Der Fall Asmussen oder warum die SPD nicht aus dem Schatten der Finanzmarktkrise kommt
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Dieser Beitrag wurde geschrieben von am Freitag, 3. Juli 2009 um 3:03 und eingeordnet unter Uncategorized. Du kannst den Antworten zu diesem Eintrag mit Hilfe des RSS-2.0-Feeds folgen.
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Juli 3, 2009 um 6:43 |
Hallo, Herr Dr. Jahnke,
liebe Mitlesende,
das ist eine superklasse, nicht zu überbietende Zusammenfassung der aktuellen Krisenereignisse rund um Asmussen, Steinbrück und die SPD.
So glasklar und leicht verständlich, habe ich bisher noch keinen deutschen Journalisten zu diesen unheilvollen Verflechtungen Tacheles schreiben sehen! Ein so hochkompliziertes Thema ultralight verständlich aufgearbeitet, findet Ihr nirgendwo sonst.
Falls die einstigen Qualitätszeitungen, die seit ungefähr dem Jahr 2000 zum reinen Mainstream-Propagandismus verkamen, von Asmussen berichten, bringen sie die Wahrheit nur scheibchenweise von Artikel zu Artikel und zudem durch viele verwirrende Schachtel-/Nebensätze und überflüssige Floskeln derart ins Langweilige verzerrt, dass des Lesers Verstand und Aufmerksamkeit mitendrin schlapp machen, er also noch das kräftigste Pflänzchen Wahrheit letztlich nicht mehr wahrnimmt. Das ist wirklich so! Ich übertreibe nicht. Deutscher Journalismus ist mittlerweile Narkotikum fürs Volk!
DANKE für Ihre Mühe, Herr Dr. Jahnke, uns hochkomplizierte Tatsachen und politische wie wirtschaftliche Verflechtungen in Ihren eigenen Worten verständlich zu erklären.
Gaby
Juli 3, 2009 um 6:54 |
Hallo Herr Dr. Jahnke,
zwar ein sehr ausführlicher Beitrag Ihrerseits, aber eben auch nicht mehr ganz neu.
Auf den Seiten der üblichen Verdächtigen kann über die Causa „Asmussen“ und seiner Hintermänner
schon seit längerem nachgelesen werden.
Trotzdem ist es natürlich zielführend, daß Sie die Thematik zu einem Schwerpunktthema machen. Man könnte jetzt natürlich augenzwinkernd sagen, daß die SPD dadurch auch deshalb so angeschlagen ist, weil sie eben gerade seit Waigel’s Zeiten das Finanzministerium innehat.
Ich will damit sagen, wäre dieses bei der CDU oder CSU angesiedelt: Die Situation wäre vermutlich keinen Deut besser…
Unterschwellig klingt in Ihrem Schwerpunkt durch (ich mag mich aber auch irren ?), daß die Finanz- und Wirtschaftskrise in erster Linie bedingt ist durch ein Staatsversagen.
Dann sollte man aber auch darauf hinweisen, wie stark die Lobbykreise (Banken, Versicherungswirtschaft usw.) in der Lage sind, an den entsprechenden Gesetzesentwürfen mitzuarbeiten – und das nicht erst seit Eichel’s Zeiten.
Menschlich ist das ja zu verstehen, wenn auch die kleinen Regierungsmitglieder einmal durch den Geldadel gebauchpinselt werden und sich zugehörig fühlen wollen…
Das eigentliche Dilemma dabei ist doch folgendes:
Diese ganzen langjährigen Fehlentscheidungen sollen heute im Nachhinein durch Verschleiern und Verdecken unter den Tisch gekehrt werden! Dafür nimmt man Milliarden in die Hand…
Wie ist es möglich, daß die Regierung – am Bundestag vorbei – ein Gesetz nach dem anderen durchpeitscht, ohne dabei die Sachlage ausreichend öffentlich zu machen? Und wenn sie öffentlich gemacht wird, dann wird gelogen und betrogen…!
Das hat was von einer Bananenrepublik…
Freundliche Grüße
Peter Wilhelm
Juli 3, 2009 um 8:22 |
@Peter Wilhelm,
Auch im Infoportal und meinem letzten Buch konnten Sie schon viel dazu lesen. Allerdings wollte ich das mal zusammenhängend bringen. Ich glaube nicht, daß Sie das auf Ihren so geliebten anderen Webseite, mit denen Sie auch hier immer wieder linken, finden. NachDenkSeiten haben ja noch nicht einmal begriffen, daß es zwischen der Finanzkrise und der Einkommensverteilung einen engen Zusammenhang gibt.
