinenden Erziehern.
Ja, aber wenn ich es sage, glaubt’s mir vielleicht keiner, da nicht mein Fachgebiet, auch wenn villeicht gut und knackig formuliert. Deshalb war ich ja dafür, dass Blogger nicht nur Dr. Janke’s Statistiken kommentieren (die zeigen sie und alle anderen in der Abstraktion des Einzelfalles = in der mitteren Masse, wo sie selbst gefühlt nie waren), sondern die gegenteilige Operation, die Synthese des Abstrakten zurück zum Einzelfall, um die Verallgemeinerung der Thesen und deren Wahrheitsanspruch im Einzelen konkret nachvollziehbar zu machen.
Eine gute Frage an die Richtige Praktikerin ist besser (gelbe Seiten für alle!)als Hundert Thesen. Danke.
Hallo, damit liegst du m. M. nach goldrichtig.
Ich bin immer neugierig darauf wie es Menschen wirklich geht. Das gibt Einblicke ganz anderer Art als es eine Satistik je könnte.
Danke auch für deine Schilderung, wie es dir bei der Pflege deiner Mutter ging.
Du hat dich ja offensichtlich sehr mit Volkswirtschaft beschäftigt und betreibst das mit grossem inneren Engagment. Das fällt mir viel schwerer, mich in dieses Gebiet einzuleben.
Leider fehlen mir auch die Grundbegriffe schon.
Deswegen – aber nicht nur wegen mir – anderen hier auf dem Blog geht es garantiert auch so – meine Bitte an dich:
Verschenk nicht soviel vom aufklärenden Effekt, wenn du etwas hier schreibst. Formuliere kürzere Sätze. Das hilft der Verständigung.
Vielleicht bist du ja auch schon mal Hegel mit seinen Bandwurmsätzen begegnet.
Den habe ich mich im Studium geweigert zu lesen.
Stattdessen las ich die Zusammenfassung über ihn im Fischerlexikon. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass er ein Hochstapler ist, weil er, biblische Binsenweisheiten in einer hoch komplizierten, philosophisch verbrämten Sprache neu auflegte.
Später las ich mal bei Schopenhauer, dass er ca. hundert Jahre vor mir Hegel als Hochstapler bezeichnet hatte. Abgesehen davon, dass das ja auch viele Prof. tun – gerade wenn sie nichts zu sagen haben. Der Überprüfung entziehen sie sich ja dadurch auch noch erfolgreich. Nach dem Studium habe ich mich konsequent geweigert, diese utoren noch zu lesen.
Deswegen u. a. bin ich bei Herrn Jahnke als Leser geblieben.
Nun eben gerade weil du kein Hochstapler bist und auch schon bewiesen hast, dass du anders, klar schreiben, kannst meine Bitte an dich: Kürze deine Sätze. Das braucht mehr Zeit ich weiss, hilft aber allen – auch dir.
Danke
Elfi
Das sollte nun wirklich jeder verstehen, auch wenn er noch daran glaubt was in gewissen Medien steht…
Mein Vorschlag an alle:
Informiert Euch bitte alle mal über die verschiedensten Ideen des bedingungslosen Grundeinkommens.
Was zunächst utopisch erscheint, ist in Wahrheit eine ganz simple Lösung – allerdings kein Allheilmittel.
Das hier:
“…
Da geht es nur noch um Frustabbau. Kaputtschlagen ist dann angesagt. Aber nicht im Sinne von “Ton Steine Scherben”s: “Macht kaputt, was euch kaputt macht”. Da sind wir alle dran.
…”
Das betrachte ich jedenfalls nicht als Lösung.
Allerdings muss ich dem Autor dieser Zeilen voll und ganz zustimmen.
Ist die Würde des Menschen nicht schon angetastet, wenn die Politik ihn nicht im Mittelpunkt ihrer Regierungsarbeit für das Volk zum Wohle desselben sieht?
Das CDU-Wahlprogramm: „Die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland identifiziert sich mit unserem Land, mit seiner Sprache und Kultur und den Werten des Grundgesetzes.“ Ein Grundrecht auf Wahl gibt es als Identifikationswert nicht im GG.
Dieses erkennt zunächst (Präambel) Grundrecht gibt es eh nicht im GG seinen Existenzgrund unser aller „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ an. Sodann ist Deutschland ein nach Frieden strebendes „Glied in einem vereinten Europa“. Wir ham’s irgendwie mit dem Vereinigen und Wiedervereinigen.
Aber: Die Deutschen „haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet.“ Also. Einheit vollendet.
Das sieht aber das CDU/CSU-Wahlprogramm, das sich Regierungsprogramm nennt, um was vorzugaukeln, was noch gar nicht ist, anders: “III.2 Deutschlands Einheit vollenden.“ Hier ist die CDU/CSU scheint es irgendwie verfassungswidrig, denn was als s.o. mehrheitlicher Identifikationswert des Grundgesetzes vollendet ist, braucht ja keine programmatische Vollendung mehr.
Aber damit es alle wissen wie die Merkel-Seehofersche Unvollendetheit aussieht: “ Das christliche Menschenbild ist und bleibt für CDU und CSU der Orientierungspunkt. Der Mensch ist für uns nicht das Maß aller Dinge, denn wir wissen um seine Fehlerhaftigkeit und seine Verantwortung vor Gott.“ (Meine Hervorhebung). Das ist also d e r e n Grundgesetz, denn ich erkenne keinen mich aus dem Mittelpunkt menschlicher Politik ob meiner Fehlerhaftigkeit drängenden Gott und seiner exekutierenden Regierungstruppe an. ALG-II ist Gottes Strafe? Der Herr wendet sich ab von den Arbeitsfehlern? Und am Hindukusch läuft ein Religionskrieg, weil es ja doch nicht um Hilfe für die fehlerhaften Muslims geht? Ikonen sind Ölbilder? Dann sind ja auch Menschenkinds Wahlentscheidungen fehlerhaft vor Gott. Und selbst wenn wir M&S wählen, sind wir deren Aufmerksamkeit als Mittelpunkt nicht wert.
Dürfen Demenzkranke eigentlich wählen oder religiöse Fanatiker? Das GG sagt dazu nichts.
@localenot:
“Der Mensch steht im Mittelpunkt…”
Und warum?
“Damit man ihn von allen Seiten möglichst bequem in den Hintern treten kann.”
So weiland der Volksmund.
Aus meiner persönlichen Erfahrung sind mir die Niedergeschlagenheit und Deprimiertheit von recht passablen bis engagierten jungen Leuten geläufig, die “nicht übernommen” wurden, nach Ausbildungen, Praktika, Zeitverträgen etc.
Was da den jungen Menschen angetan wird, das wird die Gesellschaft noch sehr teuer zu stehen kommen. Allein die Kosten, die der Gesellschaft dann durch solche “gescheiterten” jungen Menschen später entstehen, sind meist deutlich höher als vernünftige Maßnahmen zu einem humanistischeren Unternehmensideal und -praxis wären, von den seelischen Folgen mal ganz abgesehen.
Leider kenne ich auch diese Seite aus meiner jahrelangen Praxis als Gerichtsdolmetscher.
Deshalb auch mein Plädoyer im Grundsatz-Blog für eine gerechtere Verteilung der noch vorhandenen Arbeit.
Deshalb auch Vorschläge für eine andere Ausrichtung der Wirtschaft, nicht so ausschließlich auf Profit und Shareholder value.
Die Wirtschaft muß wieder dem Menschen dienen, nicht (wie zur Zeit) umgekehrt.
Utopie?
Nein, machbar! Es muß nur von genügend Mitmenschen gewollt werden. Denn es geht.
die regierung möchte das das junge Volk mit 17 zu Arbeit geht und bis 67 arbeitet.
40% Machen Abitur also kommen Sie mit 19 raus , danach 1 jahr Bund oder Zivi mit 20 gehen sie studieren , wenn man Bachelor und Master macht ist man mit 25 fertig.
Andre machen Realschule mit 17 fertig , dann machen Sie Bgj MEtall/Holz , Bund ca. mit 20Jahren Machen Sie die Lehre , da Sie vorher nichts gefunden haben.
Mit 55-57 Jahren geht ca. 80% in Rente da keine Arbeit für Sie gibt oder Sie zu teuer sind.
Also anstatt 50 Jahre arbeiten , sind einige bei 30 Jahre
27j – 57J
USA:
1990 lebten 249,6mio Einwohner
2008 = 303,6 Davon arbeiten ca. 153 Mio. zurzeit
1990 Sollen es 136mio gewesen sein.
17 Mio Arbeitsplätze geschafft aber die Bevölkerung um ca. 54mio gewachsen.
Dann heißt es die Deutschen arbeiten so wenig gegen International .
Von wegen wir haben 30 Tage Urlaub , USA 14 Tage und Japan 10 Tage .
Nun hört man USA-Arbeiter arbeiten durchschnittlich 33h während die Deutschen eher bei 37-38 sind.
Hallo, miteinander,
ich bin froh, dass Dr. Jahnke das Thema “Jugendarbeitslosigkeit” aufgreift, denn in der Öffentlichkeit ist das unverständlicherweise eher ein wenig beachtetes Thema.
Welche Lebensperspektive hat ein Jugendlicher ohne Schulabschluss? Er/sie wird nicht einmal einen Ausbildungsplatz bekommen. Jedes Jahr verlassen rund 40.000 Schüler/innen unsere Schulen ohne Abschluss und nun haben die Kids noch ca. 62 Lebensjahre vor sich. Das sind 744 Monate Chancen- und Hoffnungslosigkeit!! Was sich unsere verantwortlichen Politiker dabei denken, jedes Jahr in kauf zu nehmen, dass wieder und wieder 40.000 Menschen ins gesellschaftliche Aus geraten, wird mir immer ein Rätsel bleiben.
Hinzu kommen jedes Jahr zigtausende Jugendliche, die zwar einen Schulabschluss haben, aber nicht für ausbildungsgeeignet gehalten werden. Wenn ich so etwas höre, kriege ich vor Ärger Pickel ins Gesicht! Welcher Jugendliche, der nicht ziemlich frühreif exakt an diese Gesellschaft angepasst ist, kann von sich behaupten, er sei ausbildungsreif bzw. –geeignet? Ich war es jedenfalls nicht und die meisten Jugendlichen, die ich kenne, sind es auch nicht. Erfahrene Ausbilder wissen, dass jugendliche Köpfe voller Flausen sind und sich die entsprechende geistige wie seelische Reife im Laufe der Lehrzeit entwickelt. Aber leider scheinen diese erfahrenen Ausbilder eine aussterbende Spezies zu sein, die ersetzt wurde von ungeduldigen Lehrherren, die meinen, ein Jugendlicher sei bereits fix und fertig ausgebildet, nachdem er die Schulbank verließ. So summiert sich das Heer chancenloser Jugendlicher auf mittlerweile 1,5 Millionen.
Was machen eigentlich Menschen, die rund 62 Jahre lang dazu verdonnert sind, von Hartz-IV zu leben? Da fallen mir etliche Grausamkeiten ein, angefangen bei der Apathie, fortlaufend zur Kriminalität und schlimmstenfalls im Suizid endend.
Wie war das noch mit den sogenannten “68ern”? Waren das nicht sehr viele junge Menschen, die sich plötzlich, wie auf ein geheimes Zeichen, gegen die für sie unzumutbaren gesellschaftlichen Verhältnisse stellten? Rückblickend waren ihre Muckereien sogar von Erfolg gekrönt – die Deutschen bewegten sich große Schritte vorwärts, wurden moderner, aufgeschlossener, toleranter, ja geradezu kulturell experimentierfreudig.
Ist es möglich, dass wir uns in ein paar Jahren wieder einem solch gesellschaftlich umwälzenden Donnerwetter ausgesetzt sehen, nämlich dann, wenn sich plötzlich ein Millionenheer ausgemusteter Menschen erhebt, die ihren gerechten Anteil an dieser Gesellschaft fordern?
Bis denne,
Gaby
Tja Herr Jahnke,
in häufigen Gesprächen wurde dieses Thema auch mit den Arbeitsagenturen und Politikern von mir erörtert. Statt während der Suche nach Ausbildungsplätzen zu Hause zu bleiben, gäbe es genügend Möglichkeiten und Angebote, diese jungen Menschen auf ihre Wunschberufe inhaltlich vorzubereiten. Das gleiche trifft auf die jungen Menschen zu, welche nach Ausbildung (vermehrt) nicht übernommen werden. Hier gibt es, zumindest im kaufmännischen Bereichen, gute Konzepte diesen Leuten Praxiserfahrung angedeihen zu lassen, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen.
Dem stimmen Politiker und Arbeitsagenturen durchaus zu. Dennoch wird lediglich mit den Achseln gezuckt mit dem Hinweis, es fehle das Geld. Auf die Hinweise auf die Milliardenspenden für Privatbanken und andere Unternehmen erntet man ein müdes Lächeln. Mehr bleibt also für die Menschen in unserer sozialen Marktwirtschaft nicht übrig als ein müdes Lächeln. Es ist einfach beschämend.
@Gabi
Meine Liebe,
ich lese immer gern Ihre Kommentare, bin auch durchweg auf Ihrer Linie.
Aber, das heute Geschriebene gefällt meinen Bauch irgendwie nicht so ganz.
Ich kann nicht genau sagen, was es ist.
Vielleicht fühle ich mich als Lehrlingsausbilder persönlich angegriffen.
Konkret:
Unser Betrieb bildet im Schnitt 5 Lehrlinge pro Jahr aus.
Drei Kaufleute, zwei Mechaniker.
Es ist immer ein Drama, wenn wir pro Ausbildungsplatz an die 30 40 BewerberInnen haben.
So, die Bewerbungen werden überflogen, die Hauptschüler, die nicht über einen hervorragenden Notenschnitt verfügen, sind als erste draussen.
Dann kommt das feinere Sieb.
Wer nicht rechnen kann (4 oder schlechter) fliegt raus.
Wer nicht schreiben kann auch.(4 oder schlechter).
Dann sind im Schnitt noch 5 übrig.
Die kommen dann zum Kennenlernen ein paar Tage in den Betrieb.
Mit Glück ist dann eine(r) dabei, der den Platz bekommt.
Es geht nicht darum festzustellen, was eine(r) schon kann.
Es geht um Begabung, Interesse am zukünftigen Job, und es geht um soziale Kompetenz.
Wir legen viel Wert auf zwischenmenschliches Auskommen.
Selbstverständlich wissen wir, dass wir erzieherisch tätig sein müssen.
(Was glauben Sie, was ich alles mitmache!)
Mir ist klar, dass die, die ich nicht einstelle, wo anders wohl auch kaum Chancen haben.
Mir ist auch bekannt, welches Unglück dies auslöst.
Was sollen wir denn machen?
Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Kinder die Schule verlassen, ohne auch nur annähernd ausbildungsreif zu sein.
Hier ist Ursachenforschung angesagt.
Etwas anderes:
Wir haben oft Praktikanten, die uns das Arbeitsamt oder die widerliche Arge schickt.
Da sieht man dann das ganze Ausmass des Dramas.
Jugendliche und junge Erwachsene ohne Schulabschluss, ohne irgendeine Begabung, ohne Power, RTL2 Geschädigte.
Die, wo zu Hause der Punk abgeht.
Zerrüttete Familienverhältnisse, die es dem Kind unmöglich machen, sich überhaupt zu entwickeln.
Immer mehr Kinder aus “Altfreakfamilien”, die die Eltern nur “dicht” sehen.
Interessenlosigkeit der Eltern in Sachen Erziehung, überforderte Alleinerziehende, die zwar alles richtig machen wollen, aber gesellschaftlich immer noch geächtet sind, vom Staat wegen dem bischen Geld, dass ihnen zusteht, auch noch massiv schickaniert werden.
(ob da wohl ein Kerl im Bett liegt? dann wird das asoziale Hartz Geld gekürzt).
Diese Gesellschaft hat beschlossen, sich aufzulösen.
Die Politik versagt in Sachen Familienpolitik, Gesellschaftspolitik total.
Diese Gesellschaft ist todkrank.
Zu den 68ern:
Das waren überwiegend gebildete Leute, (nicht Fischer), aus wirtschaftlich bessergestellten Verhältnissen.
Das Donnerwetter der 68er war sozusagen ein Jungbrunnen für eine verkrustete und wertelose Gesellschaft.
Das Donnerwetter, das uns demnächst erwartet, wird anders aussehen.
Da geht es nur noch um Frustabbau.
Kaputtschlagen ist dann angesagt.
Aber nicht im Sinne von “Ton Steine Scherben”s:
“Macht kaputt, was euch kaputt macht”.
Da sind wir alle dran.
Würde – Angst – Jugendarbeitslosigkeit…
Das größte Angstverbrechen wird an den jüngeren Generationen verübt, bei denen ein großer Teil direkt von der Schule zum Arbeitsamt wandert und gar nicht erst auf die Rille einer stetigen Berufskarriere kommt. Junge Menschen sind nach einer neuen Bilan…
Hallo, Jacob,
vermutlich ist es unsere unterschiedliche Sichtweise, die Ihnen Bauchgrummeln verursacht:
Sie sind Ausbilder, Sie müssen darauf achten, sich kein “faules Ei” ins Nest zu legen und, da gehe ich mit Ihnen konform, hat in unserer Gesellschaft ein Wertewandel stattgefunden, der sich natürlicherweise nicht stoppen lässt. Sie stehen in vorderster Front, haben Jahr für Jahr mit den sich um eine Ausbildung bewerbenden Jugendlichen zu tun – sehen also unmittelbar, wie sich die gesellschaftlichen Werte positiv, wie negativ verändern.
Zwar komme ich aus dem, was man landläufig “gutes Elternhaus” nennt, das heißt aber nicht, dass ich als Jugendliche auch nur für “5 Pfennig Anstand” gehabt hätte. Für meine Eltern wurde ich mit Eintritt in die Pubertät zu einem ständigen Ärgernis und ich ließ keine Gelegenheit aus, ganz bewusst aus den mir diktierten Rollen zu fallen und meine Umgebung permanent zu provozieren. Es hatte letztlich mehr mit Glück, als Verstand zu tun, dass ich die Schulen mit recht guten Noten abschloss.
Nach der zweijährigen Handelsschule bewarb ich mich auf eine Lehrstelle zur Rechtsanwaltsgehilfin. Ich bestand den Tipp-Test auf der Schreibmaschine und wurde aufgrund der recht guten Zeugnisse genommen. Der alte Rechtsanwalt war tolerant genug, meine langen, zerzausten Haare und meine Hippie-Kleidung zu dulden, gar zu akzeptieren. Zu meinem besorgten Vater, der in mir eine “rote Zora” sah, sagte er: “Das wächst sich aus; aus der Göre wird noch was, die findet ihren Weg!” Ich denke, er hat recht behalten.
Wäre ich vor 31 Jahren lediglich nach meinem Aussehen und meinem Benehmen beurteilt worden, hätte ich niemals einen Ausbildungsplatz bekommen und würde heute vermutlich von Sozialhilfe leben, statt beruflich erfolgreich zu sein und es auch zu materiellen Werten gebracht zu haben.
Aus dieser Erfahrung heraus kommt es, dass ich die Entwicklung unserer Jugendlichen weniger dramatisch beurteile, als es mancher Zeitgenossen tut. Darüber hinaus kenne ich eine ganze Menge ähnlicher Fälle: Jugendliche, die niemand auch nur mit der Kneifzange anfassen wollte, werden, wenn sie respektvoll behandelt werden, von ganz alleine zahm und angepasst und von mangelnder Intelligenz kann meisten auch nicht die Rede sein. OK, das passiert nicht von heute auf morgen, aber die Ausbildungszeit ist auch eine Zeit des persönlichen Reifens und der darauf folgende Berufseintritt sowieso.
Ach, da fällt mir noch etwas ein, das ich Euch allen nicht vorenthalten will:
Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates, griechischer Philosoph (um 469 v. Chr – 399 v. Chr)
Bis denne,
Gaby
zu Jakob@Gaby
Das Bauchgefühl kommt daher, dass dem berichtenden Lehrausbilder ein wenig unterstellt wird, er wollte „fertige“ Jugendliche, statt selbst die Verantwortung für deren Finishing zu übernehmen. Nun ging es dem Lehrausbilder aber darum, dass er nur 5 Lehrlinge braucht, aber selbst diese Anzahl aus viel viel mehr Kandidaten aus Schule und Arge nur mühevoll zusammenkommt, weil die Kenntnisse Lesen und Schreiben (29 Buchstaben) sowie Rechnen (zwei Operationen für alles: + und – in Mathe, Physik, Chemie) mit 16-20 Jahren es einfach nicht erlauben, dass schulisch ausgebildete Analphabeten (geschätzte 1,5 Millionen)und Soziopathen und Kiffer an das immer teurere Anlagekapital der Kapitaleigner gelassen werden (was kostet wohl ein Truck, eine mechatronische Ausstattung…) oder als Kaufleute an deren Kunden, weil sie oft ein Schulwissen wie Vorschüler haben, den Wortschatz einer BILD-Überschrift und einen Umgang, Umgangston und Arbeitsmoral, als ob ihnen der Laden gehört. Und die nimmt dann keiner mehr. Das Schulsystem ist immer mehr ein soziales Ausgrenzungssystem, was nicht Chancen eröffnet, sondern verbaut sie und fördert die Ghettoisierung des Bildungsprekariats. Und die wählen wen? Und beschaffen sich wie das Einkommens- sprich Konsumminus?
Amerikanische Superreiche stellen dagegen chinesische Kindermädchen ein, damit die lieben Kinder es später leichter haben im Arbeitsleben und die Sprache der Globalsierung besser verstehen.
Alle Gesellschaftsordnungen waren und sind Elite-Plebs-Ordnungen. Nur strebten die noch nie so schnell auseinander wie jetzt, so dass die Frage der Halbwertzeit der Polarisierung immer “prekärer” wird.
Hallo miteinander
Einer meiner Nachbarn (Ex – DDRler) arbeitet als Lehrer an einer Schule, die heute noch abiturbegleitend eine Berufsausbildung bietet.
Er berichtete vor 2 Jahren mir beim Gartenfest:
“Im ersten Jahr kommen die Schüler und sind noch ganz motiviert und begeistert. Sie machen ihr 1. praktisches Jahr in einer Lehrwerkstatt und werden dort noch gut betreut und angeleitet. Im 2. Jahr kommen sie dann in ihre Bertiebe und lernen die Realität der Betriebsalltags kennen. Danach machen sie lange Gesichter. Im 3. Jahr hören dann viele auf noch richtig zu lernen.
Selbst sehr guten Schülern kann es dann passieren, dass sie in den Abschlussprüfungen durchfallen.
Ihre Kommentare: Wozu soll ich lernen, ich bekomme ja doch keine Stelle, der Betrieb übernimmt mich nicht.”
Der Lehrer dazu:”Jahr für Jahr wird das schlimmer. Ich bin froh, dass ich nur noch einige Jahre vor mir habe, das Ganze ist heute mehr und mehr ein Albtraum für mich.”
Und ich, was habe ich erlebt:
Mitte der 70iger machte ich nach meinem Studium in Soziologie noch ein Anschlussstudium in der Schweiz als Grundschullehrerin.
Wir mussten dazu mehrwöchige Praktika in Schulklassen machen. Der Lehrer sass in den hinteren Reihen dabei, um zu begutachten und Ratschläge zu erteilen.
Mein 1. Praktikum war in einer 2. Klasse.
Nach 2 Wochen kam die Lehrerin und drückte mir eine vorbereitete Rechenprüfung in die Hand. ich habe sie den Kindern ausgeteilt und sie rechneten.
2 Tage später teilte mir die Lehrerin mit:” Der Notenschnitt ist 2,3 , das ist viel zu gut. Wir müssen die Prüfung wiederholen. Gesagt, getan.
Die 2. Prüfung so stellte sie fest, war noch besser ausgefallen. Sie war ratlos.
Wenige Wocchen später stand ich vor einer 5. Klasse in einer anderen Stadt. Auch hier musste ich dann irgendwann eine von der Lehrerin vorbereitete Prüfung den Kindern vorlegen.
2 Tage später ihr Kommentar: Der Notenschnitt ist viel zu gut, wir müssen die Prüfung wiederholen.
Gesagt, getan. Dann kam sie noch ratloser und stellte fest, “diesmal wurden fast gar keine Fehler gemacht, das verstehe ich nicht. Sie haben doch die Bruchrechnung eingeführt. Normalerweise, kommt da ein gutes Drittel überhaupt nicht mit. Na, sie gehen dann ja, und dann werde ich eine Prüfung mit vielen Textaufgaben machen, da schnallt sowieso die Hälfte ab.
U n d i c h h a b e w i e d e r d e n
N o t e n d u r c h s c h n i t t, d e n i c h
b r a u c h e!”
Ich begriff nun auch. Die Lehrer brauchen eine Gaussche Normalverteilungskurve, denn jeder weiss doch, dass 1/3 intelligent ist, 1/3 mittelmässig und 1/3 doof ist. Jeder uns geläufige Intelligenztest beweist das schliesslich.
Ich selber war geheilt von dieser unserer Schule und habe nur noch Kinder mit Lernproblemen privat unterrichtet, um ihnen zu ermöglichen dieses System doch noch zu überleben.
Kurz: Diese Schule macht schon die Kinder kaputt und erzieht erst die “Idioten” sofern die Eltern nicht auch schon ihren Teil dazu beigetragen haben.
So wie es localenote gesagt hat: Das System erzieht sich die Menschen die es braucht.
Lehrer die da ausbrechen und nicht mitmachen bekommen Probleme. So ein Fall einer ” zu guten Lehrerin” ging erst neulich durch die deutsche Presse.
Um Missverständnissen vorzubeugen. Lehrer machen das nicht bösartig. Sie sind wie alle Erzieher – auch die Eltern – vom ganzen System im Stich gelassen.
Später hörte ich mehr als 1 mal einen Lehrer jammern, dass er aufgefordert wurde mehr zu selektieren. So war es geradezu gefortdert, dass nach der Aufnahme in die Realschule 1 bis 2 Schüler die Probezeit von 3 Monaten nicht bestehen dürfen.
Das alles geschah in der Schweiz, einer ach so oft als vorbildliche – auch von manchen Linken – hochgelobten Demokratie.
Und nun ist ja in Deutschland sicher alles g a n z anders.
Bitte beachten: Lehrer und Eltern wurden selber in der Meinung gross, die Welt bestehe eben aus ein paar Superintelligenten, einer breiteren Schicht von Mittelmässigen und den Doofen zu guter letzt.
Sie wissen es überhaupt nicht besser.
Uns allen ist nicht wirklich bewusst, was wir alles erlebt haben, bis wir solche Ideen inhaliert hatten.
Und unsere Politiker und Zeitungen erzählen uns stolz von den Leistungsträgern, und wie sie doch auch leistungsgemäss entlohnt werden müssen. Auch von denen weiss es kaum jemand besser.
Das elitäre Ausleseprinzip funktioniert eben bis in die hintersten Winkel unserer Seele, Seelen.
Schönen Tag noch
Elfi
@ Alle
Gerade die Zeit der Pubertät ist für Jugendliche ein enormer Entwicklungsschub, der sehr viel mit der Bewältigung der eigenen physischen, psychischen und sozialen Selbstfindung zu tun hat.
Dabei benötigen die Jugendlichen Unterstützung und Hilfe, aber wenn, so wie in unserem neoliberalen Zeitalter, nur noch Wert auf das Funktionieren, als Steigerung des Bruttoinnlandproduktes, gelegt wird und dabei unsere Schulen keinen pädagogischen Auftrag mehr haben und die Verantwortung den Eltern in die Schuhe geschoben wird, obwohl heute schon eine Familie nicht über die Runden kommt, wenn nicht beide Elternteile arbeiten, – da wundert man sich über eben diese Defizite, die, die Auszubildenden nicht verursacht haben.
Bei dem Werteverlust, wird von den Heranwachsenden auch noch erwartet, dass sie eine persönliche Reife vorweisen können.
Alle, die sich Mühe geben, um gegen die Entmenschlichung des Berufslebens anzugehen, haben es sehr schwer, weil sie an zwei Fronten kämpfen müssen.
Aber die Jugendlichen sind die, die am wenigsten Schuld an dieser Situation haben.
Sie merken ganz schnell, wer es ehrlich mit ihnen meint.
Diese Defizite verursacht durch Nichtpräsenz der Eltern, durch Abqualifizierung durch die Schulen, durch die professionelle Verantwortungslosigkeit gegenüber dem Menschen und durch Fehlen von Vorbildern, sind nun mal die Folgen dieser neufreiheitlichen (neoliberalen) Idiotie.
Die soviel bedeutet wie: Freiheit für das Kapital und – Verantwortungslosigkeit und Respektlosigkeit gegenüber dem natürlichen Leben und den natürlichen Ressourcen.
Es geht auch hier um reich gegen arm und nicht um Erwachsene gegen Jugendliche!
Grüße
Gisela
@elfi
Danke für den Praxisbezug. Diese öffentlichen Selektierungen und Härtetests schon im frühen Kindesalter wegen unterschiedlicher Leistungsfähigkeit: konditionieren nicht gerade diese die Kinder schon auf eine Akzeptanz des für sie systemisch konzipierten Gesellschaftsstatus‘, also kluge Elite und dummer Plebs, Winner und Loser?
Kommt daher als medialer Erfolgsersatz für Bildungsausfall die Mär von den Reichen und Schönen und nicht von den Klugen und Fleißigen als gesellschaftliches Leitbild zu Wohlstanddsicherung („Dumm gelaufen“ mit Heidi Klumm usw.)? Wie werden Kinder damit fertig, ständig die A..karte zugewiesen zu bekommen? Glauben die noch an sich und eine selbstbestimmte Zukunft? Ist Demokratie für sie Selektierung = Ausgrenzung?
moin @all
… ich denke, georg schramm hat dieses problem bestens auf den punkt gebracht:
beste grüsse
Hallo an elfi,
Du sprichst mir aus der Seele, da ich die gleichen Erfahrungen gemacht habe und als Lernbehinderte abqualifizierte Kinder zu guten Leistungen motivierte, wurde ich mit Argus-Augen observiert, weil das nicht in den Beurteilungsmodus passte.
Man könnte das kalte “……” kriegen.
Wegen dieser vorprogrammierten Ungerechtigkeiten habe ich mein Interesse am Schuldienst verloren und wie Du, etlichen Kindern außerschulisch weitergeholfen,
aber eher im betreuerischen Bereich, indem ich die Lehrer und Rektoren um ein Gespräch bat im Interesse der Schüler
Nachhilfe habe ich zeitweise auch gegeben aber nicht schwerpunktmäßig – alles sozusagen “ehrenamtlich”.
Liebe Grüße
Gisela
Hallo Giesela,
fast hätte ich jetzt geantwortet: Es freut mich, dass es dir ganz ähnlich wie mir erging. Aber natürlich freut es mich nicht.
Nachhilfe war für mich dabei auch der viel weniger wichtige Teil bei dieser Arbeit, denn ein Kind, das da oder dort nicht mehr mitkommt, hat meist den Mut verloren. Und das hat vielfältige Gründe, wie du sicher weisst. Diese Gründe herausfinden und dafür zu sorgen, dass es wieder (oder auch überhaupt) Mut zu sich selber und seinem eigenen Lernenvermögen fasst, war die Hauptarbeit.
Ein wichtiger Teil dabei waren die Gespräche mit den Eltern. Die musste man oft nur beruhigen, indem man sie auch mal auf die guten Seiten und die Möglichkeiten, die da noch in ihrem Kind schlummern, aufmerksam machte. Sie mussten erst mal wieder Vertrauen in ihr Kind fassen.
