1629

global news 1629 21-07-09: Die Entwicklung Richtung Deflation belastet Unternehmen und Banken

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12 Antworten zu 1629

  1. localenot sagt:

    Womit Sie sich nun selbst bestätigen. Es waren zu einem Großteil die deutschen Vermögen ( 2008 >800.000 Millionäre mit 7.000 Mrd. $) die über Ackermann und Co. als Hypokredite und Investments in Verbriefungszertifikate gingen, und die Amerikaner kommen nur langsam mit der Rückdeckung der Verluste (die sie aber zuvor über die Konsumkredite kassierten und durch die Verbriefungen nun den reichen deutschen Schulden, was Frau Merkel und Herr Steinmeier gerade bezahlen und deshalb kein Geld für die Wirtschaft bleibt –angebliche Kreditklemme einer auch Schickedanz- obwohl Milliarden Kredite durchgeleitet werden in deren Schattenbanken) nach. Ackermanns Großbanken kreditieren nicht weil das geliehene Geld der deutschen Superreichen = Anleihe = Schuld ist. Die Rückerstattung aus USA ist kein Kredit.

  2. Christian Wagner sagt:

    Hallo Herr Jahnke,

    ich lese immer Deflation, Ihr Chart vom stat. Bundesamt scheint das ja auch zu belegen. NUR: das sind nur Erzeugerpreise ohne Energie. Mich würde mal interessieren, wie es inkl. der Energiekosten ausschaut, darüber hinaus auch wieder zum Thema gefühlte Inflation. Meine Versicherungsprämien sind nicht gesunken, Joghurt kostet, wenn es kein Sonderangebot ist, immer noch genauso viel wie vor nem Jahr, Restaurantbesuche dito, die Liste ließe sich unendlich weiterführen. Wir befinden uns nicht in einer Deflation, sondern eher in einer leicht verdeckten Stagflation.

    • globalnote sagt:

      @Christian Wagner

      Mit Energie ist der Rueckgang der Erzeugerpreise noch viel staerker. Dabei ist zu beruecksichtigen, dass die deutschen Unternehmen hiervon und nicht der Entwicklung der Verbraucherpreise betroffen sind. Die Erzeugerpreise gehen in der Regel der Entwicklung der Verbraucherpreise voran, weil der Handel die Preissenkungen nur verzoegert weitergibt und nur bei ausreichendem Wettbewerb. Allgemein entscheidet der BIP-Deflator. Hier erwartet der IWF fuer Deutschland einen Einbruch von plus 1,5 % in 2008 zu minus 0,7 in 2009.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

    • Alex sagt:

      Hallo Herr Wagner u.a. ,

      ich kann Ihre Ansicht nur bestätigen.
      Meine “gefühlte” Inflationsrate sieht auch anders aus !
      Dieser seltsame “Warenkorb” wonach man uns weismachen
      will, dass alles billiger wird, orientiert sich nicht
      am realen Leben in Deutschland.
      Außerdem habe ich mal gelernt, dass die Geldmenge (M3 -, das frischgedruckte Papier) im Verhältnis zum
      Wachstum (BIP) etwas über die Inflation aussagt !?

      Außerdem sagen fast alle Gurus und Verschwörer im
      Web eine Inflation bzw. sogar Hyperinflation
      voraus, wie passt das ?

      Gruß

      Alex

      • globalnote sagt:

        @Alex,

        Ich habe mich in einer früheren Zuschrift bemüht, den Unterschied zwischem dem volkswirtschaftlichen Deflator des Bruttoinlandsprodukts, den Erzeugerpreis- und den Verbraucherpreisentwicklungen darzustellen. Mit der Geldmenge hat das schon deshalb derzeit wenig zu tun, weil die Geldschöpfung zum größten Teil bei den Banken hängenbleibt. Die Prognosen einer Hyperinflation beziehen sich alle auf den Zeitpunkt, wenn die Konjunkturen wieder zünden. Doch das wird Zeit brauchen. Siehe auch hier: http://www.jjahnke.net/rundbr58.html#def .

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

  3. localenot sagt:

    @Christian Wagner

    Hallo, vielleicht hilft das?
    (der ganze Text und Charts unter
    http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Preise/ErzeugerpreiseGrosshandelspreise/Aktuell,templateId=renderPrint.psml )
    Erzeugerpreise Juni 2009: – 4,6% gegenüber Juni 2008
    Gleich starker Rückgang letztmalig im Dezember 1986
    Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag im Juni 2009 um 4,6% niedriger als im Juni 2008.
    Einen gleich starken Preisrückgang hatte es letztmalig im Dezember 1986 gegeben. Im Mai und April 2009 hatte die Jahresänderungsrate – 3,6% beziehungsweise – 2,7% betragen. Gegenüber Mai 2009 sank der Erzeugerpreisindex geringfügig (– 0,1%).

    Den höchsten Einfluss auf die Jahresteuerungsrate hatte im Juni 2009 die Preisentwicklung bei der Energie. Hier lagen die Preise um 8,4% unter denen von Juni 2008 (– 0,3% gegenüber Mai 2009). Ohne Berücksichtigung von Energie sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 2,8% und blieben gegenüber Mai 2009 unverändert.
    Die Preise der drei Hauptenergieträger Mineralölerzeugnisse, elektrischer Strom und Erdgas wiesen im Vorjahresvergleich einen unterschiedlich stark ausgeprägten Rückgang auf. So waren Mineralölerzeugnisse insgesamt um 24,9% billiger als im Juni 2008 (leichtes Heizöl – 42,9%, Dieselkraftstoff – 27,5%, Motorenbenzin – 11,8%). Über alle Abnehmergruppen hinweg betrachtet kostete elektrischer Strom 5,7% weniger als vor einem Jahr, Erdgas war 3,5% billiger. Private Haushalte mussten im Vergleich zum Vorjahr für elektrischen Strom (+ 5,7%) und für Erdgas (+ 2,5%) mehr bezahlen.
    Elektrischer Strom und Erdgas insgesamt wiesen jeweils im Vergleich zum Mai 2009 Preisrückgänge auf (– 0,4% beziehungsweise – 3,3%). Die Preise für Mineralölerzeugnisse stiegen dagegen gegenüber Mai 2009 deutlich um 5,9% (leichtes Heizöl + 13,4%, Dieselkraftstoff + 4,6%, Motorenbenzin + 5,4%).