Beste Gruesse
Joachim Jahnke
Juli 3, 2009 um 7:19 |
Nachtrag noch zu meinem Vorbeitrag:
Hatte ich doch glatt vergessen…
http://www.wilhelm-data.de/INFO/asmussen.pdf
Das Pamphlet des Jörg Asmuusen, welches heute auf den Seiten des Bundesfinanzministeriums NICHT mehr zu finden ist. Aber es gibt kleine Verlage, die so etwas für kleines Geld (Euro 2,60) elektronisch verkaufen…
Viel Spass beim Lesen…
Freundliche Grüße
Peter Wilhelm
Juli 4, 2009 um 1:34 |
Hallo Herr Jahnke,
ich freue mich sehr darüber, daß Sie sich dieses Themas nochmals durch eine zusammenfassende Darstellung angenommen haben, die insbesondere auch den Zusammenhang zwischen den rot-grünen Gesetzen und den unsäglichen Vorgängen bei der Finanzaufsicht herstellt.
Manchmal frage ich mich, ob bei diesem „Versagen“ der Finanzaufsicht nicht mehr im Spiel war als bloße Borniertheit und Fahrlässigkeit.
Kann es denn noch einen anderen Grund für die Einrichtung der genannten Zweckgesellschaften geben, als Eigenkapitalvorschriften zu umgehen und gleichzeitig die überhöhten Risiken zu verschleiern, indem man sie nicht bilanzwirksam werden läßt?
Die Strafjustiz kennt ja den schönen Begriff „bedingter Vorsatz“. Aber ich bin weder Jurist noch Ökonom; ich kann das nur politisch betrachten.
An eine juristische Aufarbeitung glaube ich übrigens nicht. Die Wirtschaftsabteilungen der Staatsanwaltschaften sind ähnlich schwach besetzt wie die Finanzaufsicht. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Beste Grüße!
Juli 5, 2009 um 2:55 |
@ gaby:
Der Klassiker sagte einst: „RELIGION ist Opium für das Volk.“ Ist deutscher Journalismus zur Religion verkommen?
@ peter wilhelm:
Die Sozialdemokratie ist die Rache des Bürgertums an der Arbeiterbewegung. Von Noske über Zörgiebel bis hin zu Schröder zieht sich deren historische Unterdrückungs-Spur durch die deutsche Geschichte.
Andere hätten es nicht besser gekonnt.
@kassandra:
Leider scheinen Sie recht zu haben, es sieht ganz nach bedingtem (oder auch unbedingtem) Vorsatz aus, was uns da tagtäglich angetan wird.
Wir sollten uns alle bemühen, endlich daran was zu ändern, ob per Wahlzettel, Petition, Demo oder wie auch immer.
Die Damen und Herren Politiker tun sich mit uns leicht:
Auf eines fremden Mannes Ar… ist leicht durchs Feuer reiten!
Juli 5, 2009 um 5:55 |
Hallo Hans im Glück,
dem Aufruf zum Tätigwerden schließe ich mich gerne an. Vernetzung ist angesagt.
Die deutsche Sozialdemokratie leidet an einem Geburtsfehler: Nicht als „vaterlandslose Gesellen“ zu gelten, war ihr von Anfang an eines der wichtigsten Anliegen. Das führte dann zur Zustimmung zu den von Kaiser Wilhelm II. geforderten Kriegskrediten, und kurze Zeit später zu solchen Typen wie Noske.
Erinnern könnte man auch an das „Seifenlied“, das Kurt Tucholsky 1928 dichtete, auf die SPD gemünzt: »Wir haben unsere Brüder mit Wahlkampfseife bedacht. Das tun wir das nächste Mal wieder; es hat sich bezahlt gemacht… Wir schlagen Schaum. Wir seifen ein. Wir waschen unsere Hände wieder rein.«
Unter Willy Brandt hat die SPD sicher auch einiges richtig gemacht, besonders wenn man ihn mit dem Genossen Schröder vergleicht. Das lag aber auch mit daran, daß damals die Gewerkschaften noch stark waren und in der SPD noch was zu sagen hatten. Selbst die später eher konservative ÖTV, aus der dann die arbeitgeberhörige Ver.di hervorging, war damals noch „gut drauf“. (Während inzwischen sogar die Gewerkschaftsspitzen von ihren Mitgliedern in den östlichen Provinzen der Berliner Republik ausgebremst werden.)
Wir werden sehen, wie es weitergeht. Meine Hoffnungen richten sich, wie ich schon mal schrieb, eher auf das, was sich außerhalb der Parteien tut.
viele Grüße!