Oder es lag auch ein grundfalscher Umgang mit dem Kind vor. Das waren dann die härtesten Brocken.
Einmal z.B., nachdem ich mit einer Mutter aus finanziell besten Verhältnissen schon Stunden insgesamt gesprochen hatte, und sie ihr Problem, das sie in die Bez. zum Sohn trug, gut kannte und verstand, aber nicht umstellen konnte, kam sie auf die Idee, ihren Sohn zu einem Verhaltenstherapeuten zu schicken. Ich empfahl ihr dann sich selber auch gleich mit anzumelden. Damit hatte ich dann natürlich bei ihr verspielt. Sie brauchte ein defektes Kind,so kam es mir vor, um ihren Mann und vor allem sich selber von ihrer Wichtigkeit als tief besorgte und mit Kontrolle beschäftigten Mutter zu überzeugen.
Monate später rief mich eine Kollegin an. Sie hatte einen Schüler der schon auf zig Schulen herausgeflogen war, wegen Gewalttätigkeiten u.a..
Der 13 jährige hatte gerade trotz ganz mieser Vorzensuren die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium mit sehr gut bestanden. Sie fühlte sich diesem Fall nicht gewachsen und fragte mich, ob ich da nicht helfen könnte. Es stellte sich dann heraus, dass es genau dieser Schüler war, dem ich verholfen hatte zu dieser guten Prüfung. Und den die Mutter dann aber nach meiner Empfehlung – sehr beleidigt – nicht mehr zu mir schickte. Nun war er gerade dabei aus der nächsten Schule herauszufliegen.
Geholfen hatte ihm weniger das Pauken, sondern dass ein Mensch ihn in seinem Konflikt mit sich selber und seiner Mutter mal verstand.
Helfen konnte ich ihm so nun natürlich nicht mehr. Die Mutter wäre gefordert gewesen, auch um zu stellen.
Er war ja noch abhängig von ihr Tag für Tag.
Zu localenote noch einen Satz zu den Fragen,
die du unten gestellt hast.. Ich nehme an, du kennst die Antwort.
Ein Pschologe kommentierte das alles mal mit dem Satz:
Wenn unsere Kinder schlagen könnten, wären die Krankenhäuser überfüllt mit wohlmeinenden Erziehern.
Beste Grüsse
Elfi
@ elfi
Ja, aber wenn ich es sage, glaubt’s mir vielleicht keiner, da nicht mein Fachgebiet, auch wenn villeicht gut und knackig formuliert. Deshalb war ich ja dafür, dass Blogger nicht nur Dr. Janke’s Statistiken kommentieren (die zeigen sie und alle anderen in der Abstraktion des Einzelfalles = in der mitteren Masse, wo sie selbst gefühlt nie waren), sondern die gegenteilige Operation, die Synthese des Abstrakten zurück zum Einzelfall, um die Verallgemeinerung der Thesen und deren Wahrheitsanspruch im Einzelen konkret nachvollziehbar zu machen.
Eine gute Frage an die Richtige Praktikerin ist besser (gelbe Seiten für alle!)als Hundert Thesen. Danke.
Hallo, damit liegst du m. M. nach goldrichtig.
Ich bin immer neugierig darauf wie es Menschen wirklich geht. Das gibt Einblicke ganz anderer Art als es eine Satistik je könnte.
Danke auch für deine Schilderung, wie es dir bei der Pflege deiner Mutter ging.
Du hat dich ja offensichtlich sehr mit Volkswirtschaft beschäftigt und betreibst das mit grossem inneren Engagment. Das fällt mir viel schwerer, mich in dieses Gebiet einzuleben.
Leider fehlen mir auch die Grundbegriffe schon.
Deswegen – aber nicht nur wegen mir – anderen hier auf dem Blog geht es garantiert auch so – meine Bitte an dich:
Verschenk nicht soviel vom aufklärenden Effekt, wenn du etwas hier schreibst. Formuliere kürzere Sätze. Das hilft der Verständigung.
Vielleicht bist du ja auch schon mal Hegel mit seinen Bandwurmsätzen begegnet.
Den habe ich mich im Studium geweigert zu lesen.
Stattdessen las ich die Zusammenfassung über ihn im Fischerlexikon. Dabei kam ich zu dem Schluss, dass er ein Hochstapler ist, weil er, biblische Binsenweisheiten in einer hoch komplizierten, philosophisch verbrämten Sprache neu auflegte.
Später las ich mal bei Schopenhauer, dass er ca. hundert Jahre vor mir Hegel als Hochstapler bezeichnet hatte. Abgesehen davon, dass das ja auch viele Prof. tun – gerade wenn sie nichts zu sagen haben. Der Überprüfung entziehen sie sich ja dadurch auch noch erfolgreich. Nach dem Studium habe ich mich konsequent geweigert, diese utoren noch zu lesen.
Deswegen u. a. bin ich bei Herrn Jahnke als Leser geblieben.
Nun eben gerade weil du kein Hochstapler bist und auch schon bewiesen hast, dass du anders, klar schreiben, kannst meine Bitte an dich: Kürze deine Sätze. Das braucht mehr Zeit ich weiss, hilft aber allen – auch dir.
Danke
Elfi
Elfi
Hallo Herr Jahnke,
das ist ja mal ein Text…
Das sollte nun wirklich jeder verstehen, auch wenn er noch daran glaubt was in gewissen Medien steht…
Mein Vorschlag an alle:
Informiert Euch bitte alle mal über die verschiedensten Ideen des bedingungslosen Grundeinkommens.
Was zunächst utopisch erscheint, ist in Wahrheit eine ganz simple Lösung – allerdings kein Allheilmittel.
Das hier:
“…
Da geht es nur noch um Frustabbau. Kaputtschlagen ist dann angesagt. Aber nicht im Sinne von “Ton Steine Scherben”s: “Macht kaputt, was euch kaputt macht”. Da sind wir alle dran.
…”
Das betrachte ich jedenfalls nicht als Lösung.
Allerdings muss ich dem Autor dieser Zeilen voll und ganz zustimmen.
LG
Juhnke
@Alle
Ist die Würde des Menschen nicht schon angetastet, wenn die Politik ihn nicht im Mittelpunkt ihrer Regierungsarbeit für das Volk zum Wohle desselben sieht?
Das CDU-Wahlprogramm: „Die überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland identifiziert sich mit unserem Land, mit seiner Sprache und Kultur und den Werten des Grundgesetzes.“ Ein Grundrecht auf Wahl gibt es als Identifikationswert nicht im GG.
Dieses erkennt zunächst (Präambel) Grundrecht gibt es eh nicht im GG seinen Existenzgrund unser aller „Verantwortung vor Gott und den Menschen“ an. Sodann ist Deutschland ein nach Frieden strebendes „Glied in einem vereinten Europa“. Wir ham’s irgendwie mit dem Vereinigen und Wiedervereinigen.
Aber: Die Deutschen „haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet.“ Also. Einheit vollendet.
Das sieht aber das CDU/CSU-Wahlprogramm, das sich Regierungsprogramm nennt, um was vorzugaukeln, was noch gar nicht ist, anders: “III.2 Deutschlands Einheit vollenden.“ Hier ist die CDU/CSU scheint es irgendwie verfassungswidrig, denn was als s.o. mehrheitlicher Identifikationswert des Grundgesetzes vollendet ist, braucht ja keine programmatische Vollendung mehr.
Aber damit es alle wissen wie die Merkel-Seehofersche Unvollendetheit aussieht: “ Das christliche Menschenbild ist und bleibt für CDU und CSU der Orientierungspunkt. Der Mensch ist für uns nicht das Maß aller Dinge, denn wir wissen um seine Fehlerhaftigkeit und seine Verantwortung vor Gott.“ (Meine Hervorhebung). Das ist also d e r e n Grundgesetz, denn ich erkenne keinen mich aus dem Mittelpunkt menschlicher Politik ob meiner Fehlerhaftigkeit drängenden Gott und seiner exekutierenden Regierungstruppe an. ALG-II ist Gottes Strafe? Der Herr wendet sich ab von den Arbeitsfehlern? Und am Hindukusch läuft ein Religionskrieg, weil es ja doch nicht um Hilfe für die fehlerhaften Muslims geht? Ikonen sind Ölbilder? Dann sind ja auch Menschenkinds Wahlentscheidungen fehlerhaft vor Gott. Und selbst wenn wir M&S wählen, sind wir deren Aufmerksamkeit als Mittelpunkt nicht wert.
Dürfen Demenzkranke eigentlich wählen oder religiöse Fanatiker? Das GG sagt dazu nichts.
@ D Juhnke
Zum Thema garantiertes Grundeinkommen (die Bedingung ist, dass hier nicht nur noch nicht Wert schöpfende Millionäre sind) habe ich im Grundsatz unter
“Wertschöpfung durch Arbeit weniger zur Wertschätzung der Arbeit vieler – Arbeit für Arbeit” 18.07. 17:44 einen theoretischen Ansatz entwickelt.
Man stelle sich vor: Morgen an die Macht gewaählt und keine Ahnung wie das Ding mit der Umverteilung praktisch lösen.
@localenot:
“Der Mensch steht im Mittelpunkt…”
Und warum?
“Damit man ihn von allen Seiten möglichst bequem in den Hintern treten kann.”
So weiland der Volksmund.
Aus meiner persönlichen Erfahrung sind mir die Niedergeschlagenheit und Deprimiertheit von recht passablen bis engagierten jungen Leuten geläufig, die “nicht übernommen” wurden, nach Ausbildungen, Praktika, Zeitverträgen etc.
Was da den jungen Menschen angetan wird, das wird die Gesellschaft noch sehr teuer zu stehen kommen. Allein die Kosten, die der Gesellschaft dann durch solche “gescheiterten” jungen Menschen später entstehen, sind meist deutlich höher als vernünftige Maßnahmen zu einem humanistischeren Unternehmensideal und -praxis wären, von den seelischen Folgen mal ganz abgesehen.
Leider kenne ich auch diese Seite aus meiner jahrelangen Praxis als Gerichtsdolmetscher.
Deshalb auch mein Plädoyer im Grundsatz-Blog für eine gerechtere Verteilung der noch vorhandenen Arbeit.
Deshalb auch Vorschläge für eine andere Ausrichtung der Wirtschaft, nicht so ausschließlich auf Profit und Shareholder value.
Die Wirtschaft muß wieder dem Menschen dienen, nicht (wie zur Zeit) umgekehrt.
Utopie?
Nein, machbar! Es muß nur von genügend Mitmenschen gewollt werden. Denn es geht.