  4. Alexis Zorbas sagt:

    @Joachim Jahnke

    Sie schreiben: “der Preisverfall belastet die Unternehmen erheblich.” Eigentlich hätte ich das Gegenteil erwartet. Die Erzeugerpreise sinken stärker als die Verbraucherpreise, die Einfuhrpreise stärker als die Ausfuhrpreise. Rechnet man noch Energie, wird die Differenz noch größer. Das müsste doch gut sein für die Marge der Unternehmen, oder liege ich falsch?

    Jetzt muss man vielleicht noch Binnenmarkt und Exportwirtschaft differenzieren und Investitionsgüterbranche und Konsumgütersektor. Beim Konsum im Binnenmarkt sind die Umsätze halbwegs stabil, beim Rest sieht es mau aus. Die Unternehmen leiden unter den wegbrechenden Umsätzen, die Preisentwicklung federt den Umsatzeinbruch bezüglich der Gewinne meiner Meinung nach aber eher ab.

    • globalnote sagt:

      @Alexis Zorbas,

      Die von mir in der Grafik gezeigten Erzeugerpreise sind ohne Energie. Bei den anderen Erzeugnissen ist Energie nur ein kleiner Teil der Kosten. Wenn die Preise dann über 9 % abrutschen, verlieren die Unternehmen notwendigerweise gewaltig an der Marge. Mit den Verbraucherpreisen hat die Erzeugermarge wenig zu tun. Die Einfuhrpreise sinken wegen Energie (siehe oben). Die Ausfuhrpreise sinken auch. Ich kann da Ihre Logik leider nicht nachvollziehen.

      Beste Gruesse
      Joachim Jahnke

      • Alexis Zorbas sagt:

        Wenn die Preise für z.B. Metalle, Energie und andere Vorprodukte sinken, die gesunkenen Preise aber nur verzögert an die Verbraucher weitergereicht werden, was sich im stabilen Verbraucherpreisindex ausdrückt, müssten doch irgendnwo zusätzliche Gewinne entstehen (die natürlich die Verluste aus Umsatzeinbrüche nicht kompensieren können).

        Ähnliches gilt für Ein- und Ausfuhrpreise. Einfuhrpreise im Juni auf Jahresbasis -11,3% Ausfuhpreise -2,9%. Wenn die exportierenden Unternehmen für die importierten Vorprodukte 11,3% weniger bezahlen müssen, für ihre Endprodukte aber nur Preisabschläge um 2,9% hinnehmen müssen, müsste dann nicht die Gewinnmarge steigen?

        Zudem müsste doch die Marge wachsen, wenn importierte Konsumgüter im Preis um -11,3% sinken, Einzelhandelspreise aber halbwegs stabil bleiben. Dazwischen liegt noch der Großhandel mit -8,8%. Da werden also teilweise die Preissenkungen schon weitergegeben.

        Wo habe ich einen Denkfehler?

      • globalnote sagt:

        @Alexis Zorbas,

        Die Gewinne entstehen im Handel soweit die Erzeugnisse über den deutschen Binnenhandel gehen. Ansonsten bei den Abnehmern im Ausland soweit billiger exportiert.

        Beim Export geht nur ein kleiner Teil des billigeren Imports über importierte Rohstoffe, Energie und andere Vorprodukte in die Kalkulation der deutschen Erzeuger ein.

        Sie müssen einfach zwischen den verschiedenen Handelsstufen unterscheiden. Bei importierten Fertigprodukten kommen die deutschen Erzeuger, um deren Preise es in meinem Rundbrief ging, gar nicht ins Spiel oder nur negativ wegen der Niedrigpreiskonkurrenz, also margendrückend.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

      • Alexis Zorbas sagt:

        @Joachim Jahnke

        Vielen Dank für Ihre Erläuterungen.

        Ich habe wohl den Anteil der Vorprodukte in der Kalkulation deutscher Erzeuger von Exportgütern überschätzt. Zutreffend auch Ihr Hinweis zu den importierten Konsumgütern. Die gehen natürlich an den deutschen Erzeugern vorbei, die Gewinne a.G. gesunkener Importpreise macht hier ausschließlich der Handel (wenn die Preissenkungen nicht weiter gegeben werden).

        Ihre Einschätzung, dass die Gewinne im Handel entstehen, sofern die Erzeugnisse über den deutschen Binnenhandel gehen, erscheint mir vor dem Hintergrund plausibel, dass in den letzten 10 Jahren eine Machtverschiebung stattgefunden hat, weg von den Produzenten, hin zu den Händlern.

        Dennoch stellt sich mir dann die Frage, warum die Händler die niedrigeren Einkaufspreise nicht weitergeben bei dem starken Wettbewerb. Das wäre doch schließlich die Reallohnsteigerung die längst überfällig wäre.

        Viele Grüße

      • globalnote sagt:

        @Alexis Zorbas,

        Das ist immer so, daß Preis- oder Zinssenkungen nur mit Zeitverzug weitergegeben werden, weil der Wettbewerb nur langsam arbeitet.

        Beste Gruesse
        Joachim Jahnke